Samstag, 24. Juni 2023

Mein Wohnumfeld - Die ruhigen Phasen

Wenn es ruhig ist, also keine Aktivität im Innenhof, keine laute Musik, keine sprechenden Personen auf den nächstgelegenen Balkons, keine Flugzeuge, erziele ich typischerweise "Quiet-Park"-Mittelwerte um 45 db bei einer 10-Minuten-Messung. 

Ich weiß nicht, wie der Mittelwert gebildet wird und schon gar nicht wie die App ihn berechnet. Bei einer 10-Minuten-Messung sind es aber sicherlich > 1.000 Werte, die verarbeitet werden.  

Einen Mittelwert um 45 dB habe ich auch bei offener Balkontür in der Küche, wenn es ruhig ist. Allein die kleine Uhr sorgt mit ihrem Ticken schon für regelmäßige kleine Spitzen > 40 dB. Sie machen die Lärmaufzeichnung "unruhig":


Größere Spitzen bis 55 dB hat dabei heute morgen eine landende Taube und ihr Gurren verursacht. Auch der Kühlschrank kann eine größere Spitze verursachen. 

Es ist jedenfalls schwierig und auch anstrengend, mit meinem Smartphone bei einer 10-Minuten-Messung bei geöffnetem Fenster oder auf dem Balkon einen Mittelwert < 40 dB zu erreichen und bei mir wohl nur in geeigneten Nachtstunden möglich. Die meisten Spitzen verursacht man dabei häufig selbst, wenn man das Smartphone in der Hand hat, etwa durch Bewegung oder wenn mal der Magen knurrt.

Heute Nacht habe ich im Schlafzimmer bei geöffnetem Fenster einen 10-Minuten-Mittelwert von 35 dB erzielt. Das ist schon sehr ruhig, die Spitzen habe ich meist selbst verursacht. 


Auf meinem Balkon konnte ich neulich nachts einen 10-Minuten-Mittelwert von 38 dB erzielen. Man hört noch etwas, beispielsweise fährt auf der Ringstraße manchmal ein Auto vorbei, vielleicht auch eine Straßenbahn und irgendwo kann immer mal etwas klappern, tangiert den Mittelwert aber wohl kaum.  


Wer meint, in der Natur könne man ruhigere Werte erzielen, könnte sich irren. Windstille wäre dabei sowieso vorauszusetzen.

Beispiele für lautes Wohnumfeld muss ich erst noch sammeln, das kann dauern.

Montag, 19. Juni 2023

Meine Woche (KW 24/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, Vogel-Wanderung in Rur-Seitentälern (Bericht folgt), Konzert-Lärmmessung im Rheinauhafen (Bericht folgt vielleicht), Vogel-Bestimmungen auf dem Süd-Friedhof (Bericht folgt vielleicht). 

Gesehen: im Kino „Nostalgia“, „The Boogeyman“. 


>Umweltzerstörungen im Volksgarten, Köln-Südstadt. Die kleine attraktive Baum-Insel war einmal.<

Gelesen: in Xiaolu Guo's Roman „Ein UFO, dachte sie“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed und der Geographischen Rundschau, im Greenpeace Magazin. 

Gegessen: Obstsalat selber machen ist immer noch in (Apfel, Banane, Kiwi mit Zitronatspritzern). Mehr Fruchtjoghurt. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Schultenbräu Weizenmix Grapefruit, Orangensaft. 

Gehört: Musik von Angels of Venice, Anna Maria Jopek, Anna Ternheim, Crippled Black Phoenix, King Dude und einige Alben bei spotify geprüft. Viele Vögel. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gegangen: Mittelwert 9.700 steps/day (7.000 – 13.500). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine 4-Tage-Arbeitswoche bei oft sonnigem Wetter mit zwei offiziellen 30/31-Tagen an der Wetterstation Köln-Stammheim. Gestern waren auf meinem Balkon noch um 19:30 Uhr 29 Grad bei nur 29 % Luftfeuchte. Dabei gieße ich immer mal die Balkonpflanzen.

Sonntag, 18. Juni 2023

Balkon – Vogel-Bestimmungen

Heute morgen auf meinem Balkon, ein ungewöhnliches, aufgeregtes Gezwitscher. 

