Montag, 25. Mai 2020

Filmkonserve: Der letzte König von Schottland

Kevin Macdonald's Film (2006) – nach einem Roman von Giles Foden - sah ich damals schon im Kino. Er spielt in Uganda in den 1970er Jahren. Ein junger britischer Arzt entscheidet sich für Arbeit an der medizinischen Front und wird – kaum angekommen – Zeuge der Machtübernahme im Staate durch Idi Amin (Forest Whitaker). Durch Zufall muss er den Mann nach einem Unfall mit einem Büffel in der Savanne behandeln und wird zu seinem Leibarzt erklärt. Er nimmt an, aber nur weil ihm der Job schmackhaft gemacht wird. So soll er doch auch das Gesundheitssystem des Landes aufbauen. 

Im Laufe der Jahre gerät der Arzt jedoch zunehmend unter Druck, wird unwillentlich verantwortlich für einige Morde, auch an einer der Ehefrauen des Diktators, mit der geschlafen hatte, denn die Geschichte fliegt auf. Am Ende, selbst gefoltert, weil er den Diktator vergiften wollte, kommt der Arzt nur mit Hilfe eines anderen Arztes in quasi letzter Minute an Bord eines Flugzeugs aus dem Land. 

Idi Amin steht sinnbildlich für einen brutalen afrikanischen Diktator, der alle möglichen und vermuteten Gegner samt ihrer Sippen unverzüglich ermorden ließ, wenn er (paranoide) Verdachtsmomente hegte. Nur, von diesen Entscheidungsprozessen sieht man nichts im Film, obgleich der Diktator sicherlich sehenswert von Forest Whitaker gespielt wird. 

Der Arzt wirkt in diesem Film hingegen über lange Strecken doch wohl etwas arg „unwissend“, als würde er nicht bemerken wollen, was im Land vorgeht und sich mehr für die Black-Beauty-Ladies des Landes interessieren. 

Mehr zum Film könnt ihr bei wikipedia nachlesen.

Sonntag, 24. Mai 2020

Sound-Welten (05/2020)

Ich habe bei spotify mal wieder einige Alben geprüft. Ich denke, das Album der französischen Band Klone fand ich am besten. 

Galahad. Album: Jheronimus – Songs of Earthly Delights (2019). Neuntes Studio-Album einer 1985 gegründeten deutschen Mittelalter-Folkrock-Band mit Lady am Micro. Aus meiner Sicht bietet das Album melodisch abgerundete Standard-Kost. SHR: 1 T – 4 T. WD: 5/Tag. 

Holly D Johnston. Album: Stretching The Sky (2018). Drittes Album einer britischen Singer-/Songwriterin. Es ist anscheinend völlig untergegangen und im Übrigen reichlich pathetisch im Sound. SHR: 1 T. WD: n.v. 

IQ. Album: Resistance (2019). Elftes Studio-Album der seit 1983 aktiven, britischen Progressive-Rock-Band. Vor 10 Jahren kaufte ich mal ein Album von ihnen, aber die letzten 3 Alben sind auch nur in jeweils 5-jährigem Abstand entstanden. Das neueste Werk ist eine Doppel-CD von bald 2-stündiger Spielzeit, die auch 3 Stücke oberhalb der 15-min-Marke enthält. Es ist ihr in Deutschland erfolgreichstes Werk, das es immerhin auf Platz 29 der Charts schaffte. Es gibt hierzulande eben eine noch nicht tote, treue Prog-Gemeinde, die sich an ausufernden Kompositionen in den Fußstapfen der Genesis-Pink-Floyd-Ära der 1970er Jahre erfreut. Genau genommen ist es stärker melodisch orientierter Neo Prog mit ausgedehnten Synth-Klangteppichen und pathetisch-melancholischem Gesang. Wer das mag, sollte wahrscheinlich zugreifen. SHR: 35 T – 98 T. WD: 18/Tag.

Jenn Grant. Album: Paradise (2017). Sechstes Studio-Album einer kanadischen Folk-Pop-Singer-/Songwriterin. Dieses Album soll deutlich mehr Pop-Einflüsse als ihre älteren Alben aufweisen. Deshalb ist es auch nicht mein Ding. SHR: 43 T – 434 T. WD: n.v. 

