Samstag, 15. Juni 2019

Im Kino: Roads

Sebastian Schipper erzählt in seinem Film eine Mischung aus Road Movie und Flüchtlingsgeschichte. Da ist der pubertäre Sohn während eines Marokko-Urlaubs genervt vom Familienleben in der All-Inclusive-Unterkunft und „klaut“ das elterliche Wohnmobil, um sich auf nach Hause (England) zu machen. Unterwegs noch in Marokko gabelt er einen Flüchtling aus dem Kongo auf, der ihm hilft, mit dem Fahrzeug klar zu kommen und seinen Bruder in Frankreich suchen will. 

Gemeinsam bestehen sie dann diverse Abenteuer, um über Spanien nach Frankreich zu gelangen – Schmuggel von Haschisch inklusive. 

Als authentisch überzeugend erzählt empfand ich die Geschichte nicht. Im letzten Drittel in den Flüchtlingscamps Frankreichs wirken die Ereignisse und das Umfeld dann etwas realistischer. Punkten kann der Film mit seiner zwischenmenschlichen Note, allerdings ist der Soundtrack etwas „schmalzig“. 

Lt. epd-filmist dieser Film, der holpert und poltert wie das alte Wohnmobil, dann am stärksten, wenn er nah bei den beiden Heimatlosen bleibt“. 

Eine Thermalquellen-Exkursion in Aachen

Für diese organisierte Angelegenheit musste ich früh aufstehen, um den Zug um 08:15 Uhr zu bekommen. Klar, ich schlief zu wenig und schlecht (trotz Bierdose am Vorabend, um besser einschlafen zu können). 

In Aachen gibt es zwei Kalksteinstreifen im Stadtgebiet, an denen warme Thermalquellen austreten. Bei wikipedia könnt ihr euch das auf einer Karte ansehen und auch über die Geologie der Quellen und die wechselhafte Geschichte der Bäder nachlesen. 

Diese Quellen sind schon lange bekannt, bereits die Römer hatten hier um das Jahr 50 n. Chr. ein Bad gebaut, später badete auch Karl der Große in neu errichteten Bädern. Ab etwa 1660 gab es diverse Hochphasen des Bäderbetriebs mit großen mondänen Bädern. Die Industrialisierung und insbesondere später der 2. Weltkrieg mit seiner Komplettzerstörung der Bäder führten dann jedoch zum Niedergang bzw. zur Verlagerung in moderatem Ausmaß in den Norden von Aachen. 

Heute kann man in einem Ausstellungsraum der Stadtverwaltung an der Kaiserquelle noch aktive Quelltechnik sehen: 


>Speicher- und Rohrleitungstechnik. Im unteren Bild sieht man die korrosive Kraft des schwefelhaltigen Thermalwassers.<
 


Oft sieht man allerdings nicht mehr viel von den Quellen: 



Und manchmal sieht es nach Sanierungsgebiet aus, so liegt beispielsweise nahebei auch das stillgelegte Horten-Kaufhaus: 


>Horten – das war mal die viertgrößte deutsche Kaufhauskette, ist mir aber nicht besonders vertraut, da Köln keinen Standort hatte. Die letzten Kaufhäuser der in den 1930er Jahren gegründeten Helmut Horten KG gingen im Jahr 2004 endgültig unter.< 

Firmengeschichte: Horten AG

Wir gingen dann zum Elisenbrunnen, der in einer offenen Wandelhalle mit dorischem Säulenvorbau liegt. Hier sprudelt warmes Quellwasser der Kaiserquelle aus zwei kleinen Hähnen in die Becken. Den Schwefelgehalt des Wassers riecht man. 


>Am Elisenbrunnen<



An einer Grünanlage gelegen, gibt es hier auch einige nette Gastronomiebetriebe. 

Gegessen haben wir aber im Aposto im Alten Posthof: 



Danach ging's zurück zum Bahnhof und zurück nach Köln. 


