Montag, 19. Januar 2026

Meine Woche (KW 02/2026)

Gemacht: eingekauft, Termin bei meiner Zahnärztin absolviert, Spaziergänge in der Südstadt/Nordstadt, Kinobesuch, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut, gewandert bei Euskirchen (Bericht folgt). 

Gedacht: der Grönland-Konflikt zeigt mir mal wieder, dass einige Entscheidungsträger nicht mehr richtig ticken, wozu auch die Entscheidung gehört, ein paar Soldaten auf eine kurze „Erkundungsmission“ dorthin zu schicken. 

Gesehen: im Kino „Therapie für Wikinger“ sowie meine älteren Filmkonserven „Lust auf Anderes“ (2000), „Cargo“ (2006), „Alles für meinen Vater“ (2008), „Affären A La Carte“ (2009). 


>Ein Motiv aus der Kyllstraße, Köln-Südstadt<

Geärgert: das Ansehen weiterer DVD's scheiterte an meinem über 20 Jahre alten Denon-DVD-Player, der in den letzten Tagen auch schon ein paar mal mitten im Film ausging. Ich werde ihn jetzt als endgültig defekt ausmustern und durch einen Panasonic-DVD/Blue-Ray-Player ersetzen. Außerdem hat gestern meine Glühbirne in der Deckenlampe der Küche ihren Geist aufgegeben. 

Gelesen: in Tschingis Aitmatow's Novellen „Scheckiger Hund, der am Meer entlang läuft // Frühe Kraniche“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: nix Besonderes, aber manchmal gab's gemanschte Banane mit halber ausgepresster Zitrone und 5-Korn-Bio-Basis-Müsli. So etwas Ähnliches gab es schon in meiner Kindheit, aber ich meine, mich zu erinnern, dass auch noch Traubenzuckerpulver rein kam. 

Getrunken: Kaffee, diversen Tee, Kölsch (Braustelle). 

Gehört: Musikkonserven von Jabba, Jack Bruce, Jane Weaver, Jan Garbarek Group, Mamiffer und einige Alben bei spotify geprüft. 

Gegangen: 56.900 Schritte/Woche (3.400 – 17.500 Schritte/Tag). 

Gefühlt: manchmal ganz gut. 

Fazit: passable Woche mit ein paar überdurchschnittlich warmen Januartagen bis 11 Grad.

Sonntag, 18. Januar 2026

Ein Schritteziel?

Ich habe beschlossen, meine Zielvorgabe von "> 6.000 Schritte täglich" zu ändern. Im letzten Jahr habe ich das sowieso nicht durchgängig geschafft.

Ich ändere das Ziel jetzt auf ">42.000  Schritte/Woche" und ">3.000 Schritte täglich". Deshalb muss ich beispielsweise heute nur > 3.000 Schritte laufen, da ich keine Lust habe auf 6.000 Schritte; dennoch bin ich in dieser Woche, immer gezählt von Montag bis Sonntag, schon über 56.000 Schritte gelaufen.

Im Prinzip denke ich, dass solche Ziele sowieso weder fundiert sinnvoll festgelegt noch ausreichend sind. Meine Schritte-App bezeichnet aber Tage < 3.000 Schritte als "Sofa-Tage". Sofa-Tage möchte ich nicht, wobei aber natürlich anzunehmen ist, dass die App auch die Schritte in der Wohnung zählt. Schritte in der Wohnung erfasse ich aber nur zu einem geringen Teil, da meine App auf dem Smartphone ist und ich dieses keineswegs immer von Raum zu Raum herumtrage.

Prinzipiell ist Bewegung draußen sinnvoll. Ich gehe davon aus, dass diese Aktivität mein Immunsystem stärkt und auch günstig für den Erhalt der Muskulatur ist. Auf der anderen Seite ist die Aktivität "Gehen" zu einseitig, bedient nur einige Muskeln und Sehnen ausreichend, andere aber fast gar nicht. "Gehen" allein reicht daher nicht, die Beweglichkeit zu erhalten. Aber auf andere Dinge, etwa Gymnastik oder Fitnessstudio oder Schwimmen, muss man erst einmal "Lust" verspüren.

Freitag, 16. Januar 2026

Sound-Welten (02/2026)

In dieser Prüfrunde konnte mich keines der geprüften Alben wirklich überzeugen. Bei einigen Alben kann man aber den gewollt unkommerziellen Sound beklatschen, für den es heutzutage leider jedoch kaum noch Zuhörer gibt. 

AB Syndrom. Erstmals geprüft. Album: Plastik (2018). Drittes von heute vermutlich sechs Studio-Alben einer Berliner Combo. Vom musikexpressan Post-Dubstep und Indietronica geschulte Musik“ bezeichnet. „Zwischen … sprechgesungenen Texten … und dem verschleppten Elektrosound ... entsteht ein waberndes, schwingendes Feld der postdigitalen Stimmungen“. Diese Soundstrukturen sind mir doch zu simpel gestrickt. SHR: 22 T – 371 T. WD: n.v. 

Bad Cop/Bad Cop. Erstmals geprüft. Alben: Warriors (2017) // Lighten Up (2025). Das zweite und vierte Studio-Album einer US-amerikanischen Lady-Punk-Rock-Band. Stilistische Unterschiede zwischen den Alben sind bei flüchtiger Hörprobe eher schwierig zu erkennen, kloppen meist straight drauflos. SHR: 260 T – 3.515 T // 13 T – 119 T. WD: 18/day. 

Carla Bozulich. Album: Quieter (2018). Etwa sechstes und bis dato letztes Solo-Studio-Werk der US-Amerikanerin. Sie war auch Kopf und Sängerin der nicht mehr als existent anzusehenden Band Evangelista. Ihr Album ist düster-experimenteller Underground mit oft schrägen, sägenden Tönen, sie kann aber auch Melodien. Interessant, nicht leicht verdaulich, erinnert mich manchmal an Jarboe. In Deutschland wohl bestenfalls Insidern bekannt. SHR: 9 T – 47 T. WD: n.v. 

