Freitag, 16. August 2024

Im Kino: The Dead Don't Hurt

Endlich mal wieder ein Western, der es ins Kino schafft. 

Viggo Mortensen's sentimental-gewalttätiger Film (ab 16) spielt in den 1860er Jahren. Ein dänischer Auswanderer (Viggo Mortensen) lernt auf dem Fischmarkt einer nicht näher bestimmten amerikanischen Stadt eine franko-kanadische Frau (Vicky Krieps) kennen und überzeugt sie, mit ihm „auf's Land“ zu ziehen, wo er eine kleine Hütte in der Nähe einer Siedlung gekauft hat. Beim Anblick der Hütte ist die Frau nicht begeistert, vom Inneren auch nicht, in ihr liegen tote Mäuse. Aber die Liebe richtet es, sie beginnen sich einzurichten. Geld wollen beide verdienen, er als Zimmermann, sie im Saloon. 

Der Film beginnt mit dem Tod der Hauptprotagonistin und erzählt die Geschichte insoweit teilweise in Rückblenden. 

Schon einige Monate nach ihren Zusammenzug in die Hütte fühlt sich der Mann berufen, für seine Ideale in den Krieg zu ziehen. Er verschwindet für ein paar Jahre. Die Frau bleibt, arbeitet auch weiter im Saloon. Eines Tages wird sie vom Sohn des Saloonbesitzers in ihrer Hütte vergewaltigt. Sie bleibt trotzdem und gebärt einen Sohn. Als ihr Mann aus dem Krieg zurück kommt, den kleinen Jungen sieht und von dieser Geschichte hört, entsteht natürlich das klassische Western-Motiv der Rechnung, die zu begleichen ist. Das geschieht später, nachdem seine Frau – vermutlich an Syphilis – gestorben ist. 

Der ziemlich gute Film lebt von den Hauptdarsteller*innen, der Landschaft, aber auch den Motiven, ein freies ungebundenes Leben „im Nirgendwo“ führen zu wollen. Kino-zeit lobt zu Recht, das die Hauptprotagonistin „schlicht als starke Frau, die ihren Weg in der damaligen Gesellschaft sucht, dabei mal erfolgreich ist, dann wieder mit den Zumutungen der Zeit zu kämpfen hat“ dargestellt wird.

Donnerstag, 15. August 2024

Die Begehung der Wohnung

Mit Vorlauf von gut 3 Wochen hatte die Wohnungsverwaltung eine Wohnungsbegehung im Haus angekündigt. Das soll hier im Haus noch nie vorgekommen sein, jedenfalls sicherlich nicht in den knapp 25 Jahren, in denen ich hier wohne. Es hat mit Umstrukturierungen zu tun, die vermutlich auch etwas mit dem Generationenwechsel und Rente bei den Eigentümern zu tun haben. Die neue Wohnungsverwaltung wurde jedenfalls erst im Herbst installiert, mein Vermieter hatte sich von der Betreuung der Wohnungen damals verabschiedet. 

„Wohnungsbegehung“, das kann schon mal ein Problem sein, insbesondere, wenn man „unordentlich“ ist und nach Möglichkeit über viele Jahre „nix“ getan hat. 

Der Termin fiel einerseits glücklich in meine begonnene Rentenzeit, andererseits etwas unglücklich in den Beginn dieser Rentenzeit. Also von wegen, erst einmal nix tun und ausspannen. Die letzten Wochen habe ich also Vieles sauber gemacht und viel getan, alle Fenster geputzt, alle Fenstervorhänge gewaschen, Teppiche feucht gereinigt, auffällige Farb- und Lackschäden an Tapeten, Türrahmen und Heizkörpern mit Farbe behandelt (nicht überall und oft nicht perfekt, denn es ist schwierig, den richtigen Farbton zu treffen), Wände teilweise abgewaschen, alle sichtbaren Spinnennetze entfernt, grün-schwarz verfärbte Rohrleitungen im Bad weiß gestrichen etc. 

Alles in Allem ist die Wohnung jetzt oberflächlich aufgeräumt und sauber gemacht wie schon lange nicht mehr. Im Übrigen ging es auch um das Tarnen und Täuschen, um Schäden an den Einrichtungsgegenständen zu verdecken. Beispielsweise gibt es jetzt ein Fußmatte unter dem PC-Tisch, da der Nepal-Teppich dort total hinüber ist. 


