Montag, 6. Juli 2026

Meine Woche (KW 27/2026)

Gemacht: Einkäufe und Spaziergänge in der Südstadt/City, Routine-Besuch bei meiner Augenärztin, einzelne Cafébesuche, gewandert in der Eifel bei Oberbettingen/Gerolstein. 


>Im Mayersche/Thalia-Café am Neumarkt, Köln-City. Ein Stück Nuss-Sahne-Torte😋. Der Ort kann bei Sommerhitze auch lohnen, weil er klimatisiert ist<

Gesehen: öfter mal WM-Fußball im TV geguckt. 

Gelesen: in N. K. Jemesin's Roman „Zerrissene Erde“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Highlight „Schawarma mit Gemüse im Brot“ (Hayati/ Severinstraße). 

Getrunken: Kaffee, Wasser + Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Orangensaft, Schultenbräu-Weizen-Grapefruit-Mix-Dosen. 

Gehört: Musikkonserven von Lacrimosa, Lali Puna, L'Ame Immortelle, P. J. Harvey, sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gegangen: 48.400 Schritte/Woche (3.200 – 22.600 Schritte/Tag). Sehr relaxt, eine größere Wanderung und alle anderen Tage mit nur zwischen 3.000 und 6.000 Schritten. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: normale, unambitioniert verbrachte Sommerwoche, in der man auch mal wieder wandern gehen konnte, ich es aber nur einmal getan habe.

Filmempfehlungen aus dem Kinojahr 2025

Hier sind in alphabetischer Reihenfolge ein Drittel (19) der Filme gelistet, die ich im Kino gesehen habe und für die ich mich nunmehr im Rahmen meiner Bestenliste entschieden habe. Ich merkte zu älteren Listen schon an, dass dies immer meine sehr subjektive Bewertung ist. Im Grunde sind es die Filme, die ich am ehesten noch einmal anschauen würde. Auch kann es sein, dass ich den ein oder anderen Film verpasst habe, weil mich der Trailer oder die Zeitungskritik(en) nicht überzeugt hatten. 

Gut und erfolgreich ist bekanntlich zweierlei. Bei insidekino sind die erfolgreichsten Filme 2025 gelistet. Aus der Top 20 habe ich nur einen Film überhaupt gesehen, „Amrum“ (Platz 19). Der Film war auch nicht schlecht, verfehlte aber letztlich meine private Top 19. Auf Platz 43 kommt der erste Film, den ich gut fand, der Horrorfilm „Weapons – Die Stunde des Verschwindens“.

Bird. Andrea Arnold's Film ist ein Sozialdrama mit phantastischen Elementen. Es geht um ein 12-jähriges Mädchen, das wie alle Menschen in ihrer näheren Umgebung in prekären Verhältnissen des sozialen Wohnungsbaus mit fragil-dysfunktionalen Familienverhältnissen und vielen Kindern lebt. Einer geregelten Arbeit scheint dort niemand nachzugehen. Häusliche Gewalt und Kindermissbrauch kommen vor, aber auch ein Kümmern der älteren Geschwister um die jüngeren. Das Mädchen lernt zufällig einen Typ kennen, der sich Bird nennt und in ihrer Siedlung nach seiner Familie sucht. Ihre Beziehung ist locker. Es mag sogar sein, dass er gar nicht existiert, sondern von ihr als imaginärer Freund herbeiphantasiert ist. Hierfür spricht auch seine Verwandlung zu einem Vogelmenschen, als es einen Konflikt mit dem „Freund“ ihrer Mutter zu lösen gilt.

Bugonia
. Yorgos Lanthimos' neuer Film ist über weite Strecken ein bizarrer Verschwörungstheorie-Streifen mit einsuggeriertem Hinterwäldler-Milieu. Zwei abgehalfterte Typen, die in einem abgelegenen Haus wohnen und von denen der eine etwas geistig zurückgeblieben und manipulierbar ist und der andere irren Theorien nachhängt, entführen die Chefin eines Agrar-/Gentechnik-Konzerns in ihr Haus, weil sie sie für ein Alien aus dem Andromeda-System halten. Ihr Ziel ist, auf das Raumschiff der "Frau" mitgenommen zu werden, um mit deren Chef zu verhandeln. Die Frau leugnet ihr Alien-Dasein und die Existenz des Raumschiffs natürlich, aber sie wird gefoltert und muss eine andere Strategie einschlagen. Blutige Splatter-Szenen wie hier gibt es üblicherweise oft nur in einigen Horror- oder Serienkillerfilmen zu sehen – und von letzteren ist der Film auch nicht allzu weit entfernt. Aber die Geschichte ist schon komplexer, das wird gegen Ende des Films deutlich, als die Aliens die Menschheit als hoffnungslosen Fall aufgeben. Insoweit ist dem Regisseur hoch anzurechnen, auch eine politische Botschaft bezüglich Klimaschutz und Artensterben einzubringen. 

