Montag, 25. November 2024

Meine Woche (KW 47/24)

Gemacht: eingekauft, Bruder zum Kaffee in Klettenberg besucht, Spaziergänge in Hahnwald/Rodenkirchen/Rondorf/Zollstock, Sülz/Klettenberg, gewandert bei Meckenheim/Rheinbach (Bericht), diverse Filme geguckt. 


>Herbstwald im Äußeren Grüngürtel, Köln<

Gesehen: im Kino „Die Witwe Clicquot“, „The Substance“, Filmkonserven Jean-Jacques Beineix' „Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen“ (1986), Steven Spielberg's „Das Reich der Sonne“ (1987), Emir Kusturica's „Schwarze Katze, weißer Kater“ (1998), Tim Burton's „Sleepy Hollow“ (1999). 

Gelesen: in Alastair Reynolds' Roman „Offenbarung“, im Kölner Stadtanzeiger und in der Eclipsed. 

Geärgert: Sturz in Wohnung abgefangen. Aber zu den Schulter-/ Nackenverspannungen und Schmerzen im rechten Fuß gesellt sich jetzt zusätzlich noch ein Muskel-/Sehnenproblem im linken Handgelenk. 

Beanstandet: eine Doppelbuchung bei booking.com. Es gab eine Meldung, dass die 90 € zurückerstattet werden. 

Gegessen: nichts Besonderes, ein halbes Hähnchen vom Chlodwigplatz war wieder dabei. 

Getrunken: Kaffee, Capucchino, Tee, Wasser. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gehört: Musikkonserven von Dool, The Dream Syndicate, Electrelane, The Electric Family, Fever Ray. 

Gegangen: durchschnittlich 8.100 Schritte/Tag (3.400 – 17.100). 

Fazit: wenig überzeugende Woche mit improvisierter Wohnungsnutzung wegen Baumaßnahmen in Bad und Küche.

Sonntag, 24. November 2024

Lohnende Filmkonserve: Tim Burton's „Sleepy Hollow“

Aus meiner Sicht ist es ein Kultfilm des Dark Fantasy Genres, der im Jahr 1999 inszeniert wurde. Die Geister- und Hexengeschichte, die in freier Adaption einer Geschichte des US-amerikanischen Schriftstellers Washington Irving aus dem Jahr 1820 entstand, ist im Jahr 1799 angesiedelt. 

In einem abgelegenen nordostamerikanischen Dorf schlägt ein kopfloser Reiter auf schwarzem Pferd Einwohnern mit einer Axt den Kopf ab und nimmt die Köpfe mit. Die Dorfbewohner glauben an einer Fluch und kennen auch den Hintergrund. Aus New York wird ein Polizist (Johnny Depp) geschickt, um die Morde mit modernen Methoden aufzuklären, doch er wird Zeuge eines weiteren Mordes und muss erkennen, dass er es mit einem übernatürlichen Phänomen zu tun hat. 

In dem zumeist in düsteren Tönen gehaltenen Film kommt der oft neblige Wald mit alten Bäumen gut zur Geltung. Eine alte Baumruine, in der später aufgrund der Hinweise einer Hexe die abgeschlagenen Köpfe gefunden werden und die als Tor in die Unterwelt bezeichnet werden kann, spielt eine wichtige Rolle im Film. 

Der Film fasziniert nicht nur atmosphärisch und mit den in Szene gesetzten rollenden Köpfen, er hat auch ein ansprechendes, gruseliges Ende. Aber es gibt auch Wehrmutstropfen aus meiner Sicht. Die sich anbahnende Liebesromanze ist eher mau, der orchestrale Soundtrack des Films speziell im letzten Drittel zu bombastisch-pompös und zu wenig mystisch.

Samstag, 23. November 2024

Wo war ich?

Was weiß/zeigt Google Maps?


>Screenshot Smartphone, das im Dezember 2018 in Betrieb genommen wurde. Abgebildet ist der Zeitraum Dezember 2018 - November 2024. In die Google- Maps-Karte kann man hineinzoomen, aber hier soll nur ein grober Überblick gegeben werden<  

Freitag, 22. November 2024

Filmkonserve: Jean-Jacques Beineix „Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen“

Ich habe diesen Film aus dem Jahr 1986 des inzwischen verstorbenen französischen Regisseurs jetzt erst zum zweiten Mal gesehen. Ist er gut? Ich weiß es nicht so genau. 

Erzählt wird eine „Amour fou“. Der Film beginnt direkt mit einer freizügigen Liebesszene im Bett. Später fällt auf, dass Mann und Frau häufig splitternacht durch ihr jeweiliges Wohnhabitat laufen. Das sieht man heutzutage so gut wie nie im Kino. 

Über die Vergangenheit des Pärchens erfährt man auch in der 3-stündigen Directors-Cut-Version rein gar nichts. Kennen gelernt haben sie sich wohl gerade eben in irgendeiner Kneipe, wo die Frau (Béatrice Dalle) gearbeitet hat. 