Death Machine. Erstmals geprüft. Album: Dawning Eyes (2025). Viertes Studio-Album einer dänischen Band. „Seit Jahren ein verlässlicher Garant für einen Stilmix aus Folk, Pop, Indie und Prog, der viele bekannte Größen der Siebziger zitiert, gleichzeitig aber auch neue Wege beschreitet“, meint powermetal. Ist nicht mein Ding, zu softig-poppig. SHR: 2 T – 29 T. WD: n.v. 

Elifantree. Erstmals geprüft. Alben: Blood Moon (2019), Hachi (2021). Sechstes und siebtes, bis dato letztes Studio-Album einer finnischen Band mit Lady am Micro, deren Sound mit Genres wie Jazz, Pop, Elektronik und experimenteller Musik assoziiert wird. Auf diesen Alben dominieren jazz-voice-experimentelle Klangstrukturen, denen man häufig, aber nicht immer, songdienlich-melodische Elemente oder Rhythmik absprechen kann. Diese Musik, tendenziell oft minimalistisch, ist ziemlich eigenwillig, in einzelnen Songs aber auch nervig. In Deutschland nur einer eingeweihten Hörerschaft bekannt. SHR: 1 T – 10 T // 1 T – 26 T. WD: n.v. 

Fuchs. Album: Too Much Too Many (2023). Viertes von fünf Alben eines deutschen Progressive-Rock-Musikers. Melodischer Sound, Melodic Prog eben. Die Songs können schon mal die 10-min-Marke überschreiten. „Hin und wieder etwas langatmig“, meinen die babyblauen-seiten. Stilistisch ist mir das Werk zu konservativ und die Voices sagen mir nicht zu. SHR: 1 T – 3 T. WD: n.v. 

Garbage. Alben: No Gods No Masters (2021) // Let All That We Imagine Be The Light (2025). Die britisch/US-amerikanische Band mit ihrer Lady am Micro gefiel mir vor allem am Anfang ihrer Karriere, ich kaufte in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre ihre beiden ersten Alben. Mittlerweile sind sie bei den Alben No. 7 und 8 angekommen. Es ist eine auch heute noch relativ melodische Rockband mit gesunder Härte. Ansprechend, für mich aber nicht zwingend. In die Top 20 haben es bisher alle ihre Alben irgendwo (nicht zwingend in Deutschland) geschafft. Auf dem ruppigeren 2021er-Album konnte der Patti-Smith-Klassiker „Because the Night“ viele Hörer gewinnen. SHR: 327 T – 3.114 T // 200 T – 1.259 T. WD: 93/day. 

Harald Grosskopf & Ümit Han. Album: Magnetfeld (2025). Als Schlagzeuger und Keyboarder ist der Mann seit 1971 an zahlreichen Projekten und Bands beteiligt gewesen. Dies hier ist jedoch auch das neunte Album unter seinem Namen. Ich bezeichne es hier der Einfachheit halber als Tangerine-Dream-Stil, lange, durch Syntheziser und Rhythmusmaschinen getragene Kompositonen. Mir ist diese Instrumental-Musik jedoch zu einlullend „stromlinienförmig“ ohne irgendwelche besonderen Höhepunkte. SHR: 1 T – 3 T. WD: 22/day. 

Inezona. Erstmals geprüft. Album: Heartbeat (2023). Dieses dritte Album einer Schweizer Band mit Lady am Micro hat rocktimes treffend einem Stilmix aus Dark Americana, Desert Pop und New Age zugeordnet. Nicht jeder Song überzeugt mich, einige können aber punkten. SHR: 1 T – 7 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im westlich geprägten Kulturkreis

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

 Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Mittwoch, 14. Januar 2026

Im Kino: Therapie für Wikinger

Der Film des dänischen Regisseurs Anders Thomas Jensen ist eine Art psychotisch gewalttätig-skurril-sentimentales Hinterwäldler-Drama im europäisch adaptierten Tarantino-Stil. 

Im Kern handelt der Film von zwei Brüdern, von denen der eine bei der Mutter lebt und der andere nach 15 Jahren Gefängnis wegen eines Banküberfalls gerade entlassen wurde. Vor 15 Jahren hatte er seinen Bruder gebeten, das geraubte Geld in der Nähe des Elternhauses zu verstecken. Doch dieser erinnert sich nicht bzw. will sich nicht erinnern, hat eine Persönlichkeitsstörung, hält sich für John Lennon. 

Dennoch brechen die Brüder auf zum Elternhaus, in dem jetzt ein anderes Pärchen wohnt. Das wie eine Hexenvilla aussehende alte Haus liegt einsam gelegen in einem Bergwald. Zu der Truppe gesellen sich weitere Psychos mit speziellen Beatles-Persönlichkeitsstörungen, um eine neue Beatles-Band ins Leben zu rufen. Und irgendwann trifft noch der Ex-Kumpan als gewalttätiger Psycho ein, der das Geld ebenfalls haben will. 

In Rückblicken erzählt der Film auch von den dysfunktionalen Familienverhältnissen und dem verschwundenen Vater, wodurch deutlich wird, dass es im Film um Traumata und deren Verarbeitung geht. 

Die Schatzsuche wird zum Bild für Erinnerung und Versöhnung, das alberne Rollenspiel zum Vehikel für den Umgang mit Traumata“, resümiert kino-zeit

Es ist durchaus auch mal skurril-witzig, was man hier sieht, besonders in der ersten Hälfte des Film. Dennoch, sicherlich ist das kein Film für „den guten Geschmack“. Ziemlich gut gemacht und unterhaltsam ist er dennoch, auch wenn er wahrscheinlich nicht das Niveau von „Men & Chicken“ (2015) erreicht. 

Erwähnen muss man noch den Prolog und den Epilog zum Film, die gelungene Wikinger-Sequenzen in Animationstechnik zeigen.

