Sonntag, 20. Februar 2022

Im Kino: Tod auf dem Nil

Kenneth Branagh's Film ist eine weitere Verfilmung des 1937 von Agatha Christie veröffentlichten Romans. Ich vermute, die 1978er-Verfilmung von John Guillermin vor langer Zeit auch mal im TV geschaut zu haben. 

Viel zu erzählen gibt es über den Film eigentlich nicht. Ein Detektiv begleitet eine luxuriöse Hochzeitsreise auf auf einem Nildampfer, und als die Braut im Bett erschossen aufgefunden wird, nimmt er die Ermittlungen auf. Es passieren noch einige weitere Morde. 

Ansprechend sind die Nil-Aufnahmen, die aber gar nicht mal alle in Ägypten entstanden, da beispielsweise der Abu-Simbel-Tempel und der Raddampfer als Modelle eigens für den Film gebaut wurden. 

Ansonsten fand ich den Film tendenziell eher etwas „blutleer“. Und Andere meinten, er sei schlicht überflüssig, beispielsweise weil die erste Verfilmung besser gewesen sein soll. 

Ein Meisterwerk war nach den Filmkritiken auch nicht zu erwarten, aber mir war gerade mal nach einem exotischen Schauplatz.

Montag, 7. Februar 2022

Verseuchte Gegend

Die Inzidenzen schwingen sich zu immer neuen Rekorden auf: 


>Quelle: Screenshot aus der zeit, heute<

Mittlerweile erscheint es mir eher unwahrscheinlich, dass mich das Virus nicht erwischen wird. Obgleich ich denke, dass eine kleine Virus-Grundlast, mit der das Immunsystem täglich zu kämpfen hat, bei uns Virus-Geboosterten nicht schlecht ist.

Samstag, 5. Februar 2022

Im Kino: Licorice Pizza

Oh, ein Film von einem meiner Lieblingsregisseure, der so schöne Filme wie „Magnolia“ (1999) und „There Will Be Blood“ (2007) und „Inherent Vice“ (2014) inszeniert hat. 

Paul Thomas Anderson erzählt eine junge Liebesgeschichte aus den kalifornischen 1970er Jahren zwischen einem frühentwickelten 15-jährigen Jungen (Cooper Hoffman) und einem 10 Jahre älteren Mädchen (Alana Haim). 

Wie es den Anschein hat, war das Leben dort viel extrovertierter, geschäftstüchtiger und medienbezogener als in Deutschland mit seiner oft bieder-piefigen Gesellschaft. Aber gut, wir wissen alle, dass die westlichen Gesellschaften viele Schattierungen haben und dieser Film bestimmt auch nicht alle Milieus, Schichten und Schattierungen in den USA abbildet. 

Der Film hat bemerkenswert viel mit Geschäftsideen und deren Inszenierung zu tun. Zwischendurch gibt es etwas Liebesgeplänkel, aber keinen Sex. 

Atmosphärisch, stilistisch, ausstattungstechnisch, schauspielerisch oder auch soundtechnisch kann der Film gefallen, wenn er vielleicht auch nicht an Anderson's Meisterwerke heran reicht (vielleicht aber doch). 

Es handelt sich um eine Coming-of-Age-Geschichte, dargestellt mit der Art von Nostalgie, die so wirkt, wie man es von Erinnerungen gewohnt ist: chaotisch und unfertig, aber dennoch irgendwie intensiv, ja, sogar tiefgründig“, meint kinomeister.

Montag, 31. Januar 2022

Im Kino: Nightmare Alley

Guillermo del Toro erzählt nach einem 1946 erschienenen Roman von William Lindsay Gresham in schöner Noir-Optik aus dem US-Jahrmarktsmilieu der 1940er Jahre. Ein Mann kann dort im Gewerbe der Wahrsagerei Fuß fassen und erlernt die Tricksereien dank einiger Gönner*innen. Doch als er mit einem Mädchen fortgeht, um größere Geschäfte in der noblen Gesellschaft zu machen, neigt sich sein Glück dem Ende zu. 

Die ersten zwei Stunden plätschert der Film so dahin, bevor er in der letzten halben Stunde richtig an Fahrt gewinnt und mit einer ausgesucht bösen Pointe aufwarten kann. 

Noir-Optik ist nicht alles, was einen Film sehenswert macht. Den Figuren und der Story fehlt es aus meiner Sicht an erzählerischer Tiefe. 

Schauspielerisch ist das auf höchstem Niveau, wenn auch ohne Überraschungsmomente“, meint epd-film.

Mittwoch, 26. Januar 2022

Im Kino: Niemand ist bei den Kälbern

Sabrina Sarabi's Film nach einem Roman von Alina Herbing handelt von der Provinzhölle irgendwo in Mecklenburg. Dort ist ein Hof in ländlicher, wenig überzeugender Gegend, auf dem die Protagonistin (Saskia Rosendahl) zusammen mit ihrem Freund bei dessen Eltern lebt und arbeitet – und die Nase gestrichen voll hat von diesem Leben. Oh yes, dabei regnet oder schneit es noch nicht einmal, da Sommer ist. 

Da die Liebe auch abgekühlt ist, bandelt sie mit einem Handwerker an, der gelegentlich die hohen Windräder in der Nähe wartet. Sex haben sie in der Scheune, die später abbrennt. Aber Zukunft hat das auch nicht, da der Mann Familie hat.

Insgesamt ist das aus meiner Sicht gefühlt ein ziemlich freudloser, illusionsloser Film geworden. 

Ein "atmosphärisch dichter, sperrig-spröder Antiheimatfilm mit einem präzisen Blick auf patriarchale Verkrustungen und zwischenmenschliche Erstarrung“, meint epd-film.