Sonntag, 17. Dezember 2023

Im Kino: Falling Into Place

Die deutsche Filmschauspielerin Aylin Tezel hat mit ihrem Film ein ziemlich ausgereiftes Debut hingelegt, vielleicht der beste Liebesfilm in diesem Jahr, in dem sie zudem noch als überzeugende Hauptdarstellerin agiert. 

Erzählt wird eine scheue Liebesgeschichte. Eine Frau und ein Mann treffen sich vor einem Pub auf der Isle of Skye und beginnen eine emotional-verbal geprägte Kuschelbeziehung. Doch sie sind beide bereits in Beziehungsproblemen verwickelt, können sich nicht öffnen und das Techtelmechtel endet bald, ohne dass sie Adressen und Telefonnummern austauschen. 

Der Film erzählt danach, in welchem Umfeld sie in London arbeiten und wie sie mit ihren Problemen umgehen, ohne voneinander zu wissen. Doch nach diversen Monaten treffen sie sich im Rahmen ihrer Bilderausstellung wieder, und der Funke springt vielleicht über. 

Die Regisseurin hat ein Gespür für melancholische Stimmungen, ernsthafte Dialoge und interessante Settings. 

Die meisten Szenen treffen die Gefühlslagen der Helden mit großer Zielsicherheit, meint epd-film. Und ich denke mal, die Regisseurin kennt bestimmt Richard-Linklater-Filme.

Samstag, 16. Dezember 2023

Im Kino: Blackberry

Die Entwicklung der PC-Welt als Objekt des Normalbürgers habe ich praktisch von Anfang an mitbekommen. Ziemlich am Anfang meines Berufslebens kaufte ich 1990 mit 31 Jahren meinen ersten PC. Beim Smartphone habe ich die Entwicklung allerdings verschlafen, auch weil mir Kommunikation über Telefon und permanente Erreichbarkeit nie so wichtig waren. Von 2013 – 2019 war ein Samsung-Tablet ein wichtiger Reisebegleiter, da WLAN immer wichtiger wurde. Ein Blackberry-Gerät oder iPhone hatte ich nie.

Matt Johnson's Film widmet sich der Smartphone-Geschichte, speziell der Entstehung der ersten Blackberry-Geräte – eine Geschichte einer kanadischen Firma aus den späten 1990er Jahren, wobei lt. Wikipedia das erste funktionale Smartphone aus dem Jahr 2002 datiert. 

Aufgerollt wird hier, wie aus einer schrägen Modem-Schmiede ein Konzern entsteht. Und wie das lockere Firmenklima damit auch den Bach heruntergeht, da große Investitionen getätigt werden müssen und echte Manager und Experten für Know How, Geldbeschaffung und Vermarktung eingestellt werden müssen, wenn man groß am Markt herauskommen will. 

Mit der Einführung von Apple's iPhone in 2007 ging Blackberry als Hersteller von Smartphones mit physischer Tastatur dem Niedergang entgegen. Mit dem prognostizierten Niedergang endet dann auch der Film. 2022 stellte Blackberry Entwicklung, Produktion und Verkauf von Mobiltelefonen endgültig ein. 

Eine der besten Tech-Biopics der letzten Jahre“, meint blog-fluxkompensator. 

Ich möchte jedoch anmerken, dass der Film zwar unterhaltsam, aber auch schnörkellos mittelmäßig inszeniert ist. Empathie für die Figuren empfindet man kaum und Familienleben oder Freizeit hatte von den handelnden Personen anscheinend auch niemand. Man schaut Filme bei gelegentlichen Filmabenden in der Firma.

Sonntag, 10. Dezember 2023

Meine Woche (KW 48/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, teilgenommen an Weihnachtsfeier, u.a. im Brauhaus „Früh em Jan von Werth“ (Christophstraße), Südstadt-Spaziergänge. 

Gesehen: im Kino „Auf dem Weg“ (Bericht), „The Quiet Girl“, DVD's: „The Jacket“, „The Last Winter“. 


