Montag, 7. März 2022

Im Kino: Trübe Wolken

Christian Schäfer's Film spielt in Hessen, genauer gesagt wohl in der Eifel. Im Mittelpunkt steht ein verschlossener Schüler, seine Mitschüler*innen, das Elternhaus und einige Lehrer. Die Polizei ermittelt, denn jemand warf einen Gegenstand von einer hohen Brücke und verursachte einen schweren Unfall und ein Mitschüler wurde tot aufgefunden. 

Der Film wirkt insgesamt atmosphärisch etwas merkwürdig, fast etwas mystisch. Er hat einen Soundtrack, der mitunter an Gothic-Filme erinnert, auch spielen Lost Places als Schauplätze eine Rolle im Film. Und doch ist es mehr ein Coming-of-Age-Drama, in dem die Schüler*innen so Einiges zu verbergen haben oder psychisch in unbestimmter Art und Weise angeschlagen sind. 

Insgesamt fand ich den Film durchaus interessant, vor allem auch die Locations. Nur ist die Story vielleicht etwas zu wenig fokussiert, funktioniert aber auch noch als Milieu-Studie. 

Eines der furiosesten Kinodebüts der letzten Jahre“, meint epd-film. Naja, vielleicht in Deutschland.

Montag, 28. Februar 2022

Bücherwelten: S. A. Chakraborty's Roman „Die Stadt aus Messing“

Ein Fantasy-Roman. Debut-Roman einer US-amerikanischen Autorin aus dem Jahr 2017. 

Der Roman greift die Dschinn-Mythologie auf. Angesiedelt im afrikanisch-arabischen Raum in präindustrieller Zeit handelt er von untergegangenen mystischen und magischen Reichen und auch diversen Fabelwesen wie fliegenden Drachen und Löwen. 

Auf über 600 Seiten kann die Autorin einen einigermaßen orientalisch-magisch-mystischen Flair über das Geschehen legen. Doch inhaltlich ist es in weiten Teilen nur eine Palaste-Intrigen-Geschichte über ein ägyptisches Mädchen, das von einem Dschinn mit magischen Kräften in eine mystische sagenumwobene Stadt im Süden entführt wird. Dort regiert ein tyrannischer König über verschiedene Stammesgesellschaften. 

Gegenüber der farbenprächtigen Kulisse fallen Spannungslevel, Dialoge und Stil – zumindest in dieser Übersetzung – doch deutlich mittelmäßiger aus. 

Zu dem Werk gibt es noch zwei Fortsetzungen. 

Der Weltenbau ist großartig und komplex“, meint nenatie.

Sonntag, 27. Februar 2022

Im Kino: Belfast

Kenneth Branagh's Film spielt in dieser nordirischen Stadt um 1969/70. Er zeichnet den zunehmend militanter werdenden Konflikt zwischen katholischen und evangelischen Hardlinern nach. In das Zentrum des Films wird jedoch eine Familie gestellt, die sich entscheiden muss, was sie tun soll, zumal der Vater sowieso in England arbeitet und nur alle zwei Wochen mal nach Hause kommt. 

Branagh's Film wird nachgesagt, in der Figur des Jungen autobiographische Züge zu tragen. Dementsprechend ist die Geschichte auch etwas sentimental verklärt in Szene gesetzt. 

Kino in Form regelmäßiger Kinobesuche spielt in diesem Film auch eine bedeutende Rolle. 

Kinomeister meint zum Film, er sei „höchst unterhaltsam und liebevoll gestaltet, ohne jemals zu innovativ oder zu anspruchsvoll zu sein“. Das kann man so sehen, ich fand ihn auch ganz gut.

Donnerstag, 24. Februar 2022

Sound-Welten (2/2022)

Ich habe bei spotify im Laufe der vergangenen Wochen wieder einige Alben geprüft. Am überzeugendsten fand ich vielleicht das Album von Ordeal & Plight. 

Ordeal & Plight. Album: Her Bones In Whispers (2021). Zweites Album einer deutschen Postrock-Band mit Man/Lady am Micro. Streift stilistisch manchmal auch Gothic/Ambient/TripHop und schiebt Sound-Skizzen dazwischen. „Vertont irgendwie – möglicherweise unabsichtlich – die Tristesse der aktuellen Zeit“, meint metal. Nun ja, es sind Moll-Töne, der laszive aggressionsfreie Sound gefällt mir gerade deshalb aber ganz gut. SHR: 1 T – 42 T. WD: n.v. 

Pretenders. Album: II (1981). News from the Past. Zweites Album, remastered. Ich muss mich gelegentlich vergewissern, einige Bands nicht übersehen zu haben. Diese britische Rock-Band mit Lady am Micro hat bisher 11 Studio-Alben gemacht und kann als „noch aktiv“ bezeichnet werden. Ihre wirklich erfolgreichen Jahre sind jedoch in der Anfangsphase, also den 1980er Jahren angesiedelt. Das rockige Album „II“ kann man auch heute noch anhören, aber heute muss ich es nicht mehr haben, zumal die Band schon in der Vergangenheit keine Rolle bei mir gespielt hat. Dennoch, sie sind noch ziemlich bekannt. Auf ihrem Debut-Album (1979) war der Hit „Brass in Pocket“, den vermutlich jeder schon mal gehört hat und der zurzeit 121 Millionen Aufrufe auf spotify verzeichnet. SHR: 65 T – 7.521 T. WD: 97/day. 