Das Licht
. In seinem fast 3-stündigen Film analysiert Tom Tykwer bundesdeutsche Befindlichkeiten am Beispiel einer vielleicht etwas „dysfunktionalen“ Familie des gehobenen Mittelstandes in Berlin. Diese residiert in einer großen Altbauwohnung. Die Eltern haben gute Jobs in der Projektentwicklung, sei es in einer Berliner Werbeagentur oder in der Entwicklungshilfe. Die Frau ist häufig in Kenia, um ihr Projekt voranzutreiben. Die 17-jährigen Kinder leben weitgehend in ihrer eigenen Welt, sei es im online-Gaming zu Hause (der Sohn) oder bei Tech-Parties mit Drogenrausch oder im Klima-Aktionismus (die Tochter). Die Eltern können sich eine Haushaltshilfe leisten, und sie brauchen eine neue, da sie ihre alte Haushaltshilfe tot in der oft dunklen Wohnung vorfinden. Mit der neuen, syrischen Haushaltshilfe kommt das Licht ins Spiel; denn diese veranstaltet lichttherapeutische Stroboskop-Seancen und kann auch die Familienmitglieder überzeugen, solche zu machen, um die Familie wieder mehr zusammenzubringen. Gegen Ende des Films veranstaltet sie mit ihnen eine selbsttherapeutische Licht-Therapie, um ihr Flüchtlingstrauma zu behandeln, eine Art Toten-Beschwörung. Der Film ist atmosphärisch-stimmig gelungen, schauspielerisch gut besetzt und auch visuell sehr unterhaltsam, mitunter mit kurzen Comic-Sequenzen und Aktionskunst-Tanzeinlagen in der City aufgelockert. Es gibt ansprechende Berlin-Bilder, wobei es meistens in Strömen gießt, und es werden sehr viele Themen aus der bundedeutschen Wirklichkeit der letzten Jahre angerissen. 

Der Lehrer, der uns das Meer versprach
. In Adaption eines Romanes von Francesc Escribano erzählt die spanische Regisseurin Patricia Font von einem düsteren Kapitel im Vorfeld der Franco-Diktatur. Der Film spielt in den Jahren 1936 und 2010. Der Handlungsstrang im Jahr 2010 erzählt von Massengräbern und einer Frau, die aufgrund eines entgegengenommenen Anrufs einer Ausgrabungsstätte, der eigentlich ihrem im Pflegeheim lebenden Opa galt, in ein ihr völlig unbekanntes Kapitel aus dem Leben ihres Opas verwickelt wird. Dieser hatte nie etwas von seinem Vater oder seiner Kindheit erzählt. Sie besucht die Ausgrabungsstätte, nimmt Kontakt mit der Bevölkerung im benachbarten Dorf auf und recherchiert auch in diversen alten Unterlagen. Der andere Handlungsstrang spielt im Jahr 1936, als ein neuer Lehrer in ein Provinzdorf kommt und ganz andere, gewaltfreie Unterrichtungsmethoden in der winzigen Dorfschule einführt, nachdem der Priester von der Regierung als Lehrer abgesetzt wurde. So bringt er auch eine Druckerpresse mit, damit die Kinder ihre eigenen Texte drucken und als Heft herausbringen können. In einem Heft geht es darum, wie sich die Kinder das Meer vorstellen, das sie noch nie gesehen haben, aber bald gemeinsam besuchen wollen. Doch der Konflikt mit dem Priester, dem Bürgermeister und streng katholisch-autoritären Eltern bahnt sich schon früh an. Und als die Faschisten einen Bürgerkrieg beginnen und auch in das Dorf kommen, sind die Tage des Lehrers gezählt. Der Film ist aus meiner Sicht insbesondere als Schulfilm mit kreativem Schulunterricht ziemlich gut. Auch das Thema, Eltern zu überzeugen, die Kinder überhaupt in die Schule zu schicken, wird exemplarisch herausgearbeitet. 

