Mittwoch, 30. August 2017

Pilze suchen bei Dahlem

In der Eifel am letzten Sonntag. Um 23 Grad, fahles Licht, selten drang mal ein Sonnenstrahl durch, diesig. 


>Dahlem

Im Südwesten des Ortes ging ich über die langsam auf 560 m Höhe ansteigende, überwiegend viehwirtschaftlich genutzte Hochfläche Richtung Ermberg. Dort erspähte ich die ersten Champignons, jedoch keine Wildschweine, die ich hier auch schon mal sah.



 


  
>Blick Richtung Ermberg<


>Anis-Champignons<



>Ermberg

Ich bog dann nach Südosten ab, folgte meist einem Waldrand und ging runter ins Glaadtbachtal. 


>Marone<



>Siloanlagen des Hubertushofes Fuchskaul

Auf der anderen Seite des Tals nahm ich ein Waldstück zwecks Pilzsuche in Augenschein. Viele Pilze wollte ich nicht mitnehmen, da ich noch Vorräte von Freitag hatte. Bei einigen schönen Steinpilzen konnte ich aber nicht widerstehen. Ich sah ein Exemplar mit ca. 17 cm Hutdurchmesser. Solche alten Exemplare nimmt man aber nicht mit, da die Konsistenz des Pilzfleisches bereits etwas schwammig ist. 


>Steinpilze südöstlich von Dahlem<


Über den Heidenkopf II kehrte ich nach Dahlem zurück. 12,5 km war diese Tour lang.

Point gesetzt am Ermberg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Montag, 28. August 2017

Bücherwelten: Schwarze Liebe, Schwarzes Meer

Zülfü Livaneli ist in der Türkei sowohl als Sänger, als auch als Filmregisseur und Buchautor bekannt. 

Sein Roman „Schwarze Liebe, Schwarzes Meer“ (orig.: Kardesimin Hikayesi, 2013) handelt von einem älteren, etwas kauzigen Ingenieur, der seinen Beruf an den Nagel gehängt hat und sich in ein Dorf am Schwarzen Meer unweit der bulgarischen Grenze zurückgezogen hat. Er wohnt dort in einem alten Haus voller Bücher, hat einen großen furchterregenden Hund. Eines Tages passiert nach einer Feier ein Mord an einer schönen Frau. 

Eine junge Journalistin aus Istanbul kommt ins Dorf, um zu recherchieren.Erst kommt sie im Krämerladen unter, später beim Ingenieur, der ihr interessante Mordtheorien und andere Geschichten erzählt. Später erzählt er ihr über Tage hinweg die Geschichte seines Bruders, eine tragische Liebesgeschichte, die nach Russland führt. Doch nichts ist, wie es scheint. 

Ein insbesondere atmosphärisch überzeugendes Buch, flüssig zu lesen, ansprechend übersetzt von Gerhard Meier. 

Zülfü Livaneli spielt mit seinen Lesern und das macht er meisterlich“, meint lovelybooks.

Pilze suchen bei Leubsdorf

Man muss sich wohl daran gewöhnen, dass in Zeiten des Klimawandels und instabiler Wetterlagen auch im August bereits viele Pilze wachsen können. Am letzten Freitag hatte ich frei und ging bei Leubsdorf, einem Ort am Rhein unweit von Linz, auf Pilzsuche.


>Leubsdorf: vorbei an Kirche, Trafostation und Friedhof geht es durch extensiv genutze Wiesen und Streuobstflächen Richtung Wandrand

Die Beute war groß, es gab mehr Pilze, als ich zu tragen gewillt war. 


>Schirmpilz<

Und es gab viele Sorten: Goldröhrlinge, Rotfußröhrlinge und Schirmpilze waren am häufigsten, aber auch einen Hexenröhrling, Steinpilze, Birkenpilze, Täublinge, eine Rotkappe und Maronen fand ich.


>Rotkappe<



>Goldröhrling<



>Schirmpilze<



>Buche. Mitunter ist in dieser Gegend auch die Vegetation noch etwas urtümlich.<



>Steinpilz<



>Linde<



>Steinpilz

Drei Wildschweine (an zwei Stellen) sah ich auch, hörte aber noch deutlich mehr Tiere. In dieser relativ dünn besiedelten abgelegenen Gegend habe ich schon öfter mal Wildschweine gesehen. Leider gelang es mir aber nicht, die Tiere auf ein Photo zu bannen. Sie rennen zwar herum, um meist ist es dunkles Unterholz, und sie sind sehr schnell weg, wenn sie mich sehen (dabei bin ich trotz Pilzmesser harmlos). 


