Donnerstag, 28. September 2017

Wanderung Leubsdorf – Ronig – Linz

Die gut 11 km lange Wanderung am letzten Sonntag galt wieder nur ausschliesslich den Pilzen. 

 
>Kirche, Leubsdorf

Ich fuhr nach Leubsdorf, ging dort den in letzter Zeit meist üblichen Weg am Ariendorfer Bachtal lang. 


>In einigen Hangwaldpartien stehen reliktische alte Baumstümpfe - ökologisch als Mikro-Biotope für Käfer u.a. sicherlich wertvoll.

Pilztechnisch war aber sehr wenig zu sehen. Ich fand eine ganze Menge Goldröhrlinge, aber sie wuchsen nur an einem bestimmten Wald-Wiesen-Rain. 


>Goldröhrlinge, unten die Beute<


Wäre ich dort nicht lang gegangen, hätte ich auf der ganzen Wanderung nur zwei kleinere Parasol-Schirmlinge gefunden. Goldröhrlinge haben aber den Vorteil, dass sie oft gleich in größeren Gruppen wachsen. Wenn man einen findet, könnten 10 oder zwanzig in der Nähe stehen. Am besten sind sie in jüngerem Stadium, bei 10 cm Hutspannweite muss man schon Glück haben, wenn ihre Konsistenz nicht schon schwabbelig ist. Einige Pilzsorten, die ich nicht kenne und um deren Bestimmung ich mich auch nicht zu bemühen gedenke, wuchsen auch noch, beispielsweise diese glibberigen Baumpilze:


Ansonsten war eher wenig los und zu beobachten. Ich sah einen kleineren Hirsch mit mehreren Hirschkühen, aber ich habe sie aufgeschreckt und sie liefen un-photographierbar durch das Unterholz.


>Pferde am Hof Ronig<



>Nach Linz führen zum Teil tiefeingeschnittene Wald-Bachtäler wie das Alwiesbachtal rein. Vom Oberlauf her kommt man mitunter zunächst an aufgegeben Schrebergärten, dann an betriebenen Schrebergärten und schließlich an Ein-Familien-Häusern vorbei. <



>Eine alte Villa in Linz. Wenn auch nicht der Uhrturm selbst, aber die Uhr ist "verfallen" und ausser Betrieb.<



>Cat, Linz

Im Café Wahnsinn in Linz kehrte ich für ein Stück Pflaumenkuchen und zwei kleinere Tassen Kaffee ein. 


Es war – selbst für meine Verhältnisse – noch warm genug, um draußen am Marktplatz zu sitzen.

Point gesetzt nahe der verfallenden Schrebergärten auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Dienstag, 26. September 2017

Filmwelten: Filme von Michelangelo Antonioni

Der italienische Filmregisseur Michelangelo Antonioni starb bereits in 2007. Am aktivsten war er in den 1950er und -60er Jahren. Der Film „BlowUp“ gilt lt. wikipedia als sein bekanntester Film. 

Drei DVD's aus meinem Bestand habe ich schon vor 8 – 10 Jahren mal angeguckt. 



In seinem Film Liebe 1962 (1962) gibt es schon etwas, was auch die späteren Filme haben: Ziellosigkeit. 

In diesem Fall ist es die Frau (Monica Vitti), die ziemlich planlos durchs Leben streift und sich fragt, ob sie sich – nachdem sie sich gerade von ihrem langweiligen Partner getrennt hat - wohl wieder verlieben sollte, z.B. in den Börsenmakler (Alain Delon). Den trifft sie öfter, da auch ihre Mutter der Spielsucht an der Börse nachgeht. 

Die hektischen Szenen von der Börse (und die urtümlichen Telefone) sind wohl das Interessanteste an dem ansonsten gemächlich-betulichen Film.  

Deutlich interessanter ist aus meiner Sicht dann Die rote Wüste (1964). Monica Vitti spielt die gelangweilte, diesmal nach einem Unfall allerdings auch psychisch angeschlagene Ehefrau. Mal ist sie mit ihrem Mann, einem Ingenieur unterwegs, mal mit dessen Kollegen, aber am eindruckvollsten sind die Szenen, die in einer kleinen heruntergekommenen Fischerhütte spielen, wo sie zu sechst essen, trinken, kuscheln (3 Männer, 3 Frauen). 

Beeindrucken kann sowieso vor allem die industriell-apokalyptisch in Szene gesetzte Hafenkulisse mit ihrer Umweltverschmutzung, in der die meisten Szenen dieses Film spielen.
Ravenna war hier der Drehort. 

