Samstag, 7. Januar 2023

Im Kino: Die Insel der Zitronenblüten

Benito Zambrano's Film erzählt auf Basis eines Roman-Bestsellers von Cristina Campos von zwei Schwestern, die sich auseinander gelebt haben. Die eine lebt auf Mallorca, die andere ist als NGO-Ärztin in einem Waisenhaus im Senegal tätig. 

Ein Todesfall mit überraschender Erbschaft zwingt die Ärztin, Mallorca wieder aufzusuchen und sich mit der Erbschaft auseinanderzusetzen. Die Schwestern finden wieder zueinander, nachdem die Sache mit der Erbschaft formal geklärt werden konnte. Die Ärztin erbt die Bäckerei mit der Wohnung darüber und richtet diese ein. Die Bäckerei bleibt erhalten. 

Neben dem Familiengeheimnis um die Erbschaft gibt es noch einige andere Probleme mit großer Tragweite wie das kleine afrikanische Waisenkind, das die Ärztin adoptieren will und die Krebsdiagnose bei der Schwester. 

Mit den Schauspieler*innen und den Handlungsorten kann der Film überzeugen. Nach meiner Auffassung ist jedoch die Ereignisdichte zu eng getaktet, worunter der Tiefgang der Story etwas leidet. 

Nach der epd-Filmkritik zu urteilen, ist das voluminöse Buch wahrscheinlich besser. Ein sympathisch-tragischer Film, den man ansehen kann, ist es insbesondere dank der Hauptdarstellerin (Elia Galera) dennoch geworden.

Montag, 2. Januar 2023

Meine Woche (KW 52/22)

Getan: gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Spaziergänge in Köln, gewandert über die Ville-Dörfer. 

Gesehen: im Kino „Avatar – The Way of Water“, „Was man von hier aus sehen kann“, DVD's „A Chinese Ghost Story II“, „Ken Park“, „Kirschblüten“, Nang-Nak“, „Der Omega Mann“, im TV Tagesschau, einen Wolfsland-Krimi, einen Köln-Tatort. 

Gedacht: hm, mediterranes Sylvester-Neujahr-Klima. Ich würde mal vermuten, dass dies Rekord-Temperaturen für diese zwei Tage waren, aber mein Geist ist schwach, dies alles wirklich sicher zu erinnern. 

Gelesen: in Vernor Vinge's Roman „Eine Tiefe am Himmel“, in Durian Sukegawa's Roman „Kirschblüten und rote Bohnen“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Deadline, im Greenpeace Magazin. 

Gegessen: zwischen den Tagen hat unsere Kantine zu. In kleiner Gruppe waren wir meist in der Opernpassage. Dort kann man bei Eat Happy auch asiatisch essen. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Tee, Glühwein, Kölsch. 

Gehört: Musik von The Beauty of Gemina, Dry Cleaning, The Walkabouts und einige Alben bei spotify geprüft. 

Geheizt: nein.

Gefühlt: gesundheitlich ganz gut. 

Gekauft: nichts > 20 €.

Gegangen: Mittelwert 9.100 steps/day (6.400 – 15.300). 

Fazit: 4-Tage-Arbeitswoche mit ungewöhnlich warmem Dezemberwetter zwischen 9 und 14 Grad Maximum.

Samstag, 31. Dezember 2022

Im Kino: Was man von hier aus sehen kann

Aron Lehmann inszenierte diese skurril-poetische Westerwald-Dorfgeschichte mit mitunter märchenhaften Bezügen nach einem Bestseller-Roman (2017) der deutschen Autorin Mariana Leky. 

Das Buch kenne ich nicht, aber der Film selbst ist sicher ein Highlight des deutschen Films in diesem Jahr. 

In sich verschachtelt, umfasst der Film eine Zeitspanne von etwa 30 Jahren, von wann bis wann, weiß ich nicht so genau, sagen wir mal 1965-95. Erzählt wird von einem Mädchen, das zur Frau (Ava Petsch, Luna Wedler) heranwächst und sich mit den kauzig-skurrilen Dorfbewohnern herumschlagen muss, beispielsweise mit ihrer Großmutter (Corinna Harfouch) die gelegentlich von einem Okapi träumt, in dessen Folge meist ein(e) Dorfbewohner*in stirbt. 

