Samstag, 10. Januar 2026

Sound-Welten (01/2026)

In dieser Prüfrunde hat mich insbesondere das Album von Susanna & The Brotherhood of Our Lady ansprechen können. 

RPWL. Alben: God Has Failed (2000) // Beyond Man And Time (2012). News from the Past; erstes und achtes Studio-Album einer deutschen Progressive-Rock-Band, die vergleichsweise recht erfolgreich ist. Andere, auch neuere Alben habe ich früher schon mal geprüft. Aber irgendwie will mich ihr Sound nicht packen. SHR: 66 T – 2.312 T // 117 T – 3.652 T. WD: 21/day. 

Susanna & The Brotherhood of Our Lady. Debüt-Album: Garden of Earthly Delights (2019). „Experimental-Pop im Bosch-Bilder-Rausch, Electronics und Folk“, meint musikreviews. Hier werden von der norwegischen Band Hieronymus-Bosch-Bilder vertont. Gesangstechnisch und instrumental ziemlich toll, ab und zu auch unheimlich. SHR: 4 T – 17 T. WD: n.v. 

TT. Album: LoveLaws (2018). Erstes Solo-Album der Warpaint-Sängerin. Der Sound ist überwiegend im langsam-verschleppenden Trip Hop angesiedelt. „Ein Sehnsuchtsalbum für Erwachsene“, meint eclag-mag. Kann gefallen, mir ist der Sound aber vielleicht doch zu handzahm und ihre Voice nicht ansprechend genug. SHR: 97 T – 1.039 T. WD: n.v. 

Vanja Sky. Album: Access All Areas (2025). Nach drei Studio-Alben ein langes Live-Album einer kroatischen Blues-Rock-Lady, natürlich mit Begleit-Combo. Sehr rockig, stilistisch sehr klassisch, es gibt auch einige Songs > 8 min mit schönen Gitarren-Linien. Anhänger dieses Musikstils kann das sicherlich gefallen. SHR: 1 T – 6 T. WD: 21/day. 

Without Us. Erstmals geprüft. Album: Second Raise (2025). Zweites Album einer deutschen Melodic-Prog-Band mit Lady am Micro. „Stilistisch betrachtet bewegen sich die Kompositionen zwischen farbenfrohem symphonischem Neoprog, den popmusikalischen Akzenten, Soul- und Jazz-Rock-Anleihen und den hochkomplexen Passagen, die einem beachtliche Instrumentenbeherrschung abverlangen“, ist auf den babyblaue-seiten nachzulesen. Das „Farbenfrohe“ stört mich, wahrscheinlich auch die Voice. Aber das längere Instrumental „Time Signs“ kann überzeugen. SHR: 1 T. WD: n.v. 

The Young Gods. Album: Appear Disappear (2025). Das ist das etwa 15. Studio-Album einer schweizer Post-Industrial-Band, deren erste Alben bereits in den 1980er Jahren erschienen. Dieses Album hat in der Schweiz die Top-1-Position der Charts erreicht. Das ist außerhalb des Landes für diese Soundrichtung quasi unmöglich. Ich habe einige Alben von ihnen und behaupte hier mal, dass das neue Werk nicht so viel Neues bringt. SHR: 36 T – 122 T. WD: 53/day. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im westlich geprägten Kulturraum. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Freitag, 9. Januar 2026

Im Kino: Der Fremde

Der Roman „Der Fremde“ von Albert Camus ist Weltliteratur und wurde 1942 geschrieben. Er gilt als eines der Hauptwerke der Philosophie des Existentialismus und Absurdismus. 

François Ozon's Verfilmung ist nicht die erste. Bei Luchino Visconti's Verfilmung von 1967 weiß ich jedoch nicht, ob ich sie jemals gesehen habe. 

Wie auch immer, nach dem Kölner Kritikerspiegel ist es einer der fünf herausragenden Filme des Kinomonats Januar 2026. Ein eindeutiges Votum gibt es in diesem Monat nicht. 

Es ist vergleichsweise schwere Kost. Der Film spielt im algerischen, damals französisch besetzten algerischen Oran in den 1930er Jahren. Er handelt von einem französischstämmigen Mann, dessen Mutter wenige Tage zuvor verstorben ist, der eine Freundin hat und der nach einem Streit, in dem er selbst nur Nebenfigur war, einen Araber erschießt und zum Tode verurteilt wird, da er sich nicht angemessen verteidigen will und obwohl das Urteil in Anbetracht des rassistischen Justizsystems ziemlich unwahrscheinlich war. 

Besonders begeistert hat mich der Film nicht. Der Protagonist agiert in Anbetracht seiner Lebensumstände insgesamt nicht nachvollziehbar. Vermutlich ist das schon in der Romanvorlage so. 

Die SW-Fotografie verleiht dem Drama das Aussehen eines vergessenen Meisterwerks aus den fünfziger Jahren“, meint u.a. kriminalakte.

Mittwoch, 7. Januar 2026

Im Kino: Sorry, Baby

Sehr einfühlsam mit hohen Empathiegrad erzählt die US-amerikanische Regisseurin und Hauptdarstellerin Eva Victor in ihrem Debüt-Film im ländlichen Massachusetts von einer jungen, an der Uni erfolgreichen Frau, ihrer Freundin, ihren Sex-Erfahrungen und der Verarbeitung eines traumatischen sexuellen Übergriffs und ihrer hieraus resultierenden Ängste und Depressionen mit Hilfe ihrer Freundinnen und Bekannten sowie eines aufgefundenen Kätzchens. 