Die Farben der Zeit
. Dieser Film von 
Cédric Klapisch hat als Ausgangspunkt eine Erbengemeinschaft, die weder voneinander viel weiß, noch von der Existenz einer gemeinsamen Vorfahrin wusste. Und auch das Haus in der Normandie, das seit den 1940er Jahre verschlossen dem Zerfall entgegendämmert und abgerissen werden soll, um einem Bauprojekt zu weichen, war ihnen völlig unbekannt. Sie bestimmen eine Delegation von 2 Frauen und 2 Männern, um den Ort in Augenschein zu nehmen und treffen auf eine Hausruine mit Inventar, darunter ein ganzes Zimmer mit Bildern und Fotographien zur Familiengeschichte an den Wänden, aber auch alten Briefen. Im Laufe des Films tauchen sie ein in die Vergangenheit, lassen auch ein impressionistisches Gemälde sachverständig untersuchen. Und der Film taucht ebenfalls visuell in die Vergangenheit ein, erzählt von der Frau, die 130 Jahre früher mit ihrer Großmutter dort lebte und 1895 aufbricht, um in Paris ihre Mutter zu suchen und einige Zeit später mit dem Claude-Monet-Gemälde zurückkehrt. Es gibt also zwei Erzählstränge, die in wechselnden Montagen verflochten werden; auch visionäre Ereignisse unter dem Einfluss einer halluzinogenen Droge, die die Protagonist:innen der Erbengemeinschaft an einem Abend einnehmen, werden gezeigt. Eine sehr schöne Geschichte. 

Die leisen und die großen Töne. Emmanuel Courcol's Film spielt weitgehend im provinziellen Nord-Frankreich und erzählt von zwei Brüdern, die sich bis dato nicht kannten und von denen der eine ein namhafter, international tätiger Dirigent ist und der andere in seiner Freizeit im örtlichen Fest-Orchestra Posaune spielt und ansonsten in einer Großküche arbeitet. Als der Dirigent an Leukämie erkrankt und die Schwester für eine Rückenmarkspende in Frage kommen könnte, stellt sich heraus, dass sie gar nicht seine Schwester ist und als Spenderin nicht in Frage kommt. Recherchen ergeben dann, dass er überraschenderweise aber einen Bruder hat. Er sucht ihn in der Provinz auf und die Spende kommt später zustande. Im Laufe der kommenden Wochen/Monate kommen sie sich näher und lösen auch einige Probleme im Laien-Orchester, das aufgrund der Schließung des örtlichen größeren Gewerbebetriebs sowohl personell als auch aus Proberaumgründen vor der Auflösung steht. Dem Regisseur ist ein sehr einfühlsam-sentimentaler Film gelungen, der in den Schlussszenen mit einem überraschenden Auftritt des Laien-Orchesters in einer echten Konzerthalle mit einer Bolero-Komposition noch an Größe gewinnt. 

Die Saat des heiligen Feigenbaums
. Dieser Film von Mohammad Rasoulof setzt Emotionen frei. Er erzählt vom Zerfall einer Familie, „vom Bröckeln patriarchaler Macht“, wie kino-zeit treffend ausdrückt. Und dies vor dem Hintergrund landesweiter Proteste nach dem gewaltsamen Tod einer Frau. Die Familie, von der erzählt wird, ist eine Kleinfamilie, Mutter, Vater, zwei Töchter in jugendlich-pubertärem Alter. Sie bekommen viel mit von den Protesten, haben Fragen. Doch gleichzeitig erhält der Vater ein sensibles, belastendes Amt als Untersuchungsrichter und zu seinem eigenen Schutz vom Regime einen Revolver. Und er möchte, dass die Töchter vorsichtig sind bei dem, wie sie sich kleiden, wen sie einladen und was sie mit ihrem Smartphone machen. Die Töchter sind empört, die Mutter versucht zu vermitteln. Die Situation eskaliert, als der Revolver verschwindet – und alle (Mutter, Töchter) sich zunächst standhaft weigern, etwas damit zu tun zu haben. Gleichzeitig geraten die Namen der Richter ins Internet und die Paranoia des Vaters wächst. Er vereinbart für die Frau/Töchter einen Verhörtermin bei einem Spezialisten. Später nimmt er sich eine Auszeit und fährt mit ihnen in die Berge, um die Sache mit dem Revolver zu klären. Die Mutter gibt den Diebstahl zu, eine Tochter gibt den Diebstahl zu. Er sperrt sie in dunkle Kellerräume ein, doch die andere Tochter kann fliehen und später die beiden anderen befreien. In den Ruinen einer nahegelegenen antiken Stadt kommt es zum Showdown. Der Film überzeugt mit Blick auf Story, schauspielerische Leistung, Dramaturgie und Glaubwürdigkeit.

