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Donnerstag, 18. September 2025

Filmempfehlungen aus dem Kinojahr 2024

Hier sind in alphabetischer Reihenfolge ein Drittel der Filme gelistet, die ich im Kino gesehen habe und für die ich mich nunmehr im Rahmen meiner Bestenliste entschieden habe. Ich merkte zu älteren Listen schon an, dass dies mein sehr subjektiver Eindruck ist. 

Gut und erfolgreich ist bekanntlich zweierlei. Bei insidekino sind die erfolgreichsten Filme 2024 gelistet. Aus der Top 20 habe ich nur zwei Filme überhaupt gesehen, „Dune 2“ (Platz 5), „Eine Million Minuten“ (Platz 16). Beide Filme fand ich nicht so toll. Auf Platz 38 kommt der erste Film, den ich gut fand („Poor Things“). 

All of Us Strangers*****. Andrew Haigh inszenierte hier in Anlehnung an den 1987 erschienenen Roman des japanischen Autors Taichi Yamada einen Film, der sich als anspruchsvolle Schwulen- und Mystery-Geschichte wahrscheinlich zu einem Meilenstein entwickeln wird. Zwei Männer leben in ihren Appartements in einem Hochhaus in London. Sie scheinen die einzigen Bewohner zu sein, und sie kommen sich zögerlich näher. Der Hauptprotagonist will ein Buch über seine Eltern, die vor Jahrzehnten bei einem Autonfall umkamen, und über seine Kindheit schreiben. Er wühlt zu Hause in alten Dokumenten und findet ein altes Foto vom Haus, in dem sie damals wohnten. Während der eine Strang des Films im Hochhaus spielt und die Annäherung der beiden Männer behandelt, spielt der andere Strang im Haus der Eltern, denn der Mann macht sich auf zu dem Haus und findet dort nach mehreren Erkundungen der Umgebung seine Eltern vor, die so alt wie damals im Jahre ihres Todes sind und ihn, der nun erwachsen und etwa gleichalt ist, herzlich empfangen. Der Sohn outet sein Schwulsein gegenüber seinen Eltern und sie versuchen gemeinsam, diese Vergangenheit zu verarbeiten, gleichzeitig versucht der Mann diese Geschichte mit seinem einzigen Hausbewohner zu verarbeiten, den er auch für eine Begegnung mit seinen Eltern zu dem Haus führt. Doch dieser Kontakt mißlingt. Die Qualität des Films resultiert primär aus deren atmosphärischer Umsetzung, die durch Entrücktheit, einen ruhig-mysteriösen Soundtrack und Empathie im Kontakt der Figuren untereinander bestimmt wird. 

Amsel im Brombeerstrauch***. Elene Naveriani erzählt nach einem Roman von Tamta Melashvili in ihrem Film von einer älteren Frau, die alleinstehend in einem kleineren georgischen Ort lebt, der nahe an einem größeren Fluss liegt. Am steilen Ufer gibt es Brombeersträucher, die sie gelegentlich aberntet. Außerdem betreibt sie einen eher extensiv frequentierten Krämerladen, dessen Produkte sie gelegentlich von einem Lieferanten aus der Großstadt auffüllen lässt. Es regnet viel in diesem Film. Während eines solchen Ereignisses hat sie erstmals Sex mit dem Lieferanten. Diese Gelegenheitsbeziehung müssen sie fortan geheim halten, treffen sich meist an anderen Orten. Die Frau hat ein zwiespältiges Verhältnis zu Familie, Ehe und ihren Freundinnen, mit denen sie sich häufig über ihren und deren Familienstatus streitet. Gelegentlich treffen sie sich in irgendwo in ihren Häusern zu Kuchen und Karten spielen. Der genau beobachtende Film beschreibt die oft spartanischen Strukturen in Georgien sowohl infrastrukturell als auch familiär sehr treffend. Er hat ein paar Längen und dürfte in erster Linie Kinobesucher ansprechen, die schon einmal dort waren. 

Andrea lässt sich scheiden***. Josef Hader's Film spielt in der österreichischen Provinz, in der eine Frau und zwei Männer als Dorfpolizist*innen ihren alltäglichen Dienst versehen. Selbst die Geschwindigkeitskontrollen auf einsamen Landstraßen sind nicht besonders spannend, da kaum ein Fahrzeug vorbei kommt. Also sind sie und alle anderen Dorfbewohner vor allem mit sich selbst und mit den altersbedingten Quasi-Pflegefällen in ihrer Nachbarschaft beschäftigt und gehen gelegentlich saufen und tanzen in einem biederen örtlichen Tanzsaal. Als die Dorfpolizistin in einem Moment der Unachtsamkeit zu nächtlicher Stunde ihren betrunkenen Mann überfährt, seinen Tod feststellt, ihn auf der Sraße liegen lässt und Fahrerflucht begeht, fährt der Religionslehrer auch noch über den Mann und hat fortan schwere Schuldgefühle, die sein Leben aus dem Ruder laufen lassen. Der Film gehört sozusagen in die Rubrik „kauziger Kaurismäki-Filme“. Er ist unterhaltsam gemacht, hat gute Schauspieler*innen. Und der Städter weiss danach, weshalb es ihn nicht in die Provinz zieht. 

Animalia*****. Thomas Cailley's Film erzählt von Mutationen bei Menschen, die diese langsam in tierähnliche Zwitterwesen verwandeln. Diese dystopische Geschichte spielt in Süd-Frankreich und ist heruntergebrochen auf die lokale Ebene, auf der Menschen versuchen, mit dem Umstand klarzukommen, dass sich in ihrem Umfeld nahe Verwandte oder Bekannte in nicht immer ungefährliche Tierwesen verwandeln. Während die Regierung sich mit Wegsperrmaßnahmen begnügt, entkommen immer mehr Zwitterwesen in den Wald und in die sumpfigen Regionen. Auch die Protagonisten dieser Geschichte suchen die Mutter, die nach einem Verkehrsunfall entkommen konnte, im Wald. Dabei baut der Junge Kontakte zu anderen Zwitterwesen auf, die dort bereits leben. Dem Regisseur ist ein sehr eigentümlicher, empathischer Film gelungen, der zwar nicht immer stilsicher wirkt, aber weit weg von gewalttätigen Creature-Horrorfilmen angesiedelt ist. Vielmehr ist die Botschaft durchaus, dass man zusammenleben muss. Dennoch muss man gelegentlich an Cronenberg-Filme denken. Body Horror und Coming of Age sind Themen im Film. 

Anora*****. Unter der Regie von Sean Baker entstand dieser US-Film, der von einem russischen Milliardärssöhnchen erzählt, dass in einem US-amerikanischen Freudenhaus eine Frau kennen lernt und zu sich vor Ort nach Hause bittet. 

Vom Reichtum fast erschlagen, gibt sich die Frau große Mühe, und innerhalb einer Woche heiraten sie klammheimlich in Las Vegas. Als den Eltern Gerüchte über die Heirat zu Ohren kommen, schicken sie Vasallen, um den beiden habhaft zu werden und um die Ehe zu annulieren. 

