Montag, 12. Februar 2024

Sound-Welten (01/2024)

Ich habe es im letzten Jahr nicht mal geschafft, 12 Beiträge dieser Art zu schaffen. Traurig. Von den unten genannten Alben gefiel mir das Album von Kjellvandertonbruket am besten, auch das historische Intergalactic-Lovers-Album war interessant. 

Gaupa. Album: Myriad (2022). Zweites Album einer schwedischen Stoner-/Psych-Rock-Band mit talentierter Lady am Micro. Einige, speziell die etwas längeren Songs, können gefallen, aber es ist noch Luft nach oben hinsichtlich filigranerer Arbeit und längeren Songs. „Eines der großen Highlights des Genres“, meint metal. SHR: 68 T – 1.121 T. WD: n.v. 

Hawkwind. Alben: Doremi Fasol Latido (1972) // The Future Never Waits (2023). Dazwischen liegen Dutzende Alben. Wenn man sich so die Charts anguckt, liegen die wirklich erfolgreichen Zeiten der Band mindesten 40 Jahre zurück. Ihr zweites Album von 1972 lag in ihrer beginnenden Hochphase und schaffte es auf Platz 14 der britischen Charts, hört sich allerdings noch ziemlich „psychedelisch verschwurbelt“ mit hippiesken Krautrock-Einschlag an. Das neue Album plätschert in psychedelischen jamsessionartigen Rhythmen so dahin, es gibt aber auch noch Songs im alten, mehr treibend-repetetivem Stil, etwa „I'm Learning to Live today“. Schwächen bei den Voices hatte die Band hingegen schon oft in ihrer Karriere. SHR: 70 T – 779 T // 16 T – 69 T. WD: 104/Tag. 

Intergalactic Lovers. Alben: Greetings & Salutations (2011) // Liquid Love (2022). Erstes und viertes Album einer belgischen Indie-Rock-Band mit Lady am Micro. Zum neueren Album ist zu sagen: manchmal angenehm verträumter Indie-Sound, manchmal allerdings zu poppig, die Voice der Lady gefällt mit. Ihr Debut fand ich jedoch tendenziell deutlich besser, eigenwilliger, auch rockiger. Alle ihre Alben schafften es auf die Plätze 2 oder 3 der belgischen Charts. SHR: 137 T – 10.170 T // 13 T – 1.507 T. WD: 5/day. 

Jarmo Saari Republic. Album: Soldiers of Light (2019). Zweites Album einer finnischen Ethno-Jazz-Band. Eine „erfrischende Exegese in Sachen Groove“, meint jazzthing. Kann man anhören, aber es plätschert rhythmisch so dahin, meine ich. Wirklich überzeugt haben mich nur die beiden ersten Songs. SHR: 1 T – 5 T. WD: n.v. 

Kjellvandertonbruket. Album: Fossils (2023). Zweites Album dieser schwedischen Kollaboration. Wenige Epen, meist 7 - 16 min. lang. Vor allem dem Sänger wird eine stilistische Nähe zu Nick Cave bescheinigt. „Irgendwo zwischen Jazz, Psychedelic, Folk und Rock zu Hause“, meint plattentests. Das erste Album hatte ich in 2022 schon gekauft, das könnte hier wieder passieren. SHR: 19 T – 92 T. WD: n.v. 

Lana Del Rey. Alben: Chemtrails over the Country Club (2021), Did You Know That There's A Tunnel Under Ocean Blvd (2023). Mit ihrem aktuell neunten Album erreichte die US-amerikanischen Singer-/Songwriterin in England wieder die No. 1 der Charts. Ein paar passable, melancholische Songs auf dunkle Synth-/Dub-/ Hiphop-Rhythmen basierend, enthält es in der Tat noch, aber wenn sie in ihren Songs zu sehr auf Streicher oder akustische Instrumente setzt, wird es mir oft zu schmalzig. Anspieltipp: das 7-minütige „A&W“. Ihr siebtes Album aus 2021 fällt demgegenüber aus meiner Sicht etwas ab, erreichte in England aber auch die No. 1 der Charts. In meinem Bestand bleibt es bei „Born To Die“ (2012), jenes Album, dass sie berühmt gemacht hat. SHR: 16.110 T – 225.707 T // 11.856 T – 162.891 T. WD: 820/day.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im weltweiten Raum.  