Rekkorder. Album: One (2021). Zweites Album einer Hamburger Alternative-Rock-Band mit Lady am Micro. Melancholischer, gleichwohl sehr rockiger Einschlag, gute Sängerin, aber sehr gradliniger Sound mit nur kurzen Songs. Live als Anheizer-Band wahrscheinlich interessanter. „Ein sehr energiegeladenes Werk“, meint das toughmagazine. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Sparks. Album: Annette (2021). Mit ihrem Debut-Album „Kimono My House“ (1974) und ihrem Song „This town ain't big enough for both of us“ hatten diese US-amerikanische Glam-Rock-Band einen veritablen Hit, der mir damals bereits gefiel. Ansonsten betrachte ich das Album allerdings als nicht anhörbar, wirklich erfolgreich war es nur in England. In der Band-Karriere gibt es lange Auszeiten, aber seit 2015 sind sie wieder ziemlich erfolgreich. Der Filmsoundtrack „Annette“ gehört eher nicht dazu, auch wenn er es auf Platz 90 der deutschen Charts schaffte. Im Film wirkt die Musik interessanter, als Platte eher zu unruhig. Es gibt ein Leitmotiv „We Love Each Other So Much“ in diversen Versionen, das mir ganz gut gefällt. SHR: 4 T – 200 T. WD: 138/day. 

Tindersticks. Album: Distractions (2021). Etwa 15. Album dieser seit 1993 aktiven britischen Indie-Rock-Band. Es kam auf Platz 15 der deutschen Charts. Das schaffte zuvor noch keines ihrer Alben. Gelegentlich produziert die Band eben ein gutes Werk, weshalb ich auch schon zwei Alben von ihnen habe. Auch dieses Album, das mit einem hypnotischen, evtl. clubtauglichen 11-minütigen Song beginnt, gefällt mir einigermaßen, zündet aber nicht so richtig. SHR: 107 T – 754 T. WD: 19/day. 

Vapors of Morphine. Album: Fear & Fantasy (2021). Zweites Album. Diese Band ist aus der US-amerikanischen Indie-/Alternative-/Jazz-Rock-Band „Morphine“ enstanden, die sich nach dem Bühnentod ihres Sängers 1999 auflöste. Von ihnen habe ich zwei Alben. „Vapors of Morphine“ führen Morphine's Erbe streckenweise weiter. Kennzeichnend war immer das tiefbrummelige Bariton-Saxophon, das es auch heute noch gibt. Die Blues-, Reggae-, Instrumental- und Chor-Eskapaden in diversen neuen Songs sagen mir allerdings nicht so zu. SHR: 2 T – 12 T. WD: n.v. 

The Woods Band. Album: The Woods Band (1971). News from the Past. Eine Splittergruppe mit Man/Lady am Micro, die aus der vielleicht immer noch existierenden britischen Folk-Rock-Band „Steeleye Span“ hervorging. Dieses einzige, gleichnamige Album wurde kürzlich neu remastert. Man kann es aus meiner Sicht streckenweise anhören, soweit die Songs nicht allzu „extrovertiert“ sind. In den 1970er Jahren gab es noch vier weitere Alben, die namentlich unter „Gay & Terry Woods“ veröffentlicht wurden. SHR: 3 T – 15 T. WD: < 1/day. 

Yat-Kha. Album: We Will Never Die (2021). Nach über 10 Jahren Schöpfungspause ist es das etwa sechstes Studio-Album einer südrussischen Band, deren erstes Album aus dem Jahr 1993 datiert. Charakteristisch für die Band ist der tiefe Kehlkopf-Gesang des Sängers. Darauf muss man allerdings stehen. Stilistisch ist ethnisch beeinflusster Indie-Folk zu hören. SHR: 4 T – 9 T. WD: 3/day. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im weltweiten Raum. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.

Mittwoch, 23. Februar 2022

Spaziergang in Lindenthal

Im Mittelpunkt des grauen und windigen Sonntagsspaziergangs stand der Stadtwald. Aber der Wildpark hatte windbedingt geschlossen. Dabei fehlte es eigentlich an Winddramatik. 

Der Spaziergang startete in der City und führte am Aachener Weiher vorbei.

Am Rande des Stadtwaldes gibt es einige noble Villen:



Der Stadtwald kann hier einen Teich und kanalartige Gewässer aufbieten. 
Den Waldbestand möchte ich eher als mäßig in Ordnung bezeichnen. Es gibt hier zu viel Forstwirtschaft, die alten Bäume sind gefährdet, wenn nicht sowieso schon umgehauen. 

Tja, und die restlichen Bäume sind sturmgefährdet:



Ansonsten gab es noch Wandreste einer gesprengten Bunkeranlage zu sehen. Sie gehört hier zum äußeren Fort-Gürtel, der Köln im Westen umschloss.

(number of photos reduced, 06/2024)