Der Film folgt diversen Oligarchen-Klischees, die man so kennt. Jedoch ist er gut gemacht, wirkt realistisch, hat schauspielerisch überzeugende Figuren, ist zum Teil witzig, und ihm ist hoch anzurechnen, dass er ohne ernsthafte Gewalt auskommt. 

Black Dog***. Der Film des chinesischen Regisseurs Guan Hu spielt im Jahr 2008 in einem maroden Industrieviertel am Rande der nordchinesischen Wüste Gobi. Die devastierte Gegend aus Industrieruinen, Steinbrüchen, Halden, leer stehenden Häuserblocks macht den Film selbst schon sehenswert. Viele Einwohner sind weggezogen und haben ihre Hunde wohl in der Stadt gelassen. Diese Hunde sind nach Anzahl und Verhalten ein Problem, man engagiert Hundefänger, die überall, auch in den Ruinen unterwegs sind. Der Protagonist der hier erzählten Geschichte, frisch aus dem Gefängnis entlassen und gerade angekommen, wird auch engagiert, ist aber nur halbherzig bei der Sache. Vielmehr schließt er Freundschaft mit einem schwarzen Hund, der ihn gebissen hat, nimmt ihn zu sich und ist mit ihm häufig auf dem Moped unterwegs. Er besucht Freunde und Feinde und seinen Vater, der in einem zerfallenden Zoo arbeitet und Alkoholprobleme hat. Er ist wortkarg, knabbert an dem Problem seiner Haftstrafe, die aus einem mit verursachten Todesfall im Rahmen einer Mutprobe resultierte. Neben der beeindruckenden Szenerie und der ungewöhnlichen Hundeproblematik gewährt der Film Einblick in die chinesische Lebensweise, Bürokratie, ärztliche und gastronomische Versorgung ihrer Einwohner. 

Der Kolibri*****. Francesca Archibugi's Film erzählt nach einem Roman von Sandro Veronesi über 50 Jahre eine italienische Familiengeschichte in gehobenem großbürgerlichen Milieu. Teile der Geschichte spielen am Meer (Jugerndzeit), andere wohl überwiegend in Florenz. Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Augenarzt, aber der berufliche Werdegang der Protagonist:innen steht in diesem Film völlig im Hintergrund. Hier geht es vielmehr um familiäre Altlasten, die sich in den etwa 50 Jahren ergeben und die den Hauptakteur bis ans Lebensende nicht mehr loslassen. Freitod der Schwester, unglückliche Liebe, unerfüllte Liebe, fatale Krankheiten, Unfälle. Dem nicht chronologisch erzählten Film, in dem die verschiedenen Zeitebenen ineinander übergehen, kann man nicht immer leicht folgen. Aber er ist toll gemacht, visuell stimmig, und es liegt eine wehmütige Atmosphäre über dem ganzen Film. Er punktet dann vor allem mit dem Ende, in dem es darum geht, organisiert und selbstbestimmt sein Leben zu beenden. 

Der Zopf*****. Die französische Regisseurin Laetitia Colombani inszeniert hier nach ihrem eigenen, gleichnamigen Bestseller-Roman drei Geschichten, die als Globalisierungsdrama zum Thema „Haare“ zusammengehalten werden. Eine Geschichte spielt in Indien und handelt von einer Kleinfamilie im ländlichen Punjab, die der Kaste der Unberührbaren zugehört und kaum über die Runden kommt. Die Mutter möchte, dass die Tochter zur Schule geht und lesen und schreiben lernt. Als der Mann aus Angst nicht zu ihr hält, verschwindet sie eines Morgens mit der Tochter aus dem Dorf, um nach Süd-Indien zu flüchten. Ihr Ziel ist zunächst ein Tempel auf einem Berg, wo sie ein Opfer bringen müssen. Sie lassen sich ihre Haare abrasieren, die vom Tempel vermarktet werden. Die zweite Geschichte spielt in Italien und handelt von einem Betrieb, der menschliche, italienische Haare zu Perücken weiterverarbeitet, aber kurz vor dem Konkurs steht. Man muss sich anpassen, lernt die Tochter des Chefs und will zukünftig Haare günstiger auf dem Weltmarkt kaufen. Hier landet der Zopf der Tochter aus Indien. Die dritte Geschichte spielt in Kanada, wo die Anwältin einer renommierten Anwaltskanzlei eine düstere Krebsdiagnose erhält und sich im Laufe der Behandlung auf Basis eines Tipps für eine Perücke entscheidet, die ihrer Originalfrisur von vorher sehr nahe kommt. In dem Film, in dem durchweg coole, intelligente Frauen das Ruder in die Hand nehmen und sich selbst ermächtigen zu handeln, werden die drei Geschichten ineinander geschnitten. Es ist aus meiner Sicht ein schöner, auch berührender Film geworden. 

Die Gleichung ihres Lebens*****. Die Regisseurin Anna Novion erzählt in dem in Paris spielenden Film von einer spröden talentierten jungen Mathematikerin, die bei der Vorstellung ihres Dissertationsobjektes um ein Primzahlproblem im Hörsaal jedoch scheitert und daraufhin zu einigen Kurzschlusshandlungen fähig ist. Sie gibt ihr Projekt offiziell auf, zieht aus dem Uni-Zimmer aus und bei einer „Bekannten“ ein, die sie kurz zuvor auf der Straße kennengelernt hat. Mit der Miete bei den chinesischen Eigentümern, die unter der Wohnung eine verbotene Spielhalle betreiben, haben sie bald Probleme, doch die Mathematikerin hat sich die Spielregeln des Majong-Spiels inzwischen selbst beigebracht und zockt gelegentlich die Mitspieler unten am Tisch ab, um die Miete zu erwirtschaften. Nebenbei wird sie sowohl in das Leben ihrer tanzaffinen Mitbewohnerin hineingezogen als auch bekannt mit ihrem mathematischen Mitbewerber. Sie arbeiten zeitweise zusammen an der Problemlösung und haben Sex miteinander. Die ganze Wohnung, Wände und Fensterscheiben überziehen sie mit mathematischen Formeln. Der Film kann stilsicher überzeugen und haucht den Figuren auch Leben ein. 

Die Herrlichkeit des Lebens*****. Georg Maas & Judith Kaufmann inszenieren in Adaption des gleichnamigen Romans von Michael Kumpfmüller einen Film, der die letzten ein, zwei Jahre (1923/24) im Leben von Franz Kafka abhandelt. 

Der Schriftsteller war damals schon durch Tuberkulose angeschlagen, aber es gab noch längere normale Phasen. In einem Ostseebad lernt er eine Frau kennen, sie verlieben sich und ziehen nach Berlin, doch sie haben wenig Geld und die oft kalt-feuchte emissionslastige Wohnung wirkt sich ungünstig auf seinen Gesundheitszustand aus. 

Es handelt sich um einen feinfühligen, leicht melancholischen Beziehungsfilm, in dem zunehmend auch die Krankheit mit ihren Symptomen und ihre Behandlung im Sanatorium Platz einnimmt. 

