Dienstag, 31. Oktober 2017

Bücherwelten: Yoko Ogawa' s "Der Herr der kleinen Vögel"


Eine Reise in eine kleine japanische Stadt.

Yoko Ogawa' s Werk entdecke ich erst seit 2014. Ihr Roman „Der Herr der kleinen Vögel“ (orig.: Kotori, 2012) ist nunmehr immerhin schon der dritte Roman, den ich von ihr gelesen habe. 

Frau Ogawa erzählt oft Außenseiter-Geschichten. Auch dies eine solche Geschichte. Sie erzählt von zwei scheuen Brüdern, die zurückgezogen in einer kleineren japanischen Stadt leben, kaum jemanden dort kennen (obwohl sie die Stadt quasi nie verlassen haben und Reisen nur auf dem Papier planen und bis zum gepackten Koffer durchführen) und sich praktisch nur für Vögel interessieren. 

Der Roman zieht sich über Jahrzehnte hin und erzählt dabei sowohl von den festgefahrenen kleinsten täglichen Ritualen als auch von den Schicksalsschlägen. 

In Zentrum steht dabei über viele Jahre die Vogelvoliere eines Altenheims und späteren Kindergartens, deren Betreuung die Brüder zeitweise übernehmen. 

Der Leser wird eingeladen, zur Ruhe zu kommen und einer Geschichte zu lauschen, auf die man sich einlassen muss, die dann aber einen ganz eigenen poetischen Zauber entfaltet“, nachzulesen bei whatchareadin

Die einfühlsam-sentimentale Übersetzung aus dem Japanischen von Sabine Mangold ist sicherlich auch zu würdigen.

Spaziergang Linz – Orsberg - Unkel


Gestern/heute, nach dem Kneipenbesuch in der Braustelle, bin ich zwar vor dem Verlassen der Kneipe schon zu Hause gewesen, aber leider wird es jetzt eine Stunde früher dunkel, weshalb ich heute nur einen ca. 8,5 km langen Spaziergang machen konnte. Andererseits lief ich neue Wanderschuhe ein, deshalb war es auch genug. 

Wettertechnisch sah es zunächst gar nicht gut aus, als ich in Linz ankam und nach Ockenfels hochging. 


>Burg Ockenfels<

Dort, im Schutz einer Bushaltestelle, pausierte ich erst einmal und beobachtete den Himmel. Aber die tief und grau dahinziehenden Wolken verzogen sich. Nur kurz bekam ich etwas Nieselregen ab. 


>Kirche Ockenfels<

Westlich von Ockenfels gibt es diverse mir meist nicht näher bekannte Schleichpfade, die nach Kasbach runter führen. Ich kam durch ein weitgehend aufgegebenes Schrebergartengebiet. 


>Im Schrebergartengebiet westlich von Ockenfels<

Nach Querung des Kasbachtales ging ich zum Epeler-Ley-Plateau hoch und durch den Wald nach Orsberg. 


>Buchenwald am Hang des Kasbachtales<

Vor – sage und schreibe – fünfeinhalb Jahren war ich hier schon mal und erinnerte mich an die tolle Turmtrafostation am Ortsausgang: 


>Turmtrafostation Orsberg. Wenigstens hier hat man wahrscheinlich verstanden, dass es schützenswerte Bauwerke sind.<

Ich durchquerte den Ort und ging runter nach Burg Vilzelt, um dann den Pfad vorbei am Stuxberg zu nehmen. 




>Burg Vilzelt<

Hier wird Wein angebaut und es gibt interessante geologische Strukturen, z.B. die „Unkeler Falte“, die auch durch eine Tafel erklärt wird. 


>Weinbaulandschaft und Geologie am Stuxberg nahe Unkel<


In Unkel entschied ich, dass es keine besonderen Sinn mehr macht weiterzugehen, da die Abendsonne hinter dem gegenüber liegendem Rheintalhang versank. 


