Dienstag, 19. Februar 2019

Im Kino: Die Blüte des Einklangs

Naomi Kawase's Film ist so eine Art Wald-Mystik-Film. Er spielt in einer japanischen, dicht bewaldeten Berglandschaft der Insel Honshu. Die Haupt-Protagonistin, eine Französin (Juliette Binoche), wandert dort – in Begleitung einer japanischen Bekannten/Dolmetscherin – herum auf der Suche nach einer seltenen Kräuterpflanze. Sie treffen einen Mann, der im Wald arbeitet und jagt und sie in seinem Haus übernachten lässt. Er hat seinerseits eine Mutter/Tante (?), die sich mit Kräutern auskennt. 

Später, die Dolmetscherin ist weg, kommen sich Mann und Frau näher und lieben sich. Noch später muss die Französin zurück nach Frankreich, kommt aber einige Monate später zurück. Sie trifft im Haus einen jungen Mann an, den ihr Liebhaber verletzt im Wald gefunden hat. Den weiteren Verlauf der Handlung wage ich nur mit „undurchsichtig“ zu umschreiben. 

Die mystische Stimmung wird durch Nebelwolken, bizarr geformte Bäume und deren Rauschen im Wind, den Mond und durch verschwindende (und vielleicht tote?) Tiere und Menschen erzeugt, die später im Film wieder auftauchen. 

Die erste Hälfte des Film kann atmosphärisch überzeugen, auch die grandiosen Landschaftsaufnahmen und Juliette Binoche können überzeugen, in der zweiten Hälfte des habe ich allerdings nicht mehr so richtig durchgeblickt. 

Film-rezensionen meint, dass der Film „allgemein alles vermeidet, was als klare Aussage durchgehen könnte. Oder nachvollziehbare Handlung.“ So wirklich zufriedenstellend ist das nicht. 

Frau Kawases Filme „Still the Water“ (2014) und „Kirschblüten und rote Bohnen“ (2015) gefielen mir deutlich besser. 

Eine Wanderung in der Zülpicher Börde und der Drover Heide

Am Sonntag bei tollem Wetter um 15 Grad war ich das erste Mal in diesem Jahr im Rheinland wandernd unterwegs.


 >Knochenfund westlich von Kelz. Natürlich habe ich diesen Kopf mitgenommen.<

Ich entschied mich für weitgehend ausgeräumtes Flachland mit viel Sonne, startend an der Bahnstation Vettweiß, Zülpicher Börde und ging dann durch die Drover Heide und Wald nach Kreuzau ins Rur-Tal.

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es die Wanderroute, mehr Photos und mehr Bericht zu sehen.

Montag, 18. Februar 2019

Meine Woche (KW 7)

Getan: gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, Kinos besucht, gewandert (Bericht folgt). 

Gesehen: im Kino „The Mule“ und „Die Frau des Nobelpreisträgers“. 

Gehört: Blackmore's Night, The Heard, Poems For Laila, King Crimson, Whispering Sons (und natürlich Umweltgeräusche). 

Gelesen: in George R. Stewart's Roman "Leben ohne Ende", in Haruki Murakami's Geschichten-Band „Von Männern, die keine Frauen haben“, im Kölner Stadtanzeiger, im Nachruf-Heft „Bye SPEX! What's next?“ anlässlich des drucktechnischen Untergangs der 80er-Jahre-Rock/Pop-Zeitschrift „SPEX“ vor einigen Monaten. 

Gegessen: mal wieder zwei Käse-Börek-Schnecken beim Backwerk und Möhrengemüse mit Frikadelle bei Richartz. 

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Mango-Kokos-Tee und Grapefruit-Saft. 

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank Shashi Deshpande's Roman „Der schlafende Tiger“. 

Gekauft: eine Hose bei C & A. 

Gestaunt: im Schnitt drei Überfälle auf Personen in Köln täglich, berichtete der Kölner Stadtanzeiger aus der Kriminalstatistik 2018. 

Gefreut: das SPEX-Heft ist streckenweise witzig. 

Gewünscht: mehr Freizeit wünsche ich zugegeben andauernd. 

Gefühlt: ganz gut (besonders am Sonntag).     

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartzone misst meistens die Anzahl der Schritte; Wanderroute. 

Gedacht: der Frühling naht. 

Genervt: hinsichtlich erforderlich gewesener Firefox-Installationsarbeiten am PC. 

Fazit: eine passable Woche.