Eine Wanderung nördlich von Mechernich

Ich kam erst wieder nachmittags los. Mit etwa 19 Grad war es für Juni relativ kühl. Die 16.4 km lange Tour führte vorbei an einem Steinbruch, durch Wald, zu einem Schloss, durch mehrere Orte und im Bruchbachtal entlang.



>Griesberg bei Mechernich< 

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es eine Langfassung dieses Berichts mit mehr Fotos.
 

Montag, 10. Juni 2019

Meine Woche (KW 24)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert bei Mechernich (Bericht folgt). 


>Im Bruchbachtal<

Gesehen: im Kino „Oray“, „Ramen Shop“ (Bericht), „High Life“.  

Gehört: The Gathering, The Ghost of Lemora, Girls Under Glas.  

Gelesen: in Cixin Liu's Roman „Die drei Sonnen“, in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“ und der Eclipsed.  

Gegessen: in letzter Zeit bei diesen warmen Tagen sind öfter mal wieder Müsli oder Corn Flakes mit kalter Milch angesagt.  

Getrunken: ganz überwiegend Kaffee, auch Weizenbier, Kölsch und Wasser.  

Gewünscht: mehr Power.  

Gefühlt: es geht so. Ein leichter Virus hat mich wohl etwas schlapp gemacht.  

Gedacht: irgendwann erwischt uns hier in Anbetracht des stark schwankenden Wetters auch mal so eine Roland-Emmerich-Windhose.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Fazit: eine passable Woche mit stark schwankenden Temperaturen. 

Im Kino: High Life

Claire Denis hat mit ihren gut 70 Jahren erstmals einen Science Fiction inszeniert. Es spielt im Weltall. Ein Raumschiff mit einer gemischten Crew aus vielleicht 6 Personen, die Strafgefangene waren, ist unterwegs, um experimentell Schwarze Löcher für die Energiegewinnung anzuzapfen. Eine Reise ohne Wiederkehr. 

In Vor- und Rückblenden wird von dieser Reise und dem Leben auf dem Raumschiff mit seinen Konflikten erzählt, das für die meisten Crew-Mitglieder tödlich endet. Sexuelle Obsessionen und ihre Befriedigung spielen hierbei eine wichtige Rolle im Film. 

Der Film wirkte auf mich besonders am Anfang etwas sperrig-langatmig. Vielleicht ist dies in Anbetracht der zu vermutenden tödlichen Langeweile im Weltraum auch so gewollt – Stanley Kubrick's „2001“ war in dieser Hinsicht ja auch nicht so spannend. Punkten kann der Film allerdings mit Juliette Binoche als obsessiv-erotische Team-Ärztin und der Filmmusik des Tindersticks-Frontmannes. 

Ein Film von exquisiter Schönheit“, meint critic.

Samstag, 8. Juni 2019

Eine Lost-Place-Wanderung bei Mechernich

Am Dienstag war ich bei relativ warmem Wetter nachmittags und am frühen Abend unterwegs in der Eifel bei Mechernich. Auf dieser Tour ging es weitgehend um industrielle Ruinen des früheren Erzbergbaus. 


 >Der Große Eindicker - Beckenrand<

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh habe ich die ausführlichere Beschreibung der Tour hinterlegt.
 

Mittwoch, 5. Juni 2019

Im Kino: Oray

Mehmet Akif Büyükatalay's in Köln und Hagen spielender Film ist wie aus einer Parallelwelt. Es kommen auch nur Türk_innen im Film vor. Der Protaginst bewegt sich in seinem Umfeld aus Ehefrau, Verwandten und Bekannten, Gebrauchtwaren-Flohmärkten, türkischen Festen wie Hochzeitfeiern, Wohnungen, Absteigen, Kneipen und der Moschee. Er ist gläubiger als vielleicht der türkische Durchschnitt, steht in aller Frühe auf, um zu beten, glaubt auch ansonsten ziemlich viel, was die Prediger so erzählen. 

Der Film kreist hierbei um ein bestimmtes Wort, das, wenn es ausgesprochen wird, eine dreimonatige Trennung von der Ehefrau bedeutet. Deshalb muss er nach Köln ziehen. Wird das Wort drei Mal ausgesprochen, bedeutet es Scheidung. 