Sonntag, 11. Januar 2026

Meine Woche (KW 01/2026)

Gemacht: am Montag von Schweden nach Köln zurückgekehrt, eingekauft in der Südstadt und der City, in Bruders Wohnung nach dem Rechten geschaut, Spaziergänge in der Südstadt/City und Klettenberg/Sülz, Kinobesuche, davon einer mit zwei Ex-Arbeitskollegen, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut. 

Gedacht: Reisen im Winter kann etwas „Ungemach“ mit sich bringen. Von Haustür zu Haustür dauerte die Rückreise von Schweden > 12 Std., vor allem weil der Flieger in Stockholm mit anderthalb Stunden Verspätung los flog. 

Gesehen: im Kino „Der Fremde“, „Sorry, Baby“, Filmkonserven „Die Fliege“ (1958), „Letzte Runde“ (2001), „El Baño del Papa“ (2007), „C'Est La Vie“ (2008), „Taking Woodstock“ (2009). 


>Schiffspanne im Rhein. Die Schiffe liegen bewegungslos im Wasser. Der Kohlefrachter soll wegen Überladung wohl am Grund gelaufen sein<

Gelesen: beendet Kazuo Ishiguro's Roman „Der begrabene Riese“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: einen Suppenhuhn-Gemüse-Eintopf musste ich mal wieder dringend kochen. 

Getrunken: Kaffee, Gewürz-Chai, Kölsch (Torburg). 

Gehört: Musikkonserven von Die Irrlichter, Iron Butterfly, Isobel Campbell, Ivoux, Lankum, Lean Year. 

Gegangen: durchschnittlich 6.600 Schritte/Tag (4.500 – 8.300). Das 6.000-Schritte-Ziel pro Tag habe ich seit dem 21. Dezember nicht mehr konsequent verfolgt, aber als Wochen-Mittel wird es noch erreicht. 

Gekauft: Zugticket „Stockholm – Arlanda Airport“ (22 €). 

Gefühlt: ganz gut im schläfrigen Post-Urlaubs-Modus ohne schlechte Nachrichten. 

Fazit: gute Woche, manchmal mit Schnee und Eis. Heute war für Manche noch Rodeln am „Pilzberg“ im Beethoven-Park angesagt. Es war ziemlich glatt im Park.

Samstag, 10. Januar 2026

Sound-Welten (01/2026)

In dieser Prüfrunde hat mich insbesondere das Album von Susanna & The Brotherhood of Our Lady ansprechen können. 

RPWL. Alben: God Has Failed (2000) // Beyond Man And Time (2012). News from the Past; erstes und achtes Studio-Album einer deutschen Progressive-Rock-Band, die vergleichsweise recht erfolgreich ist. Andere, auch neuere Alben habe ich früher schon mal geprüft. Aber irgendwie will mich ihr Sound nicht packen. SHR: 66 T – 2.312 T // 117 T – 3.652 T. WD: 21/day. 

Susanna & The Brotherhood of Our Lady. Debüt-Album: Garden of Earthly Delights (2019). „Experimental-Pop im Bosch-Bilder-Rausch, Electronics und Folk“, meint musikreviews. Hier werden von der norwegischen Band Hieronymus-Bosch-Bilder vertont. Gesangstechnisch und instrumental ziemlich toll, ab und zu auch unheimlich. SHR: 4 T – 17 T. WD: n.v. 

TT. Album: LoveLaws (2018). Erstes Solo-Album der Warpaint-Sängerin. Der Sound ist überwiegend im langsam-verschleppenden Trip Hop angesiedelt. „Ein Sehnsuchtsalbum für Erwachsene“, meint eclag-mag. Kann gefallen, mir ist der Sound aber vielleicht doch zu handzahm und ihre Voice nicht ansprechend genug. SHR: 97 T – 1.039 T. WD: n.v. 

Vanja Sky. Album: Access All Areas (2025). Nach drei Studio-Alben ein langes Live-Album einer kroatischen Blues-Rock-Lady, natürlich mit Begleit-Combo. Sehr rockig, stilistisch sehr klassisch, es gibt auch einige Songs > 8 min mit schönen Gitarren-Linien. Anhänger dieses Musikstils kann das sicherlich gefallen. SHR: 1 T – 6 T. WD: 21/day. 

Without Us. Erstmals geprüft. Album: Second Raise (2025). Zweites Album einer deutschen Melodic-Prog-Band mit Lady am Micro. „Stilistisch betrachtet bewegen sich die Kompositionen zwischen farbenfrohem symphonischem Neoprog, den popmusikalischen Akzenten, Soul- und Jazz-Rock-Anleihen und den hochkomplexen Passagen, die einem beachtliche Instrumentenbeherrschung abverlangen“, ist auf den babyblaue-seiten nachzulesen. Das „Farbenfrohe“ stört mich, wahrscheinlich auch die Voice. Aber das längere Instrumental „Time Signs“ kann überzeugen. SHR: 1 T. WD: n.v. 

The Young Gods. Album: Appear Disappear (2025). Das ist das etwa 15. Studio-Album einer schweizer Post-Industrial-Band, deren erste Alben bereits in den 1980er Jahren erschienen. Dieses Album hat in der Schweiz die Top-1-Position der Charts erreicht. Das ist außerhalb des Landes für diese Soundrichtung quasi unmöglich. Ich habe einige Alben von ihnen und behaupte hier mal, dass das neue Werk nicht so viel Neues bringt. SHR: 36 T – 122 T. WD: 53/day. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im westlich geprägten Kulturraum. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Freitag, 9. Januar 2026

Im Kino: Der Fremde

Der Roman „Der Fremde“ von Albert Camus ist Weltliteratur und wurde 1942 geschrieben. Er gilt als eines der Hauptwerke der Philosophie des Existentialismus und Absurdismus. 