La Chimera***. Alice Rohrwacher's in Italien spielender Film ist so eine Art rohe Indie-Perle, weit entfernt von herkömmlichen Erzählmustern. Es passt aus meiner Sicht stilistisch und soundtrackmäßig nicht alles so wirklich geschmackssicher zusammen. Der Film handelt einerseits von einem begabten, psychisch angeschlagenen britischen Schatzsucher, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde und einer italienischen Grabräuberbande, mit der er kooperierte und andererseits von einer älteren Frau, die in einem verfallenden, schlossähnlichen Anwesen lebt und sich eine junge Frau als „Dienerin“ hält. Das sind zwei bizarre Handlungsstränge, da sich der melancholische Schatzsucher und die Dienerin näher kommen, denn der Schatzsucher ist eventuell (?) ein Sohn der Hausherrin. Der Film punktet zweifellos mit dem bizarren Ambiente der Locations in ärmlich-alternativen Milieus und mit der Schatzsuche unter Einsatz einer Wünschelroute, die zu unterirdischen Gängen und etruskischen Grabkammern führt, die manchmal echte Schätze bergen. Doch der über zwei Stunden lange Film hätte auch stringenter erzählt und geschnitten werden können. Er hat manchmal seine Längen, etwa wenn lokale Sangeskünstler ihr Liedgut vorbringen. 

Linoleum – Das All und all das***. Colin West hat eine skurril anmutenden Tragikomödie inszeniert, in der erst ein Auto aus dem Himmel auf die Straße und später eine Raumkapsel in den Garten eines etwas frustrierten Wissenschaftlers und Familienvaters stürzen, ansonsten Coming-of-Age, versäumte Lebens- und Karrierechancen, Midlife-Crisis, Lebensträume, Hobbies, Alzheimer und diverse andere Themen verarbeitet werden; denn der Mann verliert seine Kinder-TV-Wissenschaftssendung, sein Vater kämpft mit Alzheimer, seine Frau plant die Trennung und die in ihrem Selbstbild eigentlich lesbische Tochter bandelt mit dem neuen Typen in der Schule an. Diese Geschichte soll in den 1980er Jahren angesiedelt sein. Der Mann jedenfalls schleppt die Raumkapsel in seine umfangreich ausgestattete Heimwerkstatt, um daraus und aus anderen Teilen eine Rakete zu bauen und seinen Traum als Astronaut zu verwirklichen, während die anderen Familienmitglieder ihn zunächst für „irre“ halten, später aber mithelfen. Oder wird hier eine ganz andere Geschichte erzählt? Etwa, in der der Mann im Sterben liegt und hier Episoden aus seinem Leben vorbeiziehen? Ich blieb durchaus etwas ratlos zurück. 

Love Lies Bleeding*****. Rose Glass' Film spielt in einem Kaff in New Mexico im Jahr 1989. Zwei Frauen lernen sich in einem Fitness-Studio kennen, in dem die eine als Aushilfskraft für schietige Arbeit zuständig ist und die andere als Bodybuilderin von auswärts hineinschneit. Sie beginnen eine leidenschaftliche Sexbeziehung. Die Bodybuilderin heuert - ebenfalls als Aushilfskraft - bei einem Schießstand an, der dem schrägen Vater ihrer neuen Loverin gehört. Das Mädel vom Fitnessstudio hat eine Schwester, die öfter von ihrem Mann verprügelt wird. Als sie krankenhausreif geschlagen wird, eskaliert die Story, denn die Boybuiderin tötet den Mann. Gemeinsam lassen die beiden Frauen den Mann verschwinden. Der Ort ist Bedacht gewählt, ein enger Badland-Canyon, in den sie das benzingetränkte Auto stürzen lassen, das dann auch explodiert und eine weithin sichtbare Rauchsäule zur Folge hat. Als die Polizei das Auto bergen will, werden im Canyon schlimme Entdeckungen gemacht. Im Stil und Milieu irgendwo angesiedelt zwischen Coen-Brüdern und Tarantino, ist die Geschichte schon ziemlich gewalttätig und punktet mit zwei starken Frauen in männerdominierten Umfeld. Der Film hat außerdem surreale Momente. 

Marianengraben***. Eileen Byrne's Film nach einer Romanvorlage der deutschen Autorin Jasmin Schreiber ist ein lockeres Roadmovie, das auf einem deutschen Friedhof beginnt. Dort begegnen sich zu abendlicher Stunde zufällig eine junge Frau und ein älterer Mann, um Trauerarbeit zu leisten bzw. eine bestimmte Urne auszugraben und zu stehlen. Sie werden ertappt, können aber mit der Urne im Wohnmobil des Mannes fliehen. Zufällig haben sie auch das gleiche Ziel, nämlich Nord-Italien, so dass sie sich nach ruppigem Beginn im Wohnmobil zusammenraufen. Im Wohnmobil reisen noch ein Hund und später auch noch ein verletztes, verarztetes Huhn mit. 

Der durchaus ernste Hintergrund der Traumata-Verarbeitungsgeschichte ist mitunter witzig-spöttisch-rührend und vor allem stimmig erzählt, und der Film punktet mit einigen skurrilen Einfällen um die Urne und das Huhn. 

Perfect Days***. Wim Wenders Film spielt in Tokyo und handelt vom Leben eines Toilettenputzers, was den Film schon einmal grundsätzlich für mich interessant erscheinen lässt. Es gibt viele Tokyo-Motive aus unbekannteren Ecken zu sehen. Was hier geschildert wird, sind vor allem die individuellen Tagesroutinen des Mannes, wozu neben der Arbeit, in der er mittels Lieferwagen die Toilettenhäuser abklappert, bestimmte Routinen in seinem Haus (Blumenpflege, Frühstück, ...) und bestimmte, häufig besuchte Orte außerhalb (Park, Gaststätten, Waschsalon, Badeanstalt …) gehören. In dem Haus, in dem er wohnt, gibt es anscheinend weder Badewanne/Dusche noch eine Waschmaschine. Seine sozialen Kontakte sind spärlich, oft unverbindlich, die Dialoge oft spartanisch, aber plötzlich taucht die ausgerissene Tochter seiner Schwester auf, mit der er einige Tage per Fahrrad unterwegs ist und die ihm auch bereitwillig bei der Arbeit hilft. Die gezeigten Toiletten-Anlagen sind mitunter ausstattungstechnisch und architektonisch bewundernswert. Auch Musik spielt im Film eine Rolle, verfügt der Lieferwagen doch über einen Kassettenrekorder. 

Poor Things*****. In Abwandlung des Frankenstein- und Mad-Scientist-Motivs inszeniert Giorgos Lanthimos die Geschichte um eine Frau, die der Wissenschaftler durch Gehirnextraktion/-implantation in England geschaffen hat. Da der Wissenschaftler der schwangeren toten Frau das Gehirn ihres eigenen Kindes eingepflanzt hat, muss diese Frau nun alles neu entdecken, einschließlich ihrer Sexualität. Zunächst lebt sie auf dem Anwesen des Wissenschaftlers, zusammen mit einer Haushälterin und zahlreichen anderen deformierten Geschöpfen experimenteller Chirurgie und fühlt sich eingesperrt. Doch gelegentlich sind andere Wissenschaftler und Personen dort zugegen, mit denen sie sexuelle Erfahrungen zu machen gedenkt. Mit einem davon brennt sie schließlich durch, da sie auch etwas von der Welt sehen will. In Lissabon, Alexandria und Paris macht sie Erfahrungen, ruiniert aber auch ihren Begleiter, indem sie sein Geld verschenkt. In Paris macht sie die Erfahrung, auch selbst sehr gut Geld in einem Bordell verdienen zu können. Der Film punktet mit farbenfroher, zum Teil steampunkförmiger Szenerie, diversen Kreaturen, überzeugenden Darsteller*innen und schräger, mitunter auch boshafter Story. 

