Montag, 1. Mai 2023

Sound-Welten (03/2023)

Highlight dieser Prüfserie sind aus meiner Sicht eventuell „The Young Gods“.

Playgrounded. Album: The Death of Death (2021). Zweites Album einer niederländisch-griechischen Metal-Band. Soll Stilelemente aus Progressive Metal und Electronic Rock haben. „Avantgardistisch, experimentell und grenzüberschreitend“, meint betreutesproggen. Ich war nicht so wirklich begeistert; es fehlt mir wohl an Melodie und Emotion. SHR: 13 T – 47 T. WD: n.v. 

Richard Dawson. The Ruby Cord (2022). Siebtes Album eines britischen Indie-Freak-Folk-Rock-Barden. Die Songs können mitunter ziemlich lang sein, hier etwa „The Hermit“ mit 41 min. Der Sound ist gewöhnungsbedürftig und eigenwillig, neigt schon mal zu Pathos, Dekonstruktion und schräger Intonierung. Nicht so mein Ding, aber eigenständig. „Als ob man langsam in die immer eigenwilligen, fremdartigen Welten des britischsten aller Exzentriker hinübergleiten soll“, meint rollingstone. SHR: 42 T – 137 T. WD: n.v. 

Sin Fang, Sóley & Örvar Smárason. Album: Team Dreams (2018). Eine isländische Kooperation. Stilistisch ist es Indie Pop und -Electronica mit male/female Voices. Mir ist der Sound zu „sentimental-klebrig“. SHR: 240 T – 1.726 T. WD: 2/day. 

Tedeschi Trucks Band. Alben: Sign (2019) // I Am the Moon – 1. Crescent (2022). Viertes und fünftes Studio-Album einer US-amerikanischen Blues-Rock-Band mit Lady am Micro. Sie platzieren sich immer in der Top 100 der deutschen Charts. Aber so wirklich will mich dieser Blues Rock nicht überzeugen; ich habe die Band schon vor 10 Jahren bei spotify angetestet gehabt. Manchmal gibt es eine gute Ballade, oft ist mir der Stil jedoch zu mainstreamig, aber schroffe Stücke gibt es auch. SHR: 429 T – 3.278 T // 443 T – 1.559 T. WD: 21/day. 

Uriah Heep. Album: Chaos & Colour (2023). Nach dem Debut im Jahr 1970 ist dies das 25. Studio-Album der britischen Hardrock-Band. Die Gründungsmitglieder sind überwiegend tot bzw. waren schon lange vorher aus der Band ausgeschieden, die seit 1980 vom Gitarristen weiterbetrieben wird. Die großen Jahre der Band lagen zweifellos in den 1970ern – auch bei mir, allerdings gehörte die Band nie zu meinen Top Acts. Bemerkenswerterweise hat das neue Album die höchste Charts-Platzierung in Deutschland mit Platz 4 erreicht. Schon in den 1970ern war die Band hier erfolgreicher als in England oder den USA. Das neue Album liefert passablen, aber aus meiner Sicht auch verzichtbaren Hard-Rock-Sound. SHR: 35 T – 261 T. WD: 618/day. 

Vibravoid. Album: Zeitgeist Generator (2021). Studio-Album No. 13 einer Düsseldorfer Psychedelic-Rock-Band. Früher waren aktuellere Alben dieser Underground-Band bei spotify eher nicht zugänglich. Manchmal bringen sie episch lange Werke zustande. Die Musik wirkt etwas aus der Zeit gefallen, krautrockig-psychedelisch und oft kosmisch daherpluckernd, wahrscheinlich hypnotisch gut im Drogenrausch. Aber an Eingängigkeit, geschweige denn Ohrwürmern, mangelt es aus meiner Sicht, und der Sänger gehört auch nicht zur Creme de la Creme. SHR: 1 T – 4 T. WD: 6/day. 

Wucan. Album: Heretic Tongues (2022). Drittes Album einer Dresdner Rockband mit Lady am Micro. Ihr zweites Album hatte ich in 2018 schon gekauft. Ihrem Stil werden Einflüsse aus Kraut-, Psychedelic- und Folk Rock und eine gewisse Nähe zu Frumpy (Voice) und Jethro Tull (Flöte) nachgesagt. Auch ihr neuestes Album hat mit gut 12 min. wieder einen längeren Song, der durchaus überzeugen kann. Die kürzeren Stücke finde ich meist aber nicht so toll. SHR: 20 T – 51 T. WD: 23/day. 

The Young Gods. Album: The Young Gods Play Terry Riley In C (2022). Studio-Album No. 14 dieser seit 1989 Output produzierenden Post-Industrial-Band aus der Schweiz. Ich kenne sie schon seit gut 30 Jahren und habe immerhin 3 Alben von ihnen. Dieser repetitive, minimal-technoide Stil auf diesem Album gefällt mir wieder mal ganz gut. Wehrmutstropfen: das Album ist rein instrumental. Hier hören sie sich wie eine interessantere Version von „Tangerine Dream“ an. SHR: 10 T – 23 T. WD: 11/day. 