>Heiligtum vor gewerblichem Autobetrieb, Unkel<

Auf den Zug musste ich 25 Minuten warten. Es war schon verdammt kühl, und die Apotheken-Thermometer in Köln zeigten nur noch 10 Grad an. 

Soundlandschaften: faUSt

Irgendwie entdeckte ich so um 1974/75 die deutsch-französische Krautrock-Band Faust und legte mir mit „Faust IV“ ein erstes Album zu und 1980 noch die ersten beiden Alben der Band, die zum damaligen Zeitpunkt längst nicht mehr existierte. 

Doch in den 1990er Jahren stand die Band wieder von den Toten auf und seither gibt es alle paar Jahre ein neues Album, so auch mit „Fresh Air“ (2017). 

In weiten Teilen war der Krautrock von Faust, die sich mitunter auch „faUSt“ schreiben, immer schroff, roh und avantgardistisch. Das ist auch auf dem neuen Album so – und deshalb gefällt es mir eben. 


>Faust live in 2014, dankenswerterweise hochgeladen von FestivalBBMIX. Den avantgardistischen Charakter der Performance zeigt auch dieses Video ganz gut.<

Samstag, 28. Oktober 2017

Neue Wanderschuhe

Ich habe vor ein paar Tagen neue Wanderschuhe gekauft, diesmal bei Globetrotter und von der ursprünglich in Italien gegründeten Firma Scarpa. Das sagte mir wenig, aber es soll eine international geschätzte Outdoor-Marke sein, so die Eigenwerbung. Stolze 180 € waren „hinzublättern“. Made in China, steht drin.




Meine aktuellen North-Face-Wanderschuhe, übrigens in Vietnam gefertigt, kaufte ich im Juli 2015 und waren 50 € günstiger. Sie sind auch noch nicht hinüber, haben aber optisch gelitten. Schuhe, die – wie soll ich sagen – so ein gelochtes „Schutz-Gittervlies“ haben, sind anfällig für mechanische Schäden an diesem Vlies. Wenn man öfter querwaldein und manchmal z.B. durch niedrige Brombeerranken läuft, verhaken sich die Dornen schnell mal in diesem Vlies und können es partiell zerstören. Das sieht nicht mehr toll aus, reicht aber auf jeden Fall noch für meine Wochenendtouren, da die Schuhe ansonsten ja noch total intakt sind und das schwarze Vlies auf einem schwarzen Unterfutter liegt. 

Meine Mammut-Schuhe hatten auch schon ein solches Vlies-Problem, das problematischer war, da sich die Farbe von Vlies und Unterfutter unterschieden. 

Ansonsten stellte ich fest, dass die Auswahl an mir gefallenden Schuhen eher schmal war. Bei Karstadt Sports oder Sportcheck sah ich überhaupt keine visuell oder preislich ansprechenden Schuhe des gesuchten Typs.

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Kinowelten – The Wailing und andere Filme


Na Hong-jin's Film The Wailing – Die Besessenen spielt in einem kleineren Ort in den Bergen Süd-Koreas. Zwei mäßig talentierte Polizisten, die gewöhnlich nur mit kleineren Fällen zu tun haben, sind völlig überfordert, als Leute anfangen durchzudrehen, ein zombieartiges Verhalten zeigen und ihre Familienmitglieder ermorden. Man bringt die Situation sehr bald mit einem Japaner in Zusammenhang, der nahebei in den Bergen in einem schwer zugänglichen Haus wohnt. Man findet dort seltsame kultige Gegenstände und Photos von den Toten, kann den Japaner aber nicht dingfest machen. 

Weitere Morde geschehen, auch die kleine Tochter des einen Polizisten zeigt seltsames Verhalten und Anzeichen von Besessenheit. Ein Schamane wird engagiert, um Schlimmeres abzuwenden. Es kommt zu exorzistischen Ritualen mit Tieropfern etc. Auch der Japaner, versteckt in einer Höhle, bemüht Beschwörungen und Rituale. Der Showdown ist blutig. 

