Dienstag, 30. Juni 2026

Meine Woche (KW 26/2026)

Gemacht: Einkäufe und Spaziergänge in der Südstadt/City, Blumen gießen beim Bruder, oftmals ein Kino besucht, mit Ex-Arbeitskollegen Michael und Rolf vietnamesisch essen gewesen, mit Ex-Studienkollegen Jürgen ein paar Kölsch an der Braustelle (Ehrenfeld) getrunken, Routine-Besuch bei meiner Internistin, einzelne Café- und Kneipenbesuche (open air). 

Gesehen: im Kino „Backrooms“, „Obsessions – Du sollst mich lieben“, „The Death of Robin Hood“, „The Love That Remains“. Etwa 24 Grad habe ich in den von mir besuchten Kinosälen des OFF und Odeons, 26 Grad im Cinenova gemessen. Ich fand auch früher schon, dass dies sehr angenehm an 35-Grad-Tagen sein kann. Allerdings an richtig heißen Tagen stellt sich das Problem, dass die „Anreise“ belastend sein kann, etwa in schlecht klimatisierten Straßenbahnen. Ansonsten öfter mal auch WM-Fußball geguckt. 

Gelesen: in N. K. Jemesin's Roman „Zerrissene Erde“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Highlight „Com Cuon Chien Knusprige Reisrolle“. Seitangblätter gefüllt mit Reissushi und Gurke, Rettich, verfeinert mit hausgemachte Cocktaisauce und „Nom Xoai Mango Salat“. Feine Streifen aus Mango und Karotten, angerichtet mit Seitan, knusprigem Seitan, abgeschmeckt mit Lotusstängel. Serviert mit hausgemachter Sauce, Erdnüssen und Röstzwiebeln“ (Xin Chao, Ehrenfeld). Das war lecker. 

Getrunken: Kaffee, Wasser mit Multivitamin-/Mineralstoff-Tabletten, Orangensaft, Schultenbräu-Weizen-Grapefruit-Mix-Dose, Saigon Bier (Xin Chao), Kölsch (Braustelle), Apfelschorle (Kinos), Weizenbier (Pitter). 

Gehört: Umweltgeräusche. Keine Musik zu Hause (zu warm). 

Gefühlt: meist ganz gut, aber bei Temperatur-Maxima von 30-38 Grad in den letzten 11 Tagen in Folge wird auch in meiner Wohnung die 30/32-Grad-Marke spätestens am Nachmittag geknackt. Natürlich habe ich einen Ventilator, der auch schon mal die ganze Nacht lief. Er kühlt nicht, aber der leichte Wind fördert die Verdunstung von der Haut, wodurch sich das Wohlbefinden steigert. Dennoch führe ich Konzentrations-, Müdigkeits- und gelegentliche Magen-/Darmprobleme auf die Hitze zurück. Leichte Erkältungserscheinungen, resultierend aus dem Besuch überklimatisierter Räume (Kinos, Supermärkte), vielleicht auch ventilatorwindbedingte Faktoren, habe ich auch festgestellt. 


>Schatten-Werte in der Kölner Südstadt<

Gegangen: 49.600 Schritte/Woche (4.700 – 13.000 Schritte/Tag). Hitzebedingt ziemlich wenig. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: sehr heiße Woche mit einigen Außen-Aktivitäten.

Im Kino: Backrooms

Der Film des US-amerikanischen Regisseurs Kane Parsons ist neben „Obsessions“ der zweite Horrorfilm, der viele Kinobesucher angezogen hat und ein großer Erfolg wurde. Beide Horrorfilme haben eine erfolgreiche youtube-Projekt-Vorgeschichte. 

