Donnerstag, 2. Januar 2025

Filmkonserve: Shohei Imamura's „Der Aal“

Dies ist einer meiner Spitzenfilme des Kinojahres 1998. Der Film beginnt mit einem Mord an der untreuen Ehefrau. Nach der Entlassung auf Bewährung übernimmt der Mann einen aufgegebenen Friseursalon an einem Kanal unweit des Meeres in den ländlichen Außenvierteln einer Stadt. Ein Aal, den er schon im Gefängnisteich betreut hat, zieht mit um in das neue Heim. 

Der Mann rettet einer Frau nach ihrem Selbsttötungsversuch das Leben. Sie hilft fortan im Friseursalon mit, kann jedoch zunächst nicht zu ihm durchdringen. 

Die Vergangenheit holt ihn ein, als ein neidischer, missgünstiger Mithäftling ihn erkennt und in der Nachbarschaft über seine Vergangenheit tratscht. Doch es ist ein Konflikt im früheren Arbeitsumfeld der Frau, die ihn in Zusammenhang mit einer wüsten Auseinandersetzung im Friseursalon wieder ins Gefängnis bringt. 

Dieser japanische Film besticht durch seine Milieu-Skizzierung japanischer Lebensgewohnheiten im Alltag. Es gibt einen wikipedia-Beitrag zu diesem Film. 

Ich kenne keine anderen Film dieses im Jahr 2006 verstorbenen Regisseurs.

Phantastik-Anthologien: Das Böse vor deiner Tür. Unheimliche Geschichten

Das Lesen von Gruselgeschichten hat auch in Deutschland eine gewisse Tradition, besonders in den Wintermonaten, insbesondere in der oft ruhigen Zeit der Rauhnächte kann es ansprechend sein. 

Schon so lange ich zurückdenken kann, las ich gelegentlich Gruselgeschichten, gern auch in Form von Anthologien, auch schon in meiner Jugendzeit. Damals, zwischen 1973 und 1980 gab es beispielsweise die Vampir-Horror-Reihe, die es im Erich-Pabel-Verlag auf 81 Taschenbücher brachte, darunter 23 Anthologien, von denen ich aber nur ein paar gelesen habe. Im Regelfall waren dies Übersetzungen aus dem Englischen. Die Bücher sind in einem wikipedia-Beitrag dort alle gelistet

Von 1978 – 2000 erschienen in der Phantastischen Bibliothek Suhrkamp nicht viele (etwa 13), aber bedeutende Anthologien. Es erschienen hier jedoch sehr viele autorenspezifische Kurzgeschichten-Sammlungen klassischer Autoren, etwa die Werke von H.P. Lovecraft. Die Phantastischen Bibliothek war/ist nach der Anzahl der erschienenen Bände und deren Qualität die bei Weitem bedeutendste Phantastik-Reihe im deutschsprachigen Raum. Speziell bei Buchreihen hängt dies meist vom Engagement der Herausgeber ab, in diesem Fall Franz Rottensteiner. Die Bücher sind in einem wikipedia-Beitrag dort alle gelistet

Ansonsten erschienen Anthologien immer mal wieder verstreut außerhalb von Reihen in diversen Verlagen, die meisten davon sicherlich im Heyne-Verlag, untergeordnet auch im Bastei-Lübbe-Verlag. 

Internet, Bloggerei und Social Media haben jedoch die verfügbare Freizeit der Leser deutlich reduziert, nicht nur bei mir. Und das merkte man auch auf dem Buchmarkt spätestens seit der Jahrtausendwende. Es erscheint wahrscheinlich heute weniger und manchmal wohl auch nur in Kleinverlagen, die in Buchläden nicht präsent sind. Zudem gibt es seither die Tendenz, die kostenträchtige Übersetzung neuer Werke zu unterlassen und stattdessen deutschsprachige Autor*innen zu veröffentlichen. Das war qualitativ nicht immer sehr erfolgreich. 

Die Anthologien gerieten bei mir in den letzten 10/15 Jahren aus vorgenannten Gründen ziemlich aus dem Blick. In den letzten 10 Jahren habe ich wahrscheinlich nur drei Anthologien aus dem Phantastik-Bereich gelesen, erschienen im Verlag Torsten Low (Link). Da habe ich auch noch Nachholbedarf bei den neueren Werken. 

Die neue Phantastik-Anthologie Das Böse vor deiner Tür erschien überraschend jedoch bei dtv. 16 Geschichten deutschsprachiger Autor*innen auf über 500 Seiten – und sie sind ohne Ausnahme ziemlich gut. 

Sie handeln von Flussgeistern, Nahtoderfahrungen, Seelenwanderung, Körpertausch, mörderischen Kindern, bösen Katzen, Traumata, Rache der Natur, ausweglosen Hotels, Alieninvasion, Lost Places, seltsamen Gestalten, Teichungeheuern, alten Spiegeln. 

Ich denke, die Autor*innen haben dazugelernt. Früher waren sie oft nicht so gut, und das meiste, was hierzulande erschien, kam vielleicht auch deshalb aus dem englischen Sprachraum. Vermutlich fehlte den deutschen Autor*innen der spirituelle Background. Aber in den letzten 20 Jahren haben sie vermutlich viel Film-Phantastik gesehen, die zu einer mentalen Horizonterweiterung führte. Auch Fantasy-Romane können Phantastik-Elemente in unterschiedlichem Ausmaß aufweisen. Phantastik muss man sich ja vorstellen können, sonst kann man sie nicht aufschreiben.

