Dienstag, 22. September 2026

Im Kino: Frühstück bei Audrey

Sophie Beaulieu's Film erzählt von einem allein lebenden Mann, der sich eine fraugroße Puppe zwecks Gesellschaft zulegt. Nur seine Schwester weiß davon. Dieses Grundkonzept ist weder in der Literatur noch im Film neu. In diesem Film erwacht die Puppe irgendwann zum Leben, ein Ansatz, den es meist nur in Horrorfilmen gibt. 

Dieser Film ist jedoch eine Wohlfühlkomödie, und so ist „die Puppe“ dem Mann ergeben. Die schnell menschenähnlich agierende Frau kann der Protagonist dann in die Gesellschaft einführen, seinen Eltern und den Arbeitskolleg:innen vorstellen. 

Der Film ist einfühlsam und dialogtechnisch in diversen Szenen durchaus amüsant. Aber weil es eben eine Komödie ist, die sich keinen Deut um Erklärungen zum „Aufwachen“ bemüht und kein SF-Film, wird unendlich viel Potenzial verspielt. Maria Schrader's Film „Ich bin dein Mensch“ (2021) gefiel in dieser Hinsicht viel besser. 

Lt. kino-zeitstolpert [der Film] über die eigene Mutlosigkeit, echte Ambition zur Gratwanderung an den Tag zu legen“.

Meine Woche (KW 38/2026)

Gemacht: Einkäufe und/oder Spaziergänge in der Südstadt/City, im Kino gewesen, Wald-Pilzsuch-Wanderungen bei Lissendorf in der Eifel (Bericht folgt) und in der Ville bei Liblar, mit Ex-Studienkollegen Jürgen in der Braustelle gewesen.  


>Am Neumarkt, Köln-City<

Gefunden: ein paar Pilze. 

Gesehen: im Kino „Vaterland“.  

Gelesen: in Yoko Ogawa's Roman „Insel der verlorenen Erinnerung“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Standardkost. 

Getrunken: Kaffee, Wasser + Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Kölsch (Odeon), Weizenbier (Torburg), Kölsch (Braustelle).  

Gehört: Musikkonserven von Long Fin Killie, Loreena McKennitt, Whispering Sons, Woven Hand.  

Gefühlt: geht so. Unzufrieden, weil ich bezüglich Urlaub keine Entscheidung treffen konnte. 

Gegangen: 71.400 Schritte/Woche (3.700 – 25.900 Schritte/Tag).   

Gekauft: zwei leichte Jacken (Primark 20/22 €). Außerdem musste ich schon wieder meine Brille am (anderen) Bügel reparieren lassen (45 €). 

Fazit: einigermaßen passable Woche.

Montag, 21. September 2026

Im Kino: Vaterland

Pawel Pawlikowski's Film handelt von der Reise des 1933 emigrierten Schriftstellers Thomas Mann (Hanns Zischler) in Begleitung seiner Tochter (Sandra Hüller) nach Deutschland im Jahr 1949. Anlässlich der Verleihung von Goethe-Preisen machen sie Station in Frankfurt und in Weimar, welche damals in der Sowjetische Besatzungszone lag. Eine Menschenmenge erwartet sie, man erwartet Reden vom Schriftsteller und viele Journalisten sind immer anwesend, stellen auch kritische Fragen. 

Über allem liegt das Gefühl der Fremdheit, in fast jeder Einstellung“, meint epd-film. Man macht auf Einladung die Reise, fühlt sich aber nicht wohl in Deutschland, kehrt auch nie wieder an den Wohnsitz in Deutschland zurück. Ja, das kommt gut rüber in diesem in Schwarzweiß gedrehten Film, von dem ich mich aber dennoch frage, ob ich ihn hätte angucken müssen. Im Grunde habe ich überhaupt keinen Bezug zu dieser Geschichte.

Dienstag, 15. September 2026

Meine Woche (KW 37/2026)

Gemacht: Einkäufe und/oder Spaziergänge in der Südstadt/City, im Kino gewesen, Wanderung zwischen Remagen und Lohrsdorf/Ahrtal (Bericht).  


