Donnerstag, 13. Januar 2022

Im Kino: Lamb

Valdimar Jóhannsson's auf Island spielender Film erzählt von einem jungen Ehepaar, das in der baumlosen Einöde eine Schafzucht betreibt. Mit dem Kinderwunsch klappt es nicht, aber eines Tages wird ein Schaf mit menschlichem Körper geboren, das dann als Kindersatz in die häusliche Wiege wandert. Das Mutterschaf ist nicht einverstanden und nervt blökend, so dass es von der Frau (Noomi Rapace) erschossen wird. 

Irgendwann kommt ein Verwandter zu Besuch, der sich nach anfänglicher Skepsis ebenfalls mit dem Schafskind anfreunden kann. 

Später kommt der wahre Vater. 

Der Film ist mythologisch angehauchte Phantastik, in der spröden Umsetzung mehr Arthouse als Horror. 

Die Nonchalance, mit der das Paar sogleich dazu übergeht, [das Schafsbaby] wie sein eigenes Baby aufzuziehen, folgt weniger einer glaubhaften Psychologie denn der Logik eines Traums“, stellt epd-film fest.

Montag, 10. Januar 2022

Meine Woche (KW 01/22)

Getan: gearbeitet, eingekauft, meine Internistin und eine Apotheke wegen dem noch erforderlichen digitalen Impfzertifikat besucht, im Kino gewesen. 

Gekauft: Waldläufer-Schuhe bei Schwaeppe (Mittelstr.), 80 €. Der Preis war um 30 € reduziert. Der Laden schließt nämlich demnächst. Zuvor war ich noch erstmals seit vielen Jahren bei einem Schuster, weil meine Camel-Active-Schuhe kaputt sind. Aber der sagte mir, dass die Reparatur keinen Sinn mache und riet mir, diese Schuhe im Laden zurückzugeben und auf Gewährleistung zu bestehen, wenn ich sie vor weniger als 2 Jahren gekauft habe. Im Mai letzten Jahres habe ich sie in Bonn gekauft. Bei „Karstadt“. Nun, wir werden sehen. Dunkel erinnere ich mich, schon mal bei einem Schuster gewesen zu sein. Der diagnostizierte damals auch einen Totalschaden. Update 05/25: die Rückgabe der Camel-Schuhe funktionierte; die Waldläufer-Schuhe sind inzwischen allerdings auch schon längst hinüber, hatten Probleme mit einer rissigen Sohle.

Gesehen: im Kino „Annette“, „Die Königin des Nordens“, im TV: mitunter etwas zum Tagesgeschehen, einen Film über Grizzly's in Alaska und einen Tatort. 

Gedacht: ein Bier trinken gehen müsste man auch mal wieder. 

Gegangen: 8.300 steps/day (Mittelwert).

Gehört: Musik von Neurosis, Nick Cave & The Bad Seeds, Nightwish, Santana, Satellite, Sator Absentia, sowie einige Alben bei spotify geprüft. 

Gelesen: in S.A. Chakraborty's Roman „Die Stadt aus Messing“, in Kölner Stadtanzeiger und Greenpeace Magazin. 

Gegessen: Standard-Kost. 

Getrunken: Kaffee, Tee, Orangen- und Grapefruitsaft. 

Gefühlt: gesundheitlich noch ganz passabel. 

Fazit: eine 5-Tage-Arbeitswoche mit Winterschlaf-Atmosphäre.

Sonntag, 9. Januar 2022

Im Kino: Annette

Normalerweise sehe ich mir keine Filme an, in denen gesungen wird. Deshalb dauerte es jetzt auch, bevor ich mich entschließen konnte, den Film doch noch anzuschauen. Denn immerhin ist Leos Carax' ein französischer Regisseur, der mit „Die Liebenden von Pont-Neuf“ (1991) schon einen sehenswerten Film inszeniert hat - und sein Musical-Film hat die Goldene Palme gewonnen. 

Der Film ist auch besser als ich vermutet hatte, visuell und akustisch schlichtweg ungewöhnlich, leicht gothic. Die Musik kommt von den „Sparks“. Ich sollte mir mal Alben von denen anhören. 

Erzählt wird eine Geschichte um um ein Künstlerpaar. Liebe, Eifersucht und Mord sind die Stationen. Später geht es um die kommenzielle Ausbeutung des Kindes, das das Gesangstalent der Mutter geerbt hat. 

Der Tiefgang der Story ist nicht besonders hoch, wesentlich interessanter ist jedoch, wie die Geschichte singend erzählt wird, und es gibt so einige Besonderheiten, beispielsweise das Kind, das zunächst nur eine beschädigte Puppe und erst am Ende zu einem „echten“ Mädchen wird. Auch taucht die Mutter nach ihrem Tod gelegentlich als eine Art Meeresnixe im Film auf. 

Eine betörend-verstörende Film-Oper, wie man sie noch nie gesehen hat“, meint artechock. Wenn man die Musik nicht mag, sollte man aber vermutlich Abstand halten. Ich selbst fand den Film ansprechend.

Samstag, 8. Januar 2022

Im Kino: Die Königin des Nordens

Charlotte Sieling's dänischer Film spielt in der Kalmarer Union um das Jahr 1402. Eine dänische Königin regierte damals und leistete Großes, indem sie Dänemark, Norwegen und Schweden zu einer Handelsunion vereinte. Mitten in Verhandlungen mit den Engländern um einen gegenseitigen Beistandspakt wird ein Mann zur Königin (Trine Dyrholm) gebracht, der sich als ihren für tot erklärten Sohn ausgibt und die Krone beansprucht. Das führt zu Stress für die Königin. 