>Küche, schon weitgehend aufgeräumt und gesäubert. Die Heizungsanlage in der Ecke habe ich mit weißem Folienband auf der Stellfläche verschönert, die Oberfläche ist nämlich total hinüber. Erfahrungsgemäß wird das nicht lange halten, aber für den Besichtigungstermin erschien es mir geboten, visuell dort etwas zu tun. Neu ist der Schrankvorhang (eigentlich ein indischer Wandteppich); der bleibt auch erst mal so, da er ein Problem kaschiert. Die Wandkacheln habe ich gereinigt, an den Fugen aber nur Versuche angestellt. Diese Reinigung wäre aufwändig und funktioniert nicht unbedingt so gut, wie man sich das denkt. Damit kann man sich vielleicht befassen, nachdem die Heizung ausgetauscht ist. Mir selbst ist das Aussehen der Fugen jedoch im Grunde "schnuppe". Ansonsten sieht man noch die relativ neue Kochplatte auf dem stillgelegten Herd; der war nicht Thema der Besichtigung. Im Grunde ist die gesamte Küchenzeile entsorgungsreif; andererseits sehe ich nicht, warum ich mich mit solchen Problemen beschäftigen sollte; das koste Zeit, Nerven und Geld.

Der Termin war gestern Nachmittag – entspannt, kurz und oberflächlich. 

Zwei Personen kamen. Es kam nichts dabei heraus, sie haben auch nichts bemängelt, ich sage mal, man hält sich bedeckt, falls es „Pläne“ geben sollte. 

Es wurden einige wenige Fotos zur Dokumentation gemacht, natürlich von der schrottigen, aber funktionierenden Heiztherme und dem Bad – dafür waren meine intensiven Reinigungs- und Verschönerungsaktionen schon gut. 

Ansonsten haben sie sich insbesondere für das Baujahr der Fenster interessiert. Dass wusste ich nicht, aber man kann es wohl irgendwo an den Rahmen sehen (1985). Wie auch immer, die Fenster sind im Grunde gut in Schuss und dicht, strahlen auch wieder weiß, nachdem ich mich intensiv mit der Nikotinabwäsche beschäftigt hatte. 

Gut, der Termin ist vorbei, ich bin wieder mental entspannt. 

Ich habe beschlossen, die Säuberungs-, Aufräum- und Sanierungsaktionen mit einer Intensität von 2 Tagen/Woche fortzusetzen. Es ist immer noch viel zu tun. Vor allem müsste ich mal systematisch in den Schränken aufräumen und versuchen, mich von möglichst viel unnützen Kram (z.B. Textilien, Alt-Elektronik, Papier) zu trennen, um dort Platz zu gewinnen. Im Geschirrschrank habe ich schon aufgeräumt und einen Teil der Teller, Trinkbecher und Gläser in die Mülltonne entsorgt. Auch am örtlichen Altkleider-Container war ich schon, aber das war nur der erste Schritt, um für den Besichtigungstermin möglichst viel Kleidung in den Schränken unterbringen zu können. 

Die Säuberungsaktionen sollen auch noch fortgesetzt werden. Es war mir nicht gelungen, vor dem Termin alle Bücher, DVD's, CD's zu entstauben, insbesondere nicht ganz oben unter Decke oder in der zweiten Reihe der Wandregale. 

Für den Rest der Woche habe ich aber erst mal „die Nase voll“ von solchen Aktionen. 

Man kommt ins Grübeln, ob das hier mit der Wohnung überhaupt Zukunft hat. So ganz sicher fühle ich mich auf der Trittleiter schon heute nicht. Das muss man konzentriert angehen, Fenstervorhänge an- und abzumachen oder die Kabel der Beleuchtung, die deckennah durch Flur und Küche (siehe Foto) führen, zu reinigen. Deshalb passierte das bisher auch nur selten. Die Beseitigung dieser Dinge ist mittelfristig angesagt. 

Auch die Reinigung so mancher Ecke mit extrem viel Kabelsalat hinter der Stereo-/PC-Anlage im Schlafraum oder bei der Home-Cinema-Anlage im Wohnzimmer kann man sich als betagter Senior in 5 – 10 Jahren nicht mehr so recht vorstellen. Das ist recht aufwändig, und ans Laufen muss man die Anlagen ja auch wieder bekommen. 

Montag, 12. August 2024

Meine Woche (KW 32/24)

Gemacht: eingekauft, diverse Spezial-Säuberungs- und Kleinsanierungsaktionen mit Farbe in der Wohnung, Doctolib-MRT-Termin im Strahlen-Institut (Kunibertsviertel) wahrgenommen, Kino besucht, Spaziergänge in der Kölner Südstadt. 

Gesehen: im Kino „Tatami“ (Bericht), auch u.a. ein bisschen Olympiade im TV. 

Gelesen: in Tahar Ben Jelloun's Roman „Zina oder Die Nacht des Irrtums“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gefühlt: die Schulter-/Nackenverspannungen halten an, sind aber etwas abgeschwächt, obwohl ich viel in der Wohnung herumgemacht habe. 

