Donnerstag, 28. Februar 2019

Der Balkon im Februar

Der Balkon ist im Februar natürlich hier keine Augenweide. Aber es tut sich was – man merkt, dass es ein vergleichsweise milder Februar war, denn die Clematis-Pflanze hat junge Triebe mit Blättern bekommen:



Die Zwerghyazinthen sind auch wieder gekommen und einige blühen: 


Das tun diese Pflanzen allerdings auch bei Schnee, wie ich es beispielsweise im Februar 2018 dokumentierte. 

Einige Primeln und Nelken habe ich gekauft, um etwas Farbe auf den Balkon zu bringen.

Mittwoch, 27. Februar 2019

Neu: Strelitzie

Eine neue Zimmerpflanze legte ich mir am letzten Samstag bei Bauhaus zu. 

„Strelitzia reginae“, vermute ich, zu deutsch auch Paradiesvogelblume oder Papageienblume. 

Ich sah Strelitzien häufiger kürzlich in den botanischen Gärten auf Teneriffa. 

Ursprünglich kommen diese Pflanzen lt. wikipedia aus Süd-Afrika und sind schon seit 1733 in Kultur. 

Ich glaube aber nicht wirklich, dass diese Pflanze lange bei mir gedeiht. 

Aber sie hat immerhin einen Fensterbankplatz im Wohnzimmer bekommen und sieht ganz gut aus.

Soundwelten: The Heard mit „The Island“

Dieses Debut-Album (2018) einer schwedischen, überwiegend von Ladies gebildeten Hard-Rock-Band habe ich inzwischen gekauft – überwiegend und auch live harte Kost. 


>The Heard live mit „Tower of Silence“, dankenswerterweise hochgeladen von Batcave rock<

Das Quintett verarbeitet Einflüsse aus symphonischem Hardrock, Bombast-Metal und richtig klassischem Prog zu etwas relativ Eigenem, das cineastische bis theatralische Züge trägt und dennoch nicht überladen oder emotional distanziert klingt“, meint musikreviews

Dennoch, ein bisschen mehr Abwechslung im Sound könnte nicht schaden. 

Dienstag, 26. Februar 2019

Bücherwelten: George R. Stewart „Leben ohne Ende“

Der Autor ist längst tot. Sein Endzeit-Roman „Leben ohne Ende“ (Earth Abides, 1950) wurde damals viel beachtet und gewann den International Fantasy Award. Die vollständige Überarbeitung der Übersetzung in 2016 ist wahrscheinlich als Glücksfall zu betrachten. 

Der Roman ist vor allem deshalb noch immer interessant, weil er soziologische und ökologische Aspekte in den Vordergrund stellt – Kampfhandlungen gibt es im Buch überhaupt nicht. 

Die Katastrophe ist eine Seuche – fast alle kommen um. Der Protagonist verbringt die ersten Jahre alleine zu Hause, nachdem er bei seinen flüchtigen Nachforschungen per Auto in der weiteren Umgebung feststellte, dass nur einige wenige traumatisierte Menschen überlebt haben. Später findet er eine Frau, sie bleiben zusammen und noch später gibt es Kinder und einen Zusammenschluss mit ein paar anderen Menschen, Pärchen, kleinen Grüppchen, so dass ein kleiner Stamm entsteht. 

Der Protagonist beobachtet die Entwicklung, denkt oft, dass man anfangen müsste, die Zivilisation wieder aufzubauen. Die Kinder werden zunächst unterrichtet, doch später, nach Rückschlägen mit Krankheiten und Todesfällen, wird die Schule aufgegeben. Das Interesse, Wissen und Fertigkeiten zu erlernen, ist im Stamm gering, denn man findet das meiste Notwendige in den Ruinen und kommt zurecht. 

Jahrzehnte später haben die Jüngeren jedoch die Fertigkeit erworben, mit Bögen auf die Jagd zu gehen. Während der Protagonist zunehmend an Alzheimer erkrankt und als ältester Überlebender nur noch manchmal helle Phasen hat, treibt der Stamm dem Jäger-und-Sammler-Stadium entgegen. 

Detailliert wird geschildert, wie Tiere und Pflanzen die ehemalige Kulturlandschaft zurück erobern, wie die bauliche Infrastruktur zunehmend zerfällt und zersetzt wird, manchmal beschleunigt durch Naturkatastrophen, etwa ausbrechende Feuer. 

