Montag, 24. August 2026

Im Kino: Im Spiegel meiner Mutter

Jutta Brückner's autobiographisch beeinflusster    Film erzählt von einer Archäologieprofessorin, die nach dem Tod ihrer alzheimerkranken Mutter mentale Probleme mit der Aufarbeitung der eher kühlen, problembeladenen Mutter-Tochter-Beziehung hat. Sie muss außerdem deren Haushalt auflösen und stellt am Institut eine neue Gehilfin zwecks Untersuchung einer illegal geborgenen Moorleiche ein. Diese Frau weiß merkwürdig viel von der Professorin und darf im Haus der Mutter wohnen. 

Und an der Uni wird die Professorin in ihren Seminaren vom Lärm laufender Sanierungsmaßnahmen genervt. 

Ich selbst konnte nicht so wirklich viel mit dem Film anfangen. Im Storytelling ist der Film zu nüchtern, emotionsarm. 

Man mag sich selbst eine Meinung bilden, etwa anhand der artechock-Kritik.

Freitag, 21. August 2026

Im Kino: Everytime

Sandra Wollner's Film handelt von Trauerverarbeitung. Ein Teenie-Mädchen springt in Berlin unter Drogeneinfluss von einem Hochhaus, ihr Freund, ihre jüngere Schwester und ihre Mutter versuchen das Trauma zu verarbeiten. Dazu gibt es verschiedene Wege, etwa Fotos und Urlaubsvideos ansehen, ihr auf WhatsApp Nachrichten schicken, zum Friedhof gehen, gegenseitig trösten. 

Später fliegen sie zu Dritt nach Teneriffa, kommen in einem Ressort am Meer unter, dort wo die Mutter mit ihrer toten Tochter vor 14/15 Jahren schon mal Urlaub machte. Die Filmhandlung nimmt magische Züge an. Sie finden in der Hotelanlage ein Kind, das zu niemandem zu gehören scheint, kümmern sich drum. Die Sonne wird eckig (wie auf dem Filmplakat) und geht lange nicht unter. Mit dem neuen Kind, das die verlorene Tochter ist, kehren sie auf dem See-/Landweg nach Deutschland zurück. 

Man spürt viel Empathie in diesem ziemlich guten Film, der seine eigene mitunter rätselhafte Filmsprache entwickelt. 

Der Tod und das Leben, die Vergan­gen­heit und die Zukunft, alles ist gleich­zeitig da, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir eigent­lich sind“, meint artechock.

Dienstag, 18. August 2026

Im Kino: The Invite

Olivia Wilde's Film widmet sich einem bekannten Arthouse-Thema: Pärchen. Junges Pärchen, verstaubtes Pärchen mit längst erloschener Leidenschaft. Sie wohnen im Film gern zusammen in einem Mietshaus, und das Lustgestöhn des jungen Paares nervt dann bald das ältere Paar, im Klischee vor allem den Mann, hier den beruflich frustrierten Musikprofessor. Dennoch kommt es zu einer Kennenlern-Einladung mit Vorschlägen zu Gruppensex oder Partnertausch, die dann emotional etwas eskaliert. 

Das hatten wir 2023 schon in Sabine Boss' Schweizer Film „Die Nachbarn von oben“, den ich gut fand, und tatsächlich beruhen beide Filme auf einer spanischen Vorlage („Sentimental“ von Cesc Gay, 2020), die hierzulande – wie vermutlich alle seine Filme - gar nicht ins Kino kam. 

Hier also nun die US-amerikanische Version des Stoffs. Schauspielerisch überzeugend, kann meines Erachtens allerdings auch nichts darüber hinwegtäuschen, dass die thematische Behandlung des Stoffs und vor allem dessen visuelle Umsetzung etwas bemüht und bieder wirkt. Ich vermute mal in allen drei Versionen. Man wird dennoch gut unterhalten. 

Das Ganze ist dann aber doch auch ein sehr konventionelles Genre-Vergnügen“, meint denn auch daskulturblog.

Montag, 17. August 2026

Meine Woche (KW 33/2026)

Gemacht: Einkäufe und Spaziergänge in der Südstadt/City/Klettenberg/Sülz, mit Freund:innen im Herbrand's Essen gewesen, Blumen gegossen beim Bruder in Klettenberg. 

Gedacht: nach der fünften Hitzewelle in diesem Sommer denke ich, die Stadt und ihre Bewohner sind auf die Folgen des Treibhauseffekts kein bisschen vorbereitet. In der Politik und Verwaltung schlafen die Entscheidungsträger konsequent seit mindestens 25 Jahren. Daran ändern auch Wassernebel-Events nichts, auch weil es eben nur zeitlich und örtlich stark limitierte Events sind. Irgendwann wird es jedenfalls wahrscheinlich besser sein, eine „echte“ Klimaanlage in der Wohnung zu haben, wenn man nicht im Erdgeschoss wohnt; denn dann kann man sich bei etwa 25 Grad wenigstens in der Wohnung erholen, wenn draußen 35 oder 40 Grad sind.