In die Sonne schauen. Mascha Schilinski's Film erzählt aus der Sicht junger Mädchen und Frauen verschiedener Generationen vom Leben auf einem Vierkanthof in der Altmark, etwa in den Jahren 1910, 1940, 1980 und heute. Es ist ein düster-ghostiges, auch sperriges, aber intensives Werk geworden, das sich zentral um das sexuelle Erwachen, Phantasiewelten von Kindern und die Frauenrollen auf einem bäuerlichen Hof in über 100 Jahren Zeitgeschichte dreht. Der Film arbeitet mit knackenden Dielen, Kerzen und Gaslichtern, alten Portrait-Aufnahmen sowie verschwimmenden Filmaufnahmen und verschwimmenden Zeitebenen. Es gibt bizarr-archaisch anmutende Riten und Ereignisse um Tod, Krankheit und Religion zu sehen, und ich hatte immer das Gefühl, dass in Kürze etwas Schlimmes passiert. Aber der Film hat sicher auch herausragende junge Schauspielerinnen und authentische Requisiten zu bieten, auch authentische Sprache, so dass es deutsche Untertitel gibt. Ab 16, nix für Kinder. Es ist keine chronologisch erzählte Familien- oder Hofgeschichte, hier werden nur Splitter geliefert, die oft wie alte Echtzeit-Kindheitserinnerungen wirken.

Könige des Sommers
. Louise Courvoisier's Film spielt im dörflichen Französischen Jura. Nachdem der Vater betrunken nach einem Dorffest mit seinem Wagen tödlich verunglückt, bleibt der gerade eben volljährige Sohn mit seinem kleinen Schwesterchen allein auf dem bäuerlichen Hof zurück. Wie kommt man an Geld? Er versucht es zunächst im örtlichen Molkereibetrieb, Kessel putzen und so, aber auch Milchtanker fahren, um früh morgens die Milch abzuholen. Das Schwesterchen darf immer mit. Nach einer Auseinandersetzung mit Arbeitskollegen wird er jedoch gefeuert. Also versucht er sodann den Hof zu managen. Bei einem weiteren Dorfereignis hört er, dass der Preis für den besten Käse 30.000 € einbringt. Das will er machen. Zwei seiner Freunde helfen, doch Ahnung haben sie alle nicht, und es gibt technische Pannen. Nach einer Fortbildungsmaßnahme ist wenigstens das Funktionsprinzip klar, einen Käse stellen Bruder und Schwesterchen her, doch sie werden noch nicht einmal für den Käsewettbewerb zugelassen, denn es gibt formale Hürden und Nachweispflichten, wovon sie naiverweise nichts wussten. Der Film ist mal ruppig, mal einfühlsam in guter, unterhaltsamer Mischung. Sperrig bis witzig sind die ersten sexuellen Kontakte des jungen Mannes mit den Dorfmädchen, Schlägereien mit deren Brüdern inklusive.

Oslo Stories – Liebe
. Dag Johan Haugerud's Film spielt natürlich in Oslo. Erzählt wird aus dem Alltagsleben einer Krankenhausärztin und von von einem jüngeren homosexuellen Mann, der ihr als Pflegekraft zugeordnet ist. Als sie sich zufällig auf einer kurzen Schiffspassage zu einer Insel treffen, sprechen sie über Sex. Er offenbart ihr, dass er hier auf den Schiffspassagen häufig mittels der Dating-App „Tinder“ Partner für unverbindlichen Sex sucht. Die Ärztin probiert das auch bald erfolgreich aus. Obwohl es in diesem Film sehr unverkrampft um unverbindlichen Sex geht, geht es nicht nur um Sex, sondern auch um Krebsdiagnosen und ihre Folgen. Auch dieses Thema wird sehr unverblümt, unverkrampft und mit viel Empathie am Beispiel einer Prostatakrebs-Operation angegangen. Der Film lebt vor allem von seinen natürlich agierenden Schauspieler:innen und den tiefsinnigen Dialogen, und kann nebenbei auch noch Oslo ansprechend präsentieren. 

Queer
. In Anlehnung an einen Roman des „Drogen-Schriftstellers“ William S. Burroughs erzählt Luca Guadagnino von einem älteren Mann (Daniel Craig), möglicherweise Schriftsteller, den seine Lust an Drogen und Sex umtreibt. Mindestens die erste Hälfte des Films soll in den 1950er Jahren in Mexico City spielen. Dort schlendert der Mann durch die Schwulen-Bars, lernt einen jungen Mann kennen, den er auch verführen kann. Dieser Teil des Films hat viel mit Blicken, Annäherungen und Drogen aller Art (Tabak, Alkohol, Kokain, Opiate) zu tun. Dann gibt es einen Bruch im Film. Der Mann und sein junger Freund fliegen nach Ecuador, kämpfen sich durch den Dschungel, um dort unangemeldet eine Botanikerin zu besuchen, die über eine telepathisch wirksame Pflanzendroge forschen soll. Es gibt hier eine wundervolle Szenenfolge mit einer Schlange, die das Haus der Forscherin bewacht und aggressiv reagiert. Auch die Forscherin fummelt anfangs ziemlich intensiv mit ihrer „Kanone“ herum. Die Männer stellen sich für Drogenexperimente zur Verfügung. Der Film wird fortan sehr surreal-psychedelisch, grenzt ansatzweise an Body-Horror mit Körperverschmelzung. Atmosphärisch-visuell überzeugend mit einem famos agierenden Hauptdarsteller.