Zola Jesus. Album: Arkhon (2022). Neuntes Studio-Album einer US-amerikanischen Singer-/Songwriterin mit manchmal melancholischem Touch. Das können Balladen sein, aber auch technoid-elktronischer Dark-Wave-Rock. Insgesamt mag ich ihren Sound eher nicht besonders. 44 T – 694 T. WD: 6/day. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im weltweiten Raum. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Sonntag, 30. April 2023

Im Kino: Empire of Light

Sam Mendes' Film spielt 1980/81 in einer britischen Küstenstadt. Das große, in Teilen bereits stillgelegte Kino des Ortes mit seinem Personal ist meist der Schauplatz des Geschehens; in den ersten zwei Dritteln des Films weniger als Ort der Illusionen, sondern als Arbeitsplatz. 

Eine nicht mehr ganz junge Frau bandelt mit einem neu eingestellten, jungen Farbigen an, muss gleichzeitig aber noch die sexuellen Gelüste des Chefs befriedigen – ein typischer Fall der Me-Too-Debatte über Machtmissbrauch. 

Der Film hat eine depressiv-melancholische Grundstimmung. Auch unverhohlener Rassismus spielt hier eine Rolle. Gleichwohl gelingt es dem Regisseur, die Geschichte zu einem glaubwürdigen, befriedigenden Ende zu führen. 

Ein Drama, das mal berührend, mal schockierend und manchmal einfach nur schön ist“, meint film-rezensionen.

Mittwoch, 26. April 2023

Im Kino: Roter Himmel

Christian Petzold's Film spielt weitgehend in einem Landhaus im Wald nahe dem Meer in Mecklenburg-Vorpommern. Ein junger Schriftsteller (Thomas Schubert) fährt mit seinem Freund, dessen Mutter das Haus gehört, dorthin. Beide wollen dort in Ruhe arbeiten. 

Wider Erwarten wohnt dort jedoch vorübergehend schon eine schöne Nichte der Mutter (Paula Beer), die zudem nachts gerne den örtlichen Strandrettungsschwimmer empfängt. Der Schriftsteller ist genervt und ziemlich bockig, kommt mit seinem Buch nicht voran, kann sich trotz seiner Verweigerungshaltung jedoch nicht der jungen Frau entziehen. Als auch noch sein Verleger zu Besuch kommt und lange mit der Nichte diskutiert, fühlt er sich endgültig ausgebootet.

Gelegentlich fällt Asche vom Himmel, denn in den Wäldern brennt es. 

Der Film funktioniert als Charakterstudie zwischen jungen Leuten gut. Das überhastet inszenierte, dramatische Ende des Films konnte mich dennoch nicht überzeugen. 

Höchst sehenswert“, meint kino-zeit.

Montag, 24. April 2023

Meine Woche (KW 16/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, Ärztin besucht, Balkonbepflanzungen durchgeführt, Kino besucht, gewandert zwischen Satzvey und Euskirchen (Bericht folgt). 

Gesehen: im Kino „Irgendwann werden wir uns alles erzählen“, im TV Tagesschau, Tatorte, Markt, Haushaltscheck. 

Gelesen: in Sayaka Murata's Roman "Das Seidenraupenzimmer", in Vernor Vinge's Roman „Eine Tiefe am Himmel“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed. 

Gegessen: erstmals Spargel in diesem Jahr gekauft und gegessen. Das gibt’s bei mir immer mit Kochschinken, Kartoffeln, gebratenen Zwiebeln und Pilzen. 

Getrunken: Kaffee, Orangensaft, Tee, Wasser. 

Gehört: Musik von Aesma Daeva, After Forever, Hexvessel, Hey Colossus, Hölderlin und einige Alben bei spotify geprüft. 

Gefühlt: streckenweise angeschlagen; ich hielt es für besser, meine Ärztin aufzusuchen, die mir den Easyhaler gegen entzündliche asthmatische Symptome verschrieb. 

Gekauft: einige Tomaten- und Paprikapflanzen sowie eine Pepperoni-Pflanze bei Alnatura und im Stadtgarten (Bauhaus, Hürth), womit die Balkonbepflanzung in diesem Jahr erledigt wäre. 

Gegangen: Mittelwert 9.000 steps/day (6.800 – 16.900). 

Fazit: halbwegs produktive 5-Tage-Arbeitswoche bei besserem Wetter.

Sonntag, 23. April 2023

Im Kino: Irgendwann werden wir uns alles erzählen

Emily Atef erzählt nach einem Roman von Daniela Krien eine um 1990 handelnde sperrige Liebesgeschichte von einer 19-jährigen Frau mit einem 40-jährigen Mann im ostdeutschen Nirgendwo im Umfeld von Leipzig. Der Film spielt im Wesentlichen auf zwei Bauernhöfen, die in Sichtweite zueinander liegen, einzelne Szenen gibt es aber auch aus Leipzig und München. 

Diese Liebesgeschichte wird von beiden geheim gehalten, aber da die Frau auch noch einen regulären Freund hat, gerät sie unter psychischen Druck. Es gibt vergleichsweise viel nackte Haut zu sehen, die Szenen schwanken zwischen sinnlich und brutal. 

Die attraktive, oft melancholische, gern Bücher lesende Hauptdarstellerin (Marlene Burow) macht den Film interessant für mich, gleichwohl ist er zu lang geraten für die gemächlich voranschreitende Geschichte, die nur am Rande von der Wiedervereinigung Deutschlands erzählt. 

Ein toll inszeniertes und stark gespieltes Liebesdrama“, meint film-rezensionen.