François Ozon's Verfilmung ist nicht die erste. Bei Luchino Visconti's Verfilmung von 1967 weiß ich jedoch nicht, ob ich sie jemals gesehen habe. 

Wie auch immer, nach dem Kölner Kritikerspiegel ist es einer der fünf herausragenden Filme des Kinomonats Januar 2026. Ein eindeutiges Votum gibt es in diesem Monat nicht. 

Es ist vergleichsweise schwere Kost. Der Film spielt im algerischen, damals französisch besetzten algerischen Oran in den 1930er Jahren. Er handelt von einem französischstämmigen Mann, dessen Mutter wenige Tage zuvor verstorben ist, der eine Freundin hat und der nach einem Streit, in dem er selbst nur Nebenfigur war, einen Araber erschießt und zum Tode verurteilt wird, da er sich nicht angemessen verteidigen will und obwohl das Urteil in Anbetracht des rassistischen Justizsystems ziemlich unwahrscheinlich war. 

Besonders begeistert hat mich der Film nicht. Der Protagonist agiert in Anbetracht seiner Lebensumstände insgesamt nicht nachvollziehbar. Vermutlich ist das schon in der Romanvorlage so. 

Die SW-Fotografie verleiht dem Drama das Aussehen eines vergessenen Meisterwerks aus den fünfziger Jahren“, meint u.a. kriminalakte.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Im Kino: Sorry, Baby

Sehr einfühlsam mit hohen Empathiegrad erzählt die US-amerikanische Regisseurin und Hauptdarstellerin Eva Victor in ihrem Debüt-Film im ländlichen Massachusetts von einer jungen, an der Uni erfolgreichen Frau, ihrer Freundin, ihren Sex-Erfahrungen und der Verarbeitung eines traumatischen sexuellen Übergriffs und ihrer hieraus resultierenden Ängste und Depressionen mit Hilfe ihrer Freundinnen und Bekannten sowie eines aufgefundenen Kätzchens. 

Es gibt diverse Kapitel im Film, die vor und nach dem sexuellen Übergriff spielen, aber keiner Chronologie folgen. 

Es stimmt schon, dieser Film lebt vor allem von seinen Dialogen und den Gesprächsszenen. 

Ein Film der subtilen Momente, der feinen Emotionen“, sagt kino-zeit. Stimmt, deshalb ist er auch ziemlich gut.

Nach dem Kölner Kritikerspiegel ist es einer der fünf herausragenden Filme des Kinomonats Januar 2026. Ein eindeutiges Votum gibt es in diesem Monat nicht. 

Bücherwelten: Kazuo Ishiguro's Roman „Der begrabene Riese“

Der in 2015 erschienene Roman spielt im 5./6. Jahrhundert nach Christi in England. Es ist das dritte Buch, das ich von diesem nobelpreisgekrönten Autor in diesem Jahrzehnt gelesen habe. 

Erzählt wird in diesem Roman von einem betagten Pärchen, das sich aufmacht, seinen wohnhöhlenartigen Weiler zu verlassen, um den verlorenen Sohn zu besuchen. Es geht das Gerücht um, dass der Atem eines Drachen die Gegend verpestet hat, so dass alle Menschen schnell die Vergangenheit vergessen. Oder handelt das Buch von einem alzheimerähnlichen Problem? Das Pärchen ist sich jedenfalls seiner Vergangenheit und vergangener Ereignisse nicht sicher. Dazu kommen noch Träume und oft düstere Visionen. Aber auch andere Menschen haben das Problem. 

Auf ihrer mehrtägigen Wanderung kommen sie zu einem Dorf der Sachsen und später zu einem Kloster in den Bergen. Ein alter Ritter auf seinem Ross, der bereits mit König Artus kämpfte und den Drachen beschützen will und ein anderer Schwertkämpfer, der den Drachen töten soll, kreuzen mehrfach ihren Weg. 

An der Schlafstätte des Drachens hoch in den Bergen kommt es zum entscheidenden Schwertkampf, den der alte Ritter verliert. Der Drache wird sodann vom siegreichen Schwertkämpfer getötet, langsam hebt sich der Schleier des Vergessens. Das alte Pärchen ist Zeuge dieser Geschehnisse. 

Mühsam kämpft es sich sodann runter zur Küste, vor der eine geheimnisvolle Insel liegt, auf der vielleicht ihr Sohn lebt. Doch auch um die Fährmänner ranken sich düstere Geschichten, und sie bringen oft nicht alle Kunden rüber, sondern transportieren sie einzeln auf ihren kleinen Booten, wenn sie eine Prüfung bestehen. 

In diesem Roman wird zentral die Frage verhandelt, ob vor dem Hintergrund endloser Gewaltspiralen in vielen Konflikten Geschehnisse der Vergangenheit besser vergessen oder aufgedeckt werden sollten, um friedlich zusammenleben zu können. 

Aus meiner Sicht ist das ein tolles Buch. Es soll auch eine der besten Sterbeszenen der moderneren Weltliteratur enthalten. Man muss das mystisch-nebulöse Ende des Romans jedoch erst einmal verstehen.

Dienstag, 6. Januar 2026

Meine Woche (KW 52/2025)

Gemacht: kürzere und längere Spaziergänge um Strömsholm mit dem Bruder. Wir waren auch wieder Einkaufen in der nächstgelegenen Großstadt Västeras und mit Petra auch wieder im Pferdestall, Besuch des Gräberfeldes Anundshög, Spaziergang mit Kaffeetrinken in Västeras, Kurzbesuch eines Parks in Hallstahammar, Besuch des Cafés an der Reitschule in Strömsholm, Mau Mau und Memory gespielt.

Gemerkt: ziemlich oft kalte Füße gehabt, obwohl ich mich an unangenehmere Situationen in meiner Kindheit erinnere. Schuhwerk und Socken reichten qualitativ einfach nicht aus. Wenn man wirklich wandert, auch durch den Schnee ist das kein Problem, bei längeren Stehphasen, etwa im Pferdestall aber schon.

