Sonntag, 1. Dezember 2024

Filmkonserve: Zack Snyder's „300“

Ist dieser Film gut? Der in 2006 entstandene Film ist ein Helden-Epos, das die Schlacht der Spartaner gegen ein persisches Heer unter Xerxes I. bei den Thermopylen (Griechenland) im Jahr 480 v. Chr. zum Inhalt hat. Der Film basiert auf einer Graphic Novel von Frank Miller und Lynn Varley von 1998, weniger auf historischen Quellen, die im Übrigen selbst nicht als besonders vertrauenswürdig eingestuft werden. 

Es war einer der erfolgreichsten Kinofilme des Jahres 2007, und er ist heute am unteren Ende der Top70 der kommerziell erfolgreichsten Filme aller Zeiten angesiedelt. 

Visuell ist der Film aus meiner Sicht ziemlich beeindruckend. Er entstand im Wesentlichen im Studio und hat einen überwiegend düsteren Dark-Fantasy-Look. Auch gibt es Szenen, die thematisch der Dark Fantasy nahe stehen, etwa der Besuch bei den Hütern des Orakels. Es gibt viele Kampfszenen, die man als brutal bezeichnen kann, die aber dennoch oft nicht so rüber kommen, da kein Leid gezeigt wird, das Licht verfremdet ist und das Blut schwarz spritzt. Der Soundtrack gefällt mir nicht immer, da es kleinere Metal-Passagen gibt. Es überwiegt aber ein besser passender mystisch-sakraler Heavenly-Voices-Soundtrack. 

Dialogtechnisch ist der Film eher „spartanisch“ gehalten, nervt aber auch nicht. Es geht fast nur darum, die eigenen ausbildungsbedingten Kriegerqualitäten zu rühmen, um jeden Preis dem Feind zu widerstehen und die Freiheit zu wahren. Eine Nebenepisode um die Königin und den Stadtrat von Sparta während der Kämpfe ist einfach gehalten, aber einigermaßen gelungen. 

Ich denke mal, unter den historischen Schlachtengemälden hat dieser Film in seiner visuellen und effekttechnischen Machart einen besonderen Stellenwert. 

Es gibt einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.

Samstag, 30. November 2024

Im Kino: Des Teufels Bad

Der Film von Veronika Franz & Severin Fiala spielt 1780 in einem oberösterreichischen Walddorf. Nach einer, ich vermute arrangierten Heirat mit Dorffest, zieht die Frau (Anja Plaschg) in das Waldhaus des Mannes. Sie hat natürlich diverse Pflichten dort, etwa Kochen. Zu dem Anwesen gehören Fischteiche. Da muss sie auch helfen beim Fischfang, ebenso bei der Kartoffelernte. Kleidung wird an einem Waldbach von den Frauen gewaschen, Arbeiten im Wald und Holz hacken obliegt nur den Männern. 

Es ist ihr wichtig, ein Kind zu gebären, doch der Mann zeigt wenig Interesse am Beischlaf. 

Die Frau, wie alle Dorfbewohner tief religiös, entwickelt eine Depression und Besessenheit. Sie will sterben. Der Film zeigt, dass Selbstmörder einfach auf einen Acker geworfen und nicht christlich begraben werden. Das kann/will die Frau nicht machen. Sie strebt vielmehr ihre Hinrichtung an, da sie vorher ihre Sünden beichten und in den Himmel kommen kann. Sie ermordet deshalb ein Kind. Der Film greift hier eine indirekte Suizidform auf, die hundertfach in historischen Akten im deutschsprachigen Raum belegt sein soll. 

Der Film ist in düsteren Tönen gehalten und mit einem wirkungsvollen knarrig-düsteren Soundtrack versehen, den die Hauptdarstellerin (als "Soap & Skin") selbst komponierte und vertonte. Im Film wird das Alltagsleben zu damaliger Zeit gezeigt. Es gibt auch mystisch-religiöse Szenen und unheimlich wirkende Orte im Wald zu sehen. Der Film punktet jedoch vor allem mit den Schlussszenen um die Hinrichtung der Frau (Köpfung), die in einem ausgelassenen Dorffest zelebriert wird. Auch wird das Blut der geköpften Frau getrunken. 

