Sonntag, 4. September 2022

Im Kino: Die Zeit, die wir teilen

Laurent Larivière's Film erzählt von einer älteren Frau (Isabelle Huppert) und ihrem Leben. Während sie als Verlegerin manchmal in Paris, manchmal in ihrem herrschaftlichen Haus mit altem Garten in der Provinz wohnt, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab, auch zur ersten Liebe, einen Mann, den sie kürzlich wieder traf. 

Der Film hat auch phantastisch-bizarre Momente erotischer Natur und düstere Wahrheiten in der Gegenwart zu bieten, etwa in ihrem distanzierten Verhältnis zur Mutter. Vergangenheit und Gegenwart fließen ineinander. 

Der Film „funktioniert wie Gedanken passieren, wie das Nachdenken – über sich selbst, über sein Leben, über das, was passiert ist“, meint kino-zeit

Für die sinnlichen Momente sorgt Freya Mavor als noch junge Hauptprotagonistin.

Insgesamt ein ziemlich guter Film.

Birnbaum-Ernte

Ich musste gestern dringend auf meinem Balkon die ersten Birnen vom Baum ernten - auch wegen möglicher Absturzgefahren für etwaige Gartennutzer*innen unten.

Ca. 15 Birnen habe ich geerntet:


Etwa 33 Birnen dürften es am Baum noch sein. Ob sie alle reif werden, kann bezweifelt werden, aber so manche schon noch.



Vor 2 Jahren gab es viel weniger Birnen, aber sie waren deutlich größer.

Freitag, 2. September 2022

Im Kino: Der Gesang der Flusskrebse

Olivia Newman erzählt nach einem Bestseller-Roman von Delia Owens (2018) von einer jungen Frau, die als Außenseiterin abgelegen und nur mit dem Boot zu erreichen an der versumpften Küste North Carolinas lebt und eines Mordes beschuldigt wird. Der Film flechtet Rückblenden aus ihrer Kindheit in den 1950er Jahren ein, als ihr Familienleben noch in Ordnung war und dann aus den Fugen gerät, spielt weitgehend Ende der 1960er Jahre in den Wochen nach dem Mord mit dem folgenden Gerichtsprozess und springt dann noch mal kurz in die Gegenwart. 

Der Film „bietet nun tatsächlich sehr einnehmende Aufnahmen im Southern-Gothic-Stil, in denen das Sumpfgebiet im US-Bundesstaat North Carolina eingefangen wird. Dennoch ist alles zu hochglänzend, zu nah an einem verfilmten Coffee-Table-Book, um hier in Analogie zur Literaturkritik an Klassiker der Kinohistorie zu denken“, so kino-zeit

Besser kann ich es auch nicht ausdrücken. Der Film ist schön anzusehen, auch melancholisch, die Hauptdarstellerin (Daisy Edgar-Jones) ebenfalls schön und einnehmend, es gibt auch ein paar wenig Brutalo-Szenen und das überraschende Pointe des Films ist gelungen, aber im Ganzen ist der Film dennoch stilistisch zu mainstreamig-austauschbar geraten (wie viele andere Bestseller-Verfilmungen auch) und erzählt toxische Beziehungsgeschichten.

Dienstag, 23. August 2022

Im Kino: Nope

Jordan Peele's UFO-Film spielt in einer kargen Halbwüsten-Landschaft der USA. Dort betreiben zwei Farmen das Trainieren von Pferden bzw. einen Art Amusement-Park. Auffällige klimatische Phänomene, Stromausfälle und Beobachtungen führen die Betreiber der Pferdefarm zu dem Ergebnis, dass sich ein UFO hinter den Wolken versteckt. 

Später kommt man zu dem Ergebnis, dass es sich um ein Tier handelt. Man stellt Fallen auf, trifft Vorbereitungen, dieses Tier auf die Kamera zu bannen. Das gelingt nur bedingt, und das riesige quallenartige Tier ist nicht freundlich, sucht vielmehr nach Nahrung, die wie von einem Staubsauger aufgesaugt wird. 

Der Regisseur findet gegen Ende des Films imposante Bilder, um das Alien zu zeigen. Aber der UFO-Thematik hat es aus meiner Sicht schon immer gänzlich an Glaubwürdigkeit gefehlt, wobei diese Variante von einem Tier, das Menschen verschwinden und unverdauliche Teile vom Himmel regnen lässt noch vergleichsweise originell ist. 

Hier läuft alles auf eine Art Hommage an Steven Spielbergs "Die unheimliche Begegnung der dritten Art" hinaus“, meint film.at.

Sonntag, 21. August 2022

Im Kino: Die Magnetischen

Vincent Maël Cardona's Film spielt 1980/81 zunächst in irgendeiner wahrscheinlich nordfranzösischen Kleinstadt. Der Vater betreibt eine Art Schrottplatz mit Autowerkstatt, die beiden Söhne sind seine Arbeiter. Nachts betreiben die Söhne auch noch einen kleinen Radiosender auf dem Dachboden. Es ist die Welt der Kassetten und Langspielplatten. 

Der Haussegen hängt schief in dieser spätpubertären Phase der Söhne, die auch gern mal die örtlichen Diskos/Schuppen besuchen. Besonders der Ältere hat einen Hang zum Alkohol, kommt aber auch viel besser mit den Mädels klar. Der Jüngere verguckt sich in das Mädchen des Bruders, die als Friseuse arbeitet. 

Später schafft er es nicht, seine Untauglichkeit für den Militärdienst zu simulieren und muss für ein Jahr nach Berlin. Dort lernt er den Militär-Radiomann kennen. Sie fahren gelegentlich in die Diskos nach Ost-Berlin. 

Während dieser Militärzeit passiert es auch, dass sein Bruder unter Alkoholeinfluss mit dem Auto der Freundin tödlich verunglückt. Der Freundin kommt er danach näher, aber es wird keine echte Beziehung daraus, denn sie beschließt, die Kleinstadt zu verlassen, um etwas von der Welt zu sehen. 

Tendenziell empfand ich den Film als ziemlich deprimierend. Es wird von einer eher tristen Jugendzeit erzählt. Zumindest anfangs überzeugt der Soundtrack. 

In einer Umgebung, in der niemals etwas zu passieren und die Zeit schlichtweg stehen geblieben zu sein scheint, spürt die junge Generation ein heftiges Verlangen nach einem Wandel – politisch, sozial und nicht zuletzt emotional“, fasst kino-zeit das Geschehen zusammen.