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Meine Woche (KW 06/24)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, zwischen Südstadt und Klettenberg gelegentlich zu Fuß gependelt, spazieren gegangen in Bayenthal, Marienburg, Zollstock, im Kino gewesen, mit Zug den Bruder einmal in der Früh-Reha Krefeld besucht. 

Gesehen: im Kino „Rickerl – Musik is höchstens a Hobby“, Filmkonserven Tony Scott's „Begierde“, Michael Bay's „Die Insel“, Gus Van Sant's „My Private Idaho“. 


>Motiv aus Köln-Zollstock, Gottesweg<

Geärgert: das war es jetzt erst einmal wieder mit DVD-gucken. Ich musste den Denon-Surround-Receiver wegen Brandgefahr demontieren; hat sich mitten im relativ lauten Flugzeugabsturz des Scorsese-Films „Aviator“ passend zum feurigen Szenario kokelnd-stinkend mit plötzlichem Tonausfall verabschiedet. Läuft nicht mehr, da werde ich auch nicht mehr dran rumfummeln (habe sowieso nicht das Werkzeug dafür). 

Gedacht: na gut, meine Surround-Anlage mit allen 9 angeschlossenen Bauteilen stammt noch aus dem Jahr 2005, da kann schon mal was passieren. Trotzdem ärgerlich, auch weil ich in diesen Karnevalstagen gut noch ein paar Filme hätte wieder anschauen können. Habe 113 Filme gezählt, die ich 16 Jahre oder länger nicht geschaut habe. Wann soll das nun geschehen? 

Gelesen: in Haruki Murakami's Roman „Kafka am Strand“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed. 

Gegessen: Hüftsteak mit Rosenkohl, Kartoffeln, Apfelmus, gebratenen Pilzen und Zwiebeln (selbstgemachtes Wochen-Highlight). 

Getrunken: Kaffee, Tee. 

Gehört: Musik von Camel, Can, Tindersticks, US Christmas, Whispering Sons sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gekauft: nichts > 20 €. Stimmt nicht ganz, habe vorhin einen neuen Denon-Receiver schon bei Amazon geordert. Ob das Paket in die Packstation passt? 

Gegangen: durchschnittlich 9.100 Schritte/Tag (6.800 – 10.500). 

Genervt: Karneval. Deshalb war ich heute auch nicht in Krefeld, da ich keine Lust auf den wahrscheinlich jeckenbelasteten, mutmaßlich chaotischen KVB-/Bahnbetrieb hatte. 

Gefühlt: manchmal ok. 

Fazit: mittelprächtige 4-Tage-Arbeitswoche mit milden Temperaturen.

Freitag, 9. Februar 2024

Filmkonserve: Michael Bay's „Die Insel“

Dieser Film aus dem Jahr 2005, der im Jahr 2019 spielt, bekam hierzulande keine guten Kritiken, weshalb ich ihn auch gar nicht im Kino sah. Gleichwohl sah ich die Filmkonserve vor 17 Jahren schon einmal und jetzt erneut und fand den Film immer noch ansprechend. 

Erzählt wird eine dystopische Sci-Fi-Geschichte, die mit Tony Scott's Film „Begierde“ die Gemeinsamkeit hat, vom Wunsch nach ewigem Leben zu handeln und doch ganz anders ist. Es gibt deutliche Versatzstücke aus anderen Filmen wie „Flucht ins 23. Jahrhundert“, denn der Film beginnt in einem von der Außenwelt abgeschirmten Bunker. Die dort lebenden Bewohner werden in dem Glauben gehalten, die Außenwelt sei verseucht. 

Die Bewohner werden konditioniert, kontrolliert und überwacht - und heute kann man denken, China guckt sich das gerade ab und versucht es in die Realität umzusetzen. Alle sind gleich angezogen, Liebe ist verboten, und es gibt eine Lotterie, die den Gewinnern eine ein Leben auf einer dekontaminierten Insel verspricht. 

Doch dann schöpfen die zwei Protagonist:innen Verdacht, kommen zu schrecklichen Erkenntnissen und entkommen in die Freiheit. Nach und nach eröffnet sich ihnen die finstere Wahrheit ihrer Existenz als Klone, die superreichen Bürgern als Ersatzteillager dienen sollen - ein Geheimnis, dass nur wenige Leute wissen dürfen. Sie werden gejagt und haben gleichzeitig das Ziel, ihre Klonbesitzer aufzuspüren und die Wahrheit ans Licht der Öffentlichkeit zu ziehen. 