Gesehen: Pferde, Vögel, Fluss, Kanal, angestauten See, vermoosten Wald mit vielen größeren Steinen, uralte Eichen, ein wenig Feuerwerk. In der Nacht zu Neujahr fiel Schnee, etwa 5 cm, der sich dann im Laufe der Tage auf 20-25 cm erhöhte.


>Strömsholm - Schnee an der Reitschule<

Gelesen: in Kazuo Ishiguro's Roman "Der begrabene Riese". 

Gegessen: mein Bruder kocht; zu Sylvester gab's Schweinemedaillons mit Sauerkraut und Kartoffeln.

Getrunken: Kaffee, Cappuccino, Säfte, Gewürz-Chai, Glühwein, Vodka, Rum, Bier.

Gehört: nichts Besonderes, der Schnee dämpft die Geräusche.

Gegangen: durchschnittlich 7.000 Schritte/Tag (3.900 – 11.300). Die letzten Tage waren mit -3/-4 Grad zu kalt, als dass ich noch Lust gehabt hätte, meine 6.000 Schritte zu erreichen.

Gekauft: Zugticket "Eskilstuna - Stockholm-Airport", etwa 40 €. 

Gefühlt: ganz gut. Es sind schläfrig-gemütliche Tage, an denen es um 15:00 zu dämmern beginnt.

Fazit: gemütliche Woche (im Haus), draußen aber mitunter ungemütlich kalt und windig.     

Sonntag, 28. Dezember 2025

Meine Woche (KW 51/2025)

Gemacht: kürzere und längere Spaziergänge um Strömsholm, auch mal zwischen Kolbäck und Strömsholm mit dem Bruder gewandert. Wir waren auch Einkaufen in der nächstgelegenen Großstadt und ich war mit Petra im Stall, dort, wo ihre zwei Pferde untergebracht sind und versorgt werden müssen. Mau Mau und Memory gespielt.


>Ralf und Petra, Weihnachten in Strömsholm<

Gemerkt: eine ziemlich abgelegene Klein-Siedlung ist Strömsholm. Einen "echten" Laden gibt's hier nicht, dafür muss man mindestens 5 km nach Kolbäck fahren. 

Gesehen: Pferde, Vögel, Schloss Strömsholm, See, Fluss, vermoosten Wald mit vielen größeren Steinen, uralte Eichen.

Gelesen: in Kazuo Ishiguro's Roman "Der begrabene Riese". 

Gegessen: es gab Schweinebraten mit Rotkohl, Fischstäbchen mit Kartoffelsalat, Spaghetti, ausgedehnte Frühstücksbuffets, Kekse u.a.

Getrunken: Kaffee, Säfte, Gewürz-Chai, Glühwein, Rosé, Bier, Vodka. 

Gehört: viel Radio, Vögel. Hier bilden Dohlen große Schwärme, die in der Dämmerung ihre Schlafbäume an der Reitschule umfliegen.

Gegangen: durchschnittlich 8.100 Schritte/Tag (500 – 14.300)

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gefühlt: ganz gut. Es sind schläfrich-gemütliche Tage, an denen es um 15:00 zu dämmern beginnt.

Fazit: gemütliche Woche mit einem ähnlichen Temperaturprofil wie in Köln. Mal Frost, mal nicht.

Meine Woche (KW 50/2025)

Bin hier in Verzug.

Gemacht: eingekauft, Spaziergänge in der Südstadt/City und ein längerer Spaziergang zwischen Köln-Wahn/Zündorf/Porz, Kinobesuch, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut, Flug mit Bruder nach Stockholm und dort von Petra mit Auto abgeholt und nach Strömsholm gefahren.


>Zielgebiet Schweden<

Gemerkt: Bahn – keine Besserung in Sicht; der Zug Richtung Au/Sieg hatte etwa 40 min. Verspätung. 

Gesehen: im Kino „Rückkehr nach Ithaka“, Filmkonserven „Faustrecht der Prärie“ (1946), „Assault – Anschlag bei Nacht“ (1976), „Italienisch für Anfänger“ (2000), „Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück“ (2001), „Pakt der Wölfe“ (2001), „Sie sind unter uns“ (2002). 

Gelesen: in Kazuo Ishiguro's Roman "Der begrabene Riese", im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed. 

Gegessen: Standard-Kost. 

Getrunken: Kaffee, Schwarzen Tee. 

Gehört: Musikkonserven von Iona, IQ, Irfan, Iridio, Laibach, Lana Del Rey. 

Gegangen: durchschnittlich 7.900 Schritte/Tag (5.500 – 14.800)

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gefühlt: geht so. 

Fazit: passable, für Dezember ziemlich warme Woche mit 8 – 13 Grad Maximum in Köln.

Samstag, 20. Dezember 2025

Im Kino: Rückkehr nach Ithaka

Von Homer ist nicht sicher, ob er überhaupt gelebt hat. Die Odyssee ist jedoch ein berühmtes Werk der Antike. Uberto Pasolini's Film erzählt von wenigen Wochen, in denen Odysseus (Ralph Fiennes) etwa 20 Jahre nach Ende des Trojanischen Krieges an die Küste seiner Heimatinsel Ithaka gespült wird und nach seiner Regeneration incognito langsam wieder nach der Macht greift. 

Penelope (Juliette Binoche), seine treue biedere Ehefrau und Königin residiert in einer Festung über dem Meer und hat in den vielen Jahren zahlreiche Freier hingehalten, indem sie vorgab, erst ein Totentuch fertigstellen zu müssen. Doch sie zerstörte es nachts immer wieder. Die Freier, die auch in der Burg leben und den König schon lange für tot halten, werden immer aggressiver. 

Die Geschichte beginnt sehr langsam, wirkt intensiv erzählt, hat Tiefe. Traumata des Helden, der zunächst als Bettler auftritt, spielen eine Rolle. Und Penelope erkennt ihn langer Zeit gar nicht, als err auf der Burg erscheint. 