Der Film besticht durch überzeugende Schauspieler (Koreaner mit schreckgeweiteten Augen machen sich ganz gut), eigentümliche Dialoge und eine fremdartig-düstere Atmosphäre, wozu mitunter auch die heftigen Gewitter mit strömenden Regen beitragen. Die Schauplätze sind „eine Schlachtplatte“ (wie man sie z.B. aus „Sieben“ kennt), Gewaltexzesse sieht man dagegen kaum im Film. 
Einer der besten Horrorfilme Koreas, da er mit seiner verstörenden Atmosphäre einen durchgängig gruseligen Unterton beibehält“, meint asianmovieweb

Michael Haneke erzählt in seinem überwiegend in Calais spielenden Familiendrama Happy End von einer Bauunternehmerin (Isabelle Huppert) und ihrem Familienclan. Ein Mädchen kommt in dieses große Haus am Meer, nachdem ihre geschiedene Mutter mal wieder einen Freitodversuch gestartet hatte. Glücklich ist sie in dieser fremden Stadt nicht und startet ebenfalls einen Freitodversuch – mit den Tabletten ihrer Mutter, deren Wirksamkeit sie vorher am Hamster getestet hat.
Auch der greise, mit Alzheimer kämpfende Senior der Familie ist wiederholten Freitodversuchen nicht abgeneigt. 

Der Regisseur „seziert mit fast schon brutaler Präzision die Lebenslügen der großbürgerlichen Bourgeoisie und blickt mit manchmal beinahe voyeuristischem Interesse hinter die polierten Fassaden der Wohlanständigkeit“, sagt kino-zeit

Viel Neues bzw. Besonderes erzählt der bei deutschen Filmkritikern beliebte Regisseur nach meiner Meinung allerdings nicht in seinem tendenziell eher unterkühlt wirkendem Drama. 

Andrés Muschietti's Horrorfilm Es nach einem berühmten Roman von Stephen King aus dem Jahr 1986 (ein dicker Wälzer von weit über 1.000 Seiten, den ich nie gelesen habe), spielt in einer biederen US-amerikanischen Kleinstadt, in der – nicht ungewöhnlich für Stephen King – das Grauen unter der Fassade der angeblich gutbürgerlichen Einwohnerschaft lauert. 

Eine Clique Kinder weiss, dass etwas nicht stimmt, denn der kleine Bruder eines Jungen verschwand vor Jahren spurlos. Und eine Recherche eines anderen Jungen ergab, dass merkwürdig viele Personen in der Stadt verschwunden sind – und zwar meist Kinder, gehäuft in unregelmäßigen Abständen von mehreren Jahrzehnten. 

Die Jungen und das eine Mädchen der Clique, die auch mit Mobbing, Gewalt und verständnislosen Eltern zu tun haben, recherchieren weiter. Sie haben bisweilen gräßliche Visionen (die im Film gezeigt werden) und stoßen bald auf das alte, verrammelte Brunnenhaus in der Stadt, wo die gesamte Kanalisation zusammenläuft. Und es soll sich erweisen, dass dort tatsächlich das Böse haust. 

Der Film beginnt mit einer exzellenten Eingangssequenz, in der gezeigt wird, wie der verschwundene jüngere Bruder des einen Jungen von einem Clown-artigen Wesen in die Rinnstein-Kanalisation gezogen wird (und nur die Katze ist Zeuge dieses Geschehens). Auch das Brunnenhaus überzeugt als unheimlicher Schauplatz. 

Wenn der Film mir dennoch insgesamt nicht wirklich zugesagt hat, so liegt das an der speziellen Mischung aus Kinder- und Horrorfilm mit unsäglichen Problemthemen wie Mobbing und Kindesmißbrauch sowie tumben Eltern. Es ist aber wahrscheinlich, dass dies auch spezielle Themen des Romans sind. 

Die Kinder als SchauspielerInnen sind nicht schlecht, jedoch sollte man nicht zu viel von den Dialogen erwarten. 

Ansonsten hat der Film relativ brutale Szenen, kommt aber zu einem passablen Ende, wenn man bedenkt, dass noch ein zweiter Teil kommen wird. 

