Montag, 6. April 2026

Meine Woche (KW 14/2026)

Gemacht: Einkäufe und Spaziergänge in der Südstadt/Ehrenfeld/City, Brücke bei meiner Zahnärztin einbauen lassen, zwei Kinobesuche, Treffen mit Freunden zum Kaffee/Kuchen in Ehrenfeld. 


>Das Schokoladenmuseum am Rheinauhafen hat seine Toiletten nach außen verlagert. Es kostet immer noch nichts<

Gedacht: die Umstellung auf die Sommerzeit kommt meinem Tagesrhythmus echt entgegen. 

Gesehen: im Kino „Alpha“, „Blue Moon“ sowie meine älteren Filmkonserven „Chocolat“ (2000), „Der fremde Sohn“ (2008), „Die Frau des Zeitreisenden“ (2009). 

Gelesen: beendet Roger MacBride Allen's Roman „Die Tiefen der Zeit“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Eclipsed, in der Geographischen Rundschau. 

Gegessen: nichts Besonderes. 

Getrunken: Kaffee, Cappuccino, Bananennektar, Wasser mit Mineraltabletten. 

Gehört: Musikkonserven von King Crimson, Klaus Schulze, Nick Cave & The Bad Seeds, Nightwish, Oh Wonder sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gefühlt: geht so. 

Gegangen: 47.100 Schritte/Woche (4.000 – 10.700 Schritte/Tag).  

Gekauft: über 400 € musste ich für mein Brückenbauwerk im Mund zahlen. 

Fazit: durchschnittliche Woche mit wenig Außenaktivität wegen zweifelhaftem Wetter.

Im Kino: Alpha

Es wurde Zeit, mal einen Film von Julia Ducournau zu sehen. An ihre beiden ersten Filme „Raw“ (lief hierzulande nicht im Kino) und „Titane“ habe ich mich noch nicht herangetraut. 

Ihr drittes Werk „Alpha“ ist schon ziemlich eigentümlich. Angeblich angesiedelt in Le Havre in den 1980er Jahren, handelt dieser Film von Drogen, einer Seuche und einer Mutter-Tochter-Onkel-Beziehung. 

Es ist jedoch auch Phantastik, denn diese Seuche, verursacht häufig durch Blutübertragung wie Aids, lässt die Menschen langsam versteinern, im Tod wie vollendete Marmorstatuen aussehend, vorher werden einzelne Körperteile befallen. 

Die Frau hat Probleme mit ihrer Tochter, denn die lässt sich ein Tattoo machen trotz der gesundheitlichen Risiken, und mit ihrem Bruder, der Junkie ist und von ihr zusammen mit der Tochter in der Wohnung untergebracht werden muss. 

Dadurch, dass die Frau als Ärztin im Krankenhaus arbeitet, sieht sie (und der Zuschauer) Einiges von der Seuche und dem Verfall der betroffenen Menschen. 

Mir schien der Film nicht chronologisch zu verlaufen, aber vielleicht vermischen sich hier auch bebilderte Ängste und Realität. 

Im Ergebnis ist es ein stilistisch interessanter Film mit auch gelungenem Soundtrack mit Songs von Nick Cave und Portishead und starken schauspielerischen Leistungen. 

Der Film „bietet das für Ducournau typische diskursive wie affektgeladene Körperkino, ist allerdings auch ihr bislang ruhigster und melancholischster Film“, meint epd-film.

Sonntag, 5. April 2026

Bücherwelten: Roger MacBride Allen's Roman „Die Tiefen der Zeit“

Der US-amerikanische Autor schrieb ab Ende der 1980er Jahre über 20 Jahre lang eine Vielzahl von Romanen, darunter auch eine Star-Wars-Trilogie. 

Der vorliegende Roman aus dem Jahr 2000 bildete den Auftakt der Roman-Trilogie „Chronicles of Solace“, deren dritter Roman gar nicht mehr auf Deutsch erschien. In diesem Werk sind „Zeitschächte“ etabliert, durch die Raumschiffe in die Vergangenheit oder Zukunft fliegen können. Die Besatzungen überleben dies eingefroren in Kryokammern. 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht ein Vorfall, in dem unbemannte und unbekannte Sonden mit hoher Geschwindigkeit durch einen Zeitschacht fliegen und der Kommandant eines Wachschiffes dessen Schließung daraufhin veranlasst. Diese Schließung führt zu einer Human-Katastrophe, da eine terraformte Welt dadurch von Güterimporten abgeschnitten wird. Als der Kommandant später die ebenfalls terraformte Welt Solace mit einem anderen Raumschiff erreichen will, kommt er dort zwar an, jedoch ungeplant etwa 125 Jahre in der Zukunft, und er sieht eine sterbende Welt. 

Der Roman befasst sich mit der Lösung des Rätsels. Er ist sehr technikaffin, was die Schilderung der technischen Ausstattung der Raumschiffe und -stationen angeht. Im Übrigen ist es eine interessante Arbeitshypothese anzunehmen, dass Terraforming nie funktioniert, sondern die Ökosysteme zwangsläufig aus dem Ruder laufen werden, weil ihre Komplexität nicht ausreichend sicher simuliert werden kann. 