Es gibt ein Nachwort zum Roman von U. Neuhold. Dort heisst es u.a., dass die Wahrscheinlichkeit einer globalen Seuche mit so großen relativen Todeszahlen gering sei. Einer Tabelle kann entnommen werden, dass die Justianische Pest in den Jahren 541 – 770 n.Chr. etwa 25 Mio. Tote gefordert hat, was ca. 12,5 % der damaligen Bevölkerung entsprach. Genauso viele Tote forderte die Pest in den Jahren 1347-1353, aber es waren nur noch 5,6 % der Bevölkerung. Die Zahl der Toten durch HIV/Aids seit 1980 wird mit 36 Mio. angegeben, was weniger als 1 % der Weltbevölkerung sind. 

Interessant finde ich eine andere Zahl aus dem Nachwort. Danach sind 10.000 Überlebende, die in einer friedlichen Gemeinschaft zusammenleben, erforderlich, um das „Erbe der Zivilisation“ (?) weiterzutragen.

Stewart's Roman war keineswegs der erste Roman, der den Untergang der Zivilisation durch eine Seuche herauf beschwört; das hat vielmehr eine lange Tradition und den ersten Roman in diesem Genre hat vielleicht die Frankenstein-Autorin Mary Shelley mit The Last Man (1826) geschrieben. 

Montag, 25. Februar 2019

Meine Woche (KW 8)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, mit Freunden koreanisch Essen gewesen im „Gogi Matcha“, Kino und Vater im Seniorenheim besucht, gewandert (Bericht folgt). 

Gesehen: im Kino „Die Blüte des Einklangs“. Gehört: Black Mountain, Estampie, King Crimson und einige neue Scheiben bei spotify (und natürlich Umweltgeräusche). 

Gelesen: in George R. Stewart's Roman "Leben ohne Ende", in Lily King's Roman „Euphoria“ und in Haruki Murakami's Geschichten-Band „Von Männern, die keine Frauen haben“ (Bericht), im Kölner Stadtanzeiger und in der Welt am Sonntag. 

Gegessen: das „Chicken Teriyaki“ beim Koreaner war echt gut. Ausserdem bereite ich momentan Spaghetti mit Tomatenmark und gebratenen Zwiebeln, Pilzen und Tomaten als Draufgabe gern zu. Üblicherweise ist das nur mal eine kürzere Phase im Jahr. 

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Bier, ganz wenig Reiswein, Mango-Kokos-Tee und Grapefruit-Saft. 

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank Helge Timmerberg's Story-Band „Tiger fressen keine Yogis“ und die Anthologie „Frauen in Vietnam“. 

Gekauft: Kamera „Panasonic Lumix DMC-TZ101“. 

Gestaunt: vier Schiffscontainer gehen täglich im Meer verloren (gehört in „Abenteuer Erde: Der blaue Planet“). 

Gewünscht: mehr Freizeit wünsche ich zugegeben andauernd. Gefühlt: ganz gut.    

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst meistens die Anzahl der Schritte; Wanderroute. 

Gedacht: ein brauchbares Gerichtsurteil über die erforderliche Warnung des Arbeitgebers vor dem Verfall von Urlaubstagen. Denn, wer kann sich schon alle Spezialregelungen merken? Mit Herrn Lagerfeld habe ich zwar nichts zu tun gehabt, er wäre mir wegen seiner Katze „Choupette“ und seinem Widerwillen bezüglich Beerdigungen aber vielleicht doch sympathisch gewesen. 

Fazit: eine passable Woche. 

Sonntag, 24. Februar 2019

Tieferlegung

Ich habe es endlich mal geschafft, meinen PC-Bildschirm um 10 cm tiefer zu legen, wofür der PC-Tisch konstruktiv zu ändern war. 


Das war eine längst überfällige "Arbeitsschutz-Maßnahme", um nicht nach oben gucken zu müssen und dadurch unangenehme Nackenversteifungen zu provozieren. 
 

Samstag, 23. Februar 2019

Kamera wieder gekauft

Nun, ich habe meine Reisekamera Panasonic Lumix DMC-TZ 101 ein zweites Mal gekauft, obwohl ich sie erst Ende April 2018 gekauft hatte. Ich berichtete dort.

Auf Lanzarote teilte ich dort meine Befürchtung mit, dass die Kamera aufgrund von Sand im Zoom bald den Geist endgültig aufgeben würde. Das hat sie dann auch auf Teneriffa getan. Shit happens!

Warum ich dasselbe Modell nochmals kaufte? Das ist ganz einfach zu beantworten: weil es sie noch gab! Zeit ist kostbar, und ich konnte viel Zeit bei der nicht erforderlichen Suche nach einem neuen Modell sparen.