Stella. Ein Leben***. Kilian Riedhof's Film handelt das Leben der Jüdin Stella Goldschlag ab, vor allem die Kriegsjahre in Berlin. Die Frau war eine „Greiferin“, ein schöner tödlicher Lockvogel, der ihre jüdischen Mitmenschen an die Gestapo verraten hat. Mit Paula Beer ist die Protagonistin kongenial besetzt. Sie füllt ihre Rolle gut aus, auch wenn die Motivation für den Verrat – trotz Gewalterfahrung – wegen der Überambitioniertheit ihres Tuns nicht so wirklich erklärlich wirkt, zumal es hier nicht um nur einige wenige Verratsfälle geht. Dem Regisseur ist im Übrigen auch hoch anzurechnen, dass die Verfilmung einerseits nicht übermäßig bieder und asexuell wirkt, andererseits in der Figurenzeichnung auch nicht übermäßig Klischees bedient. Fröhliche Szenen wie der nicht statthafte Besuch eines kerzenbeleuchteten Festsaals während eines Bombenangriffs fand ich durchaus bemerkenswert, denn klar, einige Personen konnten sich über den Luftangriff freuen. Die Szenen im städtischen Berliner Stadtleben konnten aus meiner Sicht auch überzeugen. 

The Dead Don't Hurt*****. Viggo Mortensen's sentimental-gewalttätiger Western (ab 16) spielt in den 1860er Jahren. Ein dänischer Auswanderer lernt auf dem Fischmarkt einer amerikanischen Stadt eine franko-kanadische Frau kennen und überzeugt sie, mit ihm „auf's Land“ zu ziehen, wo er eine kleine Hütte in der Nähe einer Siedlung gekauft hat. Geld wollen beide verdienen, er als Zimmermann, sie im Saloon. Schon einige Monate nach ihren Zusammenzug in die Hütte fühlt sich der Mann jedoch berufen, in den Krieg zu ziehen. Er verschwindet für ein paar Jahre. Die Frau bleibt, arbeitet auch weiter im Saloon. Eines Tages wird sie vom Sohn des Saloonbesitzers in ihrer Hütte vergewaltigt. Sie bleibt trotzdem und gebärt einen Sohn. Als ihr Mann aus dem Krieg zurück kommt, den kleinen Jungen sieht und von dieser Geschichte hört, entsteht das klassische Western-Motiv der Rechnung, die zu begleichen ist. Das geschieht später, nachdem seine Frau – vermutlich an Syphilis – gestorben ist. Der Film beginnt mit dem Tod der Hauptprotagonistin und erzählt die Geschichte in Rückblenden. Er lebt von den Hauptdarsteller*innen, der Landschaft, aber auch den Motiven, ein freies ungebundenes Leben „im Nirgendwo“ zu führen. 

The Substance*****. In dem von der französischen Regisseurin Coralie Fargeat inszenierten Film geht es um Schönheitswahn, Sexismus, das Altern und seine Folgen für den Körper sowie hieraus resultierende Konsequenzen sowohl auf beruflicher Ebene als auch mit Blick auf Selbstoptimierungsmaßnahmen. Satirisch überspitzt inszeniert, ist dies ein Body-Horrorfilm, der diese Themen bis zum gnadenlos blutigen Ende durchspielt. Inhaltlich geht es um eine erfolgreiche TV-Aerobic-Performerin, die 50 Jahre alt wird und ihren Job verliert. Ihr werden auf dubiosem Wege Informationen zu einer „Substanz“ zugespielt, mit der sie ihren jugendlichen Körper zurückerhalten kann. Die Substanzen, auch Ernährungslösungen, muss sie regelmäßig an einem sehr merkwürdigen Ort abholen. Durch die gespritzte Substanz entsteht in kürzester Zeit ein jugendlicher Klon ihrer selbst, der aus ihrem Rückgrat hervorbricht. Die Krux an dieser Verjüngungslösung ist, dass beide Körper weiter existieren, ernährt werden müssen und nur im wöchentlichen Rhythmus alternativ leben können. In Nicht-Aktivitätsphasen liegen sie komatös-inaktiv in einem Raum und müssen täglich ernährt werden. Der Body-Horror, in diesem Film sehr krass in Szene gesetzt, resultiert aus dem Umstand, dass Störungen der Ernährungsversorgung des „schlafenden“ Körpers zu partiellen irreversiblen Alterungen und Deformationen führen. Aus meiner Sicht ist das ein heftiger, aber guter Film. 

Touch*****. Baltasar Kormákur's Film nach einem Roman von Olaf Olafsson spielt in London, Tokyo und Hiroshima. Erzählt wird von einem Isländer, der vor 50 Jahren in einem Londoner japanischen Restaurant gearbeitet hat und sich in die Tochter des Restaurant-Besitzers verliebte. Diese Liebe musste geheim gehalten werden. Doch das Restaurant schloss über Nacht und die Japaner verschwanden spurlos. 50 Jahre später, sein Ende fühlend, beschließt der Mann nach einigen Recherchen nach Tokyo zu fliegen, um seine ehemalige kurzzeitige Freundin zu suchen. Die Corona-Pandemie beginnt. Die Spur führt nach Hiroshima. Der Film besticht vor allem in der ersten Hälfte mit seinen Rückblenden auf diese Liebesgeschichte. Die zweite Hälfte ist nüchterner, doch der Mann findet seine Ex-Geliebte und erfährt die Hintergründe ihres damaligen Verschwindens, die unmittelbar auch mit ihm zu tun haben. Mädchen mit Hiroshima-Wurzeln durften damals vor allem eines nicht tun, nämlich Kinder kriegen.

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Das von mir am häufigsten besuchte Kölner Kino war das Odeon, gefolgt vom Cinenova und der Filmpalette. Im Jahr zuvor war die Reihenfolge genauso.

Filmempfehlungen aus dem Kinojahr 2023

Filmempfehlungen aus dem Kinojahr 2022

Die Filmempfehlungen der Vorjahre existieren hier auch noch, jedoch habe ich aufgrund der Abschaltung von abload.de die defekten Filmplakat-Links entfernt. Ich könnte natürlich neue Links erstellen, aber selbst als Rentner fehlt mir dafür die Zeit - und es gibt prioritäre andere Dinge zu tun.

Die besten Filme des Kinojahres 2021

Die besten Filme des Kinojahres 2020

Die besten Filme im Kinojahr 2019

Die besten Filme im Kinojahr 2018

Die besten Filme im Kinojahr 2017

Montag, 6. Juli 2026

Filmempfehlungen aus dem Kinojahr 2025

Hier sind in alphabetischer Reihenfolge ein Drittel (19) der Filme gelistet, die ich im Kino gesehen habe und für die ich mich nunmehr im Rahmen meiner Bestenliste entschieden habe. Ich merkte zu älteren Listen schon an, dass dies immer meine sehr subjektive Bewertung ist. Im Grunde sind es die Filme, die ich am ehesten noch einmal anschauen würde. Auch kann es sein, dass ich den ein oder anderen Film verpasst habe, weil mich der Trailer oder die Zeitungskritik(en) nicht überzeugt hatten. 