Es gibt diverse Kapitel im Film, die vor und nach dem sexuellen Übergriff spielen, aber keiner Chronologie folgen. 

Es stimmt schon, dieser Film lebt vor allem von seinen Dialogen und den Gesprächsszenen. 

Ein Film der subtilen Momente, der feinen Emotionen“, sagt kino-zeit. Stimmt, deshalb ist er auch ziemlich gut.

Nach dem Kölner Kritikerspiegel ist es einer der fünf herausragenden Filme des Kinomonats Januar 2026. Ein eindeutiges Votum gibt es in diesem Monat nicht. 

Bücherwelten: Kazuo Ishiguro's Roman „Der begrabene Riese“

Der in 2015 erschienene Roman spielt im 5./6. Jahrhundert nach Christi in England. Es ist das dritte Buch, das ich von diesem nobelpreisgekrönten Autor in diesem Jahrzehnt gelesen habe. 

Erzählt wird in diesem Roman von einem betagten Pärchen, das sich aufmacht, seinen wohnhöhlenartigen Weiler zu verlassen, um den verlorenen Sohn zu besuchen. Es geht das Gerücht um, dass der Atem eines Drachen die Gegend verpestet hat, so dass alle Menschen schnell die Vergangenheit vergessen. Oder handelt das Buch von einem alzheimerähnlichen Problem? Das Pärchen ist sich jedenfalls seiner Vergangenheit und vergangener Ereignisse nicht sicher. Dazu kommen noch Träume und oft düstere Visionen. Aber auch andere Menschen haben das Problem. 

Auf ihrer mehrtägigen Wanderung kommen sie zu einem Dorf der Sachsen und später zu einem Kloster in den Bergen. Ein alter Ritter auf seinem Ross, der bereits mit König Artus kämpfte und den Drachen beschützen will und ein anderer Schwertkämpfer, der den Drachen töten soll, kreuzen mehrfach ihren Weg. 

An der Schlafstätte des Drachens hoch in den Bergen kommt es zum entscheidenden Schwertkampf, den der alte Ritter verliert. Der Drache wird sodann vom siegreichen Schwertkämpfer getötet, langsam hebt sich der Schleier des Vergessens. Das alte Pärchen ist Zeuge dieser Geschehnisse. 

Mühsam kämpft es sich sodann runter zur Küste, vor der eine geheimnisvolle Insel liegt, auf der vielleicht ihr Sohn lebt. Doch auch um die Fährmänner ranken sich düstere Geschichten, und sie bringen oft nicht alle Kunden rüber, sondern transportieren sie einzeln auf ihren kleinen Booten, wenn sie eine Prüfung bestehen. 

In diesem Roman wird zentral die Frage verhandelt, ob vor dem Hintergrund endloser Gewaltspiralen in vielen Konflikten Geschehnisse der Vergangenheit besser vergessen oder aufgedeckt werden sollten, um friedlich zusammenleben zu können. 

Aus meiner Sicht ist das ein tolles Buch. Es soll auch eine der besten Sterbeszenen der moderneren Weltliteratur enthalten. Man muss das mystisch-nebulöse Ende des Romans jedoch erst einmal verstehen.

Dienstag, 6. Januar 2026

Meine Woche (KW 52/2025)

Gemacht: kürzere und längere Spaziergänge um Strömsholm mit dem Bruder. Wir waren auch wieder Einkaufen in der nächstgelegenen Großstadt Västeras und mit Petra auch wieder im Pferdestall, Besuch des Gräberfeldes Anundshög, Spaziergang mit Kaffeetrinken in Västeras, Kurzbesuch eines Parks in Hallstahammar, Besuch des Cafés an der Reitschule in Strömsholm, Mau Mau und Memory gespielt.

Gemerkt: ziemlich oft kalte Füße gehabt, obwohl ich mich an unangenehmere Situationen in meiner Kindheit erinnere. Schuhwerk und Socken reichten qualitativ einfach nicht aus. Wenn man wirklich wandert, auch durch den Schnee ist das kein Problem, bei längeren Stehphasen, etwa im Pferdestall aber schon.

Gesehen: Pferde, Vögel, Fluss, Kanal, angestauten See, vermoosten Wald mit vielen größeren Steinen, uralte Eichen, ein wenig Feuerwerk. In der Nacht zu Neujahr fiel Schnee, etwa 5 cm, der sich dann im Laufe der Tage auf 20-25 cm erhöhte.


>Strömsholm - Schnee an der Reitschule<

Gelesen: in Kazuo Ishiguro's Roman "Der begrabene Riese". 

Gegessen: mein Bruder kocht; zu Sylvester gab's Schweinemedaillons mit Sauerkraut und Kartoffeln.

Getrunken: Kaffee, Cappuccino, Säfte, Gewürz-Chai, Glühwein, Vodka, Rum, Bier.

Gehört: nichts Besonderes, der Schnee dämpft die Geräusche.

Gegangen: durchschnittlich 7.000 Schritte/Tag (3.900 – 11.300). Die letzten Tage waren mit -3/-4 Grad zu kalt, als dass ich noch Lust gehabt hätte, meine 6.000 Schritte zu erreichen.

Gekauft: Zugticket "Eskilstuna - Stockholm-Airport", etwa 40 €. 

Gefühlt: ganz gut. Es sind schläfrig-gemütliche Tage, an denen es um 15:00 zu dämmern beginnt.

Fazit: gemütliche Woche (im Haus), draußen aber mitunter ungemütlich kalt und windig.