Rückkehr nach Ithaka
. Von Homer ist nicht sicher, ob er überhaupt gelebt hat. Die Odyssee ist jedoch ein berühmtes Werk der Antike. Uberto Pasolini's Film erzählt von wenigen Wochen, in denen Odysseus etwa 20 Jahre nach Ende des Trojanischen Krieges an die Küste seiner Heimatinsel Ithaka gespült wird und nach seiner Regeneration incognito langsam wieder nach der Macht greift. Penelope, seine treue biedere Ehefrau und Königin residiert in einer Festung über dem Meer und hat in den vielen Jahren zahlreiche Freier hingehalten, indem sie vorgab, erst ein Totentuch fertigstellen zu müssen. Doch sie zerstörte es nachts immer wieder. Die Freier, die auch in der Burg leben und den König schon lange für tot halten, werden immer aggressiver. Die Geschichte beginnt sehr langsam, wirkt intensiv erzählt, hat Tiefe. Traumata des Helden, der zunächst als Bettler auftritt, spielen eine Rolle. Und Penelope erkennt ihn langer Zeit gar nicht, als er auf der Burg erscheint. Der Film lebt insbesondere von seinen beiden Hauptdarsteller:innen, aber auch der Atmosphäre, die in den Landschaftsaufnahmen und dem einfachen Leben zur damaligen Zeit zum Ausdruck kommt. Bombast sieht man im Film nicht, gleichwohl wird sie gewalttätig; denn gegen Ende verkündet die Königin, dass derjenige, der mit Odysseus' Bogen das aufgestellte Ziel trifft, ihr Gemahl werden kann. Alle Freier versagen, bekommen den Bogen nicht mal gespannt, bis ein „Bettler“ antritt. Ab 16. Ein sehr schöner Film.

Sentimental Value
. Joachim Trier's Film spielt zu einem erheblichen Teil in einer alten großzügigen Osloer Holzvilla. Die Frau, die dort zuletzt lebte, ist tot. Sie hatte zwei Töchter, die die Trauerfeier im Haus ausrichten. Zu der Feier kommt auch der lange geschieden und woanders lebende Vater. Und von da an beschreibt der Film mit hoher emotionaler Intensität eine problembeladene komplexe Vater-Töchter-Beziehung. Der Vater war mal ein bekannter Regisseur, doch seit 15 Jahren hat er keinen Film mehr gemacht. Er hat ein neues Drehbuch geschrieben, und er möchte wieder Kontakt zu seinen erwachsenen Töchtern. Auch soll seine ältere Tochter die Hauptrolle in dem Film spielen, später ein Enkel eine Nebenrolle. Die Töchter weigern sich zunächst, haben mit emotionalen Problemen zu kämpfen. Wie sich herausstellt, verarbeitet das Skript Familiengeschichte, insbesondere den Freitod der Mutter des Regisseurs, die sich im Haus erhängte. Das schauspielerische Ensemble des Films kann schon sehr überzeugen.

Sirat
. Der Film des französisch-spanischen Regisseurs Oliver Laxe ist ein Aussteiger-Road-Movie, das überwiegend in Marokko spielt. Erzählt wird eine ziemlich finstere Geschichte. Ein europäischer Vater sucht mit seinem kleinen Sohn seit einem halben Jahr seine Tochter. Deshalb sind sie in Marokko mit einem Lieferwagen unterwegs und kommen zu einem Ort in felsig-wüstenhafter Gegend, an dem ein Techno-Rave-Festival stattfinden soll, wo sie das Mädchen vermuten. Niemand hat das Mädchen gesehen, und die Polizei verbietet das Festival. Einige Fahrzeuge büchsen aus dem Konvoi aus und nehmen eine Nebenroute. Vater und Sohn folgen zwei truckähnlichen Fahrzeugen europäischer Aussteiger, die zu einem anderen Rave-Festival nahe der mauretanischen Grenze fahren wollen. Die Strecke wird abenteuerlich, Abgründe lauern, kleinere Flüsse müssen durchquert werden. Die Raver helfen, weil der Lieferwagen das nicht alleine schafft. Man kommt sich näher, doch der Tod schlägt zu, als sich im Lieferwagen die Handbremse löst und der Wagen mit dem Sohn in den Abgrund stürzt. Danach wird Trauerarbeit geleistet, doch die Trucks geraten später in der Wüste in ein Minenfeld, das weitere Opfer fordert. Man erfährt wenig über die Hintergründe der Personen im Film, doch Atmosphäre, Szenerie, Soundtrack und Story können schon beeindrucken. 