Über 50 Jahre später, wäre es heute bestimmt interessant, nach diesen Drehorten zu suchen (falls sich diese aus den Aufzeichnungen überhaupt rekonstruieren lassen). Der Film gewann damals den Goldenen Löwen in Venedig. 

Sein Film BlowUp (1966) handelt von einem gut situierten Modereporter in London, der eines Tages in einem Park Aufnahmen von einem Liebespaar macht, aber von der Frau (Vanessa Redgrave) entdeckt wird und vehement um Herausgabe des Films gebeten wird. Er täuscht die Frau zunächst und gibt ihr eine falsche Filmrolle. Nach Entwicklung des Films schaut er sich die Bilder genauer an und entdeckt in Detail-Vergrößerungen ein Zielfernrohr und eine Leiche.
Nachts traut er sich in den Park und überzeugt sich davon, dass da eine Leiche liegt. Doch bevor er sich weiteren Schritten durchringen kann, verschwindet die Leiche und die Bilder werden bei einem Einbruch aus seinem Labor entwendet. 

Das ist ein visuell schöner Film mit vielen alten Autos aus dem London der 1960er Jahre, altem Photographen-Handwerk, spannender Geschichte und netten Sixties-Mädels, die sich auch schon mal ausziehen mussten (um die Rolle zu bekommen). In Cannes gewann der Film den Grand Prix. 

Sein Film Zabriskie Point (1970) spielt in Los Angeles und der weitläufigeren Umgebung. Anfangs fängt der Film sehr schön die Studentenunruhen und Debatten an der Uni ein. Einer der radikalen Studenten stiehlt ein kleines Flugzeug und fliegt über die Wüste Richtung Zabriskie Point, ein Aussichtspunkt im Death-Valley-Nationalpark. Unterwegs provoziert er mit seinem Flieger eine unten im Auto dahinfahrende junge Frau.
In der Erosionslandschaft des Zabriskie Point kommen sie sich näher, machen Liebe und rauchen einen Joint, malen das Flugzeug psychedelisch bunt an, bevor sie sich wieder trennen. Der Mann fliegt zurück zum Flugplatz und wird dort erschossen, die Frau fährt weiter zu einem Spekulanten-Treffen in einem noblen Wüstenressort, hört im Radio von seinem Tod und hat Hass-Visionen, in denen dieses noble Wüstenressort zu der Musik Pink Floyds explodiert. 

Die ausgedehnten psychedelischen Liebesszenen am Zabriskie Point und von der Ressort-Zerstörung wirken heute überlang, vom Zeitgeist überholt und etwas sperrig im Filmfluss. Aber zumindest anfangs gibt es nette Stadtszenen aus Los Angeles 47 Jahre vor heute. 

An den Film Beruf: Reporter (1975) konnte ich mich überhaupt nicht mehr erinnern, dabei ist er recht hübsch anzusehen – vor allem wegen seiner Spanien-Aufnahmen. Der Film beginnt allerdings im Tschad (diese Aufnahmen wurden in Algerien gedreht), wo ein Reporter (Jack Nicholson) einem dubiosen Wüstenkrieg auf der Spur ist und im Hotel einen Landsmann tot in seinem Zimmer auffindet. Er versucht daraufhin, dessen Identität anzunehmen. Hierzu dient ihm auch der hinterlassene Terminkalender, der diverse Termine in der Zukunft anzeigt. Sozusagen als Waffenhändler kommt er mit dubiosen Leuten in München zusammen und erhält viel Geld. Er leiht ein Auto und macht sich auf nach Barcelona. Dort lernt er eine junge Frau (Maria Schneider) in einem Gaudí-Haus kennen, die ihm fortan nicht von der Seite weicht und ihm hilft, Verfolger abzuschütteln. 

Sie tingeln durch verschiedene Orte und Hotels gehobenen Ambientes, doch Agenten aus dem Tschad sind ihnen auf der Spur. Das Leben wirkt angenehm relaxed in diesem Film, von durchgeplanter Zukunft keine Spur – ein Film, der mir ziemlich gut gefällt.

Hühnersuppe

Kaum wird es ungemütlich draußen, hatte ich mir schon wieder eine schwere Erkältung eingefangen – im Zug, im Bett, in der vollen Straßenbahn, im Büro, wo auch immer. Das ist jetzt schon um die 10 Tage her. Ich kaufte ein Hähnchen, Gemüse und machte eine ordentliche Hühnersuppe. 