Der Film lebt insbesondere von seinen beiden Hauptdarsteller*innen, aber auch der Atmosphäre, die in den Landschaftsaufnahmen und dem einfachen Leben zur damaligen Zeit zum Ausdruck kommt. Bombast sieht man im Film nicht, gleichwohl, wer die Geschichte kennt, kann ahnen, dass sie gewalttätig wird; denn gegen Ende verkündet die Königin, dass derjenige, der mit Odysseus' Bogen das aufgestellte Ziel trifft, ihr Gemahl werden kann. Alle Freier versagen, bekommen den Bogen nicht mal gespannt, bis ein „Bettler“ antritt. Ab 16. 

Dem Regisseur „gelingt ein stiller, eindringlicher Film, der den Mythos als Grundlage nutzt, aber vor allem von Menschlichkeit erzählt“, sagt kino-zeit. Ein sehr schöner Film, fand ich.

Montag, 15. Dezember 2025

Meine Woche (KW 49/2025)

Gemacht: eingekauft, Covid-Impfung No. 5 bei meiner Internistin, Zahnärztin besucht wegen erwarteter Probleme mit lockerer Füllung, Spaziergänge in der Südstadt/City/Nordstadt, mehrere Kinobesuche, Erft-Wanderung bei Erftstadt-Bliesheim, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut, Kneipenbesuch in der Braustelle/Ehrenfeld mit meinem alten Studienkollegen Jürgen, Brauhausbesuch mit Ex-Chef Rolf. 


>Ein Motiv aus der Kölner Nordstadt unweit der Agneskirche<

Gemerkt: Bahn – keine Besserung in Sicht; der Zug Richtung Weilerswist blieb mehrmals liegen und in Liblar mussten dann alle aussteigen. 

Gesehen: im Kino "Calle Malaga", „Der geheimnisvolle Blick des Flamingos“, „Sentimental Value“, zu Hause die uralten Filmkonserven „Der weiße Hai“ (1975), „Die Spaziergängerin von Sans-Souci“ (1982), „X-Men“ (2000), „8 Frauen“ (2002). 

Gelesen: im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: nach einem Kinobesuch war ich mit meinem Ex-Chef noch im „Zum Alten Brauhaus“ in der Severinstraße. Ich aß Traditionelles „Grünkohl mit Kartoffeln und zwei Mettwürsten“. Ich war dort zuvor noch nie drin. 

Getrunken: Kaffee, Schwarzen Tee, Kölsch (Braustelle, Zum Alten Brauhaus). 

Gehört: Musikkonserven von Jarboe & Helen Money, Kjellvandertonbruket, Klone, Laibach sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gegangen: durchschnittlich 9.300 Schritte/Tag (6.600 – 16.500). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gefühlt: geht so. 

Fazit: passable, für Dezember ziemlich warme Woche mit 7 – 14 Grad Maximum.

Donnerstag, 11. Dezember 2025

Im Kino: Sentimental Value

Joachim Trier's Film ist nach dem Kritikerspiegel der Choices der Topfilm des Kinomonats Dezember. Er spielt zu einem erheblichen Teil in einer alten großzügigen Osloer Holzvilla. 

Die Frau, die dort zuletzt lebte, ist tot. Sie hatte zwei Töchter, die die Trauerfeier im Haus ausrichten. Zu der Feier kommt auch der lange geschieden und woanders lebende Vater. Und von da an beschreibt der Film mit hoher emotionaler Intensität eine problembeladene komplexe Vater-Töchter-Beziehung. 

Der Vater war mal ein bekannter Regisseur, doch seit 15 Jahren hat er keinen Film mehr gemacht. Er hat ein neues Drehbuch geschrieben, und er möchte wieder Kontakt zu seinen erwachsenen Töchtern. Auch soll seine ältere Tochter die Hauptrolle in dem Film spielen, später ein Enkel eine Nebenrolle. Die Töchter weigern sich zunächst, haben mit emotionalen Problemen zu kämpfen. 

Wie sich herausstellt, verarbeitet das Skript Familiengeschichte, insbesondere den Freitod der Mutter des Regisseurs, die sich im Haus erhängte. 

Ein Film, der mit emotionaler Präzision erzählt, wie es sich anfühlt, erwachsen zu werden, sich zu entfremden und dann zu versuchen – vielleicht zu spät – wieder zueinander zu finden“, meint kino-zeit

Das schauspielerische Ensemble des Films kann schon sehr überzeugen.

Dienstag, 9. Dezember 2025

Sound-Welten (10/2025)

Am ehesten können mich in dieser Prüfrunde noch die Alben von Neil Young ansprechen, sicherlich auch der bekannteste "Typ" hier, der es bei einer inzwischen nahezu endlosen Diskographie mit diesen beiden genannten Alben auch auf die Plätze 4 und 5 der deutschen Charts schaffte.

James Yorkston, Nina Persson & The Second Hand Orchestra. Album: The Great White Sea Eagle (2023). Ein Kooperationswerk eines umtriebigen schottischen Singer-/Songwriters mit einer schwedischen Sängerin, die früher mit der heute nur noch gelegentlich live auftretenden Band „The Cardigans“ Erfolge feierte. Hier singen sie im Duett zu ruhigen folkigen Songs. Das kann ich gut anhören, empfinde ich aber auch nicht als besonders umwerfend oder innovativ. SHR: 46 T – 262 T. WD: n.v. 

Kathryn Joseph. Alben: From When I Wake The Want Is (2018) // We Were Made Prey (2025). Zweites und viertes Album einer schottischen Singer-/Songwriterin mit Nähe zu dunkel-melancholisch triphoppigen Beats und manchmal kindlich wirkender klagender Stimme im älteren Werk. Das neueste Album erscheint mir in dieser Hinsicht pastoraler und weniger interessant. SHR: 53 T – 1.290 T // 11 T – 90 T. WD: n.v. 