Die Kritiken zum Film sind überwiegend ganz gut, so meint der musikexpress, es sei „eine der besten Verfilmungen seiner Bücher“.

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

The Wailing – Die Besessenen: ja, vielleicht. 
Happy End: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Es: möglicherweise. 

Sonntag, 22. Oktober 2017

Wanderung Rech - Rotweinwanderweg - Bad Neuenahr

An diesem Wochende sieht es wieder schlecht aus mit einer Wanderung, aber am letzten Montag hatte ich frei, um den vielleicht letzten warmen Herbsttag zu genießen. Man konnte in der Tat ohne Jacke wandern. 


>Einstieg in den Rotweinwanderweg bei Rech. An der Bahnstation dort geht man über die Gleise und ist schon im Weinberg<

Ich fuhr nach Rech an die Ahr, denn zwischen den Weinbergen im Oktober mit ihrem gelb-braun-rot-grünen Laub herumzuwandern, ist wirklich ziemlich toll. 


>Abfall. Das sind Reste gepresster, vergorener Weintrauben mit vielen Kernen. Diese Reste werden dort in kleineren Haufen an den Weinbergen wieder abgeladen, um den in Steillage oft karg-steinigen Boden zu düngen. Man riecht diesen Abfall auf 20 m, aber es ist ein eigentümlicher Wein-Geruch.<

Für einen Montag war dort auf dem Rotweinwanderweg verhältnismäßig viel los. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass es am Wochende keine so gute Idee mehr ist. 


>Aussichtspunkt nördlich von Rech<

Mit E-Bike waren auch einige Leute unterwegs. Normale FahrradfahrerInnen sieht man dort normalerweise nicht, denn der Weg ist meist zwar nicht steil, aber es geht gewellt immer hoch und runter. Nördlich von Rech gibt es außerdem eine subalpine Engstelle, die nicht befahrbar ist. 


>Ein Großteil des Weges führt um Dernau rum, wo die Ahr einen Bogen macht. Man kommt von Süden und geht in halber Hanghöhe westlich, nördlich und östlich an Dernau vorbei.<

Die Weingüter in den Weinbergen, die oft auch Gastronomie haben, waren ganz gut besucht. Das galt natürlich auch für die Gastronomie an der Klosterruine Marienthal. 


>Ruine der Klosterkirche Marienthal<





>Die Gegend um Bunte Kuh und Altenwegshof<
 






 >Blick auf Ahrweiler und Neuenahrer Berg. Vor gut 4 Jahren war ich auch auf dem Berg. Es gibt dort Grundmauern einer fast verschwundenen Burg.<



 >Der alte Stein südlich von Lantershofen berichtet von einem Mord an einem Junggesellen<



>Der Blick zurück auf Ahrweiler zeigt, dass es gar nicht mal so klar war<

15 – 16 km war diese Tour lang. Ich schaffte es noch vor Sonnenuntergang zum Bahnhof.

Point gesetzt am Weinhang nördlich von Rech auf der Weltkarte bei stories-and-places.com

Soundwelten: Guru Guru

Es ist nicht das erste Mal, dass ich etwas über die deutsche Krautrock-Band Guru Guru schreibe, denn sie gehört zu meiner Jugendzeit und in 2011 sah ich sie live. 

Vor zwei Monaten oder so kaufte ich das Album „Guru Guru“ (1973), weil ich die CD zufällig bei Saturn für 5 € im Angebot sah. Das war damals bereits das vierte Album der Band, und es enthielt den Song „Der Elektrolurch“. Fortan war die Band verpflichtet, diesen Song auf jedem Live-Konzert zu präsentieren – bis heute. 

Wahrscheinlich etwas angeekelt von dieser Verpflichtung, gibt es unzählige Versionen und Varianten, die sich stark voneinander unterscheiden können. 

