Donnerstag, 25. Januar 2024

Im Kino: Olfas Töchter

Kaouther Ben Hania's tunesischer Film spielt weitgehend nur „zu Hause“. Sozusagen als Film im Film wird gezeigt, wie eine Mutter von 4 Töchtern im Rahmen einer Dokumentation die Traumata ihrer Vergangenheit aufzuarbeiten versucht, denn die zwei älteren Töchter schlossen sich dem IS an und verschwanden in Lybien. Also engagiert die Regisseurin zwei „Ersatztöchter“, um diverse Szenen mit den anderen Frauen/Mädchen zeigen/nachspielen zu können. 

Letztendlich waren die Töchter nur jung, hübsch, dumm, verblendet, aber eingezwängt in patriarchalisch-enge Familienverhältnisse und Rollenbilder, die für sie eine Flucht wohin auch immer attraktiv machte. 

Ein hochemotionales und visuell berauschendes Werk“, meint netzwelt. Visuell überzeugte mich der Film mehr als inhaltlich. Es wird unwahrscheinlich viel geredet im Film, vielleicht war ich dafür zu müde.

Montag, 22. Januar 2024

Meine Woche (KW 03/24)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, bei meinem Friseur und im Kino gewesen, mit Petra im Auto und mit dem Zug den Bruder zweimal in der Früh-Reha Krefeld besucht, gependelt und gewandert im Westen von Köln (Bericht)

Gesehen: im Kino „Im letzten Sommer“. 


>Krankenhaus, Krefeld<

Gelesen: in C.E. Bernard's Roman „Der Klang des Feuers“, in Haruki Murakami's Roman „Kafka am Strand“, beendet Pierre Bordage's Roman „Die Sphären“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed. 

Gegessen: Kantinen-Highlight „Rheinischer Linseneintopf mit frischem Gemüse und Kartoffeln dazu 2 Stück Geflügelwienerle und ein Brötchen“. 

Getrunken: Kaffee, Tee. 

Gehört: Musik von The Breeders, The Brunettes, Calexico, Vangelis. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gegangen: durchschnittlich 8.300 Schritte/Tag (6.600 – 12.600). 

Gefühlt: mitunter ok. Mich kann es allerdings schon arg belasten, wenn Petra "Dinge" nur am Telefon regelt und wir nichts schriftlich an der Hand haben, etwa die Sache mit der 47.000-€-Rechnung von der UNI-Klinik Düsseldorf, die sie bei meinem Bruder vor 2 Wochen im Briefkasten gefunden hat. Gestern zog ich eine "Gutschrift" der UNI-Klinik über diesen Betrag aus seinem Briefkasten, von der ich annehme, dass es ein Storno ist, da die Krankenkasse den Betrag beglichen hat, es also mit der telefonischen Regelung funktioniert hat.

Fazit: atmosphärisch interessante 4-Tage-Arbeitswoche mit Schnee.

Sonntag, 21. Januar 2024

Im Kino: Im letzten Sommer

Catherine Breillat erzählt eine Familiengeschichte, die irgendwo auf dem Lande in Frankreich spielt. Sie ist in einem gehobenen Milieu angesiedelt. Die Frau ist Anwältin, der deutlich ältere Mann irgendein hochrangiges Firmentier. Sie haben zwei adoptierte kleinere asiatisch-stämmige Kinder, und der Mann hat noch einen älteren Sohn aus erster Ehe. 

Als die Ex-Frau stirbt kommt der Sohn zum Vater, und mit der Zeit entwickelt sich eine Affäre mit der Frau (Léa Drucker). Die Geschichte hat etwas knisternde Erotik zu bieten, ansonsten ein relativ intaktes langweiliges Familienleben in langweiliger, etwas steril geratener Haus-Swimming-Pool-Umgebung. 

Insgesamt ist der Film ok, aber aus meiner Sicht nicht unbedingt der Renner. „Unverhofftes Begehren als Wechselspiel zwischen Zärtlichkeit und Härte“, stellt epd-film zur Liebesaffäre fest.