Loreena McKennitt. Alben: Lost Souls (2018) // The Road Back Home (2024). Die kanadische Folk-Sängerin wurde von mir mal stark favorisiert. Zwischen 1994 und 2009 kaufte ich fünf ihrer Alben. In den letzten Jahren gab es nur Live-Alben. Ihr letztes Studio-Album datiert von 2018 (s.o.), bereits zuvor gab es eine 8-jährige Lücke. Auch wenn „Lost Souls“ im deutschsprachigen Raum ihr bisher größter Erfolg war, denke ich nicht, dass es mit den älteren Werken konkurrieren kann; es gibt da – wie auch auf dem neuesten Live-Album – einige mitunter tendenziell schmalzige Balladen und der Celtic-Folk-Charakter tritt in den Songs zurück. SHR: 719 T – 3.251 T // 55 T – 264 T. WD: 46/day. 

Major Parkinson. Album: Twilight Cinema (2014) // Valesa - Chapter 1: Velvet Prison (2022). Drittes und fünftes Album einer norwegischen Alternative- und Progressive-Rock- und Pop-Band mit M/(F)-Voices. Sehr exaltierter Stil mit Circus- und auch ruppigen Rock-Elementen im älteren Album. Gefällt mir überwiegend, kann aber auch streckenweise nerven. Das neuere Album wirkt kommerzialisiert, elektronischer, hat nervigere Voices und fällt meines Erachtens deutlich ab. Man meint, eine andere Band zu hören. SHR: 158 T – 1.087 T // 30 T – 136 T. WD: 1/day. 

Neil Young (& Crazy Horse). Alben: Barn (2021) // World Record (2022). Und was macht der Kanadier Neil Young so, der 1968 sein erstes Album veröffentlichte? 80 Jahre alt, ahnt er seit Jahren wohl auch seinen kommenden Tod und haut ein Album nach dem anderen raus, oft zwei pro Jahr, wovon eines alte Archiv- oder Live-Aufnahmen umfasst. Stilistische Entwicklungen höre ich eher nicht, immer noch viel schroffe Gitarre in langen Songs mit seiner Crazy-Horse-Begleitband und insgesamt ein ziemlich konstant hohes Blues-Rock-Niveau. Das neuere Album mit Begleitband hat einen schroffen 15-min-Song und viele kurze, dabei auch minimalistische Songs. Das ältere dieser beiden Alben hat die sehr schöne 8-min-Ballade „Welcome Back“ mit phantastischer Gitarren-Linie. Mundharmonikalastige Songs auf seinen Alben sind mir allerdings generell zu „altbacken“. SHR: 343 T – 3.672 T // 23 T – 113 T. WD: 546/day. 

Paradox of Progress. Album: Crossing The Distance (2025). Wahrscheinlich Debut-Album einer finnischen Instrumental-Prog-Rock-Band. Naja, nicht so mein Ding, atmosphärisch zu positiv gestimmtes Gefrickel. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Royal Thunder. Album: Rebuilding the Mountain (2023). Viertes Album einer US-amerikanischen Hard-Rock-Band mit Lady am Micro. Der Sound ist relativ melodisch, aber die Songs sind mir zu kurz. SHR: 37 T – 458 T. WD: n.v. 

Solum. Album: Avlägsenheten (2024). Zweites Album eines schwedischen Instrumental-Prog-Projekts. Kann man gut anhören, ich sehe aber kein Alleinstellungsmerkmal. Das Album ist relativ heavy, hat aber auch sehr ruhige Passagen. SHR: ---. WD: n.v. 

Tuvaband. Album: I Entered The Void (2019). Zweites Album einer norwegischen Indie-Lady. Der Sound ist mir zu „extrovertiert“. Inzwischen gibt es auch neuere Alben. SHR: 24 T – 602 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung in den westlich orientierten Gesellschaften. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Im Kino: Der geheimnisvolle Blick des Flamingos

Diego Céspedes' Film spielt in einer kleinen Bergbau-Siedlung in der Atacama-Wüste irgendwo in Chile im Jahr 1982. 

In einem Haus dort leben (merkwürdigerweise) Transvestiten. Sie betreiben dort eine Bar und eine Bühne für Travestieshows. 

Ein Mädchen in dieser queeren Wahlfamilie steht im Zentrum der Geschichte, die sich um eine merkwürdige Krankheit (Aids, ohne beim Namen genannt zu werden), Solidarität, Liebe, Ansteckung, Mord, Trauer und Tod dreht. 

Als Coming-of-Age-Story schildert das Werk, wie sich ein junger Mensch mit obskuren Theorien und mit Vorurteilen in seinem Umfeld beschäftigen muss“, meint kino-zeit

Der manchmal poetische Film ist mitunter etwas merkwürdig, auch sperrig und wirkt, als wäre er damals entstanden.

Sonntag, 7. Dezember 2025

Meine Woche (KW 48/2025)

Gemacht: eingekauft, externe Café-Besuche am Hermeskeiler Platz, Spaziergänge in Hürth-Efferen/Grüngürtel/Sülz, Südstadt/City/Deutz, Smalltalk mit einem Juristen beim Kölner Mieterverein, Kinobesuch, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut. 


>Cappuccino und Krokantrolle bei Schmitz & Nittenwilm am Hermeskeiler Platz, Köln-Sülz. Das kostete heute 4 €, vermutlich ein Freundschaftsangebot anlässlich der Filialeröffnung dort? Diese in Köln verbreitete Kette ist mir am liebsten, ist nicht so anonym wie Merzenich, da sie häufig nicht an den ersten, hoch frequentierten Geschäftslagen vertreten ist, sondern zweitrangig bedeutsame Geschäftslagen erschließt. PS: der Cappuccino ist keineswegs in jeder Filiale gleich gut und so gut wie hier. Meiner Meinung nach darf der Milch-Geschmack nicht überwiegen, und heiß muss er auch sein<

Gedacht: schon länger keine Maus mehr in meiner Wohnung gesehen. Kennen die Mäuse Ausgänge, die ich nicht kenne? Die Anzahl der psychisch „Gestörten“ in Deutschland ist nach wie vor hoch (bezieht sich auf das Fotografieren und den Ärger, den man damit haben kann). 