An inszenierter Dynamik mangelt es dem Film. Auch reden Mann und Frau wenig miteinander über ihre Erwartungen und Wünsche. Letztendlich wird dennoch nicht wirklich nachvollziehbar dargestellt, weshalb die Frau ihre psychotischen Züge so intensiv entwickelt. Ihr Leben und ihr Zusammenleben mit ihrem Mann ist nicht besonders unharmonisch dargestellt, vielmehr entwickelt der Mann durchaus Verständnis, während offene Kritik an ihre Arbeit und Haushaltsführung vor allem von der Schwiegermutter kommt, die oftmals im Haus zugegen ist. 

Im Ergebnis ist der Film etwas sperrig, nicht ungewöhnlich für österreichische Filme, die sich der düsteren Vergangenheit widmen. 

Kino-zeit spricht von einem „niederschmetternd düsteren Film über die Grausamkeiten vergangener Zeiten“.

Freitag, 29. November 2024

Filmkonserve: Emmanuel Mouret's „Küss mich bitte!“

Ist es ein guter Film? Im Kinojahr 2008 habe ich ihn als einen Spitzenfilm wahrgenommen. 

Der Film handelt von den Risiken nur eines einzigen „richtigen“ Kusses. In Nantes treffen sich zwei Fremde, von denen die Frau (Julie Gayet) nur im Rahmen einer „Dienstreise“ zu Besuch in Nantes ist, und lernen sich näher kennen. Die Frau verweigert einen Kuss. Nach dem gelungenen abendlichen Restaurant-Besuch gewährt die Frau doch noch einen Kuss unter der Bedingung, dass danach kein Wort mehr gesprochen und kein Blick mehr getauscht wird und der Mann (Emmanuel Mouret) einfach geht. Genauso endet auch der Film (zum Glück). 

Zwischendurch erzählen sich die beiden Fremden an diesem Abend Episoden ihrer Bekannten, die die möglichen komplexen Folgen eines Kusses beleuchten. Im Film werden diese Ereignisse in Rückblenden geschildert. Es ist also eine „geschachtelte“ Geschichte mit einer Rahmenhandlung. 

Rückblickend wirkt der Film vielleicht etwas konstruiert und streckenweise auch etwas bieder, etwa die erste sexuelle Annäherung des Mannes mit einer gut bekannten Freundin (Virginie Ledoyen). 

Gleichwohl ist der Film erzählerisch interessant und gut anzusehen. 

Es gibt einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film. 

Leider habe ich es nicht geschafft, bisher auch nur einen weiteren Film des Regisseurs zu sehen.

Donnerstag, 28. November 2024

Filmkonserve: Robert De Niro's „The Good Shepherd“

Dieser Film, der in Deutschland unter dem Titel „Der gute Hirte“ in die Kinos kam, entstand im Jahr 2006. Er handelt von der Gründung und Arbeit des CIA und erstreckt sich etwa von den 1920er Jahren bis in die 1960er Jahre. 

Es geht zentral um Geheimhaltung, Verrat und Bespitzelung - und was dies mit den Leuten macht bzw. für sie bedeutet, die ihr Leben und ihre Geheimnisse vor der eigenen Familie weitgehend geheim halten müssen. 

Der ziemlich lange Film kommt über weite Strecken recht ruhig und verstohlen daher. Und entfaltet genau dadurch seine atmosphärische Wirkung. Vereinzelte Gewalt- und Folterszenen gibt es dennoch. 

Mit Matt Damon, Angelina Jolie, Robert De Niro, Joe Pesci, William Hurt u.a. ist der Film auch gut besetzt. 

Es gibt einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.

Filmkonserve: Martin Scorsese`s „Casino“

Ist das ein guter Film? Ich war versucht, ihn nach erneuter dritter Sichtung wie schon seine Filme „Good Fellas“ (1990) und „Aviator“ (2004) auszusortieren, habe es aber doch nicht gemacht. 

Es gibt einige herausragende Szenen in diesem mafiösen, fast 3-stündigen Film aus dem Jahr 1995, in dessen Zentrum die Geschehnisse um ein Casino in Las Vegas stehen. Große Gewinne einstecken, darf dort niemand, falsch spielen oder Gelder unterschlagen, erst recht nicht. Es gibt Regeln, auch Regeln innerhalb der „Familie“. 

Der Film ist streckenweise echt faszinierend anzusehen, und er hat mit Robert De Niro, Sharon Stone und Joe Pesci gute Schauspieler:innen. 

Der zu üppige Soundtrack, Folter- und Gewaltszenen sowie das präsentierte Rollenverständnis „Mann/Frau/Familie“ können heute stören, auch wenn der Film zeitlich in den 1970er/80er Jahren angesiedelt ist.

Es gibt einen wikipedia-Eintrag zu diesem Film.