Sonntag, 26. Januar 2025

Filmkonserve: Brian de Palma's „Carrie“

Diesen Film aus dem Jahr 1976 in Anlehnung an einen Roman von Stephen King sah ich damals schon im Kino. Heute wirkt er etwas aus der Zeit gefallen. 

Die perfide Mobbing-Geschichte um einen Abschlussball an einer US-amerikanischen Highschool kommt lange Zeit nicht als Horrorfilm daher, sondern mehr als Story über religiösen Wahn in einer Mutter-Tochter-Beziehung und Mobbing-Konsequenzen, resultierend beispielsweise aus der prüden Kleidung, die die Tochter tragen muss und sich damit dem Gespött ihrer Mitschülerinnen aussetzt. 

Irgendwann kommt der Abschlussball und die Protagonistin (Sissy Spacek) wird wider Erwarten von einem jungen, attraktiven Mann aus ihrer Klasse eingeladen. Die Mutter verbietet ihr natürlich hinzugehen und sich schick zu kleiden etc., aber die Tochter, die schon gemerkt hat, dass sie telekinetische Kräfte hat, setzt sich trotz eigener Bedenken durch. 

Der Film zeigt sehr genau die sich anbahnende Katastrophe. Auf dem Ball wird getanzt und ein Siegerpärchen gekürt. Die Abstimmung hierüber ist fingiert, das Protagonisten-Pärchen gewinnt und muss auf die Bühne. Oberhalb der Bühne ist von einigen Mitschüler*innen am Vorabend ein Eimer voller Schweineblut im Gebälk aufgestellt worden, der sie voll trifft. 

Der Schock setzt ungeahnte telekinetische Kräfte in dem tief verletzten Mädchen frei. Sie riegelt die Halle telekinetisch ab, setzt ihre Kräfte frei, und viele kommen im Inferno aus Feuer und herumfliegenden Gegenständen um. Sie geht nach Hause, wo ihre Mutter, die ihre Tochter mittlerweile für eine Brut des Teufels hält, sie mit einem Messer hinterrücks tödlich verletzt. Das Mädchen kann alle Küchenmesser „mobilisieren“ und nagelt die Mutter im Türrahmen fest. In einer Schlussszene, einer Traumsequenz einer überlebenden Mitschülerin, greift sie aus dem Grab nach den Fußgelenken der Mitschülerin, die daraufhin schreiend aufwacht. 

Im Ergebnis ist es aus meiner Sicht immer noch ein sehenswerter Film, auch wegen der einfühlsamen Szenen vor und zu Beginn des Balls. Meine DVD ist in der deutschen Fassung leider nur mono. 

Natürlich gibt es einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.

Samstag, 25. Januar 2025

Filmkonserve: Luc Besson's „Léon – Der Profi“

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre inszenierte Luc Besson zwei sehenswerte Auftragskiller-Filme, „Nikita“ (1990) und eben „Léon – Der Profi“ (1994). Letzterer war einer meiner Spitzenfilme des Kinojahres 1995. 

Das Besondere an dem in New York spielenden Film ist wohl, dass er neben exzellent in Szene gesetzten Ballerszenen sensibel von einer Beziehung des Killers (Jean Reno) zu einem Mädchen (der damals 12-jährigen Natalie Portman) erzählt, dessen Familie einige Wohnungstüren weiter gerade im Rahmen eines Drogenkonfliktes ermordet wurde, während sie u.a. Milch Einkaufen war. 

Das Mädchen kann sich gut verkaufen, er nimmt es zögerlich auf. Sie sieht seine Waffen, erklärt auch „Cleanerin“ werden zu wollen, hat eine Rechnung zu begleichen. Er unterrichtet sie im Waffen-Handwerk – und er hilft ihr auch, ihre Rechnung zu begleichen. 

Dieser Film wird mir immer gefallen, wobei mir diese Director's Cut-Fassung wahrscheinlich noch besser als der ursprüngliche Kinofilm gefällt. 

Für Natalie Portman war es ihr Karrierebeginn. 

Bei wikipedia gibt es einen Eintrag zu diesem Film.

Freitag, 24. Januar 2025

Filmkonserve: Ridley Scott's Road Movie „Thelma & Louise“

Der Film aus dem Jahr 1991 wirkt heute vielleicht etwas aus der Zeit gefallen. Er handelt von zwei Freundinnen (Geena Davis, Susan Sarandon), die dem Alltag mit ihren zweifelhaften Partnern/Ehemännern entkommen wollen und sich mit einem Straßenkreuzer auf den Weg durch die USA machen. Einen Revolver nehmen sie vorsichtshalber auch mit. 