Am nächsten Tag, sie wurde gefeuert, steht sie beim Mann (Jean-Hugues Anglade) vor der Tür. Sie darf bleiben (na klar), sie werden ein Paar. Der Wohnort ist eines von vielen Holzhäusern einer Feriensiedlung am Strand. Sie flippt öfter mal aus, insbesondere wenn der Hausvermieter auftaucht. Die entstehenden Schäden müssen sie mit Arbeit (z.B. die Holzhäuser streichen) wieder gutmachen. 

Doch dann flippt sie völlig aus und zündet ihr Haus an, das in Flammen aufgeht. Sie flüchten in eine Stadt, in der die Frau eine Freundin hat, die ein schlecht laufendes Hotel führt. Dort können sie wohnen. 

Dort im Hotel lernen sie auch einen Mann kennen, dessen Mutter irgendwo in einem Bergort stirbt. Sie sind behilflich, fahren auch zur Beerdigung mit. Ihnen gefällt es dort in der Gegend, sie können im Haus der toten Mutter wohnen und auch versuchen, ihr Piano-Geschäft weiterzuführen. Doch die psychotischen Krisen der Frau, zuletzt nach einem negativen Schwangerschaftstest, führen bald zu einem düsteren Ende. 

Die Krisen der Frau sind kaum je Gegenstand einer gezeigten verbalen Aufbereitung in der Paarbeziehung. Nur einmal sagt sie, dass sie Stimmen in ihrem Kopf hören würde. 

Bildet der Film die damalige Gegenwart ab? Keine Ahnung, meine jedenfalls nicht. Popkulturelle Bezüge zu den 1980er Jahren hat der Film kaum. 

Mehr zum Film, auch inhaltlich, kann man natürlich auch bei wikipedia nachlesen.

Mittwoch, 20. November 2024

Im Kino: The Substance

In dem von der französischen Regisseurin Coralie Fargeat inszenierten Film geht es um Schönheitswahn, Sexismus, das Altern und seine Folgen für den Körper sowie hieraus resultierende Konsequenzen sowohl auf beruflicher Ebene als auch mit Blick auf Selbstoptimierungsmaßnahmen. 

Satirisch überspitzt inszeniert, ist dies ein Body-Horrorfilm, der diese Themen bis zum gnadenlos blutigen Ende durchspielt und der von critic der „New French Extremity“ zugeordnet wird. Für die über 60-jährige Demi Moore als eine der beiden Hauptdarstellerinnen, die ich überhaupt erst einmal in einem Kinofilm (Enthüllung, 1994) gesehen habe, ist das eine Paraderolle. 

Inhaltlich geht es um eine erfolgreiche TV-Aerobic-Performerin, die 50 Jahre alt wird und ihren Job verliert. Ihr werden auf dubiosem Wege Informationen zu einer „Substanz“ zugespielt, mit der sie ihren jugendlichen Körper zurückerhalten kann. Die Substanzen, auch Ernährungslösungen, muss sie regelmäßig an einem sehr merkwürdigen Ort abholen. 

Durch die gespritzte Substanz entsteht in kürzester Zeit ein jugendlicher Klon ihrer selbst, der aus ihrem Rückgrat hervorbricht. Die Krux an dieser Verjüngungslösung ist, dass beide Körper weiter existieren, ernährt werden müssen und nur im wöchentlichen Rhythmus alternativ leben können. In Nicht-Aktivitätsphasen liegen sie komatös-inaktiv in einem Raum und müssen täglich ernährt werden. 

Der Body-Horror, in diesem Film sehr krass in Szene gesetzt, resultiert aus dem Umstand, dass Störungen der Ernährungsversorgung des „schlafenden“ Körpers zu partiellen irreversiblen Alterungen und Deformationen führen. 

Der Film hat zum Teil heftige, soziokulturelle und auch inhaltliche Kritik erfahren, etwa bei artechock. Ich teile diese Kritik nicht, sie ist aber interessant zu lesen, und es ist vielleicht richtig, dass der Film nicht seine eigenen genannten Regeln beachtet, weil die beiden Körper eine Person sein sollen, aber bald zunehmend gegeneinander gearbeitet wird. Aber muss er das? Vielleicht war diese behauptete Identität der Figuren nur ein Werbeversprechen der Vertriebsfirma?  

Insgesamt ist es ein seltenes Kinoerlebnis, wie „The Substance“ einen mit enormer Bildgewalt durchschüttelt wie nur wenige andere Horrorfilme der letzten Jahre. Da hilft manchmal nur noch lachen“, meint critic

Aus meiner Sicht ist das ein heftiger, aber guter Film. Einige, vielleicht etwas verstörte junge Leute, hatten nach meinem Kinobesuch Gesprächsbedarf mit mir (was selten vorkommt).