In den vergangenen 9 Monaten ist der Preis um ca. 30 € gefallen. Diesmal kaufte ich die Kamera bei Amazon und gab noch ca. 16 € zusätzlich für eine Kamera-Tasche aus, um die Kamera am Gürtel tragen zu können. Mehr Achtsamkeit meinerseits ist nämlich erforderlich, um die Kamerakosten nicht zukünftig ins Astronomische abdriften zu lassen. Und (meine) Jackentaschen sind nicht sicher, Sand oder Tabakkrümel sammeln sich dort – wie geschehen – unbemerkt an.

So hat mich dieses Ärgernis doch noch um die 500 € gekostet. Ich überlebe den Schaden, kann aber vielleicht einen Monat früher nicht mehr meine Miete zahlen?

PS: mir kam durchaus schon der Gedanke, keine echte Kamera mehr zu kaufen und es zukünftig bei der Smartphone-Kamera zu belassen. Aber beispielsweise ein brauchbares Zoom fehlt da schon.

Koreanisch essen

Am Mittwoch bin ich mit Freunden koreanisch Essen gewesen im „Gogi Matcha“, Köln-City. Es scheint, dass koreanische Küche momentan recht beliebt ist. 

Der Kölner Stadtanzeiger listete vor gut einem halben Jahr mitllerweile 7 koreanische Restaurants in Köln auf, und die „echten“ Restaurants scheinen meist gut gefüllt zu sein. Unser Restaurant war gut besucht, und als ich gestern am „Meat.ing“ vorbei kam, war dieses auch voll. 


Mein „Chicken Teriyaki“ war echt lecker, aber man es wahrscheinlich nicht vergleichen mit den einfacheren asiatischen Läden hier, wo man etwas Ähnliches, aber ein qualitativ und quantitativ deutlich reduziertes Mahl mittags schon für 6,50 € bekommt. 

Koreanischer Reiswein wurde auch probiert, aber ich bevorzuge doch Kölsch. 

Dienstag, 19. Februar 2019

Im Kino: Die Blüte des Einklangs

Naomi Kawase's Film ist so eine Art Wald-Mystik-Film. Er spielt in einer japanischen, dicht bewaldeten Berglandschaft der Insel Honshu. Die Haupt-Protagonistin, eine Französin (Juliette Binoche), wandert dort – in Begleitung einer japanischen Bekannten/Dolmetscherin – herum auf der Suche nach einer seltenen Kräuterpflanze. Sie treffen einen Mann, der im Wald arbeitet und jagt und sie in seinem Haus übernachten lässt. Er hat seinerseits eine Mutter/Tante (?), die sich mit Kräutern auskennt. 

Später, die Dolmetscherin ist weg, kommen sich Mann und Frau näher und lieben sich. Noch später muss die Französin zurück nach Frankreich, kommt aber einige Monate später zurück. Sie trifft im Haus einen jungen Mann an, den ihr Liebhaber verletzt im Wald gefunden hat. Den weiteren Verlauf der Handlung wage ich nur mit „undurchsichtig“ zu umschreiben. 

Die mystische Stimmung wird durch Nebelwolken, bizarr geformte Bäume und deren Rauschen im Wind, den Mond und durch verschwindende (und vielleicht tote?) Tiere und Menschen erzeugt, die später im Film wieder auftauchen. 

Die erste Hälfte des Film kann atmosphärisch überzeugen, auch die grandiosen Landschaftsaufnahmen und Juliette Binoche können überzeugen, in der zweiten Hälfte des habe ich allerdings nicht mehr so richtig durchgeblickt. 

Film-rezensionen meint, dass der Film „allgemein alles vermeidet, was als klare Aussage durchgehen könnte. Oder nachvollziehbare Handlung.“ So wirklich zufriedenstellend ist das nicht. 

Frau Kawases Filme „Still the Water“ (2014) und „Kirschblüten und rote Bohnen“ (2015) gefielen mir deutlich besser. 

Eine Wanderung in der Zülpicher Börde und der Drover Heide

Am Sonntag bei tollem Wetter um 15 Grad war ich das erste Mal in diesem Jahr im Rheinland wandernd unterwegs.


 >Knochenfund westlich von Kelz. Natürlich habe ich diesen Kopf mitgenommen.<

Ich entschied mich für weitgehend ausgeräumtes Flachland mit viel Sonne, startend an der Bahnstation Vettweiß, Zülpicher Börde und ging dann durch die Drover Heide und Wald nach Kreuzau ins Rur-Tal.