>Vor ein paar Tagen: Regenbogen-/Wassernebel-Event an der Severinstraße, Köln-Südstadt<

Gesehen: städtisches Sommerleben. 

Gelesen: beendet N. K. Jemesin's Roman „Zerrissene Erde“, in Jack London's Erzählungsband „Die glücklichen Inseln“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Highlight „Gyros-Bowl“, mit Geflügelfleisch, Salat, bunter Quinoa, Kirschtomaten, Sprossen und Tzatziki-Dressing (Herbrand's). 

Getrunken: Kaffee, Wasser + Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Bier + Weizenbier (Herbrand's). 

Gehört: Musikkonserven von The Legendary Pink Dots, Lilium, Liquid Laughter Lounge Quartet, Solstafir. 

Gefühlt: immer noch nicht fit, ein Virus, ähnlich einer Low-Level-Sommergrippe,  bin oft müde und habe diverse Symptome, Schnupfen, manchmal Husten, auch Magen-Darm-Probleme, mal mehr, mal weniger, das schwankt. 

Gegangen: 43.800 Schritte/Woche (3.400 – 9.400 Schritte/Tag). Sehr unambitioniert, aber in dieser Woche gab es wieder 4 Tage mit 32 – 38 Grad Maximum am Stück, und gesundheitlich angeschlagen bin ich auch nach wie vor. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine eher mittelprächtige Woche.

N.K. Jemesin's Roman „Zerrissene Erde“

Das ist der erste Band ihrer Broken-Earth-Trilogie, die tendenziell mehr Fantasy als Science Fiction ist. In 2016-2018 gewann die afroamerikanische US-Autorin mit allen drei Bänden ihrer Trilogie den bedeutenden Hugo-Award in Folge und noch weitere renommierte Preise und stieg damit in kurzer Zeit zu einer der bedeutendsten Fantasy-Autor:innen ihrer Zeit auf. 

In der von ihr erschaffenen Welt haben einige Menschen von Geburt an mentale Kräfte, mit denen sie plattentektonische Prozesse wie Erdbeben und Vulkanausbrüche beeinflussen können, wenn sie zuvor geschult wurden. In der Hauptstadt des Kontinents gibt es eine entsprechende, für Außenstehende geschlossene, streng hierarchisch geführte Einrichtung, in der diese Menschen verbracht werden, weil sie andernfalls eine Gefahr für alle anderen Menschen darstellen und oft deshalb umgebracht werden. Gleichzeitig gibt es eine Wächterkaste, deren Mitglieder in der Lage sind, diese mentalen Kräfte zu neutralisieren. Die genauen Zusammenhänge schildert der Roman nicht. 

Im Mittelpunkt des Romans stehen drei junge, mental talentierte Frauen, die auf verschiedenen, leicht versetzten Zeitebenen mit ihrem mächtigen Mentor oder alleine bzw. in wechselnder Begleitung durch eine postapokalyptische Welt ziehen. Diese dörfliche Welt wird alle paar Hundert Jahre durch plattentektonische Ereignisse in die Finsternis geschleudert. Hungersnöte und Anarchie sind die Folge, bevor wieder Normalität eintritt. Die Frauen leben folglich in einer dünnbesiedelten Welt voller Ruinen untergegangener Städte und Relikten fortschrittlicher Technologie, deren Zweck sie nicht kennen. So gibt es beispielsweise riesige leuchtende Kristalle am Himmel, die unzweifelhaft nicht natürlichen Ursprungs sind. Eine der Frauen kommt auch in eine unterirdische bewohnte Stadt, die in einem amethystdrusenartigen Hohlraum errichtet wurde. 

Das Setting des Romans ist teilweise spektakulär, aber seine Handlung ist relativ schwer nachvollziehbar, weil der Roman einen Blick auf das Leben dreier Frauen wirft und sich der Fortgang dieser Geschichten in einzelnen Kapiteln immerfort abwechselt. Viele Fragen bleiben offen. Im Grunde müsste ich, auf mehr Transparenz bei den Zusammenhängen hoffend, den Roman direkt noch mal von vorne zu lesen beginnen. 

Ich weiß noch nicht, ob ich den Zyklus weiter verfolge. Die Gefahr ist groß, endgültig nicht mehr durchzublicken, wenn ich in einem Jahr oder so mit dem zweiten Band fortfahre; andererseits locken die ungeklärten Geheimnisse, denn hier im ersten Band blicken die Protagonist:innen bei vielen Zusammenhängen nicht durch und also auch der Leser nicht.

Bei lovelybooks haben sich einige Leser:innen zum Buch geäußert.