Dienstag, 29. August 2023

Im Kino: Forever Young

Valeria Bruni Tedeschi siedelt ihren Schauspiel-Film weitgehend in New York um 1985 an. 

Der Film handelt über weite Strecken von einem harten Wettbewerb um die Plätze in der Schauspielschule. Und dennoch ist es ein Film mit viel Zeitgefühl für die 1980er Jahren, in denen alle überall rauchen und wo Sex, Promiskuität, Drogen, Aids, Lebenslust, Leichtsinn und Tod im Ensemble eine genauso große Bedeutung wie die Schauspielerei haben. Das macht den Film zu einer intensiv-brutalen Erfahrung. 

In der Tat scheint es der erste Film zu sein, den ich in ihrer Rolle als Regisseurin gesehen habe. Als Schauspielerin ist sie viel bedeutender, wie ihre Filmographie bei wikipedia zeigt. 

Der Film war für die Goldene Palme nominiert, und es war immerhin ein Kandidat, der es vielleicht auch verdient hätte.

Sonntag, 27. August 2023

Meine Woche (KW 34/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, Betriebsfest besucht (und zu viel Alkohol getrunken), mit Freund in Braustelle gewesen, Spaziergänge in der Kölner Südstadt, gewandert zur Drover Heide. 

Gesehen: im Kino „Die letzte Fahrt der Demeter“, „Past lives“. 

Gelesen: in Pierre Bordage's Roman „Die Sphären“, in Nguyen Phan Que Mai's Roman „Der Gesang der Berge“, im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: Kantinen-Highlight „Falafel Wrap mit Petersilien-Joghurt-Sauce und buntem Salat mit Tomate, Gurke und Kraut“. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Kölsch, Radler, Weizenbier (Obermaubach), Cider. 

Gehört: Musik von Arcana, Ataxia, Nautilus, Siena Root, Yo La Tengo. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gegangen: Mittelwert 11.200 steps/day (7.100 – 24.300). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine 4-Tage-Arbeitswoche mit durchwachsenem, nicht mehr so warmem Sommerwetter (Gewitter inklusive) und relaxtem Wochenende.

Dienstag, 22. August 2023

Im Kino: Die letzte Fahrt der Demeter

André Øvredal's Horrorfilm ist im Dracula-Mythos angesiedelt. An anderer Stelle las ich, dass die Schiffsreise, die hier im Mittelpunkt des Geschehens steht, in Bram Stoker's Roman lediglich wenige Seiten einnimmt. 

Filme, die auf Schiffen spielen, fand ich schon immer mutmaßlich interessant. 

Vor allem die erste Hälfte des Ende des 19. Jahrhunderts spielenden Films punktet mit Schiffsmotiven, beginnend in der bulgarischen Hafenstadt Varna, in der die Segelschiffe liegen und beladen sowie Matrosen angeheuert werden, wie auch mit dem Innenleben im Rumpf des Seglers, in dem die schlafenden Matrosen schon mal von Ratten besucht werden und besonders bei Seegang zahlreiche knarrende Geräusche die akustische Kulisse bilden. Auch Tiere werden mitgeführt, die als Verpflegung auf der wochenlangen Reise nach England dienen sollen. 

Auch schauspielerisch und storytechnisch überzeugt die erste Hälfte des Films, werden die handelnden Personen doch angemessen eingeführt und spitzen sich die merkwürdigen Ereignisse zu, findet man doch beispielsweise eine noch lebende Frau in einem Sarg der Schiffsladung. 

Leider verliert der Film viele Pluspunkte wieder in der zweiten Hälfte der 10-kleine-Negerlein-Geschichte um die zunehmend dezimierte Schiffsbesatzung und speziell im letzten Drittel, indem – auch soundtechnisch - unpassend pathetisch inszenierte Sterbeszenen und unpassende, mäßig gelungene pyrotechnische Effekte dem Film viel an Atmosphäre und Überzeugungskraft nehmen. 

Ausgerechnet fbw-filmbewertung bekommt noch eine gute Filmbewertung hin und verleiht das Prädikat „wertvoll“. Das ist schon fast witzig.

Sonntag, 20. August 2023

Meine Woche (KW 33/23)

Gemacht: gearbeitet, eingekauft, Spaziergänge in Köln, gewandert zwischen Dormagen und Zons. 

Gesehen: im Kino „Black Box“, im TV Frauenfußball-Endspiel „England - Spanien“. 

Gelesen: in Pierre Bordage's Roman „Die Sphären“, in Nguyen Phan Que Mai's Roman „Der Gesang der Berge“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Geographischen Rundschau, im Greenpeace Magazin. 

Gegessen: Kantinen-Highlight „Hackbraten Jäger Art mit Pilzen in Rahmsauce daszu Bratkartoffeln und Rohkostsalat“. 

Getrunken: Kaffee, Wasser, Chai Tee, Schultenbräu Weizenmix Grapefruit, Kölsch (Filmhaus), Weizenbier (Torburg). 

Gehört: Musik von Ataraxia, Beatrix Players, ISON, Siena Root. 

Gefühlt: ganz gut. 

Gegangen: Mittelwert 9.800 steps/day (7.300 – 17.900). 

Gekauft: nichts > 20 €. 

Fazit: eine 4-Tage-Arbeitswoche mit schönem Sommerwetter und relaxtem, verlängertem Wochenende.

Samstag, 19. August 2023

Im Kino: Black Box

Aslı Özge's Film spielt in einem heruntergekommenen Wohnblock in einer nicht näher bezeichneten deutschen Großstadt (vermutlich Berlin), der plötzlich von der Polizei abgeriegelt wird. Zuvor gab es schon Merkwürdigkeiten, so hat der windige Vertreter einer Immobilienfirma per Kran einen Arbeitscontainer in den Innenhof stellen lassen. 

Die Einwohner kommen nicht mehr raus, Gerüchte gehen um, man kommt sich näher, man diskutiert, Verdächtigungen kommen auf, die sich sowohl auf die Immobilienfirma als auch auf einige Bewohner des multikulturell zusammengesetzten Wohnblocks richten. Zudem wird eine Leiche auf dem Dachboden gefunden. Die Situation eskaliert. 

Ein interessanter Film in einem spezifischen Mikrokosmos, der auch mit Corona, Bürgerrechten, Vorurteilen, Flüchtlingen etc. zu tun hat. Die darstellerische Leistung der Schauspieler*inen überzeugt über weite Strecken. Nur der Spannungsbogen trägt nicht so wirklich über die zwei Stunden. 

Ganz bewusst wird vieles in der Schwebe gelassen, die Zuschauer von Sichtweise zu Sichtweise geführt, ohne dass eine wie auch immer geartete neutrale Instanz deutlich machen würde, was denn da nun wahr ist und was falsch“, stellt kino-zeit fest.