Samstag, 16. Februar 2019

Soundwelten: Whispering Sons mit „Image“

Das Debut-Album der belgischen Post-Punk-Band „Whispering Sons“ wirkt etwas aus der Zeit gefallen, vermutet man doch eventuell, es mit einer 1980er-Jahre-Dark-Wave-Band zu tun zu haben. Ich konnte mich richtiggehend freuen, endlich mal wieder etwas „kauffähiges Dunkles“ entdeckt zu haben.


>Whispering Sons live mit „Alone“<

Der Sound „lässt sich Luft, Zeit und Raum zum Kreieren einer fesselnden Atmosphäre, um häufig nach drei, vier Minuten so richtig zu eruptieren“, steht bei monkeypress. 

Eine sehr düstere Voice hat die Lady am Micro. 

Ich schritt zur Tat und kaufte das Werk.

Im Kino: Zwei „Senioren-Filme“

Mit „Senioren-Film“ meine ich hier Filme mit Hauptdarsteller_innen im Seniorenalter. Aber auch das Kino-Publikum dürfte im Schnitt deutlich älter sein als normalerweise. 

Wobei wir hier auch generell bei dem Problem sind, dass die Kinobesuchszahlen in 2018 in Deutschland um 30 % eingebrochen sein sollen. Man führte das allerdings auf die Fußball-Konkurrenz und den heißen Sommer zurück. Zukünftig kann es allerdings auch passieren, dass relevante Filme etwa von Netflix produziert oder gekauft werden und gar nicht mehr ins Kino kommen. Im Übrigen liefen auch in 2018 selbst im Kölner Stadtanzeiger besprochene Filme, die ich sehen wollte, nicht immer in Köln, weshalb ich sie gar nicht gesehen habe. 

Aber gut, dann komme ich mal zum Thema. Ich war erstmals in diesem Jahr wieder im Kino: 

In Clint Eastwood's Film „The Mule“ hat sich der alte Haudegen mal wieder selbst die Rolle auf den Leib geschneidert, spielt er doch wieder selbst die Hauptrolle als eigensinniger, inzwischen alter Mann mit streckenweise fehlender Sozialkompetenz und gescheiterter Ehe. 

Seine Gärtnerei geht bankrott und zufällig bietet sich ihm die Gelegenheit, als Fahrer für Kleintransporte einen neuen Job zu bekommen. Er transportiert dann Drogen im großen Stil für das Kartell. Dies schon bald wohl wissend, wird er dennoch Wiederholungstäter, da er äußerst lukrativ bezahlt wird, das Geld für wohltätige Zwecke gut gebrauchen kann und im Übrigen manchmal auch Schäferstündchen bei netten jungen Mädels in der Luxusvilla des Kartelchefs spendiert bekommt. Diese Szenen, frei aus anderen Kartell-Filmen adaptiert, konnte sich der Regisseur wohl unmöglich verkneifen. 

Der Film ist insgesamt dennoch stimmig, nur wenig gewalttätig und mitunter auch berührend. 

„Eastwood, mit vollem Körpereinsatz seiner eigenen, 88-jährigen Altersfragilität, macht in seinem Auftritt zugleich den Starrsinn als auch die Hilflosigkeit des Alterns sichtbar“, meint epd-film

Björn Runge's Film „Die Frau des Nobelpreisträgers“ erzählt nach einem Roman der US-amerikanischen Autorin Meg Wolitzer (The Wife, 2003), wie die förmliche Verleihung des Literatur-Nobelpreises an einen Schriftsteller (Jonathan Pryce) dessen Ehe-Beziehung zum Einsturz bringt und mittelbar dessen Tod in Stockholm verursacht. Beleuchtet werden dabei Vermutungen und Fakten um Schriftsteller, deren Bücher von ihren wesentlich talentierteren Ehefrauen mitgeschrieben wurden. Die Geschichte spielt Anfang der 1990er Jahre, reicht in Rückblenden jedoch bis in die 1960er Jahre zurück. 

Der Film ist insgesamt stimmig, mitunter auch berührend. Sowohl die Darstellung des sich anbahnenden Ehekonflikts als auch der gesellschaftlichen Umgangsformen anlässlich der Preisverleihung wirken – zumindest aus meiner Sicht – sehr authentisch. 

Der Film „setzt sich subtil mit Lebenslügen und Enttäuschungen sowie mit Geltungsdrang und Geniekult, gesellschaftlichen Denkklischees und struktureller Unterdrückung auseinander“, meint kino-zeit.