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es die Wanderroute, mehr Photos und mehr Bericht zu sehen.

Montag, 18. Februar 2019

Meine Woche (KW 7)

Getan: gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, Kinos besucht, gewandert (Bericht folgt). 

Gesehen: im Kino „The Mule“ und „Die Frau des Nobelpreisträgers“. 

Gehört: Blackmore's Night, The Heard, Poems For Laila, King Crimson, Whispering Sons (und natürlich Umweltgeräusche). 

Gelesen: in George R. Stewart's Roman "Leben ohne Ende", in Haruki Murakami's Geschichten-Band „Von Männern, die keine Frauen haben“, im Kölner Stadtanzeiger, im Nachruf-Heft „Bye SPEX! What's next?“ anlässlich des drucktechnischen Untergangs der 80er-Jahre-Rock/Pop-Zeitschrift „SPEX“ vor einigen Monaten. 

Gegessen: mal wieder zwei Käse-Börek-Schnecken beim Backwerk und Möhrengemüse mit Frikadelle bei Richartz. 

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Mango-Kokos-Tee und Grapefruit-Saft. 

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank Shashi Deshpande's Roman „Der schlafende Tiger“. 

Gekauft: eine Hose bei C & A. 

Gestaunt: im Schnitt drei Überfälle auf Personen in Köln täglich, berichtete der Kölner Stadtanzeiger aus der Kriminalstatistik 2018. 

Gefreut: das SPEX-Heft ist streckenweise witzig. 

Gewünscht: mehr Freizeit wünsche ich zugegeben andauernd. 

Gefühlt: ganz gut (besonders am Sonntag).     

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst meistens die Anzahl der Schritte; Wanderroute. 

Gedacht: der Frühling naht. 

Genervt: hinsichtlich erforderlich gewesener Firefox-Installationsarbeiten am PC. 

Fazit: eine passable Woche.

Samstag, 16. Februar 2019

Soundwelten: Whispering Sons mit „Image“

Das Debut-Album der belgischen Post-Punk-Band „Whispering Sons“ wirkt etwas aus der Zeit gefallen, vermutet man doch eventuell, es mit einer 1980er-Jahre-Dark-Wave-Band zu tun zu haben. Ich konnte mich richtiggehend freuen, endlich mal wieder etwas „kauffähiges Dunkles“ entdeckt zu haben.


>Whispering Sons live mit „Alone“, dankenswerterweise hochgeladen von
Muziek bij één<

Der Sound „lässt sich Luft, Zeit und Raum zum Kreieren einer fesselnden Atmosphäre, um häufig nach drei, vier Minuten so richtig zu eruptieren“, steht bei monkeypress. 

Eine sehr düstere Voice hat die Lady am Micro. 

Ich schritt zur Tat und kaufte das Werk.

Im Kino: Zwei „Senioren-Filme“

Mit „Senioren-Film“ meine ich hier Filme mit Hauptdarsteller_innen im Seniorenalter. Aber auch das Kino-Publikum dürfte im Schnitt deutlich älter sein als normalerweise. 

Wobei wir hier auch generell bei dem Problem sind, dass die Kinobesuchszahlen in 2018 in Deutschland um 30 % eingebrochen sein sollen. Man führte das allerdings auf die Fußball-Konkurrenz und den heißen Sommer zurück. Zukünftig kann es allerdings auch passieren, dass relevante Filme etwa von Netflix produziert oder gekauft werden und gar nicht mehr ins Kino kommen. Im Übrigen liefen auch in 2018 selbst im Kölner Stadtanzeiger besprochene Filme, die ich sehen wollte, nicht immer in Köln, weshalb ich sie gar nicht gesehen habe. 

Aber gut, dann komme ich mal zum Thema. Ich war erstmals in diesem Jahr wieder im Kino: 

In Clint Eastwood's Film „The Mule“ hat sich der alte Haudegen mal wieder selbst die Rolle auf den Leib geschneidert, spielt er doch wieder selbst die Hauptrolle als eigensinniger, inzwischen alter Mann mit streckenweise fehlender Sozialkompetenz und gescheiterter Ehe. 

Seine Gärtnerei geht bankrott und zufällig bietet sich ihm die Gelegenheit, als Fahrer für Kleintransporte einen neuen Job zu bekommen. Er transportiert dann Drogen im großen Stil für das Kartell. Dies schon bald wohl wissend, wird er dennoch Wiederholungstäter, da er äußerst lukrativ bezahlt wird, das Geld für wohltätige Zwecke gut gebrauchen kann und im Übrigen manchmal auch Schäferstündchen bei netten jungen Mädels in der Luxusvilla des Kartelchefs spendiert bekommt. Diese Szenen, frei aus anderen Kartell-Filmen adaptiert, konnte sich der Regisseur wohl unmöglich verkneifen. 