Der Film ist ein intrigantes Drama um Politik und Machtkalkül – mit einigen femininen Untertönen. 

Ein erstklassig aussehendes, spannend erzähltes und sehr atmosphärisches Historien-Drama mit einer brillanten Hauptdarstellerin“, meint filmstarts

„Spannend erzählt“ ist nach meiner Meinung relativ zu sehen bei skandinavischen Filmen. Unterhaltsam ist der Film aber auf jeden Fall. Und er wirkt visuell ziemlich ansprechend und authentisch.

Mittwoch, 5. Januar 2022

Sound-Welten (1/2022)

Winterschlafzeit. Zeit, mal wieder bei spotify einige Alben zu prüfen. Am überzeugendsten fand ich die alten Trees-Alben.     

Mostly Autumn. Alben: White Rainbow (2019), Graveyard Star (2021). Etwa 13. und 14. Studio-Album einer britischen Progressive-Rock-Band mit Lady/Man am Micro. Von dieser Band habe ich bereits 3 Alben gekauft – aber das ist schon mindestens 10 Jahre her. Die Melodik früherer Werke bringen die Kompositionen der neuesten Werke aus meiner Sicht meistens nicht mehr zustande. Aber wahrscheinlich sagen mir auch die Besetzungswechsel bei der Voice nicht so zu. SHR: 47 T – 199 T // 13 T – 33 T. WD: 13/day. 

Noeta. Album: Elm (2021). Zweites Album eines schwedischen Dark-Ambient-Duos mit Lady am Micro. Geradezu ein klassischer Vertreter dieses Stils. Kann mich nerven. „Schafft die dichte Atmosphäre eines Ambient-Albums ohne dabei großartige Höhepunkte zu evozieren“, meint metal. SHR: 1 T – 5 T. WD: n.v. 

Oberon. Album: A Midsummer's Night Dream (1971). News from the Past. Einziges Album einer britischen Folk-Rock-Band, das offensichtlich wieder ausgegraben und vor Kurzem neu veröffentlicht wurde. Kennt wahrscheinlich „niemand“. Bei dem flötigen „Summertime“ mit Lady am Micro kommt etwas Hippie-Feeling auf, „Nottamun Town“ erinnert stark an Pentangle, ansonsten etwas „verfrickelt“. SHR: 2 T – 4 T. WD: n.v. 

Parzival. Album: David – The Hymn (2021). Parzival war eine deutsche Klassik-Rock-Band, die Anfang der 1970er Jahre zwei Alben herausbrachte. Sie gefielen mir ganz gut. Dieses nach bald 50 Jahren neue dritte Album in 2021 war gewissermaßen eine Sensation, allerdings kann sich auch Ernüchterung einstellen, liegen hier doch stilistisch Welten zwischen diesen Werken. Das neue Album ist orchestraler, mainstreamiger, tendiert zu Rockoper und World Music mit Mittelalter-Folk-Anklängen – schließlich sind auch 130 Gastmusiker*innen dabei, sogar Sängerinnen. „Über weite Strecken doch zu kitschig und klebrig geraten, ist vielfach mehr Musical als Progressive Rock“, meint der Autor auf den babyblauen-seiten. Einige Songs sind in der Tat schrecklich. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Rick Wakeman. Album: The Red Planet (2020). Der Mann war lange Mitglied der britischen Progressive- und Art-Rock-Band „Yes“. Seit 1971 gibt es aber auch Solo-Werke, mittlerweile > 90 an Zahl. Das vorliegende jüngste Album ist allerdings das einzige, das es lt. Wikipedia in die Top 100 der deutschen Charts schaffte. Dem Album attestiere ich einen etwas „klebrigen“ instrumentalen New-Age- und Synth-Sound in diversen Kompositionen, nur manchmal wie in „The North Plaine“ kann es mal proglastiger oder wie in „Arsia Mons“ melancholischer werden. SHR: 48 T – 325 T. WD: 70/day. 

Sari Schorr. Album: Never Say Never (2018). Zweites Album einer US-amerikanischen Bluesrock-Sängerin. Stilistisch konventionell aus meiner Sicht. Mitunter nette Gitarrenarbeit. SHR: 18 T – 70 T. WD: 5/day. 

Trees. Alben: The Garden of Jane Delawney (1970) // On the Shore (1971). News from the Past. Diese britische Folk-Rock-Band mit Lady am Micro hat es nur auf diese beiden Studio-Alben gebracht. Der Sound dieser Band hört sich mitunter nach „Pentangle“ oder „Faiport Convention“ an: psychedelisch, etwas hippiesk und verfrickelt-improvisiert. Das zweite Album hat mit „Sally Free And Easy“ einen schönen 10-Minüter. Es „herrscht durchweg eine verträumte, geradezu surreale Stimmung“, meinen die babyblauen Seiten. Lovely Voice. Gefällt mir gut, die Alben sollte ich mir zulegen. SHR: 29 T – 307 T // 20 T – 91 T. WD: n.v. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (= 1 T) je Song. Indikator für relative Bedeutung im weltweiten Raum. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. Indikator für relative Bedeutung im deutschsprachigen Raum. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines letzten Zugriffs.