Vom Rockpalast gibt es ein ganzes Konzert von 1976 bei youtube. Gegen Ende, bei ca. 1:04 h, kommt da natürlich auch „Der Elektrolurch“, dort in einer sehr krautigen Version mit Saxophon etc., die sich schon deutlich von der Album-Originalversion unterschied. Hört selbst, falls ihr Lust habt:



>Guru Guru live 1976 mit „Der Elektrolurch“ ca. auf 1:04 h, dankenswerterweise hochgeladen von GeorgeLupine4

Ich habe noch so einige LP's von Guru Guru aus den 1970er Jahren. Ihr Debut-Album „Ufo“ (1970) war allerdings schlimmer instrumentaler Krautrock. Diese Platte verkaufte ich schon um 1980 auf einem Trödelmarkt.

Freitag, 20. Oktober 2017

Eine Wald-Wanderung südöstlich von Gerolstein

Am letzten Sonntag war ich bei schönem Wetter um 20 Grad wieder in der Eifel unterwegs. Nach Pilzen wollte ich schauen und vor allem einen Steinbruch am Geeser Maar in Augenschein nehmen. Ausgangpunkt war Gerolstein:


Den Steinbruch habe ich allerdings verfehlt, da ich mich in diesem undurchsichtigen Wald verlaufen habe und letztendlich dann nur noch nach Norden ging, um den Wald zu verlassen - mitunter querwaldein, um die Nordrichtung halten zu können. 


>Am Heidkopf südöstlich von Gerolstein<

Sehr weit kann ich von diesem Steinbruch aber nicht weg gewesen sein, vielleicht 500 m. Egal, das kann man noch mal versuchen. 


Pilze gab es viele, aber wie das häufig gegen Ende der Saison so ist, wachsen nicht mehr die üblichen Speisepilze, sondern diverseste Lamellen-Pilze mit meist bräunlichen oder grauen Hutfarben, die man nicht kennt und im Zweifelsfall nicht probieren sollte, z.B. diese Pilze hier:


Einige Fliegenpilze sah ich auch noch, aber die isst man ja auch gewöhnlich nicht: 



Schliesslich fand ich gegen Ende der Tour noch eine Handvoll Edelreizker, nahm dann noch einen Täubling und einen Bovist mit. 

Aus dem Wald kam ich raus und identifizierte unten liegend das Dorf Gees:


>Gees<


Ich ging durch den Ort, eine Frau, die gerade am Einsammeln von Äpfeln war, schenkte mir zwei dicke Äpfel (mehr davon wollte ich nicht mitschleppen). 

Später, eine zur ökologischen Zwecken eingesetzte Schafherde in einem Naturschutzgebiet passierend, kam ich am Heiligenstein vorbei. An diesem Bergrücken gibt versteckt im Buchenwald große Felsklippen – ein schöner Ort besonders an einem späten Oktober-Nachmittag. Vor gut 5 Jahren war ich hier schon einmal. 





Vom Heiligenstein ist es nicht mehr weit bis Gerolstein. 


>Burg Gerolstein<

Am Café Hanebrink aß ich ein Stück Torte und trank einen Kaffee, bevor ich zum Bahnhof ging. 

Grob geschätzt - weil nicht so richtig rekonstruierbar - war diese Tour 12 km lang. 

Point gesetzt am Heiligenstein auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.  

Sonntag, 15. Oktober 2017

Im Kino – Die Nile Hilton Affäre und andere Filme


In Tarik Saleh's Kairo-Polizeidrama Die Nile Hilton Affäre muss ein Polizist im Offiziersrang, der auch nur durch Beziehungen an seinen Job gekommen ist, erkennen, wie korrupt und verkommen das ganze System ist. Als eine bekannte Sängerin in einem renommierten Hotel ermordet wird, wird er zwar zunächst mit Ermittlungen beauftragt, doch diese werden schnell eingestellt und der (absurde) Selbstmord der Frau festgestellt. Doch der Polizist hat eine Spur und ermittelt weiter. 