Donnerstag, 18. Januar 2024

Schnee in Köln

 Schön Schnee in Köln kommt längst nicht in jedem Jahr vor. Mit ein paar Fotos möchte ich das Ereignis daher dokumentieren:


>In der Erpeler Straße, Köln-Klettenberg<


... und in der Kölner Südstadt am Abend:


>In Seitenstraßen der Merowinger Straße<


Es war ein ausgesuchter Tag für einen Krankenhaus-Besuch in Krefeld. Petra fuhr Ralfs Auto. Mein Unbehagen bezüglich einer Autofahrt angesichts der winterlichen Verhältnisse stand mir wahrscheinlich ins Gesicht geschrieben. Ich wäre ja auch mit dem Zug hingefahren, aber eben nicht unbedingt, wenn Petra mit dem Auto sowieso hinfährt, da die Zugfahrt zwar sicherer, aber auch unangenehmer ist und noch unangenehmer werden könnte, wenn sie wegen wetterbedingter Störungen nicht planmäßig vonstatten gehen würde.

Immerhin ist Ralfs On-Off-Freundin eine versierte Schnee- und Eis-Autofahrerin mit viel Erfahrung. Und es klappte ja auch vorzüglich, zumal die Autobahnstrecke Köln - Krefeld nicht im Fokus der Radio-Meldungen stand. Kein Stau, man fährt aus Sicherheitsgründen nur langsamer und etwas länger bei Schnee/Eis.

Der Bruder war jedenfalls vergleichsweise gut drauf, aber die Sache mit der künstlichen Ernährung wird sich wohl noch über weitere Wochen hinziehen.

Mittwoch, 17. Januar 2024

Bücherwelten: Pierre Bordage's Roman „Die Sphären“

Der französische Autor legte mit seinem Roman (orig.: Les Dames Blanches, 2015) einen dystopischen, in Frankreich spielenden Phantastik-/SF-Roman vor. Er handelt von halbkugelförmigen, undurchsichtigen weißen Gebilden, die nach und nach in Frankreich und der ganzen Welt irgendwo erscheinen und auf dem Boden verankert sind. 

Die Halbkugeln wachsen und werden im Laufe der Jahre immer mehr. Sie können einen Durchmesser von mehreren Hundert Metern erreichen. Anfangs zunächst als Gerücht, später gesichert, wird das Problem deutlich, dass die Halbkugeln kleine Kinder magisch anziehen. Die Kinder können die Kugelwände durchdringen und tauchen nie wieder auf. 

Die Regierungen auf der Welt betrachten diese Ereignisse als feindseligen Akt und versuchen die Halbkugeln zu zerstören, doch jede militärische Aktion, die Halbkugeln auch nur anzukratzen oder ins Innere zu gelangen scheitert. Schließlich führt das Wissen um die Möglichkeit, Kinder hineinschicken zu können, um die Halbkugeln von innen zu zerstören, zu autokratischen Beschlüssen, genau dies zu tun und die Eltern zu verpflichten, erst eines, dann zwei Kinder im richtigen Alter an die Regierungen für genau diese Zwecke abzutreten. 

Diese Maßnahmen führen zu terroristischen und bürgerkriegsartigen Zuständen sowie zu drakonischen Strafen für „ungehorsame“ Eltern. Gleichzeitig stören die Halbkugeln digitale und elektronische Funktionen in ihrem Umfeld, so dass der Abwärtstrend der Menschheit gravierende Formen annimmt, da nichts mehr flächendeckend funktioniert und immer mehr Halbkugeln erscheinen. 

Anhand von Einzelschicksalen kleiner Gruppen werden die düsteren Auswirkungen und das Handeln der Protagonist:innen im Roman auf breiter Ebene beleuchtet. Darin liegt vielleicht auch eine Schwäche des Romans, insbesondere in seinem Mittelteil. Gleichwohl kann er mit einem etwa 50-seitigen, vielleicht starken Ende auftrumpfen, in dem aus Sicht der Kinder Geschehnisse innerhalb der Halbkugeln und deren Zweck geschildert werden. 

Die Lesermeinung zum Roman ist, wie man zurzeit beispielsweise bei amazon nachlesen kann, geteilt. Der Roman ist aus meiner Sicht in Ordnung, soweit man auch der Auffassung ist, dass er einem die Dummheit vieler Regierungen und der Menschheit vor Augen führen soll und dies in der Welt heute bereits tatsächlich zu beobachten ist. Nur dann ist es auch in höherem Grade wahrscheinlich, dass die Regierungen über viele Jahre viele Tausend Kinder mit Bombengürteln in die Halbkugeln schicken würden.