Sonntag, 10. November 2024

Bücherwelten: James Corey's Roman "The Expanse: Nemesis Spiele"

Romane aus dem Expanse-Universum lese ich nur noch im Urlaub als e-book. Deshalb dauert es auch solange, voran zu kommen. Dies war jetzt immerhin schon der 5. Band, nachdem ich vor 10 Jahren den ersten Band gelesen habe. 

Die Romane sind kriegerische Space Opera, die noch weitgehend in unserem Sonnensystem spielen. Aber es wurden Tore geöffnet, die zu fernen Planeten führen und die ersten Siedlerschiffe sind unterwegs. 

Im vorliegenden Roman geht es allerdings um terroristische Aktivitäten größter Tragweite, die in Zusammenhang mit Unabhängigkeitsbestrebungen stehen. Milliarden Menschen sterben, weil terroristisch gesteuerte Kometen unerkannt die Atmosphäre passieren können und deren Einschläge auf der Erde die Sonne verdunkeln. 

Nur einer der vier Protagonist*innen eines kleinen Raumfrachters, der das alles verbindende Glied des Expanse-Universums ist, befindet sich allerdings auf der Erde, so dass die Geschehnisse dort nur einer von mehreren Handlungssträngen ist. 

Corey's Romane sind der militante Gegenentwurf zu den auf Harmonie bedachten Romanen von Becky Chambers, deren Ausgangspunkt allerdings auch eine weitgehend zerstörte Erde sind. 

Wie auch immer, es spricht aus meiner Sicht sehr wenig für ein gutes Ende für die Menschheit.

Donnerstag, 7. November 2024

Lohnende Filmkonserve: Tom Tykwer's „Der Krieger und die Kaiserin“

Das waren noch Zeiten, als der Regisseur gute Filme machte. Im Jahr 2000 im Kino gesehen und damals gar nicht mal von mir in die Spitzenklasse der Filme des Jahrgangs gewählt, gefällt mir dieser Film auch nach der dritten Sichtung heute noch ziemlich gut. Ich denke, das liegt einerseits an der damals noch jungen Franka Potente als Hauptdarstellerin in der Rolle einer Pflegerin in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt, andererseits am dezenten triphoppigen Soundtrack, der den Film durchzieht und natürlich auch an der ungewöhnlichen Story, die zwischen Liebesdrama, Bankräuber- und Traumata-Bewältigungsstory dahinpendelt.

Abgesehen von der Endsequenz ist die Geschichte zwischen Wuppertal und den Kraftwerken in der Gegend um Niederaußem angesiedelt. Die Krankenpflegerin wird anfangs von einem LKW überfahren, aber von einem Typen gerettet. Nach der Krankenhausphase fühlt sie sich mit diesem Typen verbunden, der von ihr aber zunächst nichts wissen will und mit einem eigenen Trauma kämpft. Außerdem plant er mit seinem Bruder einen Banküberfall, der jedoch später scheitert und dem Bruder das Leben kostet. Die Krankenpflegerin kann ihn zunächst in der psychiatrischen Anstalt „unterbringen“, doch sie werden verraten. 

Der spiegel schrieb damals: „ein typischer Tom-Tykwer-Film, wie immer geht es um Menschen, die sich in der Liebe erlösen müssen“.

Mittwoch, 6. November 2024

Im Kino: Der Buchspazierer

Ngo The Chau's Film, der in einer deutschen Kleinstadt mit erhaltenem historischen Stadtkern spielt, adaptiert einen Roman, den der Kölner Autor Carsten Sebastian Henn im Jahr 2020 veröffentlichte. 

Erzählt wird im Film von einem älteren Angestellten eines Buchladens, der morgens seinen Rucksack packt, um Bücher zu Fuß zu den Kunden zu bringen. Er sucht die Bücher selbst aus und überrascht damit die Kunden. Eines Tages schließt sich ein Mädchen ungefragt und zunächst vom Buchspazierer auch nicht gewollt, den Spaziergängen an. Sie verursacht zunächst etwas Wirbel, doch schließlich werden sie ein Team. 

