Mittwoch, 22. März 2023

Bücherwelten: James Corey's „Abaddons Tor“

Zum Glück hatte ich vor meinem Urlaub noch einige Bücher auf meinen mittlerweile schon über 10 Jahre alten Sony-E-Book-Reader geladen. Dieses ist eines davon, das ich auch gelesen habe. 

Der Expanse-Zyklus hat 9 Bände. „Abaddon’s Gate“ (2013) ist der dritte Roman. Die ersten Romane handelt von der Expansion der Menschen in das Sonnensystem. Grundannahme ist, dass es dabei zugehen wird wie auf der Erde und sich Raumhabitate oder besiedelte Planeten irgendwann für unabhängig erklären werden und Konflikte zwischen diesen menschlichen Gruppen entstehen, die dann auch gewalttätig im Weltraum ausgetragen werden. 

Erschwerend kommt hinzu, dass sich ein fremdartiges Virus ausgebreitet hat und eine riesige ringförmige Struktur unbekannter Funktion (Abaddons Tor) nicht weit entfernt von den Planeten gebaut hat. 

Nachdem ein Freak mit seinem kleinen Raumschiff diesen Ring durchflogen hat, aber nicht erkennbar auf der anderen Seite herausgekommen ist, nehmen drei Kriegsflotten einen Wettlauf zum Ring auf, da bahnbrechende Erkenntnisse erwartet werden. Sie passieren den Ring und werden dort in einem „Raum“ gefangen, in dem ihre Geschwindigkeit stark abgesenkt wurde. Der plötzliche Bremsvorgang führt zu zahlreichen Toten. Im allgemeinen Chaos brechen diverse Konflikte in und zwischen Raumschiffen aus. Und auch das Virus meldet sich zurück. 

Das Buch eines US-amerikanischen Autoren-Gespanns ist Space-Opera-Action pur. Dem ist zugute zu halten, dass es ziemlich „süffig“ geschrieben und übersetzt wurde und sich daher gut lesen lässt. 

Dieser dritte Band des Expanse-Zyklus gewann den Locus Award for Best Science Fiction Novel 2014.

Im Kino: Die Fabelmans

Die goldenen Zeiten des Filmregisseurs Steven Spielberg mögen – so meine Meinung - regietechnisch seit 20 Jahren vorbei sein, dennoch hat er mit seinem neuen autobiographisch gefärbten Film über das Filmemachen und seine persönlichen filmischen Anfänge als 10-jähriges Kind in den 1950er Jahren sowie dem Fortgang seiner Karriere in den 1960er Jahren (noch bevor sein erster Kinofilm erschien) einen thematisch interessanten Kinofilm gemacht. 

Hollywood-typisch handelt der Film auch stilisiertes Familienleben ab. Das ist nicht schlimm, zumal die krieselnde Ehe der Eltern nicht ausgeblendet wird, nervig am Film sind aus meiner Sicht jedoch die religiösen Szenen mit seiner College-Lady. 

Insgesamt kann man sich den sentimentalen Film durchaus ansehen, ich denke aber nicht, dass er es in meine Jahresbestenliste schaffen wird. 

Eine wunderschöne Reise in das Innere für jeden Cineasten“, meinen die heldenderfreizeit. Der Film zeigt „die heilende Kraft der Fantasie, die aus dem gewöhnlichsten Alltag etwas Besonderes machen kann“, sagt film-rezensionen.

Im Kino: Wann wird es endlich so, wie es nie war

Sonja Heiss' Film erzählt nach einem autobiographisch gefärbten Roman von Joachim Meyerhoff von einem Jungen/Jugendlichen, der in den 1980er und 90er Jahren in Schleswig auf dem weitläufigen Gelände einer großen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie aufwächst. Sein Vater ist dort eben Direktor, aber der Junge hat durchaus auch eigene psychische Störungen, die sich gelegentlich in epileptisch wirkenden Wut- und Schreianfällen zeigen. Geschieht dies zu Hause, wird er auf eine gerade schleudernde und ruckelnde Waschmaschine gesetzt, die anscheinend beruhigend wirkt. 

