Freitag, 13. Dezember 2024

Filmkonserve: Vanessa Jopp's „Vergiss Amerika“

Irgendwie gefällt mir dieser ostdeutsche Film aus dem Jahr 2000 auch nach der dritten Sichtung noch ganz gut. Er spielt in Aschersleben und handelt von zwei jungen Männern und einer Frau, die in Konkurrenzsituation verbandelt sind und von einem guten Job träumen. Doch ihre Jobträume als Fotograf, Autoverkäufer oder Schauspielerin scheitern grandios und auch zu Hause läuft es nicht rund (allerdings wird nur ein Zuhause gezeigt). Spannungen gibt es auch in ihren Beziehungen zueinander. 

Insgesamt zeichnet der Film ein düsteres Bild aus der Provinz und kann heute schon als relativ authentisch wirkendes, einfühlsames Zeitdokument gesehen werden. 

Der Film erzählt von Träumen und Liebe, von Angst und Enttäuschungen mit außergewöhnlicher Sensibilität und erinnern an den Stil der Nouvelle Vague in den 1960er-Jahren“, meint der filmspiegel.

Filmkonserve: Bong Joon-Ho's Monsterfilm „The Host“

Dieser Film aus dem Jahr 2006 spielt im südkoreanischen Seoul am Fluss. Resultierend aus der Flussverschmutzung mutiert ein Wesen zu einem walgroßen Monster. An der Flusspromenade taucht es eines Tages auf, greift die dort flanierenden Passanten an, frisst oder verschleppt sie tot oder lebendig zwecks Vorratshaltung in die Kanalisation. Darunter ist auch ein Kind, das befreit werden soll. 

Der Film kann mit einigen animierten Szenen beeindrucken, etwa wie das Monster die Knochen ausspuckt, doch die schauspielerische, slapstickartige Leistung einiger Personen und die Dialoge überzeugen mich nicht immer, auch nicht das konventionelle Ende des Films, da das Monster getötet wird. 

Der Film hat vermutlich an persönlichem Wert verloren, kann aber immer noch gut angesehen werden. 

Es gibt einen wikipedia-Beitrag zu diesem Film, in dem, durch Zitate belegt, viel positive Resonanz zum Film wiedergegeben wird.

Mittwoch, 11. Dezember 2024

Filmkonserve: Tom Tykwer's „Lola rennt“

Für deutsche Verhältnisse ist dieser Film aus dem Jahr 1998 in der Inszenierung und Story sehr ungewöhnlich, geradezu gewagt. Ausgangspunkt der Geschichte ist eine vermasselte Geldkurierübergabe. Das Geld ist weg, der Geldkurier (Moritz Bleibtreu) fürchtet um sein Leben und weiht seine Freundin Lola (Franka Potente) ein, die meint, das Geld beschaffen zu können. Doch die Zeit ist knapp und ihr Freund will den nahegelegenen Supermarkt überfallen, wenn sie nicht rechtzeitig kommt. 

Lola rennt los, scheitert aber bei bei ihrem Vater und kommt zu spät, wird im Supermarkt erschossen. Doch diese Variante der Geschichte gefällt ihr nicht, und der Film spult zu einer anderen Variante zurück, in der Lola wieder los rennt, das Geld bei ihrem Vater in der Bank mit Waffengewalt einfordert, doch in dieser Variante stirbt ihr Freund, und das gefällt ihr auch nicht. Erst in der dritten Variante, in der Lola wieder durch die Berliner Straßen rennt, gelingt die Geldbeschaffung und die Geldübergabe an die Gangster. 

In diesem Film gibt es Comic-Szenen. Außerdem sind Lolas Läufe mit einem Techno-/Trance-Soundtrack unterlegt. 

Im Grunde ist der Film Phantastik. Wikipedia beschreibt es dort so: „Der Film zeigt dreimal dieselbe Zeitspanne von 20 Minuten, jedes Mal mit kleinen Detail-Unterschieden, die die Handlung jeweils zu einem völlig anderen Ausgang führen (Schmetterlingseffekt in einer Form ähnlich einer Zeitschleife)“. 

Nach wikipedia variiert der Film die Grundidee des 1981 von Krzysztof Kieślowski gedrehten Films „Der Zufall möglicherweise“ (kenne ich nicht). 

Ich mag Phantastik-Filme. Auch nach der dritten Sichtung gefällt mir dieser Film.

Status Sanierung Küchenwand

Heute passierte vergleichsweise viel:


>Die Schäden/Löcher in der Wand wurden geschlossen<



>Die Wand wurde verfliest<

Wie man sieht, musste dafür die bereits größtenteils installierte Heizung wieder abgebaut werden.

Dienstag, 10. Dezember 2024

Filmkonserve: Francis Lawrence's „I Am Legend“

Historisch gesehen, ist das für mich ein bedeutender Film, der in Anlehnung an Richard Matheson's damals erfolgreichen Roman „I Am Legend“ (1954) entstand. Den Roman las ich schon in den 1970er Jahren, denn mein Vater hatte das Buch, das damals unter dem Titel „Ich, der letzte Mensch“ im Heyne-Verlag veröffentlicht wurde. 

Es gibt diverse Verfilmungen, u.a. Boris Sagals's „Der Omega-Mann“ (1971), eine heute als „verstaubt“ anzusehende Version, die ich in 2022 noch ein letztes Mal ansah. 

Aber ist der neuere Film (2007) besser? Alle Versionen dürften von der Buchvorlage abweichen. 

Der Film spielt in New York. Er handelt von einem Forscher (Will Smith), der alleine mit seinem Hund durch eine vor einigen Jahren verlassene Stadt schweift. Seine Wohnung ist als Festung ausgebaut. Mit Sonnenuntergang wird es gefährlich, denn die Menschen haben sich in lichtempfindliche aggressive Ungeheuer (Mutanten) verwandelt, die dann aufwachen und auf Jagd gehen. Anders als im Roman, wird im Film nicht von Vampiren gesprochen, der Vampir-Mythos wird hier gar nicht weiter bemüht, der Zombie-Mythos schon eher. 

In Flashbacks (Rückblenden), die den Protagonisten belasten, werden Szenen aus dem Chaos der Evakuierung der Stadt gezeigt. 

Der Forscher macht gelegentlich Versuche mit Seren an gefangenen Wesen. Sie führen jedoch zu keinem Erfolg. Irgendwann begegnet er auch einer Frau, die seinen Funkmeldungen folgte. Am Ende des Films wird die Wohnung von den „Ungeheuern“ gestürmt, nur die Frau kann entkommen. 

Den Film zeichnet vor allem aus, den langsamen Verfall und die Wiederbesiedlung der Stadt durch Pflanzen und Tiere (Hirsche, Rehe, Löwen) mit neuester digitaler Technik beeindruckend zu zeigen. Auch die Kampfszenen mit den Ungeheuern haben natürlich mehr visuelles Bedrohungspotenzial als in den älteren Filmen. 

Einiges ist jedoch merkwürdig. Leichen oder Skelette findet der Protagonist nie. 

Als einen Spitzenfilm meines Kinojahres 2008 gewertet, meine ich heute, dass der Film etwas an Wert verloren hat. 

Es gibt einen wikipedia-Beitrag zu diesem Film.