Gut und erfolgreich ist bekanntlich zweierlei. Bei insidekino sind die erfolgreichsten Filme 2025 gelistet. Aus der Top 20 habe ich nur einen Film überhaupt gesehen, „Amrum“ (Platz 19). Der Film war auch nicht schlecht, verfehlte aber letztlich meine private Top 19. Auf Platz 43 kommt der erste Film, den ich gut fand, der Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“.

Bird. Andrea Arnold's Film ist ein Sozialdrama mit phantastischen Elementen. Es geht um ein 12-jähriges Mädchen, das wie alle Menschen in ihrer näheren Umgebung in prekären Verhältnissen des sozialen Wohnungsbaus mit fragil-dysfunktionalen Familienverhältnissen und vielen Kindern lebt. Einer geregelten Arbeit scheint dort niemand nachzugehen. Häusliche Gewalt und Kindermissbrauch kommen vor, aber auch ein Kümmern der älteren Geschwister um die jüngeren. Das Mädchen lernt zufällig einen Typ kennen, der sich Bird nennt und in ihrer Siedlung nach seiner Familie sucht. Ihre Beziehung ist locker. Es mag sogar sein, dass er gar nicht existiert, sondern von ihr als imaginärer Freund herbeiphantasiert ist. Hierfür spricht auch seine Verwandlung zu einem Vogelmenschen, als es einen Konflikt mit dem „Freund“ ihrer Mutter zu lösen gilt.

Bugonia
. Yorgos Lanthimos' neuer Film ist über weite Strecken ein bizarrer Verschwörungstheorie-Streifen mit einsuggeriertem Hinterwäldler-Milieu. Zwei abgehalfterte Typen, die in einem abgelegenen Haus wohnen und von denen der eine etwas geistig zurückgeblieben und manipulierbar ist und der andere irren Theorien nachhängt, entführen die Chefin eines Agrar-/Gentechnik-Konzerns in ihr Haus, weil sie sie für ein Alien aus dem Andromeda-System halten. Ihr Ziel ist, auf das Raumschiff der "Frau" mitgenommen zu werden, um mit deren Chef zu verhandeln. Die Frau leugnet ihr Alien-Dasein und die Existenz des Raumschiffs natürlich, aber sie wird gefoltert und muss eine andere Strategie einschlagen. Blutige Splatter-Szenen wie hier gibt es üblicherweise oft nur in einigen Horror- oder Serienkillerfilmen zu sehen – und von letzteren ist der Film auch nicht allzu weit entfernt. Aber die Geschichte ist schon komplexer, das wird gegen Ende des Films deutlich, als die Aliens die Menschheit als hoffnungslosen Fall aufgeben. Insoweit ist dem Regisseur hoch anzurechnen, auch eine politische Botschaft bezüglich Klimaschutz und Artensterben einzubringen. 

Das Licht
. In seinem fast 3-stündigen Film analysiert Tom Tykwer bundesdeutsche Befindlichkeiten am Beispiel einer vielleicht etwas „dysfunktionalen“ Familie des gehobenen Mittelstandes in Berlin. Diese residiert in einer großen Altbauwohnung. Die Eltern haben gute Jobs in der Projektentwicklung, sei es in einer Berliner Werbeagentur oder in der Entwicklungshilfe. Die Frau ist häufig in Kenia, um ihr Projekt voranzutreiben. Die 17-jährigen Kinder leben weitgehend in ihrer eigenen Welt, sei es im online-Gaming zu Hause (der Sohn) oder bei Tech-Parties mit Drogenrausch oder im Klima-Aktionismus (die Tochter). Die Eltern können sich eine Haushaltshilfe leisten, und sie brauchen eine neue, da sie ihre alte Haushaltshilfe tot in der oft dunklen Wohnung vorfinden. Mit der neuen, syrischen Haushaltshilfe kommt das Licht ins Spiel; denn diese veranstaltet lichttherapeutische Stroboskop-Seancen und kann auch die Familienmitglieder überzeugen, solche zu machen, um die Familie wieder mehr zusammenzubringen. Gegen Ende des Films veranstaltet sie mit ihnen eine selbsttherapeutische Licht-Therapie, um ihr Flüchtlingstrauma zu behandeln, eine Art Toten-Beschwörung. Der Film ist atmosphärisch-stimmig gelungen, schauspielerisch gut besetzt und auch visuell sehr unterhaltsam, mitunter mit kurzen Comic-Sequenzen und Aktionskunst-Tanzeinlagen in der City aufgelockert. Es gibt ansprechende Berlin-Bilder, wobei es meistens in Strömen gießt, und es werden sehr viele Themen aus der bundedeutschen Wirklichkeit der letzten Jahre angerissen. 

Der Lehrer, der uns das Meer versprach
. In Adaption eines Romanes von Francesc Escribano erzählt die spanische Regisseurin Patricia Font von einem düsteren Kapitel im Vorfeld der Franco-Diktatur. Der Film spielt in den Jahren 1936 und 2010. Der Handlungsstrang im Jahr 2010 erzählt von Massengräbern und einer Frau, die aufgrund eines entgegengenommenen Anrufs einer Ausgrabungsstätte, der eigentlich ihrem im Pflegeheim lebenden Opa galt, in ein ihr völlig unbekanntes Kapitel aus dem Leben ihres Opas verwickelt wird. Dieser hatte nie etwas von seinem Vater oder seiner Kindheit erzählt. Sie besucht die Ausgrabungsstätte, nimmt Kontakt mit der Bevölkerung im benachbarten Dorf auf und recherchiert auch in diversen alten Unterlagen. Der andere Handlungsstrang spielt im Jahr 1936, als ein neuer Lehrer in ein Provinzdorf kommt und ganz andere, gewaltfreie Unterrichtungsmethoden in der winzigen Dorfschule einführt, nachdem der Priester von der Regierung als Lehrer abgesetzt wurde. So bringt er auch eine Druckerpresse mit, damit die Kinder ihre eigenen Texte drucken und als Heft herausbringen können. In einem Heft geht es darum, wie sich die Kinder das Meer vorstellen, das sie noch nie gesehen haben, aber bald gemeinsam besuchen wollen. Doch der Konflikt mit dem Priester, dem Bürgermeister und streng katholisch-autoritären Eltern bahnt sich schon früh an. Und als die Faschisten einen Bürgerkrieg beginnen und auch in das Dorf kommen, sind die Tage des Lehrers gezählt. Der Film ist aus meiner Sicht insbesondere als Schulfilm mit kreativem Schulunterricht ziemlich gut. Auch das Thema, Eltern zu überzeugen, die Kinder überhaupt in die Schule zu schicken, wird exemplarisch herausgearbeitet. 