Dienstag, 31. Dezember 2024

Filmkonserve: Gary Ross' Phantastikfilm „Pleasantville“

Dieser Film war einer meiner Kino-Highlights 1999. Erzählt wird von zwei Geschwistern, die aufgrund eines Vorfalls am TV in eine biedere Schwarzweiß-Familienfilmserie hineingezogen werden, die in einem US-amerikanischen Vorort in den 1950er Jahren spielt. Dort werden alle Rollenklischees bedient, die man so kennt (Rolle der Frau am Herd, verklemmtes Sexualverhalten, ….).

Fortan spielen die beiden Geschwister in der Serie mit, stellen nach und nach das gesamte Wertesystem der Bewohner in Frage. Gegenstände und Orte erscheinen nach und nach plötzlich in Farbe, auch die Filmfiguren. In diesem Prozess erleben sie auch Anfeindungen und Mobbing, da viele Bewohner*innen Neues nicht vertragen und an den alten Werten und Verhaltensweisen festhalten wollen – so wie es die Filmserie vorgibt. 

Dieser Film ist „sanfte Phantastik“ (FSK ab 6) - das zeichnet ihn neben der außergewöhnlichen Schwarzweiß-Farbe-Machart aus. Interessant ist auch, dass Dinge und Sachverhalte, die in der Serie nie thematisiert wurden, Leerstellen sind, die erst gefüllt werden müssen. Beispielsweise haben die Bücher in der Bibliothek zunächst nur unbeschriebene weiße Seiten, die sich erst füllen, wenn einer der Geschwister eine Buchgeschichte erzählt, und später gibt es auch Straßen und Wegweiser, die aus dem Ort herausführen. 

Nach wie vor ist es aus meiner Sicht ein sehr schöner Film, zu dem es auch einen wikipedia-Beitrag gibt.

Montag, 30. Dezember 2024

Meine Woche (KW 52/24)

Gemacht: eingekauft, Spaziergänge in City, Sülz/Lindenthal, Südstadt/Deutz, Stammheim/Mülheim/Deutz, Königswinter/Oberkassel, diverse Filme geguckt, mit Ex-Chef im Kino gewesen, Kölsch getrunken mit Freund in der Braustelle (Ehrenfeld). 


>Am Rathausplatz Königswinter<

Gesehen: im Kino „All We Imagine As Light“; Filmkonserven Regis Wargnier's „Est Ouest - Eine Liebe in Russland“ (1999), Francois Truffaut's „Fahrenheit 451“ (1966), Steven Spielberg's „Jurassic Park“ (1993), Leos Carax' „Die Liebenden von Pont-Neuf“ (1991), Kathryn Bigelow's „Strange Days“ (1995), John Boorman's „Zardoz“ (1974). 

Gelesen: in „Das Böse vor deiner Tür“ (Unheimliche Geschichten, Anthologie), in Helge Timmerberg's „Tiger fressen keine Yogis“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Geographischen Rundschau. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gegessen: ich habe mal den in letzter Zeit vernachlässigten Wok angeworfen, um ein ordentliches Stück Lachs zu braten und vorwiegend mit Süsskartoffeln und grünen Bohnen zu dünsten. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Kölsch, Punsch, Bananennektar. 

Gedacht: noch im letzten Jahr gab es wie gewohnt um die Weihnachtszeit bei den Discountern Nüsse zum Knacken zu kaufen, beispielsweise Walnüsse aus Frankreich oder den USA. In diesem Dezember ist es schwierig damit, jedenfalls in meinen gewohnten Läden hier in Köln. 

Gehört: Musikkonserven von Eloy, Emerson, Lake & Palmer, Empyrium, Enigma, Espers. 

Gegangen: durchschnittlich 10.200 Schritte/Tag (6.200 – 18.000). Mitunter sehr unangenehm, wenn kalt und keine Sonne und im Grunde nichts zu erledigen ist. 

Gefühlt: ausgeglichen; mitunter Schulter-Schmerzen. 

Fazit: ruhige Woche bei durchwachsenem, mitunter kaltem Wetter.

Bilder einer Wanderung von Köln-Stammheim zum Dom

Diese Wanderung fand am Samstag statt. Viel Sonnenschein, und wenn man von Nord nach Süd geht, kommt die Sonne am späteren Nachmittag im Dezember fast waagerecht von vorne.


>Alte Bäume und Kunstskulpturen sowie ein Lost Place im Stammheimer Schlosspark<


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Der Stammheimer Wasserturm:


Am Mülheimer Rheinufer:


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Man kommt zum Mülheimer Hafen, wo man über die Katzenbuckelbrücke gehen kann:


Dieser Weg auf der künstlichen Hafenlandzunge ist ganz nett. Man hat den Dom im Blick:


Man geht dann unter der Zoobrücke hindurch und kommt zum Rheinpark:


Über die Hohenzollernbrücke geht es über den Rhein zum Dom. Gezeigt werden hier aber die touristischen Rheintreppen:


Wanderroute:


>Screenshot, aufgezeichnet mit der App "Komoot". 11.4 km, 110 Höhenmeter hoch, 90 Höhenmeter runter<