The Assessment
. In Fleur Fortune's dystopischen SF-Film lebt ein Bruchteil der Menschheit unter geschützten, klimagesteuerten Kuppeln, während die Menschen in der Außenwelt desaströsen Verhältnissen auf einem weitgehend zerstörten Planeten Erde ausgesetzt sind. Diesen Rahmen setzt der Film visuell nur am Rande um. Technisch versiert, hat man auch ein Mittel gefunden, das die Lebenszeit dieser privilegierten Menschen deutlich verlängert. Damit entsteht jedoch das altbekannte Problem von Kindern und Bevölkerungswachstum. Kinder bekommen, ist in dieser Dystopie nur erlaubt, wenn das Paar eine einwöchige Testzeit übersteht und seine Eignung als Eltern nachweisen kann. Es kommt eine junge Gutachterin in das Haus, das visuell vielleicht an der Küste Gomeras liegen könnte. Anfangs guckt sie sich alles nur an und stellt Fragen, möchte dem Paar bald auch beim Sex zusehen. Doch das war nur Tag 1, denn Provokation ist das Mittel der Prüferin, das Paar auseinanderzubringen. Sie schlüpft dann bald in die Rolle des Kindes oder einer Verführerin oder einer Saboteurin, und sie lädt auch unliebsame Gäste ein. Sehr cooler Film, überwiegend ruhig mit viel Empathie, auffallend passendem Film-Soundtrack und überzeugenden Darsteller:innen. Am Ende ist dennoch viel total kaputt: die Beziehung, die Prüferin und das große Treibhaus, in dem die Frau des Hauses geforscht und Pflanzen gezüchtet hat. 

The Life of Chuck
. Mike Flanagan's Film schwebt zwischen Fantasy, Märchen und Science Fiction. Basierend auf einen Kurzroman von Stephen King, wird in drei Akten, beginnend mit dem Ende, von einem US-amerikanischen Typen erzählt, der schon in jungen Jahren an einem Gehirntumor verstirbt. Gleichzeitig geht die Welt unter, Naturkatastrophen, das Internet, alle Technik versagt, die Leute verschwinden vom Job, von den Straßen, schließlich verschwinden auch die Planeten und Sterne vom Himmel. Spielt sich diese Geschichte im Kopf des Protagonisten ab? Er verschwindet und mit ihm seine Welt? Der zweite Akt erzählt im Prinzip nur eine Tanzszene auf einer Einkaufsstraße. Sehr beeindruckend in Szene gesetzt. Der erste Akt spielt in einigen Jahren seiner Kindheit. Er erzählt von der Schule, einer für ihn bedeutenden Lehrerin, vom Tanzen lernen und von der Welt der Mathematik, die ihm sein als Buchhalter arbeitender Großvater erzählt. Der Film „ist zugleich rätselhaft fiktives Biopic, entspannter Katastrophenfilm, Coming-of-Age-Erzählung, melancholische Liebesgeschichte und magisches Musical“, sagte epd-film. Diese Mischung und eine insgesamt rätselhafte Geschichte dürften den Wert des Films ausmachen.

Together – Unzertrennlich
. Der australische, von Michael Shanks inszenierte Film fällt in die Sparte Body-Horrorfilm. Ein Pärchen zieht aufs Land in ein Haus. Sie machen einen Waldspaziergang, geraten in ein Unwetter, kommen vom Weg ab und fallen durch ein Loch in eine alte unterirdische Höhlenkirche. Sie bleiben dort über Nacht und trinken von dem Wasser eines Beckens. Sie können sich selbst befreien, doch bereits beim Aufwachen stellten sie fest, dass ihre Beine merkwürdig zusammenklebten. Die gegenseitige Anziehungskraft ihrer Körper verstärkt sich im Laufe der folgenden Tage drastisch. Bei Internet-Recherchen stellen sie fest, dass in der Gegend bereits ein Pärchen verschwunden ist und stoßen auf Fotos von der Kirche und sonderbaren Ritualen, die dort mal stattgefunden haben. Ihre gegenseitige Anziehungskraft reicht von mental-körperlichen Entzugserscheinungen, spastischen Krämpfen, heftigem Sex bis hin zur partiellen und totalen Körperverschmelzung, schmerzhaft-blutige Trennversuche inklusive. Es wird nicht deutlich, wo die Grenzen zwischen visualisierten alten und neuen Traumata, Alpträumen und der Realität liegen. Die Schlussszene des Films kann dahingehend interpretiert werden, dass der Film weitgehend Beziehungsängste geschickt, oftmals auch ziemlich drastisch, visualisiert. 

The Secret Agent. Kleber Mendonça Filho's brasilianischer Polit-Thriller gewann die Goldene Palme in Cannes. 
Der Film spielt 1977 in der Stadt Recife zur Zeit der Militärdiktatur. Es gibt mindestens zwei Zeitebenen, die den Durchblick erschweren.