Meine erst vor etwa 10 Tagen auf mein Smartphone geladene App „BirdNET“ weiß, welche Vogelarten das sind. „Weidenmeise“ hatte ich bisher noch nicht. Interessanterweise ist in unserem zugebauten Innenhof eine Weide der einzig sichtbare Baum: 



Die App nutzt Künstliche Intelligenz (KI) und analysiert Vogelstimmen. Auf dem Smartphone läuft ein Chromatogramm von rechts nach links über den Bildschirm:





>Screenshot. BirdNET gibt das Ergebnis in dieser Form nicht aus. Wenn man das Chromatogramm haben will, muss man direkt nach der Analyse einen Screenshot machen

Man kann das Chromatogramm anhalten, einen Abschnitt auswählen, der als Audio-Datei automatisch ausgeschnitten wird und kann diesen dann zur Analyse an den Server schicken. Der Server liefert dann innerhalb von Sekunden ein Ergebnis, das wie folgt auf dem Smartphone gespeichert wird:



>Screenshot. Die Ergebnis-Darstellung finde ich sehr gut gelungen. Man sieht anhand GPS-ermittelter Daten eine Karte, Datum, Uhrzeit, Ortsangabe, eine Audio-Datei, die abgespielt werden kann, und das Ergebnis der Analyse der knapp 9 Sekunden langen Audio-Datei mit einer Bewertung zur Treffsicherheit der Analyse. Die blauen Pfeile führen zu den jeweiligen wikipedia-Seiten. Wenn man das Ergebnis teilt, wird jedoch nur die Audio-Datei verschickt. Diese Beobachtungen mit Karte etc. - wie auf dem Screenshot gezeigt - werden App-intern gespeichert und sind abrufbar. Es ist ein Problem, dass sie im internen Speicher des Smartphones liegen und nicht exportiert werden können, denn internen Speicherplatz habe ich auf meinem über 4 Jahre alten Smartphone schon seit Langem kaum noch. Wenn man in der App den Cache löscht, sind alle Beobachtungen weg.<

Bestimmungs-Apps wie diese sind echt „digitale Meilensteine“ für interessierte Nicht-Ornithologen. Früher hatte man Vogel-Bestimmungsbücher wie „Was fliegt denn da?“, später auch Vogelstimmen-CD's. So ein Buch hatte ich schon in den 1980er Jahren angeschafft, eine 4-CD-Sammlung Vogelstimmen Mitte der 1990er Jahre. Beides habe ich eher selten mal genutzt. 

Vorher in den letzten Tagen noch auf meinem Balkon akustisch als "sehr sicher" identifiziert: 

Amsel, Elster, Mauersegler, Ringeltaube, Saatkrähe, Singdrossel, Stieglitz

Das ist ein ökologisch verarmtes Spektrum in einem weitgehend zugebauten Innenstadt-Innenhof. Amsel und Singdrossel sind jene, die zurzeit manchmal noch nach 21:30 Uhr singen. Sie sind für mich anhand des Gesangs schwer zu unterscheiden. 

In der Efeu-Wand nisten wahrscheinlich mindestens Tauben (jene, die auch gerne mal auf meinem Balkon landen). Ich schätze, Elstern und Saatkrähen interessieren sich für deren Eier und leckere Jungvögel. Normalerweise sind sie eher selten hier im Innenhof. 

Morgens waren es heute noch 22 Grad auf dem Balkon. Aber heute wird ein heißer Tag. 31 Grad sind angesagt. Mein Zimmer-Thermometer zeigt gerade 29.4 Grad.

Im Kino: The Boogeyman

Stephen King schrieb diese Kurzgeschichte 1973. Sie ist nur 14 Seiten lang. Ich las sie 1985. Sie erschien unter dem Titel „Das Schreckgespenst“ im Stephen-King-Geschichten-Band „Nachtschicht“. Obwohl ich mich an die Details natürlich nicht mehr erinnern kann, weiß ich sehr wohl noch, mich vergleichsweise sehr gegruselt zu haben. Nach meiner Erinnerung springt da häufiger mal ein Gespenst aus dem Kleiderschrank im Kinderzimmer, wenn das Kind nachts allein im Dunkeln im Bett liegt.