Der Film punktet mit der jungen schönen Scarlett Johansson, Speed, wuchtigem Soundtrack, grandiosen Action-Special-Effects und mitunter auch mit Humor. Wie schon gesagt, der Film ist unterhaltsam, aber als ernstzunehmende Zukunftsvision zu actionlastig und überhastet. 

Wikipedia-Link zum Film

Donnerstag, 8. Februar 2024

Filmkonserve: Tony Scott's „Begierde“

Dieser Film des längst verstorbenen britischen Regisseurs aus dem Jahr 1983 ist – unabhängig von der Antwort auf die Frage, ob man ihn wirklich gut findet - ein Klassiker des Vampirfilms. Vor 16 Jahren sah ich ihn schon einmal. 

Der Film basiert auf einem damals aktuellen Roman von Whitley Strieber (The Hunger, 1981) und spielt in New York. Eine Vampirfürstin (Catherine Deneuve) lebt dort in ihrem geräumigen, noblen Haus mit einem Liebhaber (David Bowie). Für ihr langes Leben brauchen sie öfter mal frisches menschliches Blut. Die Opfer rekrutieren sie vorzugsweise in der Dark-Wave-Szene und bringen sie später im Liebesspiel um. Am Anfang des Films läuft der berühmte Song „Bela Lugosi's Dead“ von Bauhaus in einer Szene-Disco. 

Der Unterschied zwischen der Vampirfürstin und ihren Liebhabern liegt darin, dass letztere zwar sehr alt werden können, aber nicht quasi unsterblich sind. An ihrem Ende altern sie, optisch anfangs noch wie 40 Jahre alt aussehend, in wenigen Tage immer schneller bis zu ihrem Tod. Das passiert dem Liebhaber im Film, der verzweifelt noch mehrere Morde begeht und letztlich vergeblich eine Forscherin der Gereontologie (Susan Sarandon) aufsucht. Er endet in einem Sarg, den die Vampirfürstin wie die Särge seines Vorgängers auf dem luftigen Dachboden ihres Hauses sammelt. 

Die Forscherin wird Liebhaberin der Vampirfürstin, selbst gebissen und läutet dann deren Ende ein. 

Die FSK-18-Freigabe hat aus heutiger und aus meiner Sicht eher wenig mit den im Film gezeigten moderaten Sex- und Gewalt-Szenen zu tun, eher mit dem damaligen Leitbild der FSK. 

Wikipedia-Link zum Film

Mittwoch, 7. Februar 2024

Im Kino: Rickerl – Musik is höchstens a Hobby

Adrian Goiginger's in Wien spielender Film erzählt von einem Kneipen-Singer-/Songwriter (Voodoo Jürgens) und seinem Leben, das zwischen Kneipenbesuchen, Auftritten auf Veranstaltungen, gelegentlichen Jobs, Besuchen beim Arbeitsamt und Wochenend-Freizeit mit seinem kleinen Sohn pendelt. Das ist schon sehr authentisch wirkend eingefangen. 

Gesungen und gesprochen wird meist in einem Wiener Dialekt, weshalb der Film auch hierzulande mit deutschen Untertiteln läuft. 

Im Abspann heißt es, dass der Film keineswegs von der Tabak- oder Alkohol-Industrie finanziert sei, obwohl diesen Lastern im Film visuell breiter Raum eingeräumt ist. 

Der Film ist gänzlich frei von Gewalt und vermittelt als Milieustudie ein angenehm intaktes Sozialgefüge, obwohl er am Rande der Gesellschaft spielt. 

Insgesamt wirkt die Geschichte, als würde sie vor Jahrzehnten spielen. Das kann aber nicht sein, da es schon Smartphones und WhatsApp im Film gibt, auch wenn sich der Protagonist jeglichem Fortschritt verweigert und gerade eben so noch überredet werden kann, seine Texte auf einer Schreibmaschine festzuhalten.

Ein schönes schauspielerisches sowie musikalisches Erlebnis. Die ranzige Atmosphäre der Wiener Beisln und ihr buntes Publikum werden eindrucksvoll eingefangen“, meint heldenderfreizeit

Das stimmt, dennoch räume ich dem Film interessenbedingt kaum Chancen in meiner Jahresbestenliste ein, denn dafür sind Story und Inszenierung dann doch zu konventionell.