Spaziergänge durch die fremden Traumwelten der Filme und Bücher, durch Soundlandschaften, Natur- und Kulturlandschaft, Beton- und Asphaltwüsten. Ein Privat-Blog. Der höchst subjektive Eindruck.
Samstag, 22. Oktober 2022
Albanien-Montenegro-Urlaub beendet
Montag, 26. September 2022
Im Kino: Don't Worry Darling
Olivia Wilde erzählt in ihrem SciFi-/Phantastik-Thriller von einer abgeschirmten Wüsten-Siedlung, in der es vordergründig zugeht wie in den 1950er Jahren. Die Männer fahren morgens in Oldtimern alle gleichzeitig zur Arbeit, die Frauen hüten das Haus, putzen, kochen etc.
Eine Frau (Florence Pugh) hat jedoch Störungen in ihrer Wahrnehmung, mitunter Wahnvorstellungen. Außerdem macht sie Beobachtungen, die von den anderen negiert, falsch dargestellt oder schön geredet werden. Als sie mit ihrem scheinbar so netten Ehemann aus der Siedlung fliehen will, wird sie von ihm verraten und von medizinischem Personal zwangsabgeholt. Sie kommt wieder „normal“ und zunächst unterwürfig zurück, doch ihre "Störungen" kehren zurück.
„Schwebt irgendwo zwischen Sekte, neofaschistischem Ministaat, verdeckter militärischer Operation und knallbuntem Superpatriarchat“, sagt der filmdienst und fand den Film nicht wirklich gut.
Visuell ist er jedoch ansprechend inszeniert und hat eine interessante Hauptdarstellerin, fand ich. Der Film hat abgewandelte Motive aus Ira Levin's Roman Die Frauen von Stepford (1972) aufgegriffen, der seinerseits schon zweimal verfilmt worden ist. Ich habe sogar dieses Buch gelesen, ist aber schon über 20 Jahre her.
Samstag, 24. September 2022
Im Kino: Die Küchenbrigade
Louis-Julien Petit erzählt in seinem französischen Film von einer Edel-Restaurant-Köchin (Audrey Lamy), die genervt von ihrer Chefin kündigt und mangels schnell zugänglicher Alternativen einen Job als Küchenchefin eines Heims für minderjährige Flüchtlinge annimmt.
Die marode Küche wird von ihr wieder in Schuss gebracht, die Kinder in einer strengen Hierarchie ins Küchen-Geschehen eingegliedert.
Der Film gefiel mir ganz gut, ist mitunter witzig, und man bekommt viel über Küchenorganisation mit. Vielleicht ist die Geschichte allerdings einen Tick zu sentimental und aus pädagogischen Gründen zu harmonisch erzählt, soll sie doch zeigen, dass auch mit und unter Flüchtlingen organisierte sinnvolle Arbeit möglich ist.
„Die Küchenbrigade erzählt Petit wie ein modernes Märchen. Man muss nur wollen, dann fügt sich alles. Die Menschen sind grundsätzlich gut, sie wissen nur nicht immer, wo ihre Hilfe benötigt wird“, so kino-zeit damals.
Montag, 19. September 2022
Im Kino: Over & Out
Julia Becker's Road Movie erzählt von drei Frauen, die sich auseinander gelebt haben, dann aber nach vielen Jahren zu einer Hochzeit einer Freundin nach Italien eingeladen werden. Mit dem Auto machen sie sich auf.
Doch eingeladen wurden sie zu einer Bestattungszeremonie. Und dort wird ihnen als letzter Wunsch noch eine Meeresbestattung an einem anderen, weiter entfernten Ort auferlegt, zu dem sie die Leiche transportieren müssen.
Natürlich haben sie auch eine Autopanne, es gibt Ansätze amouröser Abenteuer und einige Konflikte über ihre Lebensentwürfe.
„Durchwachsene Geschichte“, meint kino-zeit. Stimmt, sie ist kurzweilig anzusehen, aber überzeugt weder schauspielerisch noch als authentische Story wirklich, wurde noch nicht einmal in Italien gedreht (sondern in Kroatien).
Donnerstag, 15. September 2022
Im Kino: Das Leben ein Tanz
Cédric Klapisch hat hier, insbesondere nach „Der Wein und der Wind“ (2017), mal wieder einen schönen Film inszeniert.
Im Mittelpunkt steht eine junge Balletttänzerin (Marion Barbeau), die sich umorientieren muss, nachdem sie bei einer Aufführung stürzt und sich einen Sehnenriss zuzieht. Ihr wird das Angebot gemacht, bei einem Catering-Service auszuhelfen, der in der Bretagne einen Job in einem Schloss hat, in dem Räume an künstlerisch tätige Gruppen vermietet werden, die bewirtet werden müssen.Eine dieser Gruppen ist eine Modern Dance Company, die der langsam genesenden jungen Frau Mut macht und eine in Stil und Musik ganz andere Tanzwelt vor Augen führt. Sie steigt dort langsam ein, zunächst in der Rolle der „toten Frau“.
Der Film punktet nicht nur mit einer überzeugenden Hauptdarstellerin und außergewöhnlichen Tanzszenen, sondern auch mit ansprechenden Locations, Dialogen, zwischenmenschlicher Wärme und ihren Beziehungsgeschichten zum Physiotherapeuten, Tanzlehrer oder zum Vater.
„Trotz klassischer Wendungen eines Feel-Good-Films spürt man die Authentizität der Geschichte“, meint artechock.