Bei ca. 24 Grad war es eine relativ schwitzige kurze Tour. Nur 8 km. Das lag am Wetter, denn es zog sich nachmittags zu, grummelte, fing an zu regnen, so das ich entschied, wieder nach Leubsdorf zurück zu gehen – die letzten 2 km im Regen mit Regenschirm.

Point gesetzt nahe des ersten gesichteten Wildschweins auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Sonntag, 27. August 2017

Kinowelten – Dunkirk und andere Filme


Christopher Nolan's Film Dunkirk ist mal wieder eine Geschichte aus dem 2. Weltkrieg, 1940 genau genommen, als die bösen Deutschen noch militärisch erfolgreich waren und britisch-französische Truppen in großer Zahl bei Dünkirchen einkesselten. Am breiten Strand warten die Soldaten auf die Evakuierung durch heimische Schiffe, von denen es (aus mir nicht so klaren Gründen) relativ wenige gibt. Ab und zu greifen Flieger oder auch U-Boote an, die einige Schiffe versenken. 

Natürlich gibt es einige Protagonisten im Film, die entweder auch nach England wollen oder als Spitfire-Piloten am Himmel sich Luftkämpfe mit dem Gegener liefern. Nicht die Geschichte der Schlacht zu zeigen, sondern wie Einzelne sie erlebt haben, ist ein Pluspunkt des Films. 

Es erinnert vielleicht auch an Spielberg's „Soldaten James Ryan“. 

Die ersten 85 – 90 % des Films sind souverän in Szene gesetzt, insbesondere mit Strand-Szenerien, Luftkämpfe und die Szenen auf und in den sinkenden Schiffen. Am Ende wird der Film dann jedoch zu pathetisch, insbesondere mit entsprechend kitschiger Musik. Mit der Meinung einiger Kritiker, hier werde politisch Stimmung für den Brexit gemacht, kann ich zwar nicht so viel anfangen, da es vielleicht doch eher die Kritiker sind, die den Film auf eine politische Ebene hieven, aber qualitative Abstriche am Film für die letzten 10 - 15 Minuten gibt es auch von mir, allein schon wegen der Musik. 

Nur durch den Blick der Verlierer, der Nichthelden wird noch eine Ahnung von dem sichtbar, was in Dünkirchen und anderswo wirklich passierte“, meint die faz. Das stimmt, da steckt viel Wahrheit dahinter – und es ist sicher lobenswert, dass hier keine Superman-Heldengeschichte erzählt wird. 

Christian Duguay's Film Ein Sack voll Murmeln nach einem autobiografischen Roman von Joseph Joffo (1973) ist ein weiterer Film, der überwiegend im 2. Weltkrieg spielt. Im Mittelpunkt steht hier eine jüdische Familie, die sich gezwungen sieht, Paris fluchtartig zu verlassen. Dabei werden die zwei jüngsten Söhne alleine auf den Fluchtweg nach Süd-Frankreich geschickt. Mit Bus, Zug und zu Fuß kämpfen sie sich durch, nicht ohne finstere Erlebnisse mit Hinrichtungen, Gefangenschaft etc. zu machen. Ihne wird aber auch geholfen.

Der Film enthält einige eindrucksvolle, manchmal auch brutale Szenen und ist schauspielerisch gut besetzt, vermeidet aber auch oft nicht einen zu nostalgisch wirkenden Touch, der bei Filmen, in denen Kinder eine Hautrolle spielen oft üblich ist. 

Cineman meint daher, dass der Film „weder die Erwartungshaltung an ein Kriegsdrama noch an einen Familienfilm erfüllen kann“. 


Gurinder Chadha's Historiendrama Der Stern von Indien spielt 1947 und erzählt von der Teilung des Kolonialreiches Britisch-Indien, bei dem die Staaten Indien und Pakistan in die Unabhängigkeit entlassen wurden. Bereits bevor England beschloss, Britisch-Indien aufzugeben und zu teilen, gab es Unruhen und Pogrome zwischen Hindus, Moslems etc., die wahrscheinlich über Jahrhunderte von den Engländern auch geschürt wurden, um ihre eigene Machtstellung zu erhalten – das funktioniert ja traditionell am besten, wenn die Bevölkerung uneins ist. 