Es wird dann jedoch sehr bald gefährlich für ihn und alle anderen, die Zeugen des Mordes gewesen sein könnten. Der Film ist sehr spannend gemacht, wirkt authentisch und führt durch ein düsteres, übervölkertes und schmutziges Kairo, in dem die Korruption alle Schichten der Gesellschaft und insbesondere die Behörden und hier den Polizeiapparat bis unter die Kopfhaut erfasst hat und wo unliebsame Personen und Zeugen im Zweifelsfall durch bezahlte Killer ausgeschaltet werden. 

Die eigene Ohnmacht und Verstrickung in ein Unrechtssystem zu erkennen ist die bitterste Pille, die er [der Polizist] auf seiner Odyssee schlucken muss; eine Erkenntnis, die auch den Zuschauer mit Wucht trifft. So hart diese Lektion ist: Tarik Saleh vermittelt sie so spannend, dass man nicht wegsehen kann,“ kommentiert die stuttgarter-zeitung

Von Emir Kusturica hatte ich schon seit knapp 20 Jahren keinen Film mehr im Kino gesehen. Sein neuer Film On The Milky Road ist wahrscheinlich ein typischer Kusturica-Film mit boshaft-bizarren Szenen. Es kommen ziemlich viel Tiere und viel karstige Landschaft im Film vor. Das macht den Film visuell schon mal ganz ansprechend. Ansonsten handelt der Film von einem Michmann, der – von Kusturica selbst gespielt - auf einem Esel durch die von Bürgerkriegswirren beeinträchtigte Gegend reitet. 

Es kracht schon mal häufiger. Als das Dorf dann einem Massaker zum Opfer fällt, können der Milchmann und seine falsche Braut, die er einem Warlord abspenstig gemacht hat, zwar fliehen, aber als Zeugen des Geschehens werden sie verfolgt. Das finstere Spiel endet dann später in einer Schafherde, in der sie sich kriechend vor den marodierenden Soldaten verstecken. 

Das funktioniert zunächst ganz gut, doch die Schafherde läuft in ein Minenfeld. Kurzweilig ist der Fim im Ergebnis schon, aber so richtig mitfühlen konnte ich mit den Figuren nicht, so dass ich annehme, dass der Film in der Ausarbeitung der Charaktere und in der Figurenzeichnung Schwächen aufweist. Cineman meint, dass „die Fans wohl die sonst so typische Balance zwischen Hysterie und Fantasie vermissen“ werden. 

Jacques Doillon's Film Auguste Rodin widmet sich dem Schaffen und den Frauenbeziehungen des französischen Bildhauers, mit dem das Zeitalter der modernen Plastik und Skulptur begann. Der Film beginnt etwa 1885, kurz nachdem Rodin (gut gespielt von Vincent Lindon) seine Schülerin und baldige Geliebte Camille Claudel (Izïa Higelin) ins Atelier aufgenommen hatte. Über sie hat Bruno Nuytten 1988 schon einen Film gemacht. 

10 Jahre dauerte ihre Beziehung, die auch im neuen Film, der fast nur in Ateliers spielt, eine zentrale Rolle spielt. Indes, der Künstler benötigt noch andere schöne Frauen, die ihm in allem möglichen Posen nackt Modell stehen. 


Nach critic wird Rodin als „Schürzenjäger, dem alles zufliegt, der die Frauen benutzt und der zwar irgendwie schon nett, aber auch feige und ziellos erscheint“, dargestellt. Nackte Frauen, Bildhauerei hin und her, alles hübsch anzusehen, der Film hat dennoch so seine etwas ermüdenden Längen. 

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen?

Die Nile Hilton Affäre: ja, vielleicht.
On The Milky Road: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Auguste Rodin: tendenziell eher unwahrscheinlich. 

Optik und Anderes

Es wäre heute zwar ein schöner Tag zum Wandern gewesen, aber ich wollte Dringliches erledigen. 

Argwöhnend, dass meine Klarsicht auf die Dinge seit längerer Zeit beeinträchtigt ist, besuchte ich die Optikerin meiner Wahl. Vor knapp 5 Jahren habe ich dort das letzte Brillenset erworben. 