Die Farben der Zeit
. Dieser Film von 
Cédric Klapisch hat als Ausgangspunkt eine Erbengemeinschaft, die weder voneinander viel weiß, noch von der Existenz einer gemeinsamen Vorfahrin wusste. Und auch das Haus in der Normandie, das seit den 1940er Jahre verschlossen dem Zerfall entgegendämmert und abgerissen werden soll, um einem Bauprojekt zu weichen, war ihnen völlig unbekannt. Sie bestimmen eine Delegation von 2 Frauen und 2 Männern, um den Ort in Augenschein zu nehmen und treffen auf eine Hausruine mit Inventar, darunter ein ganzes Zimmer mit Bildern und Fotographien zur Familiengeschichte an den Wänden, aber auch alten Briefen. Im Laufe des Films tauchen sie ein in die Vergangenheit, lassen auch ein impressionistisches Gemälde sachverständig untersuchen. Und der Film taucht ebenfalls visuell in die Vergangenheit ein, erzählt von der Frau, die 130 Jahre früher mit ihrer Großmutter dort lebte und 1895 aufbricht, um in Paris ihre Mutter zu suchen und einige Zeit später mit dem Claude-Monet-Gemälde zurückkehrt. Es gibt also zwei Erzählstränge, die in wechselnden Montagen verflochten werden; auch visionäre Ereignisse unter dem Einfluss einer halluzinogenen Droge, die die Protagonist:innen der Erbengemeinschaft an einem Abend einnehmen, werden gezeigt. Eine sehr schöne Geschichte. 

Die leisen und die großen Töne. Emmanuel Courcol's Film spielt weitgehend im provinziellen Nord-Frankreich und erzählt von zwei Brüdern, die sich bis dato nicht kannten und von denen der eine ein namhafter, international tätiger Dirigent ist und der andere in seiner Freizeit im örtlichen Fest-Orchestra Posaune spielt und ansonsten in einer Großküche arbeitet. Als der Dirigent an Leukämie erkrankt und die Schwester für eine Rückenmarkspende in Frage kommen könnte, stellt sich heraus, dass sie gar nicht seine Schwester ist und als Spenderin nicht in Frage kommt. Recherchen ergeben dann, dass er überraschenderweise aber einen Bruder hat. Er sucht ihn in der Provinz auf und die Spende kommt später zustande. Im Laufe der kommenden Wochen/Monate kommen sie sich näher und lösen auch einige Probleme im Laien-Orchester, das aufgrund der Schließung des örtlichen größeren Gewerbebetriebs sowohl personell als auch aus Proberaumgründen vor der Auflösung steht. Dem Regisseur ist ein sehr einfühlsam-sentimentaler Film gelungen, der in den Schlussszenen mit einem überraschenden Auftritt des Laien-Orchesters in einer echten Konzerthalle mit einer Bolero-Komposition noch an Größe gewinnt. 

Die Saat des heiligen Feigenbaums
. Dieser Film von Mohammad Rasoulof setzt Emotionen frei. Er erzählt vom Zerfall einer Familie, „vom Bröckeln patriarchaler Macht“, wie kino-zeit treffend ausdrückt. Und dies vor dem Hintergrund landesweiter Proteste nach dem gewaltsamen Tod einer Frau. Die Familie, von der erzählt wird, ist eine Kleinfamilie, Mutter, Vater, zwei Töchter in jugendlich-pubertärem Alter. Sie bekommen viel mit von den Protesten, haben Fragen. Doch gleichzeitig erhält der Vater ein sensibles, belastendes Amt als Untersuchungsrichter und zu seinem eigenen Schutz vom Regime einen Revolver. Und er möchte, dass die Töchter vorsichtig sind bei dem, wie sie sich kleiden, wen sie einladen und was sie mit ihrem Smartphone machen. Die Töchter sind empört, die Mutter versucht zu vermitteln. Die Situation eskaliert, als der Revolver verschwindet – und alle (Mutter, Töchter) sich zunächst standhaft weigern, etwas damit zu tun zu haben. Gleichzeitig geraten die Namen der Richter ins Internet und die Paranoia des Vaters wächst. Er vereinbart für die Frau/Töchter einen Verhörtermin bei einem Spezialisten. Später nimmt er sich eine Auszeit und fährt mit ihnen in die Berge, um die Sache mit dem Revolver zu klären. Die Mutter gibt den Diebstahl zu, eine Tochter gibt den Diebstahl zu. Er sperrt sie in dunkle Kellerräume ein, doch die andere Tochter kann fliehen und später die beiden anderen befreien. In den Ruinen einer nahegelegenen antiken Stadt kommt es zum Showdown. Der Film überzeugt mit Blick auf Story, schauspielerische Leistung, Dramaturgie und Glaubwürdigkeit.

In die Sonne schauen. Mascha Schilinski's Film erzählt aus der Sicht junger Mädchen und Frauen verschiedener Generationen vom Leben auf einem Vierkanthof in der Altmark, etwa in den Jahren 1910, 1940, 1980 und heute. Es ist ein düster-ghostiges, auch sperriges, aber intensives Werk geworden, das sich zentral um das sexuelle Erwachen, Phantasiewelten von Kindern und die Frauenrollen auf einem bäuerlichen Hof in über 100 Jahren Zeitgeschichte dreht. Der Film arbeitet mit knackenden Dielen, Kerzen und Gaslichtern, alten Portrait-Aufnahmen sowie verschwimmenden Filmaufnahmen und verschwimmenden Zeitebenen. Es gibt bizarr-archaisch anmutende Riten und Ereignisse um Tod, Krankheit und Religion zu sehen, und ich hatte immer das Gefühl, dass in Kürze etwas Schlimmes passiert. Aber der Film hat sicher auch herausragende junge Schauspielerinnen und authentische Requisiten zu bieten, auch authentische Sprache, so dass es deutsche Untertitel gibt. Ab 16, nix für Kinder. Es ist keine chronologisch erzählte Familien- oder Hofgeschichte, hier werden nur Splitter geliefert, die oft wie alte Echtzeit-Kindheitserinnerungen wirken.

Könige des Sommers
. Louise Courvoisier's Film spielt im dörflichen Französischen Jura. Nachdem der Vater betrunken nach einem Dorffest mit seinem Wagen tödlich verunglückt, bleibt der gerade eben volljährige Sohn mit seinem kleinen Schwesterchen allein auf dem bäuerlichen Hof zurück. Wie kommt man an Geld? Er versucht es zunächst im örtlichen Molkereibetrieb, Kessel putzen und so, aber auch Milchtanker fahren, um früh morgens die Milch abzuholen. Das Schwesterchen darf immer mit. Nach einer Auseinandersetzung mit Arbeitskollegen wird er jedoch gefeuert. Also versucht er sodann den Hof zu managen. Bei einem weiteren Dorfereignis hört er, dass der Preis für den besten Käse 30.000 € einbringt. Das will er machen. Zwei seiner Freunde helfen, doch Ahnung haben sie alle nicht, und es gibt technische Pannen. Nach einer Fortbildungsmaßnahme ist wenigstens das Funktionsprinzip klar, einen Käse stellen Bruder und Schwesterchen her, doch sie werden noch nicht einmal für den Käsewettbewerb zugelassen, denn es gibt formale Hürden und Nachweispflichten, wovon sie naiverweise nichts wussten. Der Film ist mal ruppig, mal einfühlsam in guter, unterhaltsamer Mischung. Sperrig bis witzig sind die ersten sexuellen Kontakte des jungen Mannes mit den Dorfmädchen, Schlägereien mit deren Brüdern inklusive.