Im Film bestellt England einen neuen Vizekönig, der prunkvoll mit Frau und Tochter in den Palast in Delhi einzieht. 

Der Film erzählt von den Verhandlungen mit den indisch-pakistanischen Galleonsfiguren. Gleichzeitig wird die Geschichte zweier Bediensteter erzählt, er Hindu, sie Moslem-Frau und wie sie in die Geschichte und in die religiös motivierten Konflikte hineingezogen werden, die schliesslich auf weite Landesteile und bis in den Herrschersitz übergreifen. 

Trotz mancher historischer Filmaufnahmen wirkt der Film nicht besonders authentisch und packend, in Inszenierung und schauspielerischer Leistung eher durchschnittlich. Wahrscheinlich passt es auch nicht zusammen, einerseits von den politischen Verhandlungen, andererseits von Schicksalen „kleiner Leute“ zu erzählen, ohne dass die Geschichte insgesamt mangels ausreichend Tiefgang oberflächlich bleibt. 

Der Film möchte zu viel, überschwemmt mit Ereignissen und verliert dabei seine Figuren immer wieder aus dem Fokus“, konstatiert der filmaffe

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Dunkirk: möglich, aber tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Ein Sack voll Murmeln: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Der Stern von Indien: tendenziell eher unwahrscheinlich. 

Wanderung Rheinbach – Tomburg - Meckenheim

Sommerlich war das Wetter am letzten Sonntag nicht gerade, auch die Sonne liess sich nur selten blicken, aber ich lief natürlich mal los.


>Fachwerkhaus, Rheinbach. Eines der Prunkstücke, aber es gibt noch andere.

 Startpunkt Rheinbach, man kommt südlich in den Wald.
 

>Alte Eiche, Wormersdorfer Wald

Hier habe ich nach Pilzen geschaut, auch einige wenige Schirmpilze und Täublinge gefunden, die einen leuchtend roten oder orangen Hut hatten.
 
 
Bei diesen Pilzen probiert man das Fruchtfleisch direkt vor Ort. Es sollte nicht bitter oder scharf schmecken, denn so würde dann auch die Mahlzeit schmecken, Stichwort: Speitäubling. 

Ich kam vom geplanten Kurs ab und daher später zur Tomburg. Gut, dachte ich mir, steige ich dann auf den Ruinenhügel, da war ich schon ein paar Jahre nicht mehr. 

 
>An der Tomburg<


Oben trifft man Touristen und kann durch zyklopisches, eingestürztes Mauerwerk laufen. Der weithin sichtbare Turm der Burg ist aber nicht besteigbar. Der Rückweg nach Meckenheim führt überwiegend durch die mir hinlänglich bekannte Obstbaumlandschaft.


>Blick Richtung Kirche Ersdorf-Altendorf

Die Birnen und Äpfel sind schon sehr weit, die Ernte naht.


Tiere gab es auch zu sehen, beispielsweise:


>Esel, Schweine am Ortsrand von Wormersdorf. Hühner liefen hier auch rum.<

 
  

>Die Ernte-Kisten für die Äpfel sind schon abgeladen und an verschiedenen Stellen um die Apfel-Plantage aufgebaut.

Meckenheim, das begeistert mich nicht so recht. Außerdem gibt es dort das schlechteste Eis, das ich kenne. Über Bonn fuhr ich zurück nach Köln. 12 km war die Tour lang.

Point gesetzt an der Tomburg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Samstag, 19. August 2017

Wanderung Üdingen – Nideggen - Abenden

Am letzten Sonntag. Gutes, für einen Augusttag allerdings auch relativ kühles Wetter. Ich fuhr am früheren Nachmittag mit der Rurtal-Bahn nach Üdingen und ging einen der Wege Richtung Leversbach hoch. 

Der Name „Leversbach“ soll sich aus dem germanischen Wortstamm für „Bach an den Grabhügeln“ ableiten und meint einen prähistorischen Weg von Drove nach Leversbach, der von zahlreichen Hügelgräbern begleitet ist. 

 „In der Sagenwelt der Gegend wimmelt es von Hexen, Juffern, weißen Frauen, Zauberern und Zwergen, die auf eine uralte Besiedlung des kleinen Ortes und seiner Umgebung hinweisen. Zahlreiche Bodenfunde haben dies inzwischen bestätigt. Schon die Römer betrieben am Hang der Mausauel bei Leversbach einen lebhaften Erzbergbau, der im Mittelalter unter der Drover Herrschaft wieder aufgenommen, und im 16. und 17. Jahrhundert zum wirtschaftlichen Rückgrat der ganzen Herrschaft wurde“, zitiert aus dem Buch „Kreuzau in alten Ansichtskarten“ von Stefanie Enge-Schwer & Toni Lenertz, 1979. 