Apropos Hähnchen, ob die Suppe hilfreich ist oder einen endgültig umbringt, ist heutzutage allerdings auch nicht mehr so sicher.

Am Wochende war ich dann so schwach auf den Beinen, dass es keinen  Sinn machte, wandern zu wollen. 

Die ganze letzte Woche war ich auch noch angeschlagen, vor allem hing der Schleim in Bronchien und Lunge.  

Montag, 18. September 2017

Wanderung Blens – Nesselberg - Brück

Meine rd. 10 km lange Rurtal-Wanderung vor einer Woche gehörte nicht gerade zu den Highlights des Jahres. Es war einfach etwas ungemütlich herbstlich mit viel Wind und bestenfalls 18 Grad. 


>Die Felsen dort bei Blens heißen "Breidelsley". Ich weiss nicht, ob es dort einen begehbaren Aussichtspunkt gibt.

Die Tour führte fast nur durch Wald. Der Wald gehört zwar zum Nationalpark Eifel, ist visuell einem Nationalpark aber kaum würdig. 


>Immerhin gab es ein paar geomorphologische Formen, etwa diese bucklige Gesteinskuppe mit rohen Böden.

Kaum alte Bäume, viel Forstwirtschaft und Waldbruch-Bracheflächen prägten das Bild. 


Kein Tier zu sehen, Pilze wuchsen nur wenige. 


>Den oberen kartoffelartigen Pilz kenne ich nicht, das unten ist eine Marone<


Faktisch gab es wenig zu sehen, 10 Photos bekommt man aber immer irgendwie hin.


>Verrottender Müll von Hochständen. Als Tierversteck für Echsen, Mäuse und andere Nagetiere mag er geeignet sein.<


>Wenn schon im Wald kein Tier zu sehen war, auf einer Weide gab es immerhin Rinder. Dort hatte man auch einen ganz guten Blick runter ins Rurtal und bis in die Niederrheinische Bucht.




>Eine "Wald-Doline" südlich des Nesselberges. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass hier Kalksteine anstehen; es könnte auch beispielsweise ein bergbaubedingtes Loch sein.<


>Blick auf Burg Nideggen<

Point gesetzt nahe der Rinderweide auf der Weltkarte bei stories-and-places.com

Donnerstag, 14. September 2017

Bücherwelten: Sylvain Neuvel's „Giants – Sie sind erwacht“


Dieser Debut-Roman „Sleeping Giants“ (2016) des kanadischen Autors bekam meist sehr gute Kritiken. Genre: Science Fiction. Nahe Zukunft. Eine riesige metallene Hand wird gefunden, ca. 7 m lang. Material: unbekannt, Alter: ca. 6.000 Jahre. Später findet man weitere Körperteile verstreut auf der ganzen Welt. Es stellt sich heraus, dass die Teile zusammengebaut und bedient werden sollten – und wahrscheinlich eine steuerbare gigantische Waffe im Form eines Roboters sind. Und – der Roboter ist kein Geschenk, sondern ein Prüfstein für die Menschheit. 

Das Treiben der Amerikaner bleibt den anderen Mächten nicht unverborgen. Der Roman bekommt dadurch einen militärisch-politischen Touch. Das gefällt mir selbst ja nicht so gut. 

Aber andererseits, das Besondere am Buch ist, dass es fast ausschließlich aus vielen Gesprächsprotokollen und Tagebucheinträgen besteht, die das Geschehen und die Verfassung der ProtagonistInnen lückenhaft dokumentieren. Das hat seinen Reiz. „Zwischenmenschliche Krisen bleiben integraler Teil der Handlung“, meint phantastik-couch zu der Frage, inwieweit die Figurenzeichnung im Roman überzeugt. 

Nur leider ist die Geschichte wieder ein Mehrteiler, dessen zweiter Band inzwischen auch bereits erschienen ist.

Sound-Welten (18/2017)

So wirklich überzeugen wollte mich keines der Alben dieser Prüfserie. Das Album von Pristine gefiel mir wohl noch am besten. 

Lola Marsh. Album: Remember Roses (2017). Debut-Album einer israelischen Pop-Band mit Lady am Micro. Im englischen Sprachraum bzw. bei spotify aus mitunter unerfindlichen Gründen anscheinend sehr erfolgreich. Manchmal auf Lana-Del-Rey-Trip wie z.B. bei „Wishing Girl“, manchmal kitschig-poppig oder orchestral, manchmal melancholisch. „Ein buntes Gestrüpp an Folk, Indie, Pop“, meint laut. Guter Song: „Hometown“. SHR: 27 T – 8.886 T. WD: n.v.  

