Markus Schleinzer's Schwarz-Weiß-Film spielt Mitte des 17. Jahrhunderts kurz nach Ende des 30-jährigen Krieges irgendwo in Deutschland. Eine Frau (Sandra Hüller) gibt sich als Mann aus, nahm so auch am Krieg teil, geht mit einer Urkunde, die sie bei einem toten Soldaten fand, in ein Dorf, um Land in Besitz zu nehmen und einen zerfallenen Hof wieder aufzubauen.
Das funktioniert zunächst ganz gut, zumal sie einen wütenden Bären erschießen kann und damit eine Dorfbewohnerin rettet, womit ihr Ansehen stark steigt. Doch ihr Land ist zu klein und sie will wachsen. In einem Vertrag verpflichtet sie sich, eine Tochter des Großbauern gegen neues Land zu ehelichen. Probleme sind natürlich absehbar, doch ihre Frau verrät das Geheimnis nicht.
Aufgrund eines medizinischen Notfalls, wohl ein allergischer Schock, bei dem sie entkleidet wird, wird ihr Geheimnis dennoch gelüftet, und sie muss mit ihrer Frau in den Wald fliehen. Sie werden gefasst, beide erhalten die Todesstrafe.
Sandra Hüller brilliert, ansonsten ist der Film wahrscheinlich auch mangels finanzieller Mittel nicht ganz so einnehmend inszeniert, eher minimalistisch sowohl in Dramaturgie, Dialogen, als auch in den Schauplätzen.
Ansehen kann man den Film schon, zumal es um Selbstbestimmung und Selbstermächtigung der Frau in düsteren Zeiten geht, in denen „Frau“ nicht viel zu melden hatte. Im Übrigen gibt es wohl historische Belege, die ähnlich gelagerte Fälle beschreiben.
„Vieles spielt sich im Off ab, Emotionen und Beziehungen werden nur angedeutet. So treffen die Schicksalsschläge, die sie erleiden muss, die Zuschauenden weniger hart als sie es könnten“, meint critic. Das stimmt.

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