Der Film ist insgesamt dennoch stimmig, nur wenig gewalttätig und mitunter auch berührend. 

„Eastwood, mit vollem Körpereinsatz seiner eigenen, 88-jährigen Altersfragilität, macht in seinem Auftritt zugleich den Starrsinn als auch die Hilflosigkeit des Alterns sichtbar“, meint epd-film

Björn Runge's Film „Die Frau des Nobelpreisträgers“ erzählt nach einem Roman der US-amerikanischen Autorin Meg Wolitzer (The Wife, 2003), wie die förmliche Verleihung des Literatur-Nobelpreises an einen Schriftsteller (Jonathan Pryce) dessen Ehe-Beziehung zum Einsturz bringt und mittelbar dessen Tod in Stockholm verursacht. Beleuchtet werden dabei Vermutungen und Fakten um Schriftsteller, deren Bücher von ihren wesentlich talentierteren Ehefrauen mitgeschrieben wurden. Die Geschichte spielt Anfang der 1990er Jahre, reicht in Rückblenden jedoch bis in die 1960er Jahre zurück. 

Der Film ist insgesamt stimmig, mitunter auch berührend. Sowohl die Darstellung des sich anbahnenden Ehekonflikts als auch der gesellschaftlichen Umgangsformen anlässlich der Preisverleihung wirken – zumindest aus meiner Sicht – sehr authentisch. 

Der Film „setzt sich subtil mit Lebenslügen und Enttäuschungen sowie mit Geltungsdrang und Geniekult, gesellschaftlichen Denkklischees und struktureller Unterdrückung auseinander“, meint kino-zeit.

Mittwoch, 13. Februar 2019

Firefox-Neuinstallation

Da ist es mir doch gestern Abend erstmals passiert, dass ich am PC Firefox nicht gestartet bekommen habe und die Fehlermeldung "XULRunner-Error Platform-Version .... nicht kompatibel" erschien.

Woanders bzw. am Smartphone konnte ich herausfinden, was zu tun ist, nämlich Firefox deinstallieren und neu installieren. 

Der einfachste Rat war, Firefox dann mit einem anderen Browser zu installieren. Nur leider hatte ich keinen. Dann gibt es theoretisch noch die Möglichkeit, in Windows mit einem Befehl auf Verzeichnisse eines ftp-Servers zuzugreifen und die nötigen Dateien herunterzuladen. Das funktionierte aus mir nicht bekannten Gründen überhaupt nicht.  

Schließlich fand ich in einer Schublade noch eine 10 Jahre alte Zeitschriften-DVD mit einer Firefox-Version. Die habe ich installiert (was ging!!). Sehr, sehr laaaaaangsam lief dieses Firefox, aber man konnte von dort Firefox aktualisieren. Na, super!

Dieser Mist hat wieder Stunden gedauert, als hätte man nichts Besseres zu tun im Leben. 

Nachtrag 15.02.:

Die Aktualisierung ging nur bis zu einer bestimmten Versionsnummer. Man bekommt dann irgendwann eine Meldung auf den PC - und kann dann "Firefox Quantum" herunterladen. Jetzt ist es aber aktuell.

Ich habe aus dem Vorfall gelernt, und jetzt auch für ähnliche Notfälle als Zweit-Browser den Chrome-Browser auf dem PC installiert.

Einkaufen bei REWE

Ich habe erstmals meine Waren selbst eingescannt und an der Scanner-Kasse bei REWE am Barbarossaplatz bezahlt.

Alte Leute machen das normalerweise zunächst nicht freiwillig. Aber was will man machen, wenn keine "Fleisch-und-Blut-Kasse" besetzt ist? 

Rechts vom Scanner legt man die Waren auf eine Waage. Dorthin warf ich auch meine, in den Laden mitgebrachte Zeitschrift. Die Kasse meldete daraufhin ein "unerwartetes Objekt".

Frühere SF-Autoren und Filmemacher haben haben das seelenlose Kassenpersonal noch menschenähnlich gestaltet. Es gibt also noch Entwicklungspotenzial. Auch gab es keine Möglichkeit, einer flugfähigen Lastendrohne mitzuteilen, die Waren auf meinen Balkon zu fliegen.

