Samstag, 15. Juni 2019

Im Kino: Roads

Sebastian Schipper erzählt in seinem Film eine Mischung aus Road Movie und Flüchtlingsgeschichte. Da ist der pubertäre Sohn während eines Marokko-Urlaubs genervt vom Familienleben in der All-Inclusive-Unterkunft und „klaut“ das elterliche Wohnmobil, um sich auf nach Hause (England) zu machen. Unterwegs noch in Marokko gabelt er einen Flüchtling aus dem Kongo auf, der ihm hilft, mit dem Fahrzeug klar zu kommen und seinen Bruder in Frankreich suchen will. 

Gemeinsam bestehen sie dann diverse Abenteuer, um über Spanien nach Frankreich zu gelangen – Schmuggel von Haschisch inklusive. 

Als authentisch überzeugend erzählt empfand ich die Geschichte nicht. Im letzten Drittel in den Flüchtlingscamps Frankreichs wirken die Ereignisse und das Umfeld dann etwas realistischer. Punkten kann der Film mit seiner zwischenmenschlichen Note, allerdings ist der Soundtrack etwas „schmalzig“. 

Lt. epd-filmist dieser Film, der holpert und poltert wie das alte Wohnmobil, dann am stärksten, wenn er nah bei den beiden Heimatlosen bleibt“. 

Eine Thermalquellen-Exkursion in Aachen

Für diese organisierte Angelegenheit musste ich früh aufstehen, um den Zug um 08:15 Uhr zu bekommen. Klar, ich schlief zu wenig und schlecht (trotz Bierdose am Vorabend, um besser einschlafen zu können). 

In Aachen gibt es zwei Kalksteinstreifen im Stadtgebiet, an denen warme Thermalquellen austreten. Bei wikipedia könnt ihr euch das auf einer Karte ansehen und auch über die Geologie der Quellen und die wechselhafte Geschichte der Bäder nachlesen. 

Diese Quellen sind schon lange bekannt, bereits die Römer hatten hier um das Jahr 50 n. Chr. ein Bad gebaut, später badete auch Karl der Große in neu errichteten Bädern. Ab etwa 1660 gab es diverse Hochphasen des Bäderbetriebs mit großen mondänen Bädern. Die Industrialisierung und insbesondere später der 2. Weltkrieg mit seiner Komplettzerstörung der Bäder führten dann jedoch zum Niedergang bzw. zur Verlagerung in moderatem Ausmaß in den Norden von Aachen. 

Heute kann man in einem Ausstellungsraum der Stadtverwaltung an der Kaiserquelle noch aktive Quelltechnik sehen: 


>Speicher- und Rohrleitungstechnik. Im unteren Bild sieht man die korrosive Kraft des schwefelhaltigen Thermalwassers.<
 


Oft sieht man allerdings nicht mehr viel von den Quellen: 



Und manchmal sieht es nach Sanierungsgebiet aus, so liegt beispielsweise nahebei auch das stillgelegte Horten-Kaufhaus: 


>Horten – das war mal die viertgrößte deutsche Kaufhauskette, ist mir aber nicht besonders vertraut, da Köln keinen Standort hatte. Die letzten Kaufhäuser der in den 1930er Jahren gegründeten Helmut Horten KG gingen im Jahr 2004 endgültig unter.< 

Firmengeschichte: Horten AG

Wir gingen dann zum Elisenbrunnen, der in einer offenen Wandelhalle mit dorischem Säulenvorbau liegt. Hier sprudelt warmes Quellwasser der Kaiserquelle aus zwei kleinen Hähnen in die Becken. Den Schwefelgehalt des Wassers riecht man. 


>Am Elisenbrunnen<



An einer Grünanlage gelegen, gibt es hier auch einige nette Gastronomiebetriebe. 

Gegessen haben wir aber im Aposto im Alten Posthof: 



Danach ging's zurück zum Bahnhof und zurück nach Köln. 


Eine Wanderung nördlich von Mechernich

Ich kam erst wieder nachmittags los. Mit etwa 19 Grad war es für Juni relativ kühl. Die 16.4 km lange Tour führte vorbei an einem Steinbruch, durch Wald, zu einem Schloss, durch mehrere Orte und im Bruchbachtal entlang.



>Griesberg bei Mechernich< 

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es eine Langfassung dieses Berichts mit mehr Fotos.