Es fällt mir schwer, Weiteres über den Inhalt des Films hier zu erzählen. Es wird eben vom Alltag dort und damals erzählt, vom Alltag im Elternhaus und von den Alltagsbegegnungen des Jungen in der Klinik. „Untreue und Unglück, Trennungen und Abschiede sowie der ganz alltägliche Wahnsinn, den die Wohnsituation mit sich bringt, sind die Themen“, so epd-film. 

An dem Film sind weniger die inhaltlichen Details von Bedeutung, mehr die Erzählstruktur und die warmherzige atmosphärische Ausstrahlung. Film-rezensionen stellt fest, dass der Film „leichtfüßig durch das pralle Leben am Rande des Wahnsinns spaziert“ und den Ton der Vorlage trifft, etwa die Bejahung des Andersseins oder die en passant gewürdigte Psychiatriereform der 70er bis 90er Jahre. 

Insgesamt hat mir der Film ziemlich gut gefallen. Er hat auch einen guten Soundtrack mit einigen bekannten Hits aus der damaligen Zeit, etwa Grauzone's „Eisbären können nicht weinen“. Wie man bei epd-film nachlesen kann, fanden jedoch nicht alle den Film gut.

Sonntag, 19. März 2023

Meine Woche (KW 11/23)

Getan: von der Insel Santiago nach Lissabon geflogen, in Lissabon und Cascais herumgeschlendert, nach Düsseldorf geflogen, gearbeitet am Freitag, eingekauft, im Kino gewesen. 

Gedacht: schön, dass der Urlaub geklappt hat. Bei mir ist ein Urlaub ja immer gelungen, wenn man die planmäßige Rückreise gefühlt gesund geschafft hat. 

Gesehen: im Kino „Die Fabelmans“, „Wann wird es endlich so, wie es nie war", im TV Tagesschau, einen Notruf-Krimi. 

Gelesen: in C.E. Bernard's Roman „Das Flüstern des Zwielichts“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gefunden im öffentlichen Bücherschrank der Südstadt: Massoud Atai's Erzählungsband „Auf den Schwingen der Sehnsucht“, Yasar Kemal's Roman „Auch die Vögel sind fort“. 

Gegessen: viel Minimarket-Kost in Lissabon, zu Hause Suppenhuhn mit Gemüse gekocht. 

Getrunken: Kaffee, Orangensaft, Bitterlemon, Bier, indischen Chai. 

Gehört: Musik von Iron Maiden, King Crimson, Wovenhand. 

Gefühlt: relativ ausgeglichen. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gegangen: Mittelwert 12.500 steps/day (6.100 – 20.400). 

Fazit: eine relativ relaxte letzte Urlaubswoche mit einem E-Mail-Check-Tag am Arbeitsplatz.

Zurück in Köln

Donnerstag Abend war ich nach genau 4 Wochen Urlaub gegen 19 Uhr wieder in Köln. Abflug in Lissabon 13 Uhr war ausnahmsweise mal eine gute Uhrzeit, da man gemütlich frühstücken und auschecken kann. Ansonsten lief der Rückflug glatt-gemütlich – und zum Glück gab es noch keinen Streik am Flughafen Düsseldorf. 

Die Bahn „Düsseldorf – Köln“ hatte 20 min. Verspätung. Natürlich war das etwas ungemütlich am Airport-Bahnsteig, schließlich ist man für Deutschland nicht so wirklich akklimatisiert. Die Temperaturdifferenz der Maxima Lissabon/Düsseldorf (18/12-Grad) betrug allerdings nur moderate 6 Grad und war deutlich geringer als die von Praia/Lissabon (31/18-Grad) einige Tage zuvor. 

Im Prinzip halte ich es nach wie vor für eine gute Idee, in Lissabon ein paar Tage Zwischenstation zu machen. Eventuell ist es die Stadt, in die ich gefühlt noch am ehesten meinen Wohnsitz verlegen würde. Aber leider kann ich beispielsweise kein Portugiesisch.

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Die Reiseberichte gibt es im Blog bei unterwegsnahwehfernweh.blogspot.comDie Einbindung von Fotos in den Blog kann erfahrungsgemäß jedoch dauern.

In fast täglichen Beiträgen habe ich zusammen etwa 180 Fotos bei Instagram während der Reise eingestellt. Unter dem Hashtag #unterwegsnahwehfernweh können sie dort gefunden werden.