Oslo Stories – Liebe
. Dag Johan Haugerud's Film spielt natürlich in Oslo. Erzählt wird aus dem Alltagsleben einer Krankenhausärztin und von von einem jüngeren homosexuellen Mann, der ihr als Pflegekraft zugeordnet ist. Als sie sich zufällig auf einer kurzen Schiffspassage zu einer Insel treffen, sprechen sie über Sex. Er offenbart ihr, dass er hier auf den Schiffspassagen häufig mittels der Dating-App „Tinder“ Partner für unverbindlichen Sex sucht. Die Ärztin probiert das auch bald erfolgreich aus. Obwohl es in diesem Film sehr unverkrampft um unverbindlichen Sex geht, geht es nicht nur um Sex, sondern auch um Krebsdiagnosen und ihre Folgen. Auch dieses Thema wird sehr unverblümt, unverkrampft und mit viel Empathie am Beispiel einer Prostatakrebs-Operation angegangen. Der Film lebt vor allem von seinen natürlich agierenden Schauspieler:innen und den tiefsinnigen Dialogen, und kann nebenbei auch noch Oslo ansprechend präsentieren. 

Queer
. In Anlehnung an einen Roman des „Drogen-Schriftstellers“ William S. Burroughs erzählt Luca Guadagnino von einem älteren Mann (Daniel Craig), möglicherweise Schriftsteller, den seine Lust an Drogen und Sex umtreibt. Mindestens die erste Hälfte des Films soll in den 1950er Jahren in Mexico City spielen. Dort schlendert der Mann durch die Schwulen-Bars, lernt einen jungen Mann kennen, den er auch verführen kann. Dieser Teil des Films hat viel mit Blicken, Annäherungen und Drogen aller Art (Tabak, Alkohol, Kokain, Opiate) zu tun. Dann gibt es einen Bruch im Film. Der Mann und sein junger Freund fliegen nach Ecuador, kämpfen sich durch den Dschungel, um dort unangemeldet eine Botanikerin zu besuchen, die über eine telepathisch wirksame Pflanzendroge forschen soll. Es gibt hier eine wundervolle Szenenfolge mit einer Schlange, die das Haus der Forscherin bewacht und aggressiv reagiert. Auch die Forscherin fummelt anfangs ziemlich intensiv mit ihrer „Kanone“ herum. Die Männer stellen sich für Drogenexperimente zur Verfügung. Der Film wird fortan sehr surreal-psychedelisch, grenzt ansatzweise an Body-Horror mit Körperverschmelzung. Atmosphärisch-visuell überzeugend mit einem famos agierenden Hauptdarsteller.

Rückkehr nach Ithaka
. Von Homer ist nicht sicher, ob er überhaupt gelebt hat. Die Odyssee ist jedoch ein berühmtes Werk der Antike. Uberto Pasolini's Film erzählt von wenigen Wochen, in denen Odysseus etwa 20 Jahre nach Ende des Trojanischen Krieges an die Küste seiner Heimatinsel Ithaka gespült wird und nach seiner Regeneration incognito langsam wieder nach der Macht greift. Penelope, seine treue biedere Ehefrau und Königin residiert in einer Festung über dem Meer und hat in den vielen Jahren zahlreiche Freier hingehalten, indem sie vorgab, erst ein Totentuch fertigstellen zu müssen. Doch sie zerstörte es nachts immer wieder. Die Freier, die auch in der Burg leben und den König schon lange für tot halten, werden immer aggressiver. Die Geschichte beginnt sehr langsam, wirkt intensiv erzählt, hat Tiefe. Traumata des Helden, der zunächst als Bettler auftritt, spielen eine Rolle. Und Penelope erkennt ihn langer Zeit gar nicht, als er auf der Burg erscheint. Der Film lebt insbesondere von seinen beiden Hauptdarsteller:innen, aber auch der Atmosphäre, die in den Landschaftsaufnahmen und dem einfachen Leben zur damaligen Zeit zum Ausdruck kommt. Bombast sieht man im Film nicht, gleichwohl wird sie gewalttätig; denn gegen Ende verkündet die Königin, dass derjenige, der mit Odysseus' Bogen das aufgestellte Ziel trifft, ihr Gemahl werden kann. Alle Freier versagen, bekommen den Bogen nicht mal gespannt, bis ein „Bettler“ antritt. Ab 16. Ein sehr schöner Film.

Sentimental Value
. Joachim Trier's Film spielt zu einem erheblichen Teil in einer alten großzügigen Osloer Holzvilla. Die Frau, die dort zuletzt lebte, ist tot. Sie hatte zwei Töchter, die die Trauerfeier im Haus ausrichten. Zu der Feier kommt auch der lange geschieden und woanders lebende Vater. Und von da an beschreibt der Film mit hoher emotionaler Intensität eine problembeladene komplexe Vater-Töchter-Beziehung. Der Vater war mal ein bekannter Regisseur, doch seit 15 Jahren hat er keinen Film mehr gemacht. Er hat ein neues Drehbuch geschrieben, und er möchte wieder Kontakt zu seinen erwachsenen Töchtern. Auch soll seine ältere Tochter die Hauptrolle in dem Film spielen, später ein Enkel eine Nebenrolle. Die Töchter weigern sich zunächst, haben mit emotionalen Problemen zu kämpfen. Wie sich herausstellt, verarbeitet das Skript Familiengeschichte, insbesondere den Freitod der Mutter des Regisseurs, die sich im Haus erhängte. Das schauspielerische Ensemble des Films kann schon sehr überzeugen.

Sirat
. Der Film des französisch-spanischen Regisseurs Oliver Laxe ist ein Aussteiger-Road-Movie, das überwiegend in Marokko spielt. Erzählt wird eine ziemlich finstere Geschichte. Ein europäischer Vater sucht mit seinem kleinen Sohn seit einem halben Jahr seine Tochter. Deshalb sind sie in Marokko mit einem Lieferwagen unterwegs und kommen zu einem Ort in felsig-wüstenhafter Gegend, an dem ein Techno-Rave-Festival stattfinden soll, wo sie das Mädchen vermuten. Niemand hat das Mädchen gesehen, und die Polizei verbietet das Festival. Einige Fahrzeuge büchsen aus dem Konvoi aus und nehmen eine Nebenroute. Vater und Sohn folgen zwei truckähnlichen Fahrzeugen europäischer Aussteiger, die zu einem anderen Rave-Festival nahe der mauretanischen Grenze fahren wollen. Die Strecke wird abenteuerlich, Abgründe lauern, kleinere Flüsse müssen durchquert werden. Die Raver helfen, weil der Lieferwagen das nicht alleine schafft. Man kommt sich näher, doch der Tod schlägt zu, als sich im Lieferwagen die Handbremse löst und der Wagen mit dem Sohn in den Abgrund stürzt. Danach wird Trauerarbeit geleistet, doch die Trucks geraten später in der Wüste in ein Minenfeld, das weitere Opfer fordert. Man erfährt wenig über die Hintergründe der Personen im Film, doch Atmosphäre, Szenerie, Soundtrack und Story können schon beeindrucken. 

