Montag, 30. Dezember 2024

Filmkonserve: Steven Spielberg's „Jurassic Park“

Dieser Film war 1993 ein Kinoereignis ersten Ranges und damals der erfolgreichste Film aller Zeiten. Auch meine Eltern waren mit im Kino (was später nie wieder passierte). Er setzte neue Maßstäbe bei den Spezialeffekten mit Sauriern. 

Ich vermute, dass diesen Film fast jeder kennt und kann mich kurzfassen. Nach einem Roman (1990) von Michael Crichton erzählt der Film von einem neuen Dinosaurier-Park auf einer Insel. Noch vor Eröffnung lädt der steinreiche Betreiber einige Wissenschaftler und seine jungen Enkel auf die Insel ein, um ihnen den Dinopark mit den echten geklonten Dinosauriern vorzuführen. Doch infolge interner Sabotage der Sicherheitseinrichtungen geht alles schief, die Dinosaurier werden freigesetzt und die fleischfressenden Tiere unter ihnen machen Jagd auf die Menschen. 

Man kann den Film immer noch gut ansehen. Die Story ist einfach gehalten, aber nicht dümmlich, und sie ist auf ein Familienpublikum zugeschnitten. 

Es gibt mittlerweile 5 Fortsetzungen in der Jurassic-Park-Reihe, die allesamt kommerziell erfolgreich waren, aber nicht unbedingt Kritiker-Lieblinge wurden. Ich habe sie alle nicht gesehen. 

Link Jurassic-Park-Reihe bei wikipedia

Sonntag, 29. Dezember 2024

Filmkonserve: François Truffaut's dystopischer Film „Fahrenheit 451“

Dieser Film aus dem Jahr 1966 nach einem 1953 veröffentlichten Roman des von mir in der Vergangenheit sehr geschätzten US-amerikanischen Autors Ray Bradbury (1920-2012) bleibt einer meiner bedeutenden Lieblingsklassiker. Ich sah ihn 1976 im Kino, da damals in der Cinemathek eine SF-Reihe lief. 

In dem Film ist die Feuerwehr für Buchverbrennungen zuständig. Sie bedient sich eines Denunziationssystems, aufgestellten Briefkästen, in die Bürger Zettel werfen können, auf denen sie Haushalte anzeigen, in denen es Bücher gibt. Die Feuerwehr rückt dann aus, durchsucht die Wohnungen und verbrennt die gefundenen Bücher im Hof. 

Der Film selbst spielt in einer Vorort-Gegend mit Einzelhaus-Bebauung. Der Protagonist der Geschichte ist ein Feuerwehrmann, der auf Abwege gerät und bald selbst wissen möchte, was in den Büchern drin steht. Seine tumbe, linientreue TV-abhängige Frau findet jedoch dessen unterschlagene Bücher, stellt ihn zur Rede, kann ihm nicht folgen, verlässt ihn bald und denunziert das eigene Haus. 

Der Feuerwehrmann muss fliehen, lernte zuvor jedoch eine andere junge Frau (Julie Christie) aus der Nachbarschaft kennen, die ihm erzählte, dass sie als Dissidentin in die Wälder gehen würde und ihm den Weg beschrieb. Er folgt ihren Hinweisen. 

Klar, dieser Film wirkt heute in seiner Story und den Stilmitteln antiquiert, doch die Thematik, in der die Regierenden oft gern den unmündigen, linientreuen nicht selbständig denkenden Bürger hätten und dies durch Unterdrückung zu realisieren versuchen, ist auch heute noch in zahlreichen autokratischen Regierungen weit verbreitet zu erkennen, insbesondere auch, was Medienkontrolle, Buch- und Filmverbote angeht. 

Zu Zeiten dieses Romans/Films waren Computer in der Bevölkerung noch nicht verbreitet. Die Vision, in der Dissidenten in den Wald flüchten und dort literarische Werke auswendig lernen und als lebende Bücher herumlaufen, um diese vor dem Vergessen zu bewahren, wirkt heute sehr anachronistisch. Aber die Gefahr, dass Bücher, die heute im Netz oder auf Datenträgern vorhanden sind, irgendwann aus dem Netz verschwinden könnten oder die Datenträger nicht mehr vom Normalbürger gelesen werden können, weil sie beschädigt sind oder die Technologie nicht mehr verbreitet, d.h. kaufbar ist, besteht auf abstrakter Ebene auch weiterhin

Aus heutiger Sicht wirkt der Film wie eine Satire auf gesellschaftliche Entwicklungen (etwa auch dem übermäßigen TV-Konsum) oder wie ein Gedankenspiel. Eine bedrückende Atmosphäre wird im Film hingegen nicht aufgebaut. Es gibt auch nur eine Szene, die als echtes Science-Fiction-Element angesprochen werden kann kann: es handelt sich dabei um einen Suchtrupp, der mit Tornisterpropellern durch die Luft über einem Fluss fliegt. Ansonsten witkt die Ausstattung eher retro, sogar die Telefone waren damals schon nicht mehr modern.

Das Buch müsste ich mal kaufen und noch einmal lesen. Ich hatte früher eine wahrscheinlich in den 1950er Jahren aus meiner Sicht schlecht übersetzte und möglicherweise gekürzte Taschenbuchausgabe. Das Buch ist jedoch u.a. in 2020 bei Diogenes neu übersetzt erschienen. Anfang 2024 erschien dazu auch die Taschenbuchausgabe, die mir allerdings noch nicht „über den Weg gelaufen“ ist. 