>Sandladung am Rheinau-Hafen, Köln-Südstadt<

Gefunden im öffentlichen Bücherschrank Rolandstr: Roberto Alajmo's Roman „Mammaherz“. 

Gelesen: im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Wochen-Highlight im Brauhaus: „Schweineschnitzel mit Spiegelei und gemischtem Salat“. Das ist nichts Besonderes, aber immerhin kann man dort „paniert“ knusprig herstellen, was man von Kantinen eher nicht behaupten kann. Bin zu dritt mit Kollegen als Letzter gegangen. Wir haben es immerhin von 18 – 23:15 Uhr mit viel Kölsch dort ausgehalten und es wurden mit der Zeit natürlich immer weniger Kollegen, auch weil Streiktag war und dies nur für Köln-Bewohner von Vorteil war. 

Getrunken: Kaffee, orientalischen Tee, Kölsch. 

Gehört: Musik von Björk, The Black Heart Procession, Blackmore's Night, P. J. Harvey, Poems For Laila. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gedacht: die Weihnachtsmärkte sind ganz gut besucht und kurbeln auch den Köln-Tourismus an. Übrigens auch per Schiff auf dem Rhein. Ich habe mit den Weihnachtsmärkten zwar nicht viel im Sinn (besonders nicht bei < 5 Grad), aber diese Dezember-Tage gefallen mir um Lichtjahre besser als die Karnevalstage. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gegangen: durchschnittlich 7.500 Schritte/Tag (5.300 – 10.900). 

Fazit: vergleichsweise gute Arbeitswoche mit sehr mildem Wochenende > 10 Grad, aber nicht regensicher.

Im Kino: The Quiet Girl

Colm Bairéad's Film spielt in Irland und erzählt von einem scheuen Mädchen, das in den Schulferien bei entfernter lebenden Verwandten „abgeladen“ wird. Durch Pflege taut es deutlich auf. 

Kennzeichnend ist eine bemerkenswerte Sprachlosigkeit, die sich im Film durch das menschliche Miteinander zieht. Speziell die Erwachsenen haben sich selten etwas zu sagen und wurschteln sich so durch. 

Der Mensch ist das Wesen, das spricht und damit seine Welt verändert. Womöglich verstummt er, wenn sich seine Welt als unwillig erweist, sich zu verändern. Dann wird seine Stille zur Weltverweigerung“, meint die zeit. Besser hätte ich es nie sagen können. 

Empathie und Beobachtungsgabe zeichnet den sehenswerten, aber vielleicht etwas zu handlungsarmen Film aus.

Wohntraum?

Manchmal schaut man im Rahmen meiner Viertelspaziergänge ja schon, wo man - optisch betrachtet - besser wohnen könnte bzw. lieber wohnen würde. An dieser Stelle meine ich nur das nähergelegene Umfeld.

Ein Favorit meinerseits ist der große Block zwischen Quentel- und Rosenstraße. 

Von der Parkanlage an der Quentelstraße kann man so auf diesen Block schauen:


Diese Backsteingebäude sind denkmalgeschützt und waren wohl mal eine Fabrikanlage. Aktuell könnte ich dazu keine konkreteren Angaben machen, aber sie datieren um 1890. Dieser Backsteinblock an sich ist jedoch wohntechnisch nur bedingt interessant, denn es gibt keine Balkons. Etwa in der Mitte des Blocks gibt es ein passierbares Tor, das in den Innenhof führt. Rückwärtig sieht es so aus:


In diesem Innenhof gibt es aber auch Häuser mit Balkons:


Das Fabrikgebäude liegt im Foto links des großen Baums, die Häuser rechts stehen an der Rosenstraße. So ein blaugelber Balkon wäre dort nicht schlecht.

Quentel- und Rosenstraße sind kleinere Wohnstraßen ohne nennenswerten Durchgangsverkehr, sozusagen optimal. Der Weg zur Severinstraße als Einkaufszone ist nicht weit. Die Innenhofbegrünung ist reichhaltiger als bei mir zu Hause.