Klone. Album: Le Grand Voyage (2019). Sechstes Studio-Album einer französischen Progressive-Rock- und Alternative-Metal-Band. Der Sound der überwiegend recht kurzen Songs ist relativ komplex, die Gangart etwas härter, der Gesang melancholisch gefärbt. Aus meiner Sicht ein ziemlich gutes Album. SHR: 45 T – 369 T. WD: 8/Tag. 

Light Damage. Album: Numbers (2018). Zweites Album einer luxemburger Progressive-Rock-Band mit deutlichen Neo-Prog- und akustischen oder floydigen Momenten, wobei der Sänger gelegentlich durch Gastsängerinnen unterstützt wird. Ansprechen konnte mich das Album – trotz guter Kritiken und drei echter Longtracks - aber nicht wirklich. „Durch den geschickten Einsatz der Instrumente und des Aufbaus kommt während der fortschreitenden Dauer keine Langeweile auf“, meint betreutesproggen. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Mariana Semkina. Album: Sleepwalking (2020). Ein Solo-Album der Sängerin des russischen Chamber-Prog-Duos Iamthemorning. Von letzterem habe ich vor nicht allzu langer Zeit mal ein Album gekauft. Mit diesem mitunter mainstreamig, mitunter ruhiger geratenen Soloalbum, das mit seiner Instrumentierung dennoch an den Stil von Iamthemorning anknüpft, aber vielleicht mehr Art Pop ist, konnte die Lady aber wohl nicht landen. Einzelne Perlen gibt es, z.B. „Mermaid Song“. „Mix aus Art Pop, Chamber Pop, Folk und klassischen Arrangements“, meinen die babyblauen-seiten. SHR: 3 T – 8 T. WD: n.v. 

Neil Young & Crazy Horse. Album: Colorado (2019). Seit 1968 veröffentlicht der kanadische Rockmusiker unaufhörlich Alben. Das neue Album ist daher ungefähr die No. 41 und zumindest in Deutschland eines seiner erfolgreichsten geworden (Platz 6 der Charts). Stilistisch viel Neues gibt es auf diesem Album zwar nicht zu hören, aber es hat seine bewährte Mischung. Manche Songs rocken ordentlich, andere sind Balladen. Es ist auch ein 14-Minüter darunter, dieser natürlich mit ausgedehnt schroffem Gitarrenspiel und aus meiner Sicht das Highlight des Albums. SHR: 267 T – 937 T. WD: 554/Tag. 

Per Wiberg. Album: Head Without Eyes (2019). Solo-Debut-Album eines schwedischen Musikers, der bereits seit Jahren als Band-Mitglied diverser metal-lastiger Bands in Erscheinung trat. Das Album hat auch 2 Songs mit 10 bzw. 11-Minuten-Laufzeit. Stilistisch ist es nicht eindeutig zuzuordnen, aber Doom-Metal ist auch dabei. „Absolut hörenswertes, weil in seinem Abwechslungsreichtum spannendes Rockalbum“, meint musikreviews. SHR: 1 T – 18 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs.

Donnerstag, 21. Mai 2020

Wanderung im Windecker Ländchen

Hier wird noch der Link bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh zu meiner Wanderung am letzten Sonntag nachgereicht. 


>Ruinen der Pulverfabrik Elisenthal<

Heute war ich nicht unterwegs. Ich bin zwar hinlänglich früh genug aufgestanden, aber in Anbetracht des 28-Grad-Tages stand mir der Sinn mehr nach einem gemütlichen Balkontag mit Lektüre in der Geographischen Rundschau.

Sonntag, 17. Mai 2020

Meine Woche (KW 20/20)

Getan: gearbeitet, eingekauft, gewandert im Windecker Ländchen (Bericht folgt). 

Gefühlt: geht so, manchmal etwas angeschlagen und zu müde.

Gedacht: man sieht deutliche Anzeichen einer Normalisierung, beispielsweise offene Gastronomie draußen. 

Gefeiert: das erste open-air-Bier in diesem Corona-Jahr (unter Sonnenschirm an Bahnhofsgaststätte Schladern).


Gegessen: wieder öfter mal Spargel, aber auch Krakauer oder Currywurst in der Kantine und viel Eis. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, grünen Kokos-Passionsfrucht-Tee, Zunft-Kölsch. 

Gesehen: im TV oft die Tagesschau und Corona Extra, auch „Markt“ und einen Tierfilm über den Okavango River.