Hexen, Zwerge und dergleichen sah ich nicht. Westlich von Leversbach an der Mauauel kam ich jedoch durch eine „zerwühlte“ Gegend, die wahrscheinlich mit dem erwähnten Bergbau zu tun hatte:


>Gegend am Aussichtspunkt ins Rurtal, westlich von Leversbach; schüttere Pflanzendecke, häufig mit Kiefern bewachsen, auch Heidelbeersträucher.<


Obgleich ich in dieser Gegend schon oft herumlief, war ich dort noch nie. Es gibt dort einen Aussichtspunkt mit Blick auf das Staubecken Obermaubach. Auf mittlerer Höhenlage lief ich mehrere Kilometer an den steilen Hängen des Mausauel-Waldes lang.


>Mausauel: Blick Richtung Obermaubach und Staubecken

Manchmal sieht der Wald hier noch recht urtümlich aus, vielleicht sind es geschützte Naturwald-Zellen.


>Alte Eiche, Wald, Mausauel<




  
Später kommen auch Felsen:




  
Ich nahm dann einen Weg quer durch die Altstadt von Nideggen. Dort bin ich im Grunde relativ selten, obgleich es einige bedeutsame historische Bauwerke, z.B. auch der ehemaligen Stadtbefestigung gibt. 


Diese alten Bauwerke fallen besonders auf, weil sie aus den örtlichen rötlichen Sandsteinen gebaut sind. 

Der weitere Weg danach nach Abenden war fast identisch mit dem Weg eine Woche zuvor. Es gab demnach auch weitere Felsen zu sehen:


In Abenden verpasste ich die etwas verspätete Bahn um 2 Minuten, weshalb ich noch in Ruhe an gewohnter Stelle ein Weizenbier und ein Stück Käsekuchen konsumieren konnte. Touristen trifft man hier am früheren Abend gelegentlich. Diesmal kam noch eine Familie aus Holland, um für ein Bier draußen zu sitzen. Meist sind diese ausländischen Touristen mit einem Wohnmobil unterwegs und klappern Zeltplätze ab. Sie sind dann nur für eine Nacht oder vielleicht maximal 2 Nächte in Abenden, denke ich mir. 

Vor allem wegen der verpassten Bahn war ich erst gegen 23:15 Uhr zu Hause. 

13 – 14 km war diese Tour lang.

Point gesetzt nahe den Buntsandstein-Felsen bei Nideggen auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Kinowelten – Die göttliche Ordnung und andere Filme


Petra Volpe's Film Die göttliche Ordnung spielt in der Schweiz im Jahr 1971, als das Frauenwahlrecht eingeführt wurde. Ein Bergdorf steht im Mittelpunkt. Aus der Perspektive einer dort ansässigen Ehefrau und Mutter (Marie Leuenberger) wird geschildert, wie und warum sich diese Frau plötzlich aktiv für das Frauenwahlrecht einsetzt und welche Widerstände in den verbohrten Köpfen der Männer zu überwinden sind. Nebenbei geht es auch noch um die sexuelle Revolution.

Das ist ein toller Film, auch weil er zeigt, wie schwierig es ist und wieviel Mut es braucht, Traditionen zu brechen, die oft von den Frauen auch selbst gelebt werden und welche Mechanismen dazu führen, dass Traditionen in festgefügten Gemeinschaften immer weiter fortgeschrieben werden. 

Die Geschichte bietet beste Unterhaltung, überzeugend besetzt bis hinein in die Nebenrollen und sehr gekonnt erzählt“, meint die nzz. Das sehe ich auch so.

Cédric Klapisch's Film Der Wein und der Wind spielt in der Weinanbau-Gegend Burgunds. Der Film handelt vom Wein, vom Wein kosten, aber auch von Rivalitäten zwischen Weinbauern und familiären Problemen und Wein-Ritualen. Drei Geschwister. Der Tod des Vaters naht, einer der Brüder kommt nach 10 Jahren rechtzeitig aus Australien zurück. Der Vater stirbt. Der Hof soll weiterlaufen, aber die Erbschaftssteuer ist hoch.