Mise En Scene. Album: Still Life On Fire (2017). Zweites Album einer kanadischen Alternative-/Garage-Rock-Band mit Lady am Micro. Zu expressiv-aufdringlich für meinen Geschmack. SHR: 1 T – 82 T. WD: n.v.  

Neil Young. Album: Bluenote Café (1989/2015). Eine Live-Doppel-CD aus Archiv-Material von 1989, u.a. mit einer 19-Minuten-Fassung von „Tonight's The Night“ (1975) mit viel Bläser-Einsatz, der auch sonst dieses Album durchzieht. Kann man anhören, aber seine Rockmusik zählten noch nie zu meinen echten Favoriten, auch wenn ich seine Musik vor 25 Jahren schon nicht schlecht fand und damals eine Platte kaufte. SHR: 27 T – 176 T. WD: 466/d.  

Oh Wonder. Album: Ultralife (2017). Zweites Album eines britischen ArtPop/Indie-Duos. In England und Kanada sehr erfolgreich, konnte das Duo bisher trotz eines fabelhaften Debuts, das ich mir auch zulegte, hierzulande bisher nicht landen. Das zweite Album ist tendenziell ähnlich, aber poppiger geraten. „Ihr weicher, geschmeidiger Love-Pop will auf die ganz großen Bühnen“, meint fritz. Für mich indes ist der Sound jetzt nicht mehr so interessant, auch wenn der „gedoppelte Gesang“ des Duos natürlich geblieben ist. SHR: 639 T – 15.297 T. WD: n.v.  

Pristine. Album: Ninja (2017). Viertes Album einer norwegischen Blues-Rock-Band mit Lady am Micro. „Mit gutem Kalkül wurde ein gutes Sammelsurium aus bluesigen Rock ‚n‘ Roller Fragmenten geschaffen“, meint metalunderground. Nachdem ich mir im letzten Jahr das Vorgänger-Album zulegte, denke ich, auf das neue Album verzichten zu können; es enthält aber aus dem zweiten Album „Regret“ den guten gleichnamigen Titelsong als 11-minütige Live-Version. „Im Ohr“ behalten, sollte man diese Band schon, sie haben definitiv eine gute Sängerin. SHR: 1 T – 8 T. WD: n.v. 

Sunflower Bean. Album: Human Ceremony (2016). Debut-Album einer US-amerikanischen Rock-Band. „Auf ihrem LP-Debüt verwirbeln sie schmutzige Grunge-Distortion, Rock’n’Roll-Liebäugeleien und psychedelisch verklärte Erfahrungstrips zu einem bunten Strudel Indie-Zukunft“, sagt intro. Eine vergleichsweise gute Indie-Band, einzelne Songs können gefallen. SHR: 137 T – 2.434 T. WD: n.v.  

Thomas Wynn And The Believers. Album: Wade Waist Deep (2017). Drittes Album einer US-amerikanischen Blues- und Southern-Rock-Band. Im deutschen Sprachraum ziemlich unbekannt. Manchmal deftig rockig und stilistisch nicht so meine Richtung. SHR: 1 T – 23 T. WD: n.v. 

Waxahatchee. Album: Out In The Storm (2017). Viertes Album einer US-amerikanischen Indie-Rock/Singer-/ Songwriter-Band mit Lady am Micro. Wird oft gelobt, ist mir aber zu geradlinig und mainstreamig. SHR: 118 T – 691 T. WD: 4/d. 

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 

Dienstag, 12. September 2017

Filmwelten – Western und andere Filme


Valeska Grisebach's Film Western spielt in den bulgarischen Bergen nahe der griechischen Grenze, eine Gegend, wo wohl kaum jemand bisher gewesen ist. Das ist schon mal lobenswert. Der Film handelt von einem deutschen Bauarbeiter-Trupp, der dort erste Arbeiten für ein Wasserkraftwerk machen soll. Doch die Arbeiten gehen nur schleppend voran, weil Materialien und Wasser fehlen. Viel Freizeit, man kommt in Kontakt mit den Einwohnern eines benachbarten Dorfes. 