Dienstag, 12. Februar 2019

Sound-Welten (01/2019)

In dieser Alben-Prüfserie gefiel mir das Album von Renaissance am besten. 

Jessica Risker. Album: I See You Among The Stars (2018). Vielleicht drittes Album einer US-Lady. „Eine Psych-Folk-Platte mit viel Potenzial“, meint e1nenhabichnoch. Mir sagt der softig-friedfertige Sound dieser 30-Minuten-Platte jedoch nicht so zu. SHR: 1 – 25 T. WD: n.v. 

Juanita Stein. Album: Until The Lights Fade (2018). Zweites Album einer australischen Indie-Rock-Lady. Man kann den Sound überwiegend ganz gut anhören, aber wer legt sich schon ein 30-minütiges Album zu? Plattenladentipps meint: „Der kraftvoll-knorrige Klang akustischer und elektrischer Gitarren korrespondiert wundervoll mit der Stimme“ der Lady. SHR: 7 – 121 T. WD: n.v. 

Knochenfabrik. Album: Ameisenstaat (1997). Mal wieder etwas Historisches: eine Deutschpunkband aus Köln, die es auf zwei Studioalben brachte. Von den 23 Songs dieses Albums schafft keiner die 3-Minuten-Marke. Man hört, was man erwartet: Punk mit sozialkritischen Texten. Manchmal ist dieser Sound ganz erholsam, aber eben auch nur manchmal. SHR: 22 – 70 T. WD: 28/day. 

Lady Lamb. Album: After (2015). Zweites und bislang auch letztes Album einer US-amerikanischen Indie-Rock-Lady. Zumindest auf spotify ziemlich erfolgreich. Mir selbst ist der Sound oft zu aufdringlich, während die ruhigen Songs manchmal überzeugen können. SHR: 149 – 3.489 T. WD: n.v. 

Macy Gray. Album: Stripped (2016). Neuntes Album einer US-amerikanischen R&B-Chanteuse. Dieses Album ist allerdings sehr jazzig ausgefallen. Auf spotify sehr erfolgreich. Mir ist der Sound jedoch zu mainstreamig. SHR: 310 – 6.179 T. WD: 28/day. 

Nova Materia. Album: It Comes (2018). Debut-Album eines französisch-chilenischen Elektro-Duos. „Ein klassisches, hypnotisches und leicht unerbittliches Club-Album“, meint gaesteliste. Stahlrohre, Eisenplatten oder über Metalloberflächen gezogene Steine bilden die Basis des dennoch stark elektronisch-technoid wirkenden Sounds. Das kann ich streckenweise anhören, auf die Dauer nervt es mich aber. SHR: 1 – 24 T. WD: n.v. 

Okay Kaya. Album: Both (2018). Debut-Album einer amerikanisch-norwegischen Singer-/Songwriterin mit Folk-/Pop-Ambitionen. Softer, manchmal zerbrechlicher Sound, manchmal aus meiner Sicht auch ins Kitschige abdriftend. SHR: 56 – 954 T. WD: n.v. 

Project: Patchwork. Album: Re/Flection (2018). Zweites Album einer deutschen Art-Rock-Band. Der Sound hat 70er-Jahre-Feeling. Eine „gelungene Mischung aus Prog, etwas Metall, viel Art-Rock und dem einen oder anderen Hauch Folk“, meint musikreviews. Aus meiner Sicht überzeugen die Songs jedoch nicht immer. Anspieltipp: „A Winter's Tale“. SHR: 1 T. WD: n.v. 

Renaissance. Album: A Symphonic Journey (2018). Renaissance, hier mit dem Renaissance Chamber Orchestra live at the Keswick Theatre Ende 2017, das war wahrscheinlich ein Herzenswunsch einer der besten Progressive-Rock-Sängerinnen, die diese Szene je hatte, noch ein vielleicht letztes Mal in bombastischeren Rahmen aufzutreten und an die Hoch-Zeiten der Band Mitte der 1970er Jahre anzuknüpfen. Die Mitstreiter von damals sind längst tot, und Frau Haslam wird nun auch bald 73 Jahre alt. Fast alle Platten dieser Band habe ich im Jahr 1979, das allerdings auch deren Niedergang einläutete, gekauft. Es ist möglich, dass ich mir diese neue Live-Scheibe aus nostalgischen Gründen zulegen werde. „Ein schöner Trip in die Vergangenheit mit kleineren, schlussendlich verzeihbaren Makeln“, meint betreutesproggen. SHR: 2 – 32 T. WD: 29/day.

