Der britische Regisseur Ridley Scott, längst berühmt durch beispielsweise seine Alien-Filme, wagt sich in seinem biblischen Alter von 88 Jahren noch an ein postapokalyptisches Endzeitdrama, das zwar auf einen Roman des US-Amerikaners Peter Heller aus dem Jahr 2013 fußt („The Dog Stars“, 2012; gibt’s auch auf Deutsch), sich aber wohl erhebliche Freiheiten herausnimmt.
In dem etwa im Jahr 2050 spielenden Film ist die Zivilisation durch eine Seuche dahin gerafft, und es gibt nur wenige Überlebende. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen zunächst zwei Männer, die in Zweckgemeinschaft auf einem kleinen Flugplatz in den Bergen leben. Der eine Typ ist für die Verteidigung zuständig, legt alle um, die sich vereinzelt oder in kleinen Gruppen dem Flugplatz nähern, der andere macht gelegentlich Erkundungsflüge mit seinem Hund in einem kleinen Flugzeug, fliegt auch manchmal in die zerfallene US-Großstadt, um nach Vorräten zu suchen. Außerdem haben sie Beziehungen zu einer Mennonitengemeinschaft mit zahlreichen Kindern, die in der Nähe wohnt.
Eines Tages muss der Pilot jedoch notlanden. Das gelingt. Er kommt zu einer Hütte, in der ein Mann und seine erwachsene Tochter leben. Gemeinsam können sie den Flieger reparieren, gerade rechtzeitig, bevor eine „wilde Horde“ angreift. Sie kehren zum Flugplatz zurück, später folgen sie mit dem Flieger einem Funksignal, das zu einem weiteren Airport führt. Doch das Ziel erweist sich als Falle mit autoritärer Führungsstruktur. Sie entkommen, kehren zu „ihrem“ Flugplatz zurück, der seinerseits von einer „wilden Horde“ angegriffen wurde.
Der Film hat durchwachsene Kritiken bekommen, sicher nicht ganz zu unrecht, erzählt die Geschichte doch auch nicht so viel Neues im Reigen endlos vieler postapokalyptischer Visionen, die schon zu Papier gebracht, aber nur im Ausnahmefall verfilmt wurden. Abgesehen davon, dass er visuell schön in Szene gesetzt wurde, sowohl zärtliche als auch Brutalo-Szenen hat, ist der Film vielleicht realitätsnäher als viele Visionen, die dann auch noch Vampire oder Zombies ins Feld führen, hat aber keine Vision zum Wiederaufbau einer Zivilisation wie z. B. „The Postman“ (1997) eine hatte.
„Als hätte er tatsächlich lieber einen Western gedreht, dafür aber nicht die passende Romanvorlage gefunden, inszeniert Scott die Angriffe auf seine Männeridylle wie einst Indianerüberfälle aufs Fort Bravo“, so die taz, gesteht dem Film aber dennoch „einigen Charme“ zu.
Als Anhänger von postapokalyptischen Visionen fand ich selbst den Film schon ganz gut in Szene gesetzt.