Die Liebe steht auch Mittelpunkt des Films, will aber nicht in die Gänge kommen. 

Es gibt wahrlich nur wenige Filme, bei denen ich den Vorführer am Ende am liebsten bitten würde, den Projektor gleich noch einmal auf Anfang zu stellen“, meint nochnfilm

Ja vielleicht, aber „Mittagsstunde“ war der bessere Film in diesem Jahr. 

Mit diesem gesehenen Film No. 80 geht das Kinojahr 2022 für mich zu Ende. Wahrscheinlich hatte ich Nachholbedarf nach dem Katastrophenjahr 2021. Es ist nicht das Rekordergebnis, aber Position 3 zusammen mit dem Kinojahr 2001. Nur in den Jahren 1998 und 2000 war ich häufiger im Kino.

Freitag, 30. Dezember 2022

Im Kino: Avatar – The Way of Water

James Cameron hat als Filmregisseur lange pausiert. Nach „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ (2009) ist diese neue Fortsetzung sein einziger Film. 

Der Film hat viele Schauwerte, viel Dramatik, schwankt zwischen naiv inszeniertem Familienfilm mit Poesie und Rührseligkeit und heftigen Kampfszenen, mit denen „normale Regisseure“ bei einer angestrebten Filmkennzeichnung „ab 12“ kaum durchkommen würden. 

Im Grunde erzählt der Film, der auf einem fremden Planeten spielt, eine Geschichte, die sich 1000-fach auf der Erde abgespielt hat und noch abspielt. Raff- und rohstoffgierige Eroberer kommen, zerstören Ökologie und Gesellschaften, etwa der „Naturvölker“ - und treffen auf Widerstand, der brutal bekämpft wird. 

Man kann nur hoffen, wahrscheinlich war es aber auch Intention des Regisseurs, hinter dem Film und zwischen den Zeilen viele Botschaften gegen Umweltzerstörung, Raubbau und Tiere töten auf der Erde zu verbergen. Manche Szenen sind ganz offensichtlich den brutalen Walfangmethoden auf der Erde entlehnt. 

Es gab sicher bessere Filme in diesem Jahr, aber ansehen kann man sich das Spektakel dennoch. Die Fantasy-Tiere sehen streckenweise schon sehr "echt" aus, was man bei einem 300 - 400 Millionen Dollar-teuren Film allerdings auch erwarten kann.

Rührend naive Utopie“, meint critic.

Montag, 26. Dezember 2022

Filmkonserve: Werner Herzog's „Nosferatu – Phantom der Nacht“

Der Regisseur adaptierte hier 1979 die klassische Nosferatu-Dracula-Saga nach Murnau. Innovativ ist der Film insoweit eher nicht. 

Er punktet jedoch mit Vielem, was das Gothic-Genre an Requisiten und Settings so aufzuweisen hat: Burgruine, Kellergewölbe, Dachböden, Kutschen, Friedhöfe, Kreuze und Särge, Kerzenständer, Fledermäuse, sehr viele Ratten. Letztere bringen dann auch die Pest nach Wismar, als ein Segler ohne überlebende Menschen, aber mit einem in einem Sarg versteckten Vampir und vielen Ratten dort anlegt. 

Die Soundkulisse bietet auch Einiges, natürlich rufende Eulen, Wind. Der Soundtrack von Popol Vuh muss allerdings nicht jedermanns Sache sein. Nun ja, Dark Ambient gab es damals noch nicht.

Die Schauspieler*innen agieren verhalten, oft fast wie in Trance, sowohl Klaus Kinski als Nosferatu, als auch Isabelle Adjani. Einzig der Auftraggeber (Roland Topor) des Hausverkaufs an Nosferatu weiß durch sein irres Gelächter als überdurchschnittlich zu überzeugen.

Insgesamt ist der Film atmosphärisch recht stimmig, ohne auf mich jedoch unheimlich zu wirken. 

Weitere Infos zum Film gibt es z.B. bei wikipedia.