Rob Savage's Verfilmung musste ich daher unbedingt sehen. Leider ist die Verfilmung ziemlich konventionell mit ihren US-amerikanischen Hollywoodkino-Versatzstücken geraten. Eine normale Familie versucht hier den Unfalltod der Mutter und den Alltag zu bewältigen. Der Vater ist selbst Psychotherapeut. 

Als ein verzweifelter Mann zu ihm kommt und eine merkwürdige Geschichte erzählt, ist der Psychotherapeut beunruhigt, sucht eine Ausrede, um die Polizei zu verständigen. Er hört dann Gepolter und als er zurückkommt, ist der Gast tot. Man glaubt an Selbsttötung, doch das Monster hat bei der Familie nun eine neue vielversprechende Bleibe gefunden, denn es ernährt sich vom Leid der Menschen. 

 Als das kleine Mädchen vom Monster im Schrank erzählt, glauben sie zunächst natürlich an Alpträume, und bald wird dann auch eine Psychotherapeutin aufgesucht. Doch es hilft nichts und die Ereignisse spitzen sich im Laufe des Films zu einem finalen Endkampf zu. 

Irgendwie meint man, das Meiste schon einmal in anderen Filmen des Genres in ähnlicher Form gesehen zu haben. Trotz einiger beunruhigender Szenen ist der Film nicht übermäßig gruselig, und es überzeugt auch nicht so besonders, dass die Familie allein im Haus gegen das Monster kämpft.

Es fehlen die Momente, die The Boogeyman deutlicher von anderen Produktionen abhebt“, meint auch kino-zeit.  

Freitag, 16. Juni 2023

Im Kino: Nostalgia

Mario Martone's Film spielt in Neapel und liefert hierzu auch tolle Stadtbilder von Straßen, Plätzen, Ruinen, Katakomben. Der Film erzählt von einem Mann, der nach Jahrzehnten in seine Heimatstadt zurückkehrt, die er – verwickelt in ein Mord- oder Totschlagdelikt – damals auf Weisung seines Vaters fluchtartig in Richtung Ägypten verlassen musste. Er baute sich dort eine Existenz auf und heiratete eine ägyptische Frau, die in einem Krankenhaus arbeitet. 

Doch Neapel ist die Stadt seiner Kindheit und dort lebt noch seine alte Mutter, die er unbedingt besuchen und eventuell unterstützen muss. Er kommt nach Neapel, mietet sich in ein Hotelzimmer ein, erforscht etwas die Umgebung und besucht seine Mutter, die zwar noch in demselben Haus wohnt, aber, ohne dass er davon wusste, in eine kleine dunkle Wohnung ins Erdgeschoss gezogen ist. Dort haust sie in ziemlich zweifelhaftem Zustand. Sie kommen sich wieder nahe, und der Mann verschafft ihr woanders eine neue, bessere Wohnung. Doch die Frau stirbt alsbald. 

Der Mann erinnert sich natürlich an seinen alten Freund, der das Mord- oder Totschlagdelikt damals zu verantworten hat, möchte auch ihn treffen, weiß aber zunächst nicht, wo er wohnt. Er trifft seinen alten Priester, der umfassende Kontakte zur Wohnbevölkerung hat und ihn eindringlich warnt, ihn jedoch mitnimmt zu diversen Familien, die ihn im Viertel bekannt machen. 

So erfährt er schließlich auch die Wohnadresse, doch den alten verfallenden Palast hoch über der Stadt kann er nicht unangemeldet besuchen. Er bekommt einen Termin, und er kommt auch lebend aus dem Palast raus, doch die Aussprache im Palast ist nicht wirklich erfreulich, denn der ehemalige Freund rät ihm, die Stadt baldmöglichst wieder zu verlassen, da seine Mutter nun ja tot sei. 

Dies ist aus meiner Sicht ein ziemlich guter Film. Doch Filme, die über weite Strecken als einfühlsames Sozialdrama daherkommen und ein düsteres Ende nehmen, obwohl sie dies nicht zwingend müssten, entlassen das Publikum nicht sehr zufrieden aus dem Kino, weshalb diesem Film voraussichtlich kein größerer Erfolg an der Kinokasse vergönnt sein wird. 

Bei epd-film gibt es eine Kritikerstimme, die mir zusagt.