Gegessen: Highlight „Krakauer im Brötchen“ (Weinfest, Rheinauhafen). 

>Das Weinfest war gut besucht, vor allem am Samstag. Kein Wunder bei diesem Wetter. Da es nicht genug Sitzplätze gibt, saßen viele junge Menschen grüppchenweise auf dem Beton, meist mit Weinglas<

Getrunken: Kaffee, Wasser, Kölsch (Odeon), Milch in Form von Corn Flakes, Weizenbier outside (Em Scheffge & Severin, beide in der Severinstr.). Abends bei warmem sommerlichen Wetter irgendwo draußen gemütlich ein Weizenbier zu trinken, gehört aus meiner Sicht zu den Vorzügen einer deutschen Großstadt. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gehört: Musik von Dead Can Dance, The Deer Tracks. 

Gegangen: durchschnittlich 7.500 Schritte/Tag (6.400 – 9.900). Schwaches Bild, aber ich musste immer noch vorrangig in der Wohnung sauber machen, aufräumen. 

Fazit: nervige Rentnerwoche bei schönem Wetter mit zu vielen Putz-/Sanierungsaktionen.

Samstag, 10. August 2024

Im Kino: Love Lies Bleeding

Rose Glass' Film spielt in einem Kaff in New Mexico im Jahr 1989. Zwei Frauen lernen sich in einem Fitness-Studio kennen, in dem die eine als Aushilfskraft u.a. für die schietige Arbeit zuständig ist und die andere als Bodybuilderin von auswärts hineinschneit. Sie beginnen eine leidenschaftliche Sexbeziehung. Die Bodybuilderin heuert - ebenfalls als Aushilfskraft - bei einem Schießstand an, der dem schrägen Vater ihrer neuen Loverin gehört. 

Das Mädel vom Fitnessstudio hat eine Schwester, die öfter von ihrem Mann verprügelt wird. Als sie krankenhausreif geschlagen wird, eskaliert die Story, denn die Boybuiderin tötet den Mann. Gemeinsam lassen die beiden Frauen den Mann verschwinden. Der Ort ist Bedacht gewählt, ein enger Badland-Canyon, in den sie das benzingetränkte Auto stürzen lassen, das dann auch explodiert und eine weithin sichtbare Rauchsäule zur Folge hat. Als die Polizei das Auto bergen will, werden im Canyon schlimme Entdeckungen gemacht. 

Im Stil und Milieu irgendwo angesiedelt zwischen Coen-Brüdern und Tarantino, ist die Geschichte schon ziemlich gewalttätig und punktet mit zwei starken Frauen in männerdominierten Umfeld. Der Film hat außerdem surreale Momente. Insgesamt ein ziemlich cooler Film. 

Die stylische Inszenierung lässt einen rauschhaften Sog entstehen, meint epd-film.

Montag, 5. August 2024

Meine Woche (KW 31/24)

Gemacht: eingekauft, diverse Spezial-Säuberungs- und Kleinsanierungsaktionen mit Farbe in der Wohnung, Treffen mit ehemaliger Arbeitskollegin im Café Extrablatt (Breite Str.), Kölsch getrunken mit Freund in der Braustelle (Köln-Ehrenfeld), Spaziergänge in der Kölner Südstadt und in Ehrenfeld. 


>Motiv am Rheinau-Hafen, Köln-Südstadt, Sonntag Abend<

Gedacht: die Wohnung muss entmüllt werden (z.B. Kleidung, Papierkram, Elektronikschrott). Vieles hier hat keine Zukunft. Das merke ich vor allem auch, wenn ich auf die Trittleiter steigen muss, um beispielsweise an der Beleuchtung Säuberungsaktionen durchzuführen. Diese Aktionen sind leider nicht ohne Fallrisiken. 

Gesehen: im Kino „Love Lies Bleeding“ (Bericht folgt). Auch ein bisschen Olympiade im TV.

Gelesen: in Alastair Reynolds' Roman „Offenbarung“. 

Gefühlt: die Schulter-/Nackenverspannungen halten an. 

Gegessen: Highlight „Türkische Pizza mit Döner“ (My Antep, Chlodwigplatz).     

Getrunken: Kaffee, Wasser, Schultenbräu-Weizen-Grapefruit-Mix-Dosen, Kölsch, Wein, Milch in Form von Corn Flakes u.a. 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gehört: nur Alltagsgeräusche. 

Gegangen: durchschnittlich 6.900 Schritte/Tag (4.500 – 9.800). Schwaches Bild, aber ich habe Stress mit Wohnungsangelegenheiten. 

Fazit: nervige Rentnerwoche mit zu vielen Putz-/Sanierungsaktionen.