>Der Käseladen in der Severinstraße scheint auch schon wieder dicht gemacht zu haben<

Gesehen: im Kino „Das Ende der Sterne“, „Ghost School“ (Bericht).  

Gelesen: in Yoko Ogawa's Roman „Insel der verlorenen Erinnerung“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Standardkost. Ein halbes Hähnchen vom Chlodwigplatz war der Einfachheit halber auch wieder dabei. 

Getrunken: Kaffee, Wasser + Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Spritz Bitter Lemon (Filmhaus).  

Gehört: Musikkonserven von Long Fin Killie, Loom Light, US Christmas, Woven Hand.  

Gefühlt: geht so. Energie-Probleme habe ich noch. 

Gegangen: 51.400 Schritte/Woche (3.500 – 19.900 Schritte/Tag).   

Gekauft: nichts > 20 €.  

Fazit: passable, gelangweilte Woche.

Freitag, 11. September 2026

Im Kino: Das Ende der Sterne

Der britische Regisseur Ridley Scott, längst berühmt durch beispielsweise seine Alien-Filme, wagt sich in seinem biblischen Alter von 88 Jahren noch an ein postapokalyptisches Endzeitdrama, das zwar auf einen Roman des US-Amerikaners Peter Heller aus dem Jahr 2013 fußt („The Dog Stars“, 2012; gibt’s auch auf Deutsch), sich aber wohl erhebliche Freiheiten herausnimmt. 

In dem etwa im Jahr 2050 spielenden Film ist die Zivilisation durch eine Seuche dahin gerafft, und es gibt nur wenige Überlebende. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst zwei Männer, die in Zweckgemeinschaft auf einem kleinen Flugplatz in den Bergen leben. Der eine Typ ist für die Verteidigung zuständig, legt alle um, die sich vereinzelt oder in kleinen Gruppen dem Flugplatz nähern, der andere macht gelegentlich Erkundungsflüge mit seinem Hund in einem kleinen Flugzeug, fliegt auch manchmal in die zerfallene US-Großstadt, um nach Vorräten zu suchen. Außerdem haben sie Beziehungen zu einer Mennonitengemeinschaft mit zahlreichen Kindern, die in der Nähe wohnt. 

Eines Tages muss der Pilot jedoch notlanden. Das gelingt. Er kommt zu einer Hütte, in der ein Mann und seine erwachsene Tochter leben. Gemeinsam können sie den Flieger reparieren, gerade rechtzeitig, bevor eine „wilde Horde“ angreift. Sie kehren zum Flugplatz zurück, später folgen sie mit dem Flieger einem Funksignal, das zu einem weiteren Airport führt. Doch das Ziel erweist sich als Falle mit autoritärer Führungsstruktur. Sie entkommen, kehren zu „ihrem“ Flugplatz zurück, der seinerseits von einer „wilden Horde“ angegriffen wurde. 

Der Film hat durchwachsene Kritiken bekommen, sicher nicht ganz zu unrecht, erzählt die Geschichte doch auch nicht so viel Neues im Reigen endlos vieler postapokalyptischer Visionen, die schon zu Papier gebracht, aber nur im Ausnahmefall verfilmt wurden. Abgesehen davon, dass er visuell schön in Szene gesetzt wurde, sowohl zärtliche als auch Brutalo-Szenen hat, ist der Film vielleicht realitätsnäher als viele Visionen, die dann auch noch Vampire oder Zombies ins Feld führen, hat aber keine Vision zum Wiederaufbau einer Zivilisation wie z. B. „The Postman“ (1997) eine hatte. 

Als hätte er tatsächlich lieber einen Western gedreht, dafür aber nicht die passende Romanvorlage gefunden, inszeniert Scott die Angriffe auf seine Männeridylle wie einst Indianerüberfälle aufs Fort Bravo“, so die taz, gesteht dem Film aber dennoch „einigen Charme“ zu. 

Als Anhänger von postapokalyptischen Visionen fand ich selbst den Film schon ganz gut in Szene gesetzt.