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song.
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), 
n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Montag, 11. Februar 2019

Meine Woche (KW 6)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, Vater besucht, in der "Braustelle" mit Freund zu einigen nächlichen Bieren gewesen. 

Gesehen: Kölner Tristesse und viel TV bei WDR 3, z.B. Abenteuer Erde, Quarks, Markt, Tatort. 

Gehört: Autumnal Blossom, Baaba Kulka, Ensemble Du Verre, Erik Truffaz, King Crimson (und natürlich Umweltgeräusche). 

Gelesen: in George R. Stewart's Roman "Leben ohne Ende", im Kölner Stadtanzeiger, der Rock-Zeitschrift Eclipsed und der Choices. 

Gegessen: mittelprächtiges Kantinenessen, aber auch selbst gemachte Hühnersuppe und mein übliches Wok-Gemüse mit Lachsfilet. 

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Kölsch, Mango-Kokos-Tee und Grapefruit-Saft. 

Gefunden, geborgen: ein paar Sachen aus Vaters Wohnung, vor allem Chromagan-Geschirr, im öffentlichen Bücherschrank zwei Romane, Nagib Machfus „Die Midaq-Gasse“, Yann Martel „Schiffbruch mit Tiger“. 

Verloren: ---   

Gestaunt, gewundert: --- 

Gefreut: über den unverändert noch existierenden Arbeitsplatz nach 6 Wochen Abwesenheit kann man sich schon mal freuen. 

Gelacht: es gab nichts zu lachen. 

Gewünscht: mehr Freizeit wünsche ich mir - zugegeben - andauernd. 

Gefühlt: geht so, eine Erkältung habe ich bisher noch nicht bekommen.    

Gemessen: die Anzahl der Schritte. 

Gedacht: ins Kino könnte ich ja auch mal wieder gehen. Das scheiterte am Sonntag aber beispielsweise daran, dass ich zwar pünktlich dort war, aber in Anbetracht der langen Schlange bei diesem Chaos-Kino die Eintrittskarte vermutlich erst hätte erwerben können, nachdem der Film schon halb vorbei ist. 

Gefrustet: nur wenig. 

Genervt, geärgert: nur wenig. 

Fazit: eine mittelmäßige Woche (das sind ja statistisch gesehen die meisten). 

Bücherwelten-Romane

Die Idee, Büchern eine wichtige Rolle in einem Roman oder einer Erzählung beizumessen, ist uralt. Wenn diesen Büchern dann eine „magische Kraft“ innewohnt, weil sie beispielsweise wirksame Zaubersprüche enthalten oder Pforten in andere Welten öffnen, bewegen wir uns direkt im Bereich von Fantasy und/oder Phantastik. 

Es gibt - auch international - erfolgreiche Beispiele von deutschen Autor_innen, zu denen in jedem Fall Michael Ende's „Die unendliche Geschichte“ (1979) oder die Tintenwelt-Trilogie (2003-07) von Cornelia Funke gehören. Die Tintenwelt-Trilogie kenne ich nicht, aber „Die unendliche Geschichte“ fand ich damals, als sie erschien, schon sehr toll. 

Während in diesen und vielen vergleichbaren anderen Büchern wahrscheinlich nur einzelne Bücher oder einzelne Antiquariate im Mittelpunkt stehen oder Schauplatz des Geschehens sind, ist es in Walter Moers' Fantasy-Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ (2004) eine ganze fiktive Stadt mit endlosen uralten Katakomben voller Bücher und Bibliotheken. 

Während meines Urlaubs habe ich auch Zeit gefunden, zwei Romane zu lesen. Als jeweils erster Teil eines neuen, inzwischen mehrbändigen Zyklus greifen sie die Idee von der Existenz großer, geheimnisvoller Bibliotheken auf und versuchen diesem Plot neue Nuancen hinzuzufügen: 

Kai Meyer „Die Seiten der Welt“ (2014). Der Autor ist ein „alter Hase“, der schon Dutzende von Romanen geschrieben hat und von dem ich schon vor knapp 20 Jahren ein erstes Buch („Der Schattenesser“, 1996) las. „Die Seiten der Welt“ gewann die deutschen Phantastik-Literaturpreis-Seraph. Inzwischen gibt es vier Fortsetzungen. 

Genevieve Cogman „Die unsichtbare Bibliothek“ (orig.: The Invisible Library, 2015). Die Britin schrieb hier ihren erfolgreichen Debut-Roman, der daher inzwischen vier Fortsetzungen erfahren hat. 

