Montag, 20. Januar 2025

Köln-Wanderung Zündorf - Libur - Wahn

Am Samstag. Eine Wanderung im äußersten Südosten Kölns. Genau genommen war auch ein Stück Rhein-Sieg-Kreis dabei.

Ein 4-Grad-Tag, aber sonnig-blauer Himmel.

Nach Zündorf kann man mit der Straßenbahn der Linie 7 fahren - dauert aber etwas.


Wenn man schon mal dort ist, muss man an den langgestreckten Altarm-Biotopen vorbei gehen:


Ich ging noch etwas am Rhein entlang weiter, mitunter 2, 3 Esel vor mir:

Dann bog ich jedoch ab, um über die Felder zu gehen, die hier noch erhalten sind:


>Blick Richtung Zündorf<


Interessanterweise, es passiert selten, kam ich auf den Feldern mit einer wandernden Frau in Kontakt. Da ich von hinten kam, unterhielten wir uns über erlebte Überfälle und Urlaub. Ich nehme nicht an, dass ich in meinem Alter als reale Gefahr wahrgenommen wurde.
   
Auf der Route kam ich auch an einigen alten Kiesgruben vorbei, die heute als Naturschutzgebiete stark umzäunt unzugänglich sind.


>Wanderroute, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 12.1 km, 80 Höhenmeter hoch, 90 Höhenmeter runter. Im Foto unten der Weilerhofer See östlich von Ranzel<


Der Blick hier Richtung Zündorf zeigt ziemlich viel Grün:


>Die App "Flora Incognita" sagt mir, dass es wahrscheinlich Ackersenf ist. Diese recht hohen Pflanzen sind typischer Zwischenfruchtanbau nach der Haupternte. Sie steigern u.a. angeblich die Biodiversität, wirken als Erosionsschutz und fördern die Nährstoffanreicherung<


Am Ende der Wanderung schaute ich noch bei Schloss Wahn vorbei. Es liegt nur so ca. 200 m von der S-Bahn-Station entfernt:

Sonntag, 19. Januar 2025

Im Kino: Nosferatu. Der Untote

Ob es notwendig war, „Nosferatu“ werktreu neu zu verfilmen, erscheint mir unsicher nach Werner Herzogs Murnau-Adaption von 1979 und Francis Ford Coppola's Dracula-Film von 1992. Vermutlich dachte der Regisseur, es besser zu können. 

Werner Herzog's Film habe ich vor gut zwei Jahren erneut gesehen (Bericht), bei Francis Ford Coppola's Film ist es viel länger her. 

Ich sage mal, Robert Eggers' neuer Nosferatu-Film ist sexualisiert-animalischer, exorzistischer und grausiger als diese beiden Vorgänger-Filme. Und die Ton-Spur ist mit Sicherheit auch bedrohlicher. Ob es der bessere Film ist, dürfte Geschmacksache sein. Werner Herzogs Film hatte aus meiner Sicht mehr Gothic-Feeling in den Requisiten. Massenhaft Ratten und Pest-Szenen kommen in beiden Filmen nicht zu kurz. 

Bei artechock ist nachzulesen, dass „die finale Begegnung zwischen Ellen und dem Vampir keine erotische Todessehnsucht [ist], sondern ein brutaler, abstoßender, fleischlicher Akt; der Tod ist hier keine romantisierte Erlösung, sondern ein entmystifiertes Ereignis“. Am Ende des Films sieht man ein Skelett (den Vampir), das eine nackte tote Frau umschlingt.

Mittwoch, 15. Januar 2025

Nebeltag in Köln

Nebeltage sind in Köln ungefähr so selten wie Schneetage. Die mystische Stimmung kann mir schon gefallen.


>Mainzer Straße, Südstadt<

Wo mehr Vegetation ist, nimmt die Nebeldichte zu.


>Römerpark, Südstadt<

Und die Nebeldichte steigt auch mit zunehmender Annäherung an den Rhein.


>Südbrücke-Motive<


Ich ging am Deutzer Rheinufer entlang:


Man hört hinten am Rhein die Schiffe fahren, aber man sah sie nicht unbedingt. 

Dienstag, 14. Januar 2025

Phantastik-Anthologie „Schaurige Nächte. Unheimliche Geschichten für den Winter“

Diese im Dumont-Verlag veröffentlichte Anthologie ist eine Übersetzung einer britischen Anthologie, die im Jahr 2021 erschien und acht neue Geschichten britischer Autor*innen enthält. 

Ihr Stil mutet aus meiner Sicht „viktorianisch“ an. Die Geschichten sind meist an ein Geisterhaus gekoppelt, in dem Gäste freiwillig oder notgedrungen unterkommen. Schlechtes Wetter, kein Strom oder die Abgelegenheit des Ortes sorgen für den atmosphärischen Spannungsaufbau. 

Zeitlich oft unbestimmt, spielen die Geschichten zum Teil wahrscheinlich im 19. Jahrhundert. Einige Geschichten sind in der Tat unheimlich, etwa Natasha Pulley's „Die Aal-Sänger“ oder Imogen Hermes Gowar's „Thwaites Mieter“. 

Es gibt noch einen zweiten Band „Wintergeister“, der zurzeit allerdings nur als teure Hardcover-Ausgabe vorliegt. Im Übrigen wundere ich mich immer, wenn in den Internet-Shops Anthologien angeboten werden, ohne ein Inhaltsverzeichnis zu zeigen. Wer kauft etwas, ohne über den Inhalt informiert zu sein? Das ist gerade bei Anthologien "gefährlich", da es Geschichten von Autoren sein könnten, die schon 50 oder 100 Jahre alt sind und schon x-mal veröffentlicht wurden. Man könnte sie also bereits kennen.

Filmkonserve: Nadine Labaki's „Caramel“

Der im Jahr 2007 realisierte Film der libanesischen Regisseurin und Schauspielerin spielt in Beirut. 

Es ist ein zutiefst feministischer, mitunter auch sinnlicher Film, in dem die Regisseurin aus den Alltagsleben und von den Liebesnöten diverser Frauen im Umfeld eines Schönheitssalons und einer Änderungsschneiderei erzählt.

Themen wie Jungfräulichkeit, Lesben, Affären, Alzheimer und Alter werden angerissen. 

Die arabischen Staaten sind nicht alle gleich und die Stellung der Frau in ihnen auch nicht. Das scheint der Film aus einem Land, in dem auch 40 % Christen leben, deutlich zu machen. Der Film zeigt jedenfalls ein ziemlich selbstbestimmtes Leben dieser Frauen dort. 

Es gibt einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.