Schauspielerisch kann der Film nicht so ganz mithalten mit „Obsessions“, aber mich interessierte diese Backrooms-Story mehr. In einem Möbelgeschäft macht der Betreiber im Keller eine Entdeckung. Er sieht einen angedeuteten Riss in einer Wand und kann dort durch die Wand gehen. Er kommt in gelbe Flure und gelbe Räume, die wie eine unterirdische Fortsetzung des Möbelgeschäfts wirken. Es sind keine Verkaufsräume, sie sind oft weitgehend leer, aber es findet sich dort manchmal auch Möbel-Sperrmüll. Und die Räume und Flure setzen sich endlos fort. Auch gibt es tiefe Schächte, die in weitere Etagen dieser Parallelwelt führen. 

Der Protagonist entschließt sich, ein befreundetes Pärchen zwecks Erkundung und kameratechnischer Dokumentation hinzuziehen. Diese Expedition endet unglücklich, denn es gibt menschen-/marionetten-/mumienähnliche Monster, und sie sind im Labyrinth gefangen. 

Die Psychotherapeutin des Protagonisten, der er von diesen Räumen erzählt hat, macht sich auf zum Möbelzentrum, nachdem sie die Nachricht bekommen hat, dass er nicht zu weiteren Sitzungen erscheinen würde. Doch es ist eine Falle. 

Ängste und Emotionen, die starr geglaubte Erinnerungen anpassen und umbauen, verschmelzen mit dem liminalen Schrecken. Die Architektur im fragilen Inneren wirkt sich unmittelbar auf die wandlungsfähige Umgebung aus“, meint filmfutter.

Die surreale visuell-akustische Umsetzung ist schon beeindruckend. Für Lost-Places- und Parallelwelten-Anhänger dürfte der Film ein "must see" sein.

Samstag, 27. Juni 2026

Im Kino: Obsessions – Du sollst mich lieben

Curry Barker's Horrorfilm ist einer von zwei US-amerikanischen Horrorfilmen, die schon jetzt weltweit sehr erfolgreich gelaufen sind. Auch das OFF-Kino hier in Köln war gestern gut besucht, ist aber wegen Erkältungsgefahr (23-24 Grad) nicht unbedingt zu empfehlen. 

Der Film handelt von einem jungen, schüchternen Mann, der in einem Musikladen jobt und in seine Arbeitskollegin dort verknallt ist, es ihr aber nicht zu beichten getraut. In einem Esoterikladen, in dem er ein Geschenk sucht, kauft er ein „handelsübliches“ ordentlich verpacktes Objekt (Weidenzweig) mit Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweis, das damit wirbt, dass man einen Wunsch äußern kann, wenn man es zerbricht. In verzweifelter Lage wünscht er sich schließlich, dass seine Angebetete ihn mehr als alles andere auf der Welt lieben soll. 

Soweit ist die Story in der phantastischen Literatur und im Film schon seit Langem in zahlreichen Variationen wohlbekannt. Auch dass diese Wünsche sich erfüllen, aber ein fatales Ende nehmen. So auch hier. 

Aber es kommt auf die Umsetzung im Detail an, besonders im Film. Und dieser Film ist schon sehr stimmig im Setting, in seiner Ausstrahlung, in der Geräuschkulisse und im Handeln der Personen (ohne dümmliche Protagonist:innen). Von daher ist der Erfolg nachvollziehbar, auch wenn andere gute, günstig produzierte Filme häufig keinen Erfolg haben. 

Der Film erinnert mich manchmal an „Der Exorzist“, obwohl das Setting ein ganz Anderes ist und auch überhaupt keine Religion hier eine Rolle spielt. Aber ein Dämon übernimmt die Frau bzw. ihr Gehirn und kann sich meistens ihr gegenüber durchsetzen, unterdrückt ihr Ich. Und als Folge möchte die Frau, der Dämon nur noch mit dem Mann zusammen sein, am liebsten 24 Stunden am Tag.

Nach kino-zeitsetzt das Werk auf eine Atmosphäre, die uns ab einem gewissen Punkt stets das Schlimmste befürchten lässt – womit wir dann erschreckend oft richtig liegen .... absolutes Grusel-Gold“. 

Eine Empfehlung gibt’s meinerseits, aber seid gewarnt, der Film ist schon „krass“ mit Blick auf einige Gewaltszenen und einige unheimliche Szenen.