Doch sowohl das Mädchen als auch ihr Vater und der Buchspazierer haben Schicksalsschläge zu verarbeiten. Außerdem wird der Job des Buchspazierers wegrationalisiert. 

Aus meiner Sicht ist man mit diesem erzählerisch etwas leblosen Film endgültig in einem verkitschten Senioren- und Kinderfilm-Genre und auf einem vergleichsweise mittelprächtigen TV-Niveau angekommen. 

Die Figuren bleiben ziemlich eindimensional auf ihre Funktion als Handlungsträger reduziert“, meint u.a. kino-zeit.

Montag, 4. November 2024

Im Kino: Anora

Unter der Regie von Sean Baker entstand dieser US-Film, der von einem russischen Milliadärssöhnchen erzählt, dass in einem US-amerikanischen Freudenhaus eine Frau (Mikey Madison) kennen lernt und zu sich vor Ort nach Hause bittet. Vom Reichtum fast erschlagen, gibt sich die Frau große Mühe und innerhalb einer Woche heiraten sie klammheimlich in Las Vegas. 

Als den Eltern Gerüchte über die Heirat zu Ohren kommen, schicken sie Vasallen, um den beiden habhaft zu werden und um die Ehe zu annulieren. 

Der Film folgt diversen Oligarchen-Klischees, die man so kennt. Jedoch ist er gut gemacht, wirkt realistisch, hat schauspielerisch überzeugende Figuren (allemal die Hauptdarstellerin), ist zum Teil witzig, und ihm ist hoch anzurechnen, dass er ohne ernsthafte Gewalt auskommt. 

Der Film gewann die Goldene Palme von Cannes. Verdient? Der Film wird als ein Update von „Pretty Woman“ gesehen, vergleiche die Flimkritik von artechock.

Meine Woche (KW 44/24)

Gemacht: in Thessaloniki herumspaziert, nach Köln zurückgekehrt, Großwäsche, eingekauft, Spaziergänge in der Südstadt/Deutz, Filme geguckt. 

Gesehen zum wiederholten Male: Filmkonserven „Bound“ (1996), „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ (1958), „Endstation Sehnsucht“ (1951), „Kubanisch reisen“ (1999), „Spiel der Götter“ (1999). Ich bin zu dem Schluss gelangt, dass ich diese Filme nicht nochmals ansehen werde und aus dem Bestand entfernen kann. Gewinn: einen ca. 6 cm breiten Regalraum. 

Gelesen: in James Corey's Roman "The Expanse: Nemesis Spiele", im Kölner Stadtanzeiger und in der Eclipsed. 

Gefunden in einem öffentlichen Bücherschrank: Stéphane Audeguy's Roman „Der Herr der Wolken“. 

Gefühlt: zeitweise Schulter-/Nackenverspannungen und Schmerzen im rechten Fuß (beim Gehen). Kühle, Erkältungsgefahr. Eine gewisse Akklimatisation war nötig. Zwar ist der Unterschied Köln – Thessaloniki nicht riesig, aber ob ein Max von 22 Grad (Thessaloniki) oder 16 Grad erreicht wird, merke ich schon, vor allem ist es auch in der Wohnung kühler. 

Gegessen: Highlight – Hühnereintopf mit ganzem Suppenhuhn gekocht und gegessen. 


>Ich habe mich doch gefragt, seit wann es solche Äpfel gibt?<

Getrunken: Kaffee, Wasser, Bier, Schultenbräu-Weizen-Grapefruit-Mix-Dose. 

Gekauft: keine Dinge > 20 €, aber die Unterkünfte in Thessaloniki waren natürlich teurer. 

Gehört: Musikkonserven von Deine Lakaien, District 97, DJ Krush, Dolch, Dreadful Shadows, Dream City Film Club. 

Gegangen: durchschnittlich 7.800 Schritte/Tag (6.200 – 14.500). 

Fazit: letzte Urlaubstage in Griechenland und Rückkehr nach Köln. Danach mache ich immer vorzugsweise Dinge, die ich auf Reise nicht mache, wie z.B. Filme gucken, Musik hören, kochen.