Was soll man dazu sagen? Als Parallelwelten-Film aus der deutschen Heimat ist Film thematisch interessant, auch schauspielerisch authentisch, visuell aber eher durchschnittlich. 

Es ist ein Fim, der „neue Blickwinkel und Einsichten ermöglicht ins Lebenswelten, die man sonst nur klischeehaft verzerrt auf der Leinwand oder im Fernsehen sieht“, meint kino-zeit

Montag, 3. Juni 2019

Meine Woche (KW 23)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, oft im Kino gewesen, mit Freund in der Ehrenfelder Braustelle getroffen, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert zwischen Satzvey und Euskirchen.  

Gesehen: im Kino „Greta“, „Das Familienfoto“, „The Wild Boys“.  

Gehört: Faust, Frank Wöste, The Gathering, Galley Beggar (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: in Cixin Liu's Roman „Die drei Sonnen“, in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“, im Kölner Stadtanzeiger, in der Virus und der Eclipsed.  

Gegessen: Heute gab's zu Hause Granelen mit Pilzen und Gemüse im Wok. Das war vielleicht auch das Highlight der Woche.  

Getrunken: ganz überwiegend Kaffee, auch Kölsch.  

Gewünscht: noch mehr Freizeit.  

Gekauft: nichts > 20 €.  

Gefühlt: oft zu müde.  

Gestaunt: in mein Vogelhaus ist anscheinend eine Kohlmeise eingezogen.

Gedacht: unsere Politiker können offensichtlich eher keine Kritik vertragen.  

Geplant: den Aufruf der Instagram-App werde ich ab sofort auf max. 3 Tage einer Woche beschränken. Das Suchtpotenzial der sozialen Netzwerke im Allgemeinen war schon längst Thema bei Ärztekongressen. Ich merke den Sog. Und vor allem brauche ich auch noch Freizeit, um nichts oder Anderes zu tun, sonst gerate ich aus dem mentalen Gleichgewicht.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Fazit: eine passable Woche mit tollem Wochenend-Wetter. 

Im Kino: The Wild Boys

Bertrand Mandico's Film handelt von einer Handvoll Jugendlicher, die in einem rituellen, vermutlich drogengeschwängerten Rausch ihre Lehrerin ermorden. Vor Gericht kommen sie frei, aber die Eltern vertrauen die Jungen einem alten Kapitän, der verspricht, die Jungen auf seinem Schiff ordentlich zu erziehen. Er bietet haarige Früchte an, die die Jungen in einen Rausch versetzen. Sie finden sich danach am Hals angekettet an Bord wieder und müssen fortan dort alle Befehle ausführen, um nicht erwürgt zu werden. Zu essen gibt es nur noch haarige Früchte. 

Später kommen sie zu einer geheimnisvollen Insel mit sonderbarer, nicht ungefährlicher Vegetation und einer geheimnisvollen Frau, die gelegentlich junge Männer braucht. Sie nimmt nur einen und die anderen brechen mit dem Kapitän wieder auf. Das Schiff gerät in einen Sturm und kentert. Die Jugendlichen gelangen wieder an den Strand der Insel, doch der Kapitän ist tot. 
Das Miasma der Insel führt dazu, dass sie sich langsam in Frauen verwandeln. 

Dieser Film ist mit einfachen Mitteln gedreht, oft in schwarzweiss. Die bizarre Story, der psychedelische Touch, die manchmal auch merkwürdige Musik können gleichwohl überzeugen. Man sieht selten so merkwürdige Filme im Kino. 

Ein Psychiater würde dem Regisseur möglicherweise irgendeine Sexualobsession bescheinigen“, meint – natürlich auszugsweise – kino-zeit. Ja, das kann man wohl tun. 

Sonntag, 2. Juni 2019

Wandern am Veybach

Am letzten Donnerstag war es überwiegend recht düster bewölkt. Es regnete nicht, es war aber auch nicht warm genug, um ohne zumindest dünne Jacke zu laufen. 