>Optiker-Geschäft in der Bonner Straße, Köln-Südstadt<

Sie riet mir zu einem Gestell mit größeren Gläsern für die Gleitsichtbrille. Dem bin ich gefolgt und habe außerdem noch eine Lesebrille geordert. 

Der Lesetest zeigte, dass sich die Werte etwas verändert haben, auch die Hornhautkrümmung ergab einen anderen Wert. Probleme hatte ich vor allem im Kino und hoffe, dass sich das demnächst durch die neue Brille ändern wird. 

Ansonsten war ich Einkaufen und habe auf dem Balkon in der Sonne 1, 2 Stunden in einer Geographischen Rundschau gelesen - und danach auch mal wieder Fenster geputzt. Eines fehlt noch, das Fensterspray ist mir ausgegangen (und Lust hatte ich auch nicht mehr).


Ein leckeres Brot mit dunklen Oliven- und weißen Ziegenkäse-Bröckchen kaufte ich bei Merzenich:


Freitag, 13. Oktober 2017

Eine Wanderung nördlich von Odendorf

Diese Wanderung machte ich schon am 1. Oktober. Eine Wanderung nördlich von Odendorf, an der Bahnstrecke Bonn – Euskirchen gelegen, ist eine Wanderung durch die flache Bördenlandschaft. Tischeben flach, weite Sicht auf den Feldern, auf denen meist nix los ist. Aber es ging darum, Sonne zu tanken und diesmal keine Pilze zu finden, weil mein Kühlschrank schon voller Pilze war. 


&gt;Ein altes aufgegebenes Fabrikgebäude (?) in Essig, einem kleinen Dorf mit &lt; 400 Einwohnern. Man sollte das Gebäude vor Abriss schützen, da es zur industriellen Geschichte des Ortes gehört. Viel herausfinden konnte ich über das Gebäude nicht.&lt;

In einigen der Weiler und Dörfer bin ich wohl vorher noch nie gewesen. Manche wie die ehemalige „Herrlichkeit“ Dom-Esch sind außerdem sehr alt. Reliktische alte Baubestände müssen jedoch gar nicht soo alt sein, um mal einen Blick zu lohnen. 

Hinter Essig ging es rd. 3 km über Felder nach Dom-Esch. 

&gt;Vielmehr als eine Maus, gelegentlich ein Agrargerät und Weite war auf den abgeernteten Feldern nicht zu sehen.&lt;

Dom-Esch hatte als weiteres Dorf sogar einige Tiere zu bieten:




&gt;In Dom-Esch&lt; 




&gt;Reliktische Obstbaum-Allee am nördlichen Dorfausgang von Dom-Esch&lt;

Weiter ging ich Richtung Mömerzheim, einem kleinen Weiler.


&gt;Blick auf eine Erdbeerfabrik, Mömerzheim. Der weitaus größte Teil der Gebäude sind nach Inaugenscheinnahme Erdbeerhochbeete in Treibhäusern. Man sieht aber auch links den Kamin und einen großen Tank. Die Ernte wird also wahrscheinlich eingekocht und zu Erdbeermarmelade oder einem Vorprodukt gewandelt.&lt;


&gt;Trafo-Turmstation Mömerzheim; bekanntlich sind das Lieblingsphotomotive von mir. Diese hier ist zwar nicht besonders schön, aber ich kannte sie noch nicht und ihre isolierte Lage am Dorfrand macht sie zu etwas Besonderem. Zum Glück ist sie noch in Betrieb, sollte aber sicherheitshalber schon heute unter Denkmalschutz gestellt werden.&lt;



 &gt;Blick auf Ollheim, unten Hof in Ollheim&lt;


Von Ollheim ging ich über Ludendorf und Essig wieder zurück nach Odendorf. Die Sonne verzog sich sowieso.

Ca. 14 km war diese Tour lang. 

Point gesetzt nahe Ollheim auf der Weltkarte bei stories-and-places.com