Es kommt zu Spannungen. Und wie es in machomäßig auftrumpfenden Bauarbeitertrupps so üblich zu sein scheint, gibt es auch unterschiedliche Einstellungen der Protagonisten und hieraus resultierende Spannungen untereinander. 

Der Film ist eine Studie über „Kulturkontakt“, wie er zustande kommt, wie und warum Konflikte entstehen, was passiert oder passieren kann, wenn eine Gruppe Männer in eine abgelegene Gegend verpflanzt wird und in der Nähe ein Dorf mit Frauen, Läden etc. ist – und man sich nur sehr mühsam über Sprache verständigen kann. Und das sehr authentisch-glaubwürdig in einem EU-Fall zu schildern, ist der Regisseurin gut gelungen. 

Wie eine zugeneigte Ethnologin erkundet Valeska Grisebach die Mischung aus Über- und Unterlegenheitsgefühlen: die deutsche Fremdenfeindlichkeit in der Fremde“, meint die zeit. Nur zu einem „richtigen Ende“ wollte der Film wohl nicht kommen. 

Juan Carlos Medina's Film The Limehouse Golem nach einem 1994 geschriebenen Roman von Peter Ackroyd kreist um ein Londoner Komiker-Theater gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Es gibt grausige Morde im Umfeld des Viertels. Ein Kommissar ermittelt, verfolgt Spuren, will eine Frau vor dem Galgen retten, deren toter Mann vielleicht der Serienkiller war. 

Der Film punktet visuell mit sepia-düsteren Bildern, wirkte auf mich aber trotz mitunter blutigem Geschehens etwas spannungsarm und blutleer. 

Eine Kriminalgeschichte, in die sich ein finsteres Grauen schleicht, das seine eigenen Geschichten erzählt, das aus all den Geschichten eines Ortes erst entstanden ist und das sich wie eine Schlinge um seine Figuren legt“, meint kino-zeit

Calin Peter Netzer erzählt in Ana, Mon Amour ein in Bukarest spielendes Beziehungsdrama, das im StudentInnen-Milieu beginnt und Jahre später nach Familiengründung endet. Ana, die unter Angstattacken leidet, findet in dem jungen Mann einen Beschützer, der diese Rolle willig annimmt. Andere Medikamente und Psychoanalyse helfen der Frau mit der Zeit, doch mit deren zunehmender Unabhängigkeit wird der Mann dann nicht fertig, wird zunehmend paranoid und Überwachungsfreak - und muss sich schließlich ebenfalls einer Psychoanalyse unterziehen. 

Zum Teil interessanter, etwas anstrengender Problem-Film mit „schrägen“ religiösen Bezügen. Bei der Beichte lässt man sich vom Priester beraten. 

Ein komplexes Portrait einer ungesunden Liebesbeziehung“, meint uncut

Prognose/Wertung: Filme noch mal ansehen? 

Western: ja, vielleicht. 
The Limehouse Golem: tendenziell eher unwahrscheinlich. 
Ana, Mon Amour: tendenziell eher unwahrscheinlich. 

Montag, 11. September 2017

Reiseplanung Thailand - Laos - Kambodscha

Viel umwerfend Innovatives gibt's in der Reiseplanung nicht. 

Aber vor drei Tagen war ich endlich mal aktiv, hatte einen Flug ausgeguckt, vorgestern habe ich den 4-wöchigen Urlaub ab Mitte November beantragt, genehmigt bekommen und abends die Ethiad-Flüge Düsseldorf-Abu Dhabi-Bangkok hin und zurück gebucht. 

Ich benutzte diesmal erstmals das Flugportal check24. Es war ca. 20 € billiger als bei der Airline direkt zu buchen. Die gewählten Flüge kosteten knapp 500 €. Mit anderen Zeiten, Flughäfen, anderen Airlines und Routen geht es auch ca. 70 € billiger. 

Vermutlich ist so eine Art Rundreise geplant, etwa 1 Woche Ost-Thailand, 1 Woche Süd-Laos und 2 Wochen Kambodscha.

Vorhin habe ich für rd. 45 € noch den 500 Flugkilometer langen Anschlussflug "Bangkok - Ubon Ratchathani" gebucht. Dort war ich im letzten Jahr schon. Es ist nicht weit weg von der laotischen Grenze.