Meine Tour führte vom Bahnhof Satzvey weitgehend am Veybach entlang nach Euskirchen. 



Diesen Weg finde ich als kleinere, diesmal 11.3 km lange Tour immer vergleichsweise ansprechend, da sie sowohl durch Felder als auch an industriellen Relikten vorbei führt. 

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh habe ich den vollständigen Bericht zur Tour mit mehr Fotos  hinterlegt.

Samstag, 1. Juni 2019

Im Kino: Das Familienfoto

Cecilia Rouaud's französischer Film erzählt von Geschwistern und ihrem Familienanhang, die zusammenkommen müssen, um sich um die zunehmend tüttelige Oma mit ihren alzheimerverdächtigen Syptomen zu kümmern. 

Dabei kämpfen sie alle mit ihren eigenen mehr oder weniger großen Sorgen und ihren Lebensalltag, der bewältigt werden will. 

Der tendenziell gemütliche Film besticht durch das sehr authentisch wirkende Spiel aller Schauspieler_innen, aber vielleicht sind diese Geschichten auch etwas zu unaufregend, um hieraus einen herausragenden Film zu machen.

Der Regisseurin geht es darum, „auf subtile und oft lakonische Weise die Auswirkung dieser Neurosen auf die Beziehungen zu anderen Menschen spürbar zu machen“, meint epd-film.

Wandern südwestlich von Sinzig

Am letzten Sonntag war es weder sonnig noch besonders warm (maximal 20 Grad). Ich ging trotzdem ohne Jacke, was bei mir vielleicht ein paar kleinere Erkältungssymptome in dieser Woche ausgelöst hat. 

Sinzig, am Rande des „Ahr-Deltas“ gelegen, war Ausgangs- und Endpunkt der knapp 18 km langen Wanderung. Es gab einige Nutztiere auf den Weiden zu sehen, ein Schloss, einen Lost Place etc. 


>Schloss Ahrental<

Mehr Details und Photos könnt ihr bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh einsehen.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Im Kino: Greta

Neil Jordan's in New York spielender Psychothriller „Greta“ handelt von einer reichlich gestörten Frau (gespielt von Isabelle Huppert), die absichtlich Handtaschen in der U-Bahn vergißt, um sich diese von Finderinnen zurückbringen zu lassen. Diese werden dann von ihr umgarnt, zum Essen eingeladen etc., später terrorisiert, eingesperrt, versklavt und wahrscheinlich ermordet. 

Schauspielerisch durchaus überzeugend und mitunter auch spannend, wirkt die Inszenierung dennoch sehr artifiziell und konstruiert. Immerhin hat der Film noch ein ansprechendes Ende. Dennoch gibt es deutlich bessere Filme von diesem Regisseur, etwa „Byzantium“ (2012). 

Überkandidelte Klischeeparade, die man schon sehr früh nicht mehr ernst nehmen kann“, meint kino-zeit zum neuen Film.

Montag, 27. Mai 2019

Meine Woche (KW 22)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert bei Sinzig (Bericht folgt).  



Gesehen: im Kino „Loronas Fluch“, „Nur eine Frau“; im TV/WDR einen tollen Film „Abenteuer Erde: Überraschungseier – Neues von Kuckuck & Co.“ und den Donnerstags-Tatort.  

Gehört: Empyrion, Esben And The Witch, Faun, Faust, The Gathering (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: in Cixin Liu's Roman „Die drei Sonnen“, in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“, im Kölner Stadtanzeiger und in der Virus.  

Gegessen: Spargel mit Kochschinken ist immer noch „in“. Zuletzt gab es allerdings Wolfsbarsch mit Gemüse im Wok. 

Getrunken: ganz überwiegend Kaffee, auch Tomatensaft und Wasser.  

Gewünscht: wieder die 4-Tage-Woche.  

Gekauft: nichts > 20 €.  

Gefühlt: ungewöhnlich wenig genervt.  

Gestaunt: über das Wahlergebnis der Europawahl? 