Visuell-atmosphärisch ist der Film ziemlich toll, da er ein rekonstruiertes Bild der lebendigen Stadt Recife zur damaligen Zeit zeigt, alte Autos und Telefonzellen inklusive. 
Es geht um einen ehemaligen Wissenschaftler, der an der Universität bei einigen Mächtigen in Ungnade gefallen ist, der in seine Heimatstadt zurückkehrt und incognito bei der Polizei arbeitet. Aber Auftragskiller finden ihn dort. 

Surreale Szenen um ein Bein, das man in einem Hai findet, spielen ebenso wie der Karneval eine gewisse Rolle im Film. 

Weapons – Die Stunde des Verschwindens. Zach Cregger's vergleichsweise hochgelobter Film ist ein Horrorfilm, er kann aber vielleicht besser als Voodoo-Hexen-Film mit Mystery- und Zombie-Note charakterisiert werden. Außerdem schimmert ein Rattenfänger-von-Hameln-Mythos durch, handelt der Film doch vom plötzlichen nächtlichen Verschwinden von 17 Schulkindern. Der Film ist in einer meist unbelebten US-amerikanischen Vorort-Siedlung angesiedelt. Nur an der Schule scheint was los zu sein. Er beginnt damit, dass 17 von 18 Schüler*innen nicht zum Unterricht erschienen und offensichtlich in der Nacht verschwunden sind. Kameras zeichneten auf, wie sie laufend mit abgewinkelten Armen ihre Wohnhäuser verließen. An der Schule und auch bei der Polizei ist man ratlos, aber die betroffenen Eltern machen die Lehrerin dafür verantwortlich. Die Geschichte wird nachfolgend aus der Perspektive von 6 Personen aufgerollt und offenbart jedes Mal weitere Details und Ereignisse. Der Film hat ein paar, meist alptraumbedingte Jumpscares und später auch einige Splatter-Elemente. Erzählerisch ist er kurzweilig-gekonnt gemacht, wobei die Junkie-Perspektive auf die Ereignisse mir am interessantesten erschien, da der junge Mann als Einbrecher agiert und ungewollt Unheimliches entdeckt. Insgesamt punkten die Darsteller:innen jedoch nicht auf besonderem Niveau, zumal die Dialoge oft eher situationsgebunden trivial sind. 

Das von mir am häufigsten besuchte Kölner Kino war das Odeon, gefolgt vom Cinenova und diesmal gleichauf den Kinos Filmpalette und OFF. 


Sonntag, 5. Juli 2026

Hitzewelle I + II

Die Hitzewelle im Juni verlief in Köln etwas krasser als am 1. Tag der Hitzewelle von wetter-online noch prognostiziert, denn wie die Wetterstation Köln/Bonn Airport zeigt (Screenshot, siehe unten), waren es dort in der Tat 11 Tage in Folge mit 30-38 Grad.


Jetzt gab es eine Woche Entspannung bei schönem, aber vor allem oft windreichen Sommerwetter zwischen etwa 24 und 29 Grad. Es gab auch mal Regen, aber ein Unwetter traf Köln nicht.

Ich hatte die Hitzewelle einigermaßen gut überstanden. Aber "hirntechnisch" bekommt man nicht mehr viel auf die Reihe, wenn die Hitze in die Wohnung einzieht und ich dort 30-32 Grad messe. Zwar habe ich den einen oder anderen kleinen Ventilator, der das Wohlbefinden durch die Verdunstung des Schweißes von der Haut deutlich steigert, aber wirklich fit und geistig rege fühlt man sich nicht. Es ist einfach anstrengend.

Drei 30-Grad-Tage in Folge bekommt meine durchschnittlich gute Wohnung bei entsprechender Abdunkelung, geschlossenen Fenstern am Tage und offenen Fenstern nachts mit Durchzug noch gut hin, darüber hinaus wird es dann aber zunehmend kritisch ab 4 Tagen.

Die Wetterprognose von heute (siehe rechts oben) lässt eine neue lange Hitzewelle ab Donnerstag erwarten. Mal sehen, ob diese so kommt.

PS: es ist wirklich schwierig, Zeitung zu lesen, wenn Ventilator oder natürlicher Durchzug zu viel Wind machen.    

Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Woche (KW 26/2026)

Gemacht: Einkäufe und Spaziergänge in der Südstadt/City, Blumen gießen beim Bruder, oftmals ein Kino besucht, mit Ex-Arbeitskollegen Michael und Rolf vietnamesisch essen gewesen, mit Ex-Studienkollegen Jürgen ein paar Kölsch an der Braustelle (Ehrenfeld) getrunken, Routine-Besuch bei meiner Internistin, einzelne Café- und Kneipenbesuche (open air). 

