Montag, 9. Dezember 2024

Meine Woche (KW 49/24)

Gemacht: eingekauft, ein Café und meine Internistin besucht, Spaziergänge in Südstadt/City/Deutz/Poll, Ehrenfeld, diverse Filme geguckt. 

Gesehen: im Kino „The Outrun“, Filmkonserven Uli Edel's „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ (1981), Matt Reeves' „Cloverfield“ (2007), Takashi Shimuzu's „Marebito“ (2004), Michael Apted's „Nell“ (1994), Christophe Van Rompaey's „Neulich in Belgien“ (2008). 


>Zwischennutzungen an der Grenze zum Stadtteil Bayenthal, Koblenzer Straße<

Gelesen: beendet Paul Bowles' Roman „Himmel über der Wüste“ und Alastair Reynolds' Roman „Offenbarung“, in „Das Böse vor deiner Tür“ (Unheimliche Geschichten, Anthologie), im Kölner Stadtanzeiger. 

Gefunden im öffentlichen Bücherschrank: Catherine Clément's Roman „Theos Reise“. 

Gegessen: nichts Besonderes, habe aber Porree-Stangen wiederentdeckt. 

Getrunken: Kaffee, Capucchino, Tee, Punsch, Wasser. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gehört: Musikkonserven von Eloy, Elysian Fields, Emerson, Lake & Palmer, Emma Ruth Rundle, Emiliana Torrini, Emtidi. 

Gegangen: durchschnittlich 6.800 Schritte/Tag (6.300 – 7.300). Ich ziehe so gerade eben noch ein Gehprogramm unweit der selbstverordneten Mindestanforderungsgrenze (6.000 Schritte/Tag) durch. Ich denke, es ist gut für Immunsystem, Stoffwechsel und Bewegungsapparat. Aber Spaß habe ich bei < 10 Grad und manchmal "mulschigem" Wetter nicht gerade damit. 

Fazit: ziemlich ereignislose Woche mit improvisierter Wohnungsnutzung wegen Baumaßnahmen in Bad und Küche.

Im Kino: The Outrun

Nora Fingscheidt's Film nach einem autobiografischen Buch von Amy Liptrot spielt auf den Orkney Inseln und in London. Er handelt von einer Frau (Saoirse Ronan), die aufgrund ihres ausschweifenden Club-Nachtlebens mit Alkohol- und Suchtproblemen zu kämpfen hat. 

Ihre Exzesse zerstören auch ihre Londoner Liebesbeziehung. Sie schließt sich den Anonymen Alkoholikern an und geht letztendlich zurück in ihre Heimat auf die Inseln. Dort nimmt sie einen Job als Vogelbeobachterin an, sie soll die selten gewordenen Wachtelkönige zählen. 

Der Film erzählt auch von den Problemen mit ihren inzwischen getrennt lebenden Eltern. 

Als Stimmungsbild ist der Film ganz gut, insbesondere wenn die Protagonistin nachts in einsamen Hütten und Häusern mit Kaminofen auf den sturm- und regenumtosten Inseln haust und tagsüber einsame Spaziergänge an der Küste macht. Ihre Vergangenheit kommt da häufig in Form von gezeigten Flashbacks hoch. Im Übrigen lebt der Film natürlich von seiner sowieso oscarverdächtigen Hauptdarstellerin. 

Ungeachtet dessen will die Inszenierung aus meiner Sicht nicht so ganz funken. 

Das in der Zeit umherspringende Drama ist inhaltlich zum Teil austauschbar, aber doch wegen der Besetzung und der Landschaftsaufnahmen sehenswert“, meint film-rezensionen.

Sonntag, 8. Dezember 2024

Filmkonserve: Mike van Diem's „Karakter“

Einer meiner Spitzenfilme des Kinojahres 2000. Der in 1997 entstandene niederländische Film basiert auf dem gleichnamigen Roman (1938) des Autors Ferdinand Bordewijk und spielt in den 1920er/30er Jahren in Rotterdam. Er handelt von einem destruktiven Vater-Sohn-Verhältnis. 