Donnerstag, 25. Juni 2026

Im Kino: The Love That Remains

Wie z. B. bei epd-film nachzulesen ist, ist Hlynur Pálmason's Film „eine träumerisch-surreale Betrachtung einer zerbrochenen Elternbeziehung vor der malerischen Kulisse Islands“. 

Die Frau ist frei schaffende Künstlerin, macht Metall-Schrott-Kunst auf offenem Feld, kann damit aber nicht finanziell reüssieren. Bei ihr in einem Haus nahe dem Meer leben ihre drei Kinder, ein Hund, und es gibt einen Hühnerstall. Ihr Mann arbeitet hingegen auf einem Fischkutter, ist schon mal längere Zeit weg. Sie leben getrennt, aber der Mann kommt öfter zu Besuch, um sie und seine Kinder zu sehen. 

Der Film zeigt einerseits Alltagsleben, vom Fischfang bis zur Kunstwerkerstellung. Andererseits werden einschneidende Begebenheiten insbesondere der Kinder, die von diesen in Träumen verarbeitet werden, surreal in Szene gesetzt. 

Beispielsweise üben die Kinder oft mit Pfeil und Bogen und haben eine ritterähnliche Attrappe gebaut, auf die sie schießen, jedoch schießt der eine Bruder den anderen Bruder an, was einen Notfall-Besuch im Krankenhaus zur Folge hat, und später wird die mit Pfeilen gespickte Ritterattrappe lebendig. Oder ein großer Hahn, der zuvor vom Vater erschlagen worden war (wie er der Tochter gestehen musste), zerrt nachts den Vater aus dem Bett. 

Insgesamt wirkt der Film vielleicht etwas ziellos (wie das Leben auch schon mal sein kann), konventionell inszeniert und viele Kurzszenen sind eventuell auch überflüssig, weil sie nirgendwo hinführen; dennoch aus meiner Sicht ein passabler Film, eben auch, weil er Eindrücke vom Leben auf Island vermittelt.

Mittwoch, 24. Juni 2026

Im Kino: The Death of Robin Hood

Michael Sarnoski's Film kommt als brutal-empathisches, im 13. Jahrhundert angesiedeltes Werk daher, das die letzten Monate des Volkshelden visualisiert. 

Zunächst lebt Robin Hood (Hugh Jackman) allein in karger Berglandschaft (gedreht in Irland). Besuch von Fremden macht ihn misstrauisch, denn meist hat es dieser Besuch auf sein Leben abgesehen, Blutrache oft als Motiv. 

Er trifft dann einen seiner alten Gefährten (Bill Skarsgård), der eine Rechnung begleichen, Frau und Tochter zurückgewinnen will. Schwer verletzt in dem Gemetzel um den von ihnen angegriffenen Hof wird der Protagonist von seinem Gefährten per Lastkarren und Boot auf eine landnahe Klosterinsel gebracht und von der schönen Priorin (Jodie Comer) gepflegt. 

Später soll er im Klostergarten mithelfen, und er kümmert sich um die im Kampf befreite, traumatisierte Tochter seines Gefährten, der bald an Lepra stirbt, ihm aber vorher noch ein düsteres Detail aus dem Leben der Priorin erzählt, in das er verwickelt ist. Es gibt hier berührende Szenen. Später, nachdem er ihr seine Missetaten gebeichtet hat, wird ihn die Priorin auf eigenen Wunsch töten. 

Robin Hood, dessen Existenz historisch nicht verbürgt ist, wurde schon im 15. Jahrhundert als „berühmter Mörder“ bezeichnet. Deshalb ist auch eine finstere Interpretation seiner Figur erlaubt. Darum geht es in diesem Film jedoch auch, Gnade, Sühne für seine gewalttätigen Missetaten. 

Der Film gefiel atmosphärisch und in seinen Settings ganz gut. Eine gute Kritik ist beispielsweise bei artechock zu finden.