Gesehen: im Kino „Backrooms“, „Obsessions – Du sollst mich lieben“, „The Death of Robin Hood“, „The Love That Remains“. Etwa 24 Grad habe ich in den von mir besuchten Kinosälen des OFF und Odeons, 26 Grad im Cinenova gemessen. Ich fand auch früher schon, dass dies sehr angenehm an 35-Grad-Tagen sein kann. Allerdings an richtig heißen Tagen stellt sich das Problem, dass die „Anreise“ belastend sein kann, etwa in schlecht klimatisierten Straßenbahnen. Ansonsten öfter mal auch WM-Fußball geguckt. 

Gelesen: in N. K. Jemesin's Roman „Zerrissene Erde“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Highlight „Com Cuon Chien Knusprige Reisrolle“. Seitangblätter gefüllt mit Reissushi und Gurke, Rettich, verfeinert mit hausgemachte Cocktaisauce und „Nom Xoai Mango Salat“. Feine Streifen aus Mango und Karotten, angerichtet mit Seitan, knusprigem Seitan, abgeschmeckt mit Lotusstängel. Serviert mit hausgemachter Sauce, Erdnüssen und Röstzwiebeln“ (Xin Chao, Ehrenfeld). Das war lecker. 

Getrunken: Kaffee, Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Orangensaft, Schultenbräu-Weizen-Grapefruit-Mix-Dose, Saigon Bier (Xin Chao), Kölsch (Braustelle), Apfelschorle (Kinos), Weizenbier (Pitter). 

Gehört: Umweltgeräusche. Keine Musik zu Hause (zu warm). 

Gefühlt: meist ganz gut, aber bei Temperatur-Maxima von 30-38 Grad in den letzten 11 Tagen in Folge wird auch in meiner Wohnung die 30/32-Grad-Marke spätestens am Nachmittag geknackt. Natürlich habe ich einen Ventilator, der auch schon mal die ganze Nacht lief. Er kühlt nicht, aber der leichte Wind fördert die Verdunstung von der Haut, wodurch sich das Wohlbefinden steigert. Dennoch führe ich Konzentrations-, Müdigkeits- und gelegentliche Magen-/Darmprobleme auf die Hitze zurück. Leichte Erkältungserscheinungen, resultierend aus dem Besuch überklimatisierter Räume (Kinos, Supermärkte), vielleicht auch ventilatorwindbedingte Faktoren, habe ich auch festgestellt. 


>Schatten-Werte in der Kölner Südstadt<

Gegangen: 49.600 Schritte/Woche (4.700 – 13.000 Schritte/Tag). Hitzebedingt ziemlich wenig. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: sehr heiße Woche mit einigen Außen-Aktivitäten.

Im Kino: Backrooms

Der Film des US-amerikanischen Regisseurs Kane Parsons ist neben „Obsessions“ der zweite Horrorfilm, der viele Kinobesucher angezogen hat und ein großer Erfolg wurde. Beide Horrorfilme haben eine erfolgreiche youtube-Projekt-Vorgeschichte. 

Schauspielerisch kann der Film nicht so ganz mithalten mit „Obsessions“, aber mich interessierte diese Backrooms-Story mehr. In einem Möbelgeschäft macht der Betreiber im Keller eine Entdeckung. Er sieht einen angedeuteten Riss in einer Wand und kann dort durch die Wand gehen. Er kommt in gelbe Flure und gelbe Räume, die wie eine unterirdische Fortsetzung des Möbelgeschäfts wirken. Es sind keine Verkaufsräume, sie sind oft weitgehend leer, aber es findet sich dort manchmal auch Möbel-Sperrmüll. Und die Räume und Flure setzen sich endlos fort. Auch gibt es tiefe Schächte, die in weitere Etagen dieser Parallelwelt führen. 

Der Protagonist entschließt sich, ein befreundetes Pärchen zwecks Erkundung und kameratechnischer Dokumentation hinzuziehen. Diese Expedition endet unglücklich, denn es gibt menschen-/marionetten-/mumienähnliche Monster, und sie sind im Labyrinth gefangen. 

Die Psychotherapeutin des Protagonisten, der er von diesen Räumen erzählt hat, macht sich auf zum Möbelzentrum, nachdem sie die Nachricht bekommen hat, dass er nicht zu weiteren Sitzungen erscheinen würde. Doch es ist eine Falle. 

Ängste und Emotionen, die starr geglaubte Erinnerungen anpassen und umbauen, verschmelzen mit dem liminalen Schrecken. Die Architektur im fragilen Inneren wirkt sich unmittelbar auf die wandlungsfähige Umgebung aus“, meint filmfutter.

Die surreale visuell-akustische Umsetzung ist schon beeindruckend. Für Lost-Places- und Parallelwelten-Anhänger dürfte der Film ein "must see" sein.