Gedacht: wenn es schon ausgiebig regnen muss, dann bitte nachts; am Ende der Woche wurde es aber besser.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Fazit: eine passable, aber unauffällige Woche. 

Samstag, 25. Mai 2019

Im Kino: Nur eine Frau

Nach einem wahren Fall handelt Sherry Hormann's semidokumentarisches Berlin-Drama den anatolisch-türkischen, innerfamiliären Ehrenmord an einer Frau (Almila Bagriacik) ab, die in die Türkei zwangsverheiratet wird, bald mit ihrem gewalttätigen Mann nicht klar kommt und zu ihrer ebenfalls erzkonservativen, kinderreichen Familie nach Berlin zurückflüchtet. 

Dort wird sie zwar nicht zurückgeschickt, darf jedoch quasi als Haushaltssklavin kaum und wenn, dann nicht ohne Begleitung das Haus verlassen. Aus diesem Korsett bricht sie auch aus, steht jedoch trotz eigener Wohnung quasi unter Dauerbeobachtung. Da sie sich von ihrer Familie auch nicht lösen kann, schaukelt sich der Konflikt im Laufe der Jahre immer weiter hoch, da sie mit vielen Traditionen wie Kopftuch, Tanzverbot etc. gebrochen hat. 

Man kann den schauspielerisch überzeugenden Film gut anschauen, andererseits bringt die Geschichte aber auch nicht viel Neues an Fakten und ich glaube auch nicht, dass sich grundlegend viel in den letzten 15 Jahren an dieserart Konflikten um unzeitgemäße Traditionen und fehlgeleitete Ehrvorstellungen geändert hat. 

Ein intensiver, auf allen Ebenen gelungener, ebenso engagierter wie sensibler Film“, meint der filmdienst.

Wandern im Kottenforst bei Bonn

Am letzten Sonntag herrschte Risiko-Wetter mit Gewitterwarnung. Bei so einem Wetterbericht mache ich immer gerne eine siedlungsnahe Tour in der Umgebung „Kottenforst – Bonn“. 



Es grummelte und regnete später tatsächlich. Aber ich fand einen Unterschlupf unter einem Kirchenvordach. 

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh könnt ihr mehr Eindrücke über diese 15,5 km lange Tour sammeln.

Dienstag, 21. Mai 2019

Im Kino: Lloronas Fluch

Michael Chaves' in den 1970er Jahren in Los Angeles spielender Gruselfilm erzählt vorzugsweise von allein stehenden Müttern, deren Kinder – basierend auf einem mexikanischen Volksmärchen - von einem Dämon in Gestalt einer einstmals schönen, schon lange toten Frau geholt und ertränkt werden. Die Polizistin, deren Kinder nunmehr auch bedroht werden, versucht, den Dämon mit Hilfe eines abtrünnigen Priesters sowie diversen Wässerchen und Pulvern im Haus eine Falle zu stellen. 

Diese Frauen lassen nicht gerade rationales Verhalten erkennen, wenn sich der Dämon durch knarrende Türen und schlagende Fenster ankündigt. 

Vordergründig auf Schock- und Geräuscheffekte setzend und mit einem durchaus böse wirkenden, fauchenden Dämon ausgestattet, mangelt es der Geschichte - auch aus meiner Sicht - an Subtilität und erzählerischer Überzeugungskraft. 

Lediglich die kuriosen Exorzismus-Methoden bleiben im letzten Drittel in Erinnerung“, meint film-rezensionen.

Montag, 20. Mai 2019

Meine Woche (KW 21)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert im Kottenforst (Bericht folgt).  



Gesehen: im Kino „The Hole In The Ground“, „Das Ende der Wahrheit“.  

Gehört: Empyrion, Esben And The Witch, Faun, Garmarna, The Gathering (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gerochen: Wildschweine.


Gelesen: in Cixin Liu's Roman „Die drei Sonnen“, in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“ und im Kölner Stadtanzeiger.  

Gegessen: Spargel mit Kochschinken ist immer noch „in“.  