Ich will die Geschichten hier inhaltlich gar nicht groß erzählen, das haben schon Andere gemacht. Phantastik- und Steampunk-Elemente haben beide Fantasy-Romane. In Kai Meyers Roman ist die Protagonistin der Geschichte ein junges Mädchen, bei Genevieve Cogman eine junge Frau. 

Kai Meyers Plot hat riesige labyrinthische Bibliotheken, eine Stadt der Bücher, zahlreiche Geheimnisse und phantastische Wesen, Tore in eine andere Welt, Intrigen, Mord und Totschlag auf der Suche nach bestimmten Büchern. 

In Genevieve Cogman's Roman ist die Bibliothek selbst in einer undefinierbaren zeitlosen Zwischenwelt angesiedelt. Man sammelt dort seltene Bücher aus Parallelwelten, die über magische Tore betreten und dort beschafft werden müssen. Zahlreiche Geheimnisse und phantastische Wesen, Tore in eine andere Welt, Intrigen, Mord und Totschlag auf der Suche nach bestimmten Büchern sind auch hier zu finden. 

Den wirklich „großen Wurf“ kann ich den beiden Büchern nicht attestieren. Man kann sie ganz gut und flüssig lesen, aber ich fühlte Schwächen bei der atmosphärischen Ausgestaltung, beim Stil, vermißte intellektuellen Tiefgang in den Dialogen, es viele phantastische Elemente und Ereignisse, die aber nur zugunsten von zu viel Action- und Abenteuer-Feeling angerissen werden. 

Mitunter hatte ich den Eindruck, dass diese Bücher zu offensichtlich für die Zielgruppe „junge Mädchen“ geschrieben wurden.

Mittwoch, 6. Februar 2019

Blüten müssen her!

Wieder zu Hause nach meinem 5-wöchigen Kanaren-Urlaub bekam ich die Tristesse des Wetters (grau-kühl) und die Tristesse des Pflanzenbestandes in der Wohnung, der schon seit längerer Zeit vor sich hin stagniert oder gar fault zu spüren und hatte am Montag - meinem letzten freien Urlaubstag - das Bedürfnis, Blüten und und mehr Farbe auf die Fensterbänke zu bringen.


>Also kaufte ich (mal wieder) eine neue Orchidee und eine Flamingoblume.<

Montag, 4. Februar 2019

Meine Woche (KW 5)

Getan: Relaxt auf Gran Canaria, viel durch die Dünen gewandert und dort gelesen, auch in den Bergen gewesen und Küstenorte erforscht; am Freitag Rückflug nach Köln. 

Gesehen: neue Orte auf Gran Canaria.

Gehört: Umweltgeräusche, manchmal nur den Wind. Music: Emmerhoff And The Melancholy Babies, Enigma, The Heard, Poems For Laila, Whispering Sons.

Gelesen: in Kai Meyer's Roman "Die Seiten der Welt", in George R. Stewart's Roman "Leben ohne Ende", im Kölner Stadtanzeiger und der Choices.

Gegessen: oft habe ich gebratene Leber mit Pommes, Zwiebeln, Salat gegessen. Aus irgendeinem Grund stand ich auf dieses Essen. Zurück in Köln habe ich gestern erst mal Spaghetti gegessen und prophylaktisch einen großen Pott Hühnersuppe gekocht.

Getrunken: überwiegend Kaffee und Bier, auch Limon-Fanta, gelegentlich Säfte und in Köln auch Glühwein.

Gefunden, geborgen: Preethi Nair's Roman "Koriandergrün und Safranrot" im öffentlichen Bücherschrank.

Verloren: ---  

Gekauft: Übernachtungsmöglichkeiten. 

Gestaunt, gewundert: über viele tote kleine Fische am Strand von Maspalomas.

Gefreut: über den reibungslosen Rückflug nach Köln. Ich hatte auch 3 Sitze für mich und keinerlei Platzenge. Endlich mal wieder Musik hören zu Hause.

Gelacht: ---  

Gewünscht: ---

Gefühlt: ausgepowert und etwas unmotiviert in den letzten Urlaubstagen, ausgeglichen.   
Gemessen: die Anzahl der Schritte.

Geforscht: "Gegend" auf Gran Canaria.

Gedacht: als Winterflucht-Ziel sind die Kanaren durchaus geeignet. Aber auch an der warmen Heizung meiner Wohnung lässt es sich in Köln aushalten.

Gefrustet: ---

Genervt, geärgert: ---

Fazit: die Luft ist am Ende etwas raus aus dem Urlaub gewesen.