Man kann den Film als Selbstermächtigung der Frauen deuten, ihr eigenes Leben in Freiheit zu gestalten, allerdings auch als ihr komplettes Scheitern. Schon beim ersten Clubbesuch mit Live-Music und Tanz kommt es vor dem Club zu einer Auseinandersetzung mit einem Macho-Typ, der die eine der Frauen vergewaltigen will – und die andere legt ihn um. 

Von da an sind sie auf der Flucht. Sie kommen an ihr Erspartes, doch ein freundlicher sexy Anhalter (Brad Pitt) stiehlt es der unbedarften Dame im Bett, die ihren Fauxpas ausbügeln will und einen Discounter überfällt. Sie werden von einem Tanklastzugfahrer verbal mehrfach belästigt und sprengen dessen Fahrzeug in die Luft. 

Am Ende werden sie von der Polizei an einem Canyon gestellt. Aber sie wollen ihre Freiheit nicht aufgeben und werden nicht ins Gefängnis gehen. 

Der Film erhielt des Oscar für das beste Drehbuch, als wirklich überzeugend empfinde ich heute aber nur noch das fatalistisch-poetische Ende des Films, während ansonsten aus heutiger Sicht krass rückständig wirkendes US-amerikanisches Provinzleben in den 1980er Jahren gezeigt wird. 

Es gibt natürlich einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.

Mittwoch, 22. Januar 2025

Filmkonserve: Josef Rusnak's Cyberspace-Thriller „The 13th Floor“

Einer meiner Spitzenfilme aus dem Kinojahr 1999. In Anlehnung an einen wegweisenden Roman von Daniel Galouye, der schon im Jahr 1964 veröffentlicht wurde (und den ich schon 1989 las) erzählt der Film von einer Firma, deren beiden Gründer mittels/im Computer eine lebende Stadt (Los Angeles 1937) geschaffen haben. In die Figuren der fiktiven Stadt kann man sich hochladen lassen und lebt dann in dieser virtuellen Welt. Doch das Projekt ist noch in Forschung und nur wenige haben diese Zutrittsmöglichkeit. 

Als einer der beiden Firmengründer in der „realen Welt“ ermordet wird, gerät der andere aufgrund deutlicher Indizien in Verdacht und muss an der auch für ihn elementar wichtigen Aufklärung des Mordes arbeiten. In der fiktiven digitalen Welt trifft er die Tochter des Ermordeten. Nur wusste er bisher nicht, dass dieser eine Tochter hat. 

Am Ende muss der Protagonist erkennen, dass auch er selbst in einer virtuellen Welt lebt und dass diese Erkenntnis, die auch seinen Geschäftspartner umtrieb, Grund für dessen Ermordung war. Er kann mit Hilfe der vermeintlichen Tochter seines Partners in eine andere Welt entfliehen. 

Dieser Film wird mir vermutlich thematisch wie visuell immer gefallen. Auch weil er „die Ränder“ der Simulation zeigt. Man kann also die simulierte Stadt nicht verlassen. Das Thema gab es kürzlich hier im Blog auch schon beim Film „Pleasantville“ (Link), der übrigens ebenfalls 1999 ins Kino kam. 

Der Roman wurde bereits 1973 von Rainer Werner Fassbinder als zweiteiliger Fernsehfilm unter dem Titel „Welt am Draht“ verfilmt. 

Es gibt wikipedia-Einträge zu diesen Filmen.

Montag, 20. Januar 2025

Meine Woche (KW 03/25)

Gemacht: eingekauft, Kino und Cafés besucht, Spaziergänge Südstadt/Deutz, Südstadt/Poll/Rodenkirchen, Michaelshoven/Weiss/Rodenkirchen, Wanderung Zündorf – Libur -Wahn (Köln). 


>Am Waldrand in Köln-Weiss<

Gesehen: im Kino „Nosferatu“, Filmkonserven Julian Schnabel's „Basquiat“ (1996), Nadine Labaki's „Caramel“ (2007), John McTiernan's „Der 13te Krieger“ (1999), Walter Hill's „Geronimo“ (1994), Zhang Yimou's Filme „Heimweg“ (1999) und „Not One Less“ (1999) [Bericht]. 

Gelesen: beendet „Schaurige Nächte“ (Unheimliche Geschichten für den Winter, Anthologie), in Natasha Pulley's „Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit“, in Helge Timmerberg's „Tiger fressen keine Yogis“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gegessen: mal wieder ein leckeres Lachsfilet mit viel Gemüse im Wok gebraten. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Capucchino, Punsch. 

Gehört: Musikkonserven von Faith And The Muse, Faithless, The Fall, Faun, Faust, Fervent Mind, Frank Woeste, Frequency Drift. 

Gegangen: durchschnittlich 9.400 Schritte/Tag (6.200 – 16.400). Manchmal war es schon unangenehm kalt. 

Gefühlt: ausgeglichen; mitunter Schulter-Schmerzen. 

Fazit: ruhige, ereignislose Woche bei ziemlich kaltem Wetter.