Getrunken: ganz überwiegend Kaffee, auch Wasser.  

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank der Kölner Südstadt Bahiyyih Nakhjjavani's Roman „Die Satteltascher“.  

Gefreut: über einige alte Buchen und Eichen.  

Gewünscht: insbesondere wärmeres Wetter und die 4-Tage-Woche.  

Gefühlt: angestrengt.  

Gedacht: mein Pilzmesser könnte zukünftig Probleme bereiten? Wird demnächst mein Makashi-Pilzmesser am Bahnhof beschlagnahmt, weil die Klinge 8 cm lang ist? Und die Pilztour muss ausfallen? Ich würde ja gern mal einen halbwegs vernunftgeleiteten und praktikablen Gesetzesentwurf sehen. Politiker nerven.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Fazit: eine passable, aber unauffällige Woche.

Sonntag, 19. Mai 2019

Im Kino: Das Ende der Wahrheit

Philipp Leinemann's Film ist ein souverän inszenierter Agenten-Thriller, der in Deutschland und Asien spielt und im Umfeld aktueller Thematiken wie Terrorismus, Drohnenkrieg und Waffenhandel angesiedelt ist. Wenn er auch hinsichtlich der Dramaturgie vielleicht nicht ganz an die manchmal in einem ähnlichem Metier angesiedelten Filme einer Kathryn Bigelow herankommt, so fehlt dennoch nicht viel. 

Erzählt wird von politisch-strategischen Machenschaften der Geheimdienste und Informanten. Als seine in der freien Presse tätige Freundin bei einem gezielten Anschlag auf ein deutsches Café ums Leben kommt, begibt sich der beim Nachrichtendienst tätige Hauptprotagonist auf Spurensuche. 

Ein deutscher Polit- und Agenten-Thriller mit exzellenten Hauptdarstellern, einer relevanten, klug erzählten Story sowie erstaunlich hochwertiger Optik“, meint filmstarts.

Samstag, 18. Mai 2019

Wanderung Nemmenich – Schwerfen – Satzvey

Am letzten Sonntag war es zwar heiter bis wolkig, aber nicht gerade übermäßig warm mit etwa 10 Grad Maximum im Schatten. Ich wanderte aus der Zülpicher Börde ins Eifel-Vorgebirge. 



Highlight war vermutlich ein Lost Place bei Firmenich, aber es lagen auch diverse Schlösser und Dörfer an der Route.

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh könnt ihr mehr Infos und Photos zu dieser Tour ansehen.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Im Kino: The Hole In The Ground

Lee Cronin's in Irland spielender Gruselfilm handelt von einer Mutter, die mit ihrem Sohn in ein einsam gelegenes Haus einzieht (wohin denn sonst?). Im nahe gelegenen Wald hat sich ein großes Loch (Erdfall) aufgetan, Boden und Bäume in die Tiefe gezogen. Dort findet sie eines Tages ihren Sohn und meint dann nach einigen Tagen, es sei nicht ihr Sohn, nachdem eine verrückte Alte auf der Straße genau dies zuvor geäußert und das Auto angegriffen hatte. 

Irgendwann ist sie sich in diesem Punkt sicher, isst ihr Sohn doch plötzlich Insekten und andere reguläre Speisen, die er bisher nicht gegessen hat. Nachdem sie ihn in einem Streit überwältigt und eingesperrt hat, macht sie sich nachts auf zum „Loch“ im Wald. 

Es gibt so einige Filmkritiken, die meinen, es sei ein guter Film, so meint etwa uncut: „ein weitestgehend origineller, versiert inszenierter, streckenweise subversiver und nicht zu selten erschreckender Horror-Beitrag“. 

Ich kann aber keinen Film für wirklich gut befinden, in dem eine Frau - als unvernünftiges Dummerchen dargestellt - allein und nur mit Taschenlampe bewaffnet nachts zu einem „Erdfall“ im tiefen Wald schleicht, um sich dort „verschlucken“ zu lassen und im Untergrund ihren Sohn zu finden. Überhaupt gewinnt der Film aus meiner Sicht erst nach einer Stunde an Fahrt.