Gesehen: im Kino „Im Schatten des Orangenbaums“, Filmkonserven „Der Seemann und die Nonne“ (1957), „Arabeske“ (1966), „Leise weht der Wind des Todes“ (1971), „Der Wind und der Löwe“ (1975), „Traffic – Macht des Kartells“ (2000), „Lars und die Frauen“ (2007). Filme, die ich heute gucke, werde ich voraussichtlich nie wieder ansehen. Diese alten oder uralten Filmkonserven hier kann ich jedenfalls jetzt ausmustern, da ich sie zwei oder sogar drei mal schon geschaut habe. Bei den „alten Schinken“ vor 1990 lässt sich sowieso häufig feststellen, dass sie nur noch von filmhistorischen Interesse sind, weil man beispielsweise berühmte alte oder schon tote Schauspieler*innen in jungen Jahren sieht, aber das zwischenmenschliche Miteinander, insbesondere die Geschlechterrollen, nicht mehr zeitgemäß wirken. 

Gelesen: im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed. 

Gegessen: gebratene Spaghetti mit Pilz, Zwiebeln, Wurststücken oder Lachsstück mit gebratenem Gemüse reichen mir manchmal auch. 

Getrunken: Kaffee, Cappuccino, Wasser mit Vitamin-/Magnesium-Brausetabletten, Schwarzen Tee. 

Gehört: Musikkonserven von In The Nursery, In The Woods, Jarboe, King Dude, Kirsty McGee And The Hobopop Collective sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gegangen: durchschnittlich 7.800 Schritte/Tag (6.400 – 11.100). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gefühlt: geht so. 

Fazit: wenig ereignisreiche Woche bei oft grauem Himmel und mit viel Regen.

Donnerstag, 4. Dezember 2025

Im Kino: Im Schatten des Orangenbaums

Cherien Dabis' Palästina-Film erzählt eine palästinensische Familiengeschichte, die kurz vor Gründung des israelischen Staates 1948 beginnt und bis ins Jahr 2022 reicht. Es ist eine Geschichte über Bedrohung, Gewalt, Schikane/Erniedrigung, Vertreibung, Flüchtlingslager, Tod und Auswanderung. 

Während der Film in seiner ersten Hälfte noch Familienleben mit kleinen Kindern unter prekären Verhältnissen mit ab und zu einschlagenden Granaten zeigt, geht es im düsteren dritten Viertel des Films um ethische Fragen in Zusammenhang mit Organspenden, nachdem ein Sohn während einer Demonstration im Westjordanland durch einen Kopfschuss schwer verletzt wird, nach Tagen in ein israelisches Krankenhaus überführt werden muss und als Folge der Hirnblutung für hirntot erklärt wird. 

Der emotional intensiv wirkende Film nimmt konsequent die Perspektive der palästinensischen Zivilbevölkerung am Beispiel einer Familie ein. Nach allem, was ich so im Laufe der Jahrzehnte von den ewigwährenden Konflikten dort mitbekommen habe, ist das schon exemplarisch so richtig dargestellt. Ungeachtet dessen gab und gibt es palästinensische Gegengewalt, die nicht thematisiert wird, aber auch nicht thematisiert werden muss, wenn die Familie nichts damit zu tun hat, sondern nur die Auswirkungen der israelischen Gegengewalt zu spüren bekommt. 

Durch die komplex gezeichneten Figuren, die voller Angst sind und dennoch die Hoffnung nicht aufgeben wollen, wird Im Schatten des Orangenbaums zu einem mitreißenden Film“, sagt kino-zeit.

Montag, 1. Dezember 2025

Meine Woche (KW 47/2025)

Gemacht: eingekauft, Spaziergänge in der Südstadt/City/Deutz, Treffen mit einigen Ex-Kolleg*innen im indischen Restaurant „Ginti“, Kinobesuch mit Ex-Chef, Grippe-Impfung bei meiner Internistin, einige meiner alten Filmkonserven angeschaut, Dateien vom Smartphone auf den PC verschoben. 


>Bäckerei Nobel und Backwerk nebeneinander am Zülpicher Platz. An der Bäckerei saß ich wohl 2, 3 mal draußen in diesem Jahr. Jetzt, bei diesem Wetter reizt das natürlich wenig<

Geplant: 2 Wochen Schweden bei Bruder/Freundin über Weihnachten/Neujahr. 

Gebucht: Eurowings-Flüge „Düsseldorf - Stockholm - Düsseldorf“ (etwa 400 €). Geht diesmal nicht nur mit Handgepäck. 

Gesehen: im Kino „Ein schöner Ort“, „Lolita lesen in Teheran“ (Bericht), Filmkonserven „Geliebter Fremder - Gadjo Dilo“ (1997), „Paris Je T'Aime“ (2008), „Tee mit Mussolini“ (1998). 

Gelesen: beendet Michiko Aoyama's Roman „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ (Bericht), im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: evtl. Highlight „Lamm Tikka mit Kokos-Mandel-Sahnsoße und indischem Knoblauch-Brot“ im Ginti/Händelstraße. Eine selbstgemachte Linsensuppe, angereichert mit gebratenen Zwiebeln, Champignons und Wurstscheiben kann da aber auch konkurrieren. 

Getrunken: Kaffee, Kölsch (Ginti, Odeon), Wasser mit Vitamin-/Magnesium-Brausetabletten. 

Gehört: Musikkonserven von Jarboe. 

Gegangen: durchschnittlich 6.800 Schritte/Tag (6.300 – 7.900). 

Gefühlt: geht so. 

Fazit: trotz Ereignissen eine wenig motivierte Woche mit Einigelungstendenz bei oft grauem Himmel.