The Assessment
. In Fleur Fortune's dystopischen SF-Film lebt ein Bruchteil der Menschheit unter geschützten, klimagesteuerten Kuppeln, während die Menschen in der Außenwelt desaströsen Verhältnissen auf einem weitgehend zerstörten Planeten Erde ausgesetzt sind. Diesen Rahmen setzt der Film visuell nur am Rande um. Technisch versiert, hat man auch ein Mittel gefunden, das die Lebenszeit dieser privilegierten Menschen deutlich verlängert. Damit entsteht jedoch das altbekannte Problem von Kindern und Bevölkerungswachstum. Kinder bekommen, ist in dieser Dystopie nur erlaubt, wenn das Paar eine einwöchige Testzeit übersteht und seine Eignung als Eltern nachweisen kann. Es kommt eine junge Gutachterin in das Haus, das visuell vielleicht an der Küste Gomeras liegen könnte. Anfangs guckt sie sich alles nur an und stellt Fragen, möchte dem Paar bald auch beim Sex zusehen. Doch das war nur Tag 1, denn Provokation ist das Mittel der Prüferin, das Paar auseinanderzubringen. Sie schlüpft dann bald in die Rolle des Kindes oder einer Verführerin oder einer Saboteurin, und sie lädt auch unliebsame Gäste ein. Sehr cooler Film, überwiegend ruhig mit viel Empathie, auffallend passendem Film-Soundtrack und überzeugenden Darsteller:innen. Am Ende ist dennoch viel total kaputt: die Beziehung, die Prüferin und das große Treibhaus, in dem die Frau des Hauses geforscht und Pflanzen gezüchtet hat. 

The Life of Chuck
. Mike Flanagan's Film schwebt zwischen Fantasy, Märchen und Science Fiction. Basierend auf einen Kurzroman von Stephen King, wird in drei Akten, beginnend mit dem Ende, von einem US-amerikanischen Typen erzählt, der schon in jungen Jahren an einem Gehirntumor verstirbt. Gleichzeitig geht die Welt unter, Naturkatastrophen, das Internet, alle Technik versagt, die Leute verschwinden vom Job, von den Straßen, schließlich verschwinden auch die Planeten und Sterne vom Himmel. Spielt sich diese Geschichte im Kopf des Protagonisten ab? Er verschwindet und mit ihm seine Welt? Der zweite Akt erzählt im Prinzip nur eine Tanzszene auf einer Einkaufsstraße. Sehr beeindruckend in Szene gesetzt. Der erste Akt spielt in einigen Jahren seiner Kindheit. Er erzählt von der Schule, einer für ihn bedeutenden Lehrerin, vom Tanzen lernen und von der Welt der Mathematik, die ihm sein als Buchhalter arbeitender Großvater erzählt. Der Film „ist zugleich rätselhaft fiktives Biopic, entspannter Katastrophenfilm, Coming-of-Age-Erzählung, melancholische Liebesgeschichte und magisches Musical“, sagte epd-film. Diese Mischung und eine insgesamt rätselhafte Geschichte dürften den Wert des Films ausmachen.

Together – Unzertrennlich
. Der australische, von Michael Shanks inszenierte Film fällt in die Sparte Body-Horrorfilm. Ein Pärchen zieht aufs Land in ein Haus. Sie machen einen Waldspaziergang, geraten in ein Unwetter, kommen vom Weg ab und fallen durch ein Loch in eine alte unterirdische Höhlenkirche. Sie bleiben dort über Nacht und trinken von dem Wasser eines Beckens. Sie können sich selbst befreien, doch bereits beim Aufwachen stellten sie fest, dass ihre Beine merkwürdig zusammenklebten. Die gegenseitige Anziehungskraft ihrer Körper verstärkt sich im Laufe der folgenden Tage drastisch. Bei Internet-Recherchen stellen sie fest, dass in der Gegend bereits ein Pärchen verschwunden ist und stoßen auf Fotos von der Kirche und sonderbaren Ritualen, die dort mal stattgefunden haben. Ihre gegenseitige Anziehungskraft reicht von mental-körperlichen Entzugserscheinungen, spastischen Krämpfen, heftigem Sex bis hin zur partiellen und totalen Körperverschmelzung, schmerzhaft-blutige Trennversuche inklusive. Es wird nicht deutlich, wo die Grenzen zwischen visualisierten alten und neuen Traumata, Alpträumen und der Realität liegen. Die Schlussszene des Films kann dahingehend interpretiert werden, dass der Film weitgehend Beziehungsängste geschickt, oftmals auch ziemlich drastisch, visualisiert. 

The Secret Agent. Kleber Mendonça Filho's brasilianischer Polit-Thriller gewann die Goldene Palme in Cannes. 
Der Film spielt 1977 in der Stadt Recife zur Zeit der Militärdiktatur. Es gibt mindestens zwei Zeitebenen, die den Durchblick erschweren.

Visuell-atmosphärisch ist der Film ziemlich toll, da er ein rekonstruiertes Bild der lebendigen Stadt Recife zur damaligen Zeit zeigt, alte Autos und Telefonzellen inklusive. 
Es geht um einen ehemaligen Wissenschaftler, der an der Universität bei einigen Mächtigen in Ungnade gefallen ist, der in seine Heimatstadt zurückkehrt und incognito bei der Polizei arbeitet. Aber Auftragskiller finden ihn dort. 

Surreale Szenen um ein Bein, das man in einem Hai findet, spielen ebenso wie der Karneval eine gewisse Rolle im Film. 

Weapons – Die Stunde des Verschwindens. Zach Cregger's vergleichsweise hochgelobter Film ist ein Horrorfilm, er kann aber vielleicht besser als Voodoo-Hexen-Film mit Mystery- und Zombie-Note charakterisiert werden. Außerdem schimmert ein Rattenfänger-von-Hameln-Mythos durch, handelt der Film doch vom plötzlichen nächtlichen Verschwinden von 17 Schulkindern. Der Film ist in einer meist unbelebten US-amerikanischen Vorort-Siedlung angesiedelt. Nur an der Schule scheint was los zu sein. Er beginnt damit, dass 17 von 18 Schüler*innen nicht zum Unterricht erschienen und offensichtlich in der Nacht verschwunden sind. Kameras zeichneten auf, wie sie laufend mit abgewinkelten Armen ihre Wohnhäuser verließen. An der Schule und auch bei der Polizei ist man ratlos, aber die betroffenen Eltern machen die Lehrerin dafür verantwortlich. Die Geschichte wird nachfolgend aus der Perspektive von 6 Personen aufgerollt und offenbart jedes Mal weitere Details und Ereignisse. Der Film hat ein paar, meist alptraumbedingte Jumpscares und später auch einige Splatter-Elemente. Erzählerisch ist er kurzweilig-gekonnt gemacht, wobei die Junkie-Perspektive auf die Ereignisse mir am interessantesten erschien, da der junge Mann als Einbrecher agiert und ungewollt Unheimliches entdeckt. Insgesamt punkten die Darsteller:innen jedoch nicht auf besonderem Niveau, zumal die Dialoge oft eher situationsgebunden trivial sind. 

Das von mir am häufigsten besuchte Kölner Kino war das Odeon, gefolgt vom Cinenova und diesmal gleichauf den Kinos Filmpalette und OFF.