Montag, 13. Mai 2019

Meine Woche (KW 20)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Basketball gespielt, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert nordwestlich von Euskirchen (Bericht folgt). 


>Ausgestorbener, verholzter Vogel, gesehen am Schievelsberg<

Gesehen: im Kino „Liebesfilm“, „Der Flohmarkt von Madame Claire“, im TV „Das schwarze Gold - Die Kaffeemacher aus NRW“ im WDR.  

Gehört: Emma Ruth Rundle, Emerson, Lake & Palmer, Garden of Delight (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: in Cixin Liu's Roman „Die drei Sonnen“, in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“ und im Kölner Stadtanzeiger.  

Gegessen: Spargel mit Kochschinken ist immer noch stark „in“.  

Getrunken: ganz überwiegend Kaffee, auch Wasser.  

Gekauft: nichts > 20 €.  

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank der Kölner Südstadt Marion Zimmer Bradley's Roman „Landung auf Darkover“, Rafik Schami's Roman „Der ehrliche Lügner“.  

Gefreut: Lost Place erkundet und über einige „Likes“.  

Gelernt: in Instagram Hashtags zu suchen und auch auf eigene Photos zu setzen. Nun ja, das ist ja wohl das „A & O“ einer sinnigen Nutzung.  

Gestaunt: über Instagram's Welt.  

Gewünscht: insbesondere wärmeres Wetter und 4-Tage-Woche.  

Gefühlt: ganz gut, vielleicht etwas unterkühlt? 

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Fazit: eine passable Woche. 

Freitag, 10. Mai 2019

Im Kino: Der Flohmarkt von Madame Claire

Julie Bertuccelli's Film spielt im südlicheren Frankreich und handelt von einer älteren Dame (Catherine Deneuve), die von Alzheimer-verwandten Symptomen geplagt wird und beschließt, möglichst viele der Gegenstände in ihrer schlossähnlichen Großvilla sofort zu verramschen, da sie denkt, noch an diesem Abend zu sterben. Sie engagiert einige Typen, die zufällig am Haus vorbei laufen, die alle Gegenstände und Möbel direkt aus dem Haus schaffen und vor der großzügigen Zufahrt zum Haus zum Verkauf aufstellen. Das spricht sich schnell rum, auch nahe Bekannte und die in Paris lebende Tochter erfahren schnell von diesen Aktionen und sind gar nicht damit einverstanden, bemühen sich, das Wichtigste mit Erinnerungswert zu retten. 

Visuell ist der Film weitgehend sehr schön, auch sehr französisch, wirkt wie eine Kamerafahrt durch ein Antiquitäten-Museum, mitunter aus kindlichen Augen. Es toben auch viele Kinder herum oder streifen durch das alte Haus. Der Film geht manchmal nahezu übergangslos um bis zu 40 Jahre zurück und zeigt bedeutende Ereignisse aus dem Leben der alten Dame im Haus und über die Rolle, die manche Gegenstände wie die Elefanten-Uhr damals gespielt haben. Nur das pompöse Ende des Films, das wirkt etwas „dick aufgetragen“. 

Ein magisches Filmmärchen über Loslassen und Versöhnung“, meint die haz.

Donnerstag, 9. Mai 2019

Habitat Köln

Mitte März ging bereits die Meldung rum, die Einrichtungshaus-Kette „Habitat“ werde alle Filialen in Deutschland schließen, da „Habitat Deutschland“ Insolvenz angemeldet hat. Es ist eine französische Kette, die nur 6 Standorte in Deutschland hat. 


 >Habitat, Köln<

Ich erwähne es hier nur, weil ich schon seit ziemlich vielen Jahren bestimmt Hunderte Male pro Jahr an „Habitat Köln“ vorbeigegangen bin. Es ist allerdings auch Jahre her, dass ich dort zuletzt mal etwas gekauft habe. Das liegt aber weniger am Angebot, vielmehr habe ich generell wenig Ambitionen, Wegwerf