Uns es gibt noch ein Problem, denn der Mann aus Australien hat selbst Probleme, und das Erbe geht zu je einem Drittel an die Söhne und die Tochter. Der Mann hängt nicht mehr an dem Land, würde also gerne ausgezahlt werden, hängt aber an seiner Schwester. 

Nun, sie raufen sich zusammen. So ist es doch ein weitgehend harmonisch-natürlicher Film. Hübsch anzusehen. „Entschleunigtes wie geerdetes Familiendrama“, meint kino-zeit

João Pedro Rodrigues' Film Der Ornithologe spielt im Norden Portugals, wo ein Ornithologe in einem Nationalpark mit seinem Kajak einem Fluss folgt. An Stromschnellen kentert er, wird später bewußtlos von zwei chinesischen TouristInnen gefunden. Er erweist sich als Ungläubiger, dem die Frauen einen Schlaftrunk verpassen. Gefesselt an einen Baum wacht er auf, kann sich nachts jedoch befreien und davon machen. Aber die Pillen, die er nehmen muss, hat er verlegt. Später hat er noch andere sonderbare Begegnungen mit um ein Feuer tanzenden Gestalten oder mit berittenen barbusigen Amazonen.

Ich dachte mir schon, dass der Film etwas zäh werden könnte, aber Filme über sonderbare Reisen in die Wildnis interessieren mich prinzipiell schon – ich renne ja manchmal selbst in der Wildnis rum. 

Und dieser Film war dann doch kurzweiliger als erwartet, mit sonderbarem Sound, vielen Tieren wie Eulen und Adlern, zunehmend surrealen Zügen im Verlauf der Reise, verschrobenen sexuell-tabuisierten Kontexten. Die katholische Symbolik habe ich wahrscheinlich nicht verstanden, weil ich mich in dem Sektor nicht auskenne, macht aber auch nichts. 

"Dieser Film ist Arthousekino, das die Sinne belebt und die Fantasie auf Reisen schickt", meint kritiken

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Die göttliche Ordnung: ja, wahrscheinlich. 
Der Wein und der Wind: ja, vielleicht. 
Der Ornithologe: tendenziell eher nicht. 

Bücherwelten: Rupien! Rupien!

Vikas Swarup's Roman „Rupien! Rupien!“ (orig.: Q & A, 2005) wurde in 2008 von Danny Boyle als „Slumdog Millionär“ erfolgreich verfilmt. Ein toller Film, ein tolles Buch. Leider ist es schon wieder 7, 8 Jahre her, seit ich den Film sah, ich habe Erinnerungslücken. Ich schätze mal, dass das Buch einen deutlichen Touch düsterer ist. 

Erzählt wird hier aus der Perspektive eines indischen Jungen. Dieser nahm an einer Quizshow teil und steht diese bis zum Höchstgewinn von 20 Milliarden Rupien durch, obwohl er – aus einem Slum kommend - kaum Schulbildung hatte. Er landet daraufhin im Gefängnis. Eine Reporterin kommt und fragt, woher er all diese Antworten wusste. Das ist einer lange Geschichte. Zu jeder Frage erzählt er der Frau eine Geschichte aus seinem Leben, die die Lösung der speziellen Frage in der Quizshow bereit hält. 

Und diese Geschichten sind allesamt ziemlich intensiv tragisch und finster. Man erfährt hier – aus Unterschicht-Perspektive - sehr viel aus dem Leben im indischen Alltag mit seinen vielfältigen Gefahren. Und es kommt nahezu alles vor, was man aus Indien schon mal gehört zu haben meint. 

Das Buch macht - bedingt - Lust auf eine Indien-Reise, wenn man sich noch traut - etwas, was man selten von einem Buch behaupten kann. 

Indien mit den Komponenten sozialer Ungleichheit und Ungesetzlichkeit, ein Land, in dem Raub, Mord, Betrug und Überfälle an der Tagesordnung sind, bietet das Bild eines vielfarbigen Völkergemischs übertüncht noch von kolonialer Vormachtherrschaft. Mit unglaublicher Fabulierkunst und doch realitätsnah hat der Autor Vikas Swarup seine Geschichte erdichtet“, sagt die leselupe.

Samstag, 12. August 2017

Home News: TV

Da habe ich nun den Plan umgesetzt, den ersten TV in meinem Leben zu kaufen und an den (sowieso bezahlten) Kabelanschluss im Wohnzimmer anzuschliessen:



>TV, ins Bücherregal gestellt; durch diesen Plan war die Größe des Bildschirms auf 32 Zoll beschränkt. Das Bild ist übrigens besser, als das Photo zeigt.

