Sonntag, 16. Juli 2023

Im Kino: Die Purpursegel

Pietro Marcello's Film spielt in der Normandie, etwa 1918 – 1938. Ein Mann kehrt aus dem 1. Weltkrieg zurück und muss sich wieder in seinem Dorf zurechtfinden. Seine Frau ist jüngst bei der Geburt des Kindes gestorben, und das Leben ist karg. Er findet Unterkunft in dem Hofgut, das von einer Frau geführt wird, die sich auch dem Kind annahm. 

Der Mann ist Tischler, arbeitet mit Holz. Doch Arbeit ist knapp. Später merkt er er, dass er Kinderspielzeuge schnitzen und in der Stadt verkaufen kann. Gleichzeitig zieht er seine Tochter, die sich zu einer selbstbewussten Frau entwickelt. 

Doch Holzspielzeug verliert an Wert, wird durch mechanisch und elektrisch bewegliches Spielzeug verdrängt. In rauen Bildern, aber nicht ohne Empathie, lässt der Regisseur die damalige Zeit auferstehen. Die Darsteller*innen überzeugen. 

Der dumpfen Enge der ruralen Gesellschaftsordnung setzt der Film einen emanzipatorischen Elan entgegen“, meint epd-film.

Dienstag, 11. Juli 2023

Im Kino: Mein fabelhaftes Verbrechen

François Ozon hat hier in Adaption eines Theaterstückes ein ziemlich schnuckelig-romantisches Filmchen inszeniert. Es funktioniert vor allem auf schauspielerischer Ebene. 

Erzählt wird von zwei jungen Frauen im Paris der mittleren 1930er Jahre. Die eine ist Schauspielerin, die andere Anwältin – und beide sind gleichermaßen erfolglos. Sie wohnen zusammen und der Vermieter war mal wieder da, um seit Monaten vergeblich die Miete einzutreiben.

Doch als der Produzent ermordet wird, nachdem die Schauspielerin ein erfolgloses Date bei ihm hatte, haben sie eine famose Idee, um in die Schlagzeilen zu kommen und ihrer Karriere auf die Sprünge zu helfen. Die Schauspielerin bekennt sich schuldig, die Anwältin plädiert auf Notwehr, da der Produzent ihre Klientin vergewaltigen wollte. Die Presse fährt voll darauf ab. Es gibt dann aber ein Problem, denn die wahre Mörderin fühlt sich übergangen. 

Mit pointierten Dialogen, zeitlosen Anspielungen gelingt es Ozon, den Zuschauer bestens zu unterhalten. Denn die Geschichte ist nicht nur amüsant, nein, sie besitzt auch eine für das Genre eher seltene Intelligenz“, meint nochnfilm.

Montag, 10. Juli 2023

Meine Woche (KW 27/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, am Wochenende hitzebedingt nur etwas herumspaziert am Rheinau-Hafen. 

Gesehen: im Kino „20.000 Arten von Bienen“, im TV „Schachnovelle“ und das Frauenfußballspiel „Deutschland – Sambia“. 

Gelesen: in Christina Henry's Roman „Die Chroniken der Meerjungfrau“, in Francois Lelord's Roman „Hectors Reise und die Suche nach dem Glück“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed, im Greenpeace Magazin und der Geographischen Rundschau. 

Gegessen: Kantinen-Highlight vielleicht „gebackene Falafelbällchen an Joghurt-Minzdip dazu Brokkoli-Röschen und Tomaten-Kartoffelpüree“. 4,10 € - zudem ein guter Preis. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Schultenbräu Weizenmix Grapefruit. 

Gehört: Musik von Antimatter, Apocalyptica, Laibach, Lean Year, Mamiffer. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gegangen: Mittelwert 7.900 steps/day (6.600 – 9.800). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine 5-Tage-Arbeitswoche mit 3 heißen Tagen bis zu 36 Grad am Wochenende.

Sonntag, 9. Juli 2023

Im Kino: 20.000 Arten von Bienen

Die spanische Regisseurin Estibaliz Urresola Solaguren erzählt in ihrem Film von einem Jungen, der sich mehr als Mädchen fühlt. Der innere, nach außen getragene Konflikt fängt beim Namen an, äußert sich in der Haartracht und der Kleidung, aber auch in den Fragen, die an Mutter oder Oma gestellt werden. 

Bei einem Besuch bei der Oma in einem baskischen Bergdorf wird dies immer deutlicher, so dass auch die Mutter die Sachverhalte bald nicht mehr übersehen kann. 

Die Regisseurin erzählt einfühlsam aus der kindlichen Perspektive. Auf der filmischen Ebene fand ich den Film jedoch eher durchschnittlich interessant. 

Ein schöner, trauriger und den Menschen und ihren Eigenheiten zugewandter Film“, meint epd-film.

Mittwoch, 5. Juli 2023

Im Kino: How To Blow Up A Pipeline

Daniel Goldhaber's Film handelt von einer Gruppe Öko-Terrorist*innen, die sich zusammengefunden hat, um in Texas eine Öl-Pipeline zu sprengen. Der Film beschreibt die mitunter schwierigen und gefährlichen Vorbereitungen sowie die Durchführung. 

Der Film ist spannend gemacht, ohne Action-Klischees zu bedienen. 

Die Protagonst*innen haben meist persönliche Motive, schöpfen ihre Motivation aus Rachemotiven. 

Ich denke, es ist naive Illusion zu glauben, man könne als kleine Gruppe durch Terrorismus etwas am Lauf der Dinge ändern. Der Staat, die Firmen sind viel zu groß. Menschen, Material und Infrastruktur können sie einfach ersetzen, und die Strukturen ändern sich nicht. 

Subversiv und irritierend“, meint die zeit zum Film, beschreibt die Resonanz in den USA und ordnet ihn ins politische Weltgeschehen ein.