Der Vater ist als Gerichtsvollzieher ein gefürchteter, erbarmungsloser Mann, der ganze Häuser räumen und die Leute auf die Straße werfen lässt. Sein Sohn entstammt der kurzen, einmaligen, mehr oder weniger erzwungenen Sexbeziehung mit seiner Haushälterin, die daraufhin das Haus verließ und ihn nicht heiratete. Lieber lebte sie in ärmlichen Verhältnissen und verdient ihr Brot mit Näharbeiten. 

Der Sohn nimmt später einen Kredit auf, um ein Tabakgeschäft zu übernehmen, doch nach einem Unwetter, das die im Keller gelagerte Ware zerstört, geht er bankrott und kann den Kredit nicht zurückzahlen. Er heuert in einer großen Anwaltskanzlei an, und sein Mentor dort vertritt ihn auch vor Gericht. Der Gegner ist sein Vater, der das dubiose Kreditgeschäft unterhält. 

Der Film punktet mit beeindruckenden Milieuzeichnungen, auch die Szenen in der Anwaltskanzlei mit den vielen Leuten dort und den klappernden Schreibmaschinen können überzeugen. Die schauspielerischen Leistungen sind überdurchschnittlich intensiv/authentisch. 

Die Geschichte wird in Rückblenden erzählt, ausgehend vom tot aufgefundenen Gerichtsvollzieher. 

Es gibt einen wikipedia-Beitrag zu diesem Film.

Finish Blog-Bearbeitung der letzten Reise

Die auserwählten Fotos meiner 5-wöchigen Rumänien-Bulgarien-Griechenland-Reise im September/Oktober 2024 sowie eine "Map" dazu habe ich jetzt eingebunden. 

Hier geht es zur Reise.

Freitag, 6. Dezember 2024

Filmkonserve: Uli Edel's Kultfilm „Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“

Das ist einer der wenigen Filme, die ich in den 1980er Jahren direkt im Kino gesehen habe. Entnommen aus wikipedia, entstand der Film (1981) nach dem Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, das mit Hilfe von Christiane F. nach Tonbandprotokollen und Recherchen von Kai Hermann und Horst Rieck 1978 veröffentlicht wurde. 

Der Film handelt von Kindern und Jugendlichen, von Heroin und anderen Drogen, Drogen- und Geldbeschaffung, verwahrlosten Wohnungen, Prostitution, den Goldenen Schuss oder die Überdosis, Entzugssymptomen und der Stricherszene am Berliner Bahnhof. 

AIDS spielte damals noch keine Rolle, auch wenn es AIDS schon gab. Aber den Begriff, die Beschreibung der Krankheitssymptomatik sowie die erste Diagnose in Deutschland gibt es erst seit 1982 (ebenfalls nachzulesen bei wikipedia). 

Der Film punktet mit einer sehr authentisch wirkenden Milieu- und Suchtzeichnung, düsteren und oft verregneten Orten und insbesondere natürlich mit der authentisch aufspielenden Hauptdarstellerin Natja Brunckhorst in der Rolle eines 13/14-jährigen Mädchens, das im Umfeld nächtlicher, der Mutter verheimlichter Besuche einer Kneipen-/Kino-Diskothek in die Szene hineingezogen wird, da sie sich einsam und ausgeschlossen fühlt, umgeben von Bekannten und Freund*innen, die süchtig sind und sie als cleanes Mädchen nicht mehr wirklich wahrnehmen. 

Wirklich ein deutscher Kultfilm, und mittlerweile längst ein Zeitdokument, auch wegen der David-Bowie-Szenen. Ich weiß nicht, ob er trotz einiger drastischer Szenen abschreckend wirkt; dafür entwickelt er vielleicht zu viel Empathie. 

Ich weiß auch nicht, ob sich am Drogenproblem etwas signifikant in positiver Richtung geändert hat. Wenn ich mir so die Situation an einigen Kölner U-Bahn-Orten ansehe, an denen man häufiger sehen kann, wie Drogen gespritzt werden, vermute ich eher nicht.