Es gibt so einige Aussagen im Roman, die mir heute, 25 Jahre später, echt zu denken geben, etwa: „Wenn die Umwelt zum Teufel ging, verschlechterte sich auch das politische Klima. Dann gelangte früher oder später jemand zu dem Schluss, dass die Situation nach strengeren Maßnahmen verlange, nach energischer Führung und straffer Disziplin. Mit einem Wort: Diktatur. Die Dissidenten und sonstigen Unruhestifter mussten verhaftet werden, am besten auch die Wissenschaftler als Überbringer der schlechten Nachrichten“ (ebd. S. 466). 

Wikipedia: Roger MacBride Allen

Freitag, 3. April 2026

Im Kino: Blue Moon

Nach „Nouvelle Vague“ ist dies bereits Richard Linklater's zweiter Film, der hierzulande in diesem Jahr in die Kinos kommt. Auch hier geht es um die Rekonstruktion von Zeitgeschichte.

Der Film spielt 1943 weitgehend in einer New Yorker Bar, in der sich Musical-Größen die Hand reichen. Dabei ist auch ein ehemals erfolgreicher Musical-Texter (Ethan Hawke in der Rolle des Lorenz Hart), der hier mit dem Bar-Personal eher die Außenseiterrolle einnimmt, während die Macher und Gäste eines Musicals gerade nach erfolgreicher Uraufführung in den Laden strömen. 

Der Texter war wegen Alkohol- und anderen Problemen an diesem Musical-Erfolg seines früheren Partners nicht direkt beteiligt und schwadroniert endlos mit diversen Leuten, sowohl mit seinem ehemaligen Partner als auch mit dem Bar-Personal und einer schönen, angehenden Schauspielerin (Margaret Qualley), in die er unglücklich verliebt ist. 

Dieser Film gefiel mir wohl etwas besser als „Nouvelle Vague“, da die Gespräche deutlich intensiver sind. Ansonsten ist es ein auch melancholischer Film über den Niedergang eines Mannes, der an diesem deprimierenden Abend auch wieder dem Alkohol zuspricht, obwohl er behauptet, mit dem Trinken aufgehört zu haben. 

Ein elegantes Kummerspiel über Partnerschaften aller Art“, resümiert critic.

Donnerstag, 2. April 2026

Sound-Welten (04/2026)

Sound-Welten (04/2026) In dieser kleinen Prüfrunde überzeugte mich vor allem das Album von Us And Them. 

Riverside. Album: Second Life Syndrom (2005). Zweites von inzwischen acht Studio-Alben einer polnischen Progressive-Rock-Band. Gilt als Klassiker und „elegisches Art-Rock-Meisterwerk“. Aus meiner Sicht übertrieben, kann man aber anhören. SHR: 537 T – 4.843 T. WD: 17/day. 

Sages Comme Des Sauvages. Erstmals geprüft. Album: Maison Maquis (2024). Drittes Album einer belgischen Folk-Chanson-Weltmusik-Band mit Lady/Man am Micro. Unaufgeregt, eigenständig, auf französisch singend, aber nicht so meine Geschmacksrichtung. „Lässt Anstrengendes erwarten“, meint musikansich. SHR: 27 T – 602 T. WD: n.v. 

Terri Lyne Carrington & Social ScienceErstmals geprüft. Album: Waiting Game (2019). US-amerikanische Jazz-Schlagzeugerin und Komponistin, die schon 1981 unter eigenem Namen mit einer ersten Veröffentlichung in Erscheinung trat, in vielen Projekten mitwirkte und als eine der bedeutendsten Jazz-Schlagzeugerinnen gilt. Diese Doppel-CD ist mindestens ihr neuntes Werk, und es gibt noch jüngere Alben. Es ist meist stilistisch meditativ-fragiler Jazz, dessen überwiegend instrumentalen Kompositionen schon mal 18 min. lang sein können. Nicht schlecht, aber gibt es Höhepunkte? SHR: 9 T – 98 T. WD: 18/day. 

Us And ThemErstmals geprüft. Album: The Lights and the Shadow (2025). Eventuell Debüt-Album eines schwedischen Duos mit Lady am Micro. „Diese Art Ghost Folk fühlt sich wie ein Gegenentwurf zu all den kühlen Dingen da draußen an“, meint betreutesproggen. Ganz recht, es ist sehr fragil-mystisch, was hier geboten wird. Gutes Album, das gänzlich untergegangen ist. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Vangelis. Album: Spiral (1977). Ich habe einige Vangelis-Alben. Dieses sechste Album des in 2022 verstorbenen griechischen Komponisten jedoch nicht. Es gilt heute als Kult, auch wenn es damals im Unterschied zu einigen vorangegangenen und späteren Werken nicht in die Charts kam. Es enthält mit „To the Unknown Man“ eine mehr oder weniger berühmte Melodie, aber auch streckenweise Kitsch. Das Album war filigraner als die vorangegangenen Werke. SHR: 327 T – 6.014 T. WD: 190/day. 

Whispers of GraniteErstmals geprüft. Album: Liquid Stone (2025). Debüt-Album eines deutsch-norwegischen Art-Rock-Pop-Duos mit Lady am Micro, die jedoch in ihren eigenen Bands keine Unbekannten sind. „Die Kompositionen sind auf vielfältige Weise eingängig, abwechslungsreich, atmosphärisch, tiefgründig“, meint betreutesproggen. Vielleicht zu eingängig, meine ich, aber oft auch sehr melodisch-melancholisch. SHR: 1 T – 6 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im westlich geprägten Kulturkreis. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.