Donnerstag, 31. März 2022

Im Kino: Tove

Zaida Bergroth's Film ist ein Künstler-Biopic. Die finnisch-schwedische Künstlerin Tove Jansson, überzeugend gespielt von Alma Pöysti, wurde als Kinderbuch- und Comic-Zeichnerin etwa Mitte der 1950er Jahre mit den „Mumin-Trollen“ berühmt.

Der Film, der aus der Zeit etwa von 1944 - 1955 erzählt und meist in Helsinki, aber streckenweise auch in Paris spielt, beginnt mit ihren noch spärlichen Erfolgen und den Schwierigkeiten, ihr einfaches Künstleratelier finanziell über die Runden zu bringen und reicht bis zu ihren großen Erfolgen, als sie ihre Mumin-Comics wöchentlich bei einer englischen Zeitung unterbringen kann und damit ein festes gesichertes Einkommen erwirtschaftet. 

Nebenbei spielt auch ihre lesbische Beziehung zu einer Theater-Regisseurin (Krista Kosonen) aus reichem Hause eine Hauptrolle in diesem Film. Insgesamt erzählt der Film – treffend vom monopol-magazin zusammengefasst - jedoch „mitunter schmerzhaft intim von dem Kampf einer Künstlerin um Anerkennung“. Das liegt auch daran, dass ihr Vater die Mumins nicht für Kunst hielt und sie selbst in einer rigiden Zeit öfter mal beispielsweise mit politischen Karikaturen aneckte.

Selbst künstlerisch völlig untalentiert und auch wenig interessiert, mag ich solche Künstler*innen-Biopics häufig sehr gerne, wenn sie - wie dieser Film - ansprechend gemacht sind. Das liegt vermutlich daran, dass ich mir so eine Tätigkeit gar nicht wirklich vorstellen kann.

Mittwoch, 30. März 2022

Birnbaumblüte

 Auf meinem Balkon blüht der Birnbaum:

Ob auch irgendwann Birnen geerntet werden können, wird sich zeigen. Im letzten Jahr gab es jedenfalls keine Birnen, weil die Blüten von Frost getroffen wurden. Das könnte jetzt auch noch passieren, da die Wetterprognose für den nächsten Sonntag -2 Grad anzeigt. Wenn es dabei bleibt, gibt es aber wahrscheinlich keinen Frost, denn hier in der dicht bebauten City gibt es oft einen Temperaturbonus gegenüber dem Standort der amtlichen Wetterstation, der schon mal 2-3 Grad betragen kann.


Es gibt nicht nur gute Balkon-Nachrichten. Mein Flieder-Strauch ist wahrscheinlich tot, da tut sich nichts.

(number of photos reduced, 06/2024)

Samstag, 26. März 2022

Im Kino: Kimi

Steven Soderbergh hat seine guten Filme wohl überwiegend vor mindestens 20 Jahren gedreht. Mit „Kimi“ kam jetzt ein vergleichsweise ruhiger Cyber-Thriller um eine junge Frau (Zoe Kravitz) ins Kino, von dem gemutmaßt wurde, er hätte es nur ins Kino geschafft, weil die Lady als Catwoman gerade in „The Batman“ auftritt. 

Im Grunde ist es jedoch aus meiner Sicht ein optisch-stilistisch relativ ansprechender Film geworden, in dem die blauhaarige Lady wegen einer Angstphobie zunächst lange Zeit gar nicht das Haus in Seattle verlässt, sondern von Fenster zu Fenster mit ihren Nachbarn gegenüber kommuniziert und in ihrem schicken Industriehallen-Appartement EDV-technischen Aufgaben nachgeht. 

In analysierten Audio-Files meint sie einen Mord zu erkennen, den sie ihrer Firma zur Kenntnis bringen will. Sie folgt, sich meist entlang von Wänden bewegend, einer Einladung der Firma, doch diese ist mehr an der Vertuschung als an der Aufklärung der Sachverhalte interessiert. 

Filmstarts erwähnt, dass auch die vielen kleinen Corona-Beobachtungen am Rande den Film zu einem sehenswerten Thriller machen.

Donnerstag, 24. März 2022

Ein Spaziergang in Köln-Kalk

Irgendwie musste ich am letzten Samstag meine 6.000 Schritte daily schaffen - und spazierte daher auch in Anbetracht des sonnigen Wetters in Köln-Kalk herum.

Das in 2005 fertig gestellt Shopping Center "Köln-Arcaden" war zunächst mein Ziel. An diesem Standort war früher mal die Chemische Fabrik Kalk (CFK) verortet, die um 1995 nahezu komplett abgerissen wurde (siehe wikipedia). Übrig blieb einzig der im Jahr 1904 errichtete Wasserturm:


Bei den Parkhäusern steht auch noch die große Turbine der Kraftzentrale.

Das ehemalige Gelände der CFK war fast 40 ha groß. Daher konnte hinter den Parkhäusern noch ein gut besuchter Park entstehen, der seinerseits von neuen noblen Wohnhäusern umgeben ist.

In den Gebieten hinter diesen Häusern finden sich noch vereinzelt andere historische Werkhallen:


Ich lief dann noch etwas weitläufiger im Zentrum von Kalk herum. 
Ein Pistaziennuss-Laden an der Kalker Hauptstraße wirkt schon sehr türkisch-orientalisch mit seinem exquisitem Angebot. Manche der Leckereien kosten bis 40 €/kg. Dort ist keine Gastronomie, die Bediensteten schaufeln die Leckereien in Papiertüten, die dann verwogen und berechnet werden.

(number of photos reduced, 06/2024)

Dienstag, 22. März 2022

Im Kino: Vatersland

Petra Seeger erzählt in ihrem autobiographischen Film von einer Frau, die nach dem Tod des Vaters alte Fotoalben und Erinnerungsstücke sichtet und in die Zeit ihrer Kindheit abdriftet. Streng aus kindlicher, fraulicher Perspektive wird aus einem Leben im Deutschland der 1950er und 1960er Jahre bis hin ins Jahr 1973 erzählt, wie das Familienleben so war. 

Irgendwann als sie noch Kind war in den 1960er Jahren starb die Mutter an Krebs, und der Vater versuchte sich fortan mehr oder weniger allein an der Kindererziehung, bis er die Tochter dann in ein von Nonnen geführtes Internat steckte. 

 Der Film ist ein echter Gruselfilm, zeigt er doch wie bieder in vielen Familien die Gedanken- und Verhaltensmuster abliefen, wie viele Vorurteile und diskriminierend unterdrückende Verhaltensweisen in den Männern steckten. Und sage keiner, so sei es nicht gewesen. Ich erinnere mich dunkel an Vieles, ohne allerdings in den katholischen Quatsch verwickelt gewesen zu sein, da meine Eltern lediglich auf dem Papier evangelisch religiös waren und die Kirche zum Glück in meiner frühen Kindheit keine Rolle spielte.

Artechock spricht von einem „facettenreichen, überaus anregenden und seltsam schönen Film“. In jedem Fall ist es ein interessanter Film.