Es gibt wikipedia-Beiträge zu diesem Film und dem Buch.

Samstag, 28. Dezember 2024

Filmkonserve: Regis Wargnier's „Est Ouest - Eine Liebe in Russland“

Das war einer meiner Spitzenfilme des Kinojahres 2000. Nach erneuter, dritter Sichtung kann ich die herausragende Qualität wohl bestätigen. 

Der Film setzt im Jahr 1946 an, als Russland ehemalige Bürger bittet, aus dem Ausland heimzukehren. Diverse Bürger folgen dem Aufruf, doch den ersten Toten gibt es bereits bei Ankunft im Hafen von Odessa. Die Ankommenden registrieren sehr bald, dass sie in einem Terrorregime mit allgegenwärtiger Bespitzelung angekommen sind. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht eine Familie aus Frankreich, die Frau Französin (Sandrine Bonnaire) und bald im paranoiden System der Spionage verdächtigt. Ihnen wird in Kiew eine eine bereits überbelegte Wohnung zugewiesen. 

Der ganze Film handelt von dem jahrelangen Bestreben der Familie, wieder einen Weg in den Westen zu finden. Das gelingt schließlich der Frau und dem Sohn unter erheblichen Risiken, dem Mann jedoch erst spät zu Gorbatschow-Zeiten. 

Den Film zeichnet eine beklemmend-düster-melodramatische Atmosphäre aus. 

Einige Szenen gegen Ende des Films spielen in Sofia. Ich weiß genau, wo sie gedreht wurden, da ich dort kürzlich zufällig vor Ort war. 

Es gibt einen wikipedia-Beitrag zu diesem Film.

Freitag, 27. Dezember 2024

Filmkonserve: John Boorman's SF-Film „Zardoz“

Dieser postapokalyptische Film aus dem Jahr 1974 gehört sicher heute nicht mehr zu den Meisterwerken des Science-Fiction-Films, er gefällt mir dennoch, da er eigenwillig-seltsam ist. 

Zu bemängeln ist die wirre Geschichte, die keinen nachvollziehbaren filmisch in Szene gesetzten Background liefert. Man sieht einen „fliegenden Gott“ in Form eines großen kopfförmigen Steins mit weit aufgerissenem Maul, berittene Männer, die ihm huldigen und Schusswaffen aus dem Maul empfangen, mit denen sie mordend durch die Gegend reiten. Ein Mann schleicht sich jedoch in das Maul und fliegt mit. 

Der steinerne Kopf landet bei einem Gutshof in der Nähe eines Sees. Der Mann, als  "das Brutale" bezeichnet, wird gefangen genommen und untersucht. Die Leute dort bilden eine in sich geschlossene Gesellschaft von impotenten Unsterblichen auf hohem technischen Niveau. Ihr Hof und die Gegend ist durch eine Energiekuppel vor Eindringlingen geschützt. Die Gesellschaft wirkt ansonsten visuell wie eine Mischung aus Hippie- und agrarischer Ökosekte. Die Frauen haben tendenziell das Sagen dort. 

Es gibt Schattenseiten, darunter die Unsterblichkeit, denn die Ältesten - in einem separiertem Trakt eingesperrt - welken nur noch antriebslos dahin und wünschen sich den Tod, der kommt, denn der Eindringling öffnet die Pforte für seine mordende Truppe. 

Bei wikipedia ist nachzulesen, dass ein Kritiker äußerste: „Für das Genre wirkt die Handlung ungewöhnlich abgehoben und sexualisiert“. Wahrscheinlich ist es Letzteres, was mir gefällt. Charlotte Rampling und Sara Kestelman können da punkten.

Dienstag, 24. Dezember 2024

Filmkonserve: Leos Carax' „Die Liebenden von Pont-Neuf“

Dieser Film aus dem Jahr 1991 passt zwar besser zu Sylvester, aber das erinnerte ich nicht. 

Diese Liebesgeschichte mit versöhnlichem Ende ist eher düster und ungewöhnlich, handelt sie doch von zwei sich zögerlich Liebenden, die sich erstmals zwecks Übernachtung auf der sanierungsbedingt gesperrten Pariser Brücke Pont-Neuf treffen. Juliette Binoche spielt die erblindende Portrait-Malerin, die aus der Bahn geworfen wurde und ins Bettler-Milieu wechselt. Eine Parade-Rolle. 

Über den jungen Obdachlosen und einen weiteren Obdachlosen, der sein Vater sein könnte, erzählt der Film nicht viel. Es klingt an, dass Alkohol, vielleicht auch Frauen, die Probleme verursacht haben könnten. So leben sie meist auf der Brücke, ziehen mitunter auch getrennt los, für kleinere oder größere Diebstähle oder um zu arbeiten. Der junge Mann mimt beispielsweise einen Feuerschlucker, die Frau kann es mit Portraitmalerei bei Passanten versuchen. 

Ansonsten leben sie alle für den Moment, thematisieren ihre Vergangenheit und ihre Zukunft nicht. Die Eifersucht des Mannes, der nur noch wenig Selbstwertgefühl und immer Angst hat, sie zu verlieren, verursacht zunehmend Probleme. 

Bei wikipedia gibt es einen Beitrag zu diesem Film.

Die FSK-Einstufung ab 16 erscheint mir heute kaum noch nachvollziehbar. Aber vielleicht verkauft sich der Film so besser?