Sonntag, 10. September 2017

Wanderung Bad Hönningen – Dattenberg – Linz

Am letzten Sonntag war ich auch unterwegs. Ich startete in Bad Hönningen am Rhein. Das Wetter war passabel, wenn auch mit eher herbstlichen Temperaturen. Pilze wollte ich sammeln, aber ich fand merkwürdigerweise nur wenige, obwohl ich zwei Wochen zuvor hier in der Gegend fette Beute machte; so als hätten die Pilze sich nach einem Temperaturschock nicht mehr aus dem Boden getraut. 

In Bad Hönningen gibt es ein paar alte Gemäuer wie „Das Hohe Haus“ oder den Tempelhof. 



>Dachgaube, Herrenhaus Tempelhof, Bad Hönningen

Man kann zum Schloss Arenfels hochgehen, wo es Gastronomie gibt und von der Schlossterrasse den Blick über Bad Hönningen schweifen lassen. Wer nach diesem moderaten, aber steilen Anstieg von 50 Höhenmetern genug hat, kann also auch bei Kaffee oder Bier dort verweilen.


>Schloss Arenfels und Blick auf Bad Hönningen<



Ich ging weiter hoch und folgte später dem Ariendorfer Bachtal im Wald. Leider wirkte hier die desaströse Forstwirtschaft vor Kurzem. Später, nördlich der Homborn-Hochfläche war ich wieder in „meinem“ Wildschwein-Areal, sah auch welche durch den Wald laufen. Ein paar Pilze fand ich hier und später dann auch noch. 


>Birkenpilz

Zwei Füchse gleichzeitig auf einer Wiese zu sehen, ist eher selten. Ich trieb sie sozusagen auseinander. Zwei Wildschwein trabten später auch noch durch den Wald. 


>Fuchs, Wildschwein östlich von Leubsdorf. Keine guten Photos, aber ich wollte sie euch nicht vorenthalten.<


Oweia, meine Kameras sind einfach zu schlecht für auch nur annähernd gute Photos, manchmal entfernungs-, manchmal lichtbedingt; man hat ja auch keine Zeit für Experimente. Später nahm ich vor Leubsdorf einen Abzweig bergauf nach Dattenberg. Man kommt hoch zur Koppe, einem Aussichtspunkt mit Blick auf Leubsdorf und Rheintal:


Ein Schleichweg, den ich sicher erstmals ging, führt an einem geschlossenen Basalt-Steinbruch (Schwarzer See) weiter hoch nach Dattenberg. Dort bin ich sehr selten mal, deshalb habe ich die Burg Dattenberg zum ersten Mal „besucht“ - das kleine „R“ für „Ruine“ in der Karte ist mir vorher nie aufgefallen. Neben dieser Burg gibt es noch eine Turmruine einer älteren Burg. 


>Burg und Fachwerk-Gebäude in Dattenberg


Durch eine Gegend, die „Angst“ heisst, kann man – vorbei an Weinreben - gefahrlos gehen und einen steilen Serpentinenweg runter nach Linz nehmen. 


Im Café Wahnsinn aß ich ein Stück Käsekuchen und trank einen kleinen Kaffee, bevor ich mit der Bahn zurück nach Köln fuhr. Ca. 13 km war diese Tour lang.

Point gesetzt in Dattenberg nahe der Burg auf der Weltkarte bei stories-and-places.com.

Samstag, 9. September 2017

Soundwelten: Frank Woeste mit „Pocket Rhapsody“

Hierzulande ist der deutsche Jazzpianist Frank Woeste wohl nicht allzu bekannt. Er ist jedoch international breit aufgestellt und meist in Frankreich erfolgreich tätig. Weit zurück reichen seine Kontakte mit der koreanischen Jazz-Sängerin Youn Sun Nah, die auch oft in Frankreich weilt. Auf einem der besseren Songs des neuen Albums ist sie auch zu hören. Jünger sind wahrscheinlich seine Kontakte zu dem libanesischen Trompeter Ibrahim Maalouf, der auch nahe Paris lebt und auf zwei Stücken des Albums zu hören ist. 



>Frank Woeste im Trio mit “Buzz Addict“ live vom Album „Pocket Rhapsody“, hochgeladen dankenswerterweise von Studio Libretto

Sein ungefährt fünftes Album „Pocket Rhapsody“ (2016), das ich mir zulegte, gefällt mit modernem, ethnisch angehauchten französchen Jazz. „Ein Regenbogen an Klangfarben entfaltet sich da, ein mächtiger Chor aus Sounds, dirigiert von jemandem, der genau um die charakteristischen Einsatz- und Verbindungsmöglichkeiten von akustischen wie elektronischen Instrumenten weiß“, meint jazz-fun.