Das Gerät war bei Saturn im Internet-Shop schnell ausgesucht, 32 Zoll sollte es haben, und das billigste Gerät habe ich dann für 199 € genommen (von JVC). Wunder sind logischerweise daher nicht zu erwarten. Logisch, Kabelempfang sollte der Fernseher natürlich können, das habe ich vorher überprüft. 

Das Problem, dieses Gerät dann an meinen AV-Receiver anzuschliessen, um den Ton über die Boxen der Surround-Anlage abzuspielen, hat mich dann allerdings einige Stunden Recherche und noch weitere Stunden Probieren in der letzten Woche gekostet. 

Zunächst dachte ich, mein vorhandenes Kabel mit den jeweils beiden Rot-Weiss-Steckkontakten nehmen zu können. Wäre ja zu einfach gewesen. Ich vermute, diese Steckkontakte am TV können nur Input. Das las ich jedenfalls im Internet, denn eine Bedienungsanleitung zum TV, die erklärt für welchen Zweck die Buchsen dort da sind, gibt es nicht. Also kam ich zunächst zu dem Ergebnis, kein Kabel für diese Aktion zu haben. 

Ich habe mich dann für die optische Variante mit TosLink-Kabel entschieden, das ich erst bei Amazon ordern musste. Zu einem unmittelbaren Erfolg hat das Kabel dann auch nicht geführt, es gibt nämlich 4 Einsteckmöglichkeiten am Receiver und diverse Einstellmöglichkeiten für Signalquellen sowohl am TV als auch am Receiver. 

Schließlich habe ich aber immerhin eine dieser Buchsen aktiviert bekommen und nun läuft es. 

Wenn ich das nächste Mal eine DVD sehen will, habe ich bestimmt ein nerviges Ton-Problem. Da kann ich drauf wetten, habe nämlich zu viel an den Einstellungen am Receiver herumgefummelt.

Wanderung Üdingen – Thuir - Abenden

Am letzten Sonntag. Schönes Wetter, heiter bis wolkig, mit 21 Grad vergleichsweise ein kühler August-Tag. Das Live-Endspiel der Damen-EM musste leider dran glauben, man muss Prioritäten setzen. Ich fuhr nach Üdingen, ging in einem Hohlweg den Rurtalhang hoch: 


Quer durch einige Felder kam ich dann nach Drove, warf auch einen Blick auf die Kirche und das daneben liegende Bodendenkmal „Motte“, das man nicht betreten, aber dennoch gut erkennen kann. Danach ging's entlang der Drover Heide. Im angrenzenden Wald fand ich so einige Hexenröhrlinge für die Pfanne am Abend. 


>Hornissennest, Drover Heide. Es handelt sich hier um einen überdachten Rastplatz - so war's gedacht, aber jetzt rastet hier niemand mehr auf den Sitzbänken.<



Ansonsten gab es hier wieder mal relativ viele Frösche zu sehen. In einer größeren Pfütze zählte ich 13 Exemplare.


>Frösche in den Tümpeln der Drover Heide


Ich verließ die Heidelandschaft im Süden, querte Waldgebiete, die Froitzheimer und Ginnicker Heide heißen, um dann durch das Dörfchen Thuir und von dort aus nach Nideggen zu laufen. Das ist Agrarlandschaft, zunächst mit viel Getreide, später auch mit Viehweiden. 


>Landschaft um Thuir<


  

>Landschaft östlich von Nideggen

Südlich von Nideggen kann man auf den Sandsteinfelsenweg absteigen. Dieser schmale Pfad ist manchmal durch Geländer gesichert und bietet einige famose Ausblicke ins Rurtal.


>Auf dem Sandsteinfelsenweg nahe Abenden<


Den relativ kurzen Weg runter nach Abenden bin ich zum ersten Mal gegangen, aber ich werde ihm noch mal bei Gelegenheit in die andere Richtung folgen. Bei Nideggen selbst kenne ich Teile des Weges. Sie lohnen. 

In Abenden genoß ich ein Stück Apfel-Mandel-Torte und ein Weizenbier, bevor ich zurück nach Köln fuhr. 

Etwa 16 km war die Tour lang.

Point gesetzt nahe den Frosch-Teichen in der Drover Heide auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.