Gehört: Musik von Lazuli, Led Zeppelin, The Legendary Pink Dots, Le Mans, P. J. Harvey, Poems For Laila. Diverse Alben anderer Künstler_innen habe ich auch noch auf spotify geprüft. 

Gelesen: in Laksmi Pamuntjak's Roman „Alle Farben rot“, in Yaşar Kemal's Roman „Der Wind aus der Ebene“, ansonsten im Kölner Stadtanzeiger und im WWF-Magazin. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine relativ arbeitsame 5-Tage-Woche mit oft schönem, aber meist zu kühlem Mai-Wetter.

Sound-Welten (04/2020)

Ich habe bei spotify mal wieder einige Alben geprüft. Am besten gefiel mir das Album von Dool. 

Achim Reichel. Album: Wilder Wassermann – Balladen und Mythen (2002). Seit Anfang der 1970er Jahre mit Veröffentlichungen unter seinem Namen in Erscheinung tretend, war das - obwohl historisch - schon etwa das 23. Studio-Album des seit 1960 aktiven Rattles-Mitglieds. Ich kenne mich in seinem Werk nicht aus, aber dieses Album hört sich nach gemütlicher Liedermacherei mit Band an. Man kann das auch heute noch anhören, aber „mein Ding“ wird der Stil wohl nicht mehr. Der Mann ist immer noch relativ populär, wie man an der Anzahl der hiesigen wiki-Seitenaufrufe erkennt, obwohl es natürlich inzwischen kaum noch neue Studio-Alben gibt. SHR: 3 T – 11 T. WD: 182/Tag. 

Bardo Pond. Album: Volume 8 (2018). Von dieser US-amerikanischen Psychedelic-Rock-Band habe ich vor knapp 20 Jahren mal ein Album gekauft. Immer noch aktiv, gehören die Volume-Alben jedoch zu den mehr experimentellen jam-session-artigen Werken, die nicht als Studio-Alben deklariert sind. Die „Musiker erschaffen sowohl mächtige Klanggebirge als auf fein ziselierte Klanggespinste, die von den omnipräsenten Gitarren dominiert werden“, meinen die babyblauen-seiten. Die Sängerin, die gleichzeitig Flötistin ist, tritt eher selten und im Hintergrund in Erscheinung. Das ist mehr etwas für eingefleischte Fans dieser krautigen Stilrichtung. SHR: 10 T – 29 T. WD: n.v.

Children of the Sün. Album: Flowers (2019). Debut-Album mit viel Lady-Gesang einer jungen schwedischen Flower-Power-Band. Solche Bands sind mir meist zu „sonnig“ - das ist auch hier so. „Flowers lässt die rockigen, wilden Hippie-Zeiten wieder aufleben“, meint schwarzesbayern. SHR: 4 T – 21 T. WD: n.v. 

Dool. Album: Summerland (2020). Zweites Album einer niederländischen Rock-Band mit Lady am Micro. Tendenziell stilistisch mit Progressive-, Okkult-Rock- und Metal-Elementen aufwartend und mit relativ schroffen Gitarren, aber auch melodisch, ist es vielleicht mal wieder ein Album, das ich mir anschaffen sollte. Es schaffte es sogar auf Platz 9 der deutschen Charts. SHR: 22 T – 104 T. WD: 13/Tag. 

Epica. Album: The Holographic Principle (2016). Ebenfalls auf Platz 9 der deutschen Charts schaffte es mit ihrem 7. Album seinerzeit diese niederländischen Rock-Band mit Lady am Micro. An Epica hat mich immer der Größenwahn ihres bombastischen Symphonic Metals gestört, auch die Growls des männlichen Beasts. Ich finde das meistens „anstrengend“, dennoch bekommen sie manchmal einen guten Song hin, etwa „Once Upon A Nightmare“ auf diesem, ihrem bislang letzten und erfolgreichsten Album. Es ist ein Doppel-Album und man bekommt eine mitunter Carmina-burana-artige volle Bombast-Dröhnung geboten. SHR: 497 T – 5.153 T. WD: 69/Tag. 

Feist. Album: Pleasure (2017). Fünftes Album einer ziemlich bekannten kanadischen Indie-/Pop-Künstlerin. Ein sparsam instrumentiertes, vereinzelt aber auch leicht schroffes Album mit manchmal mich etwas nervenden Gesang. Kann man insgesamt aber wohl anhören. Anspieltipp: „Lost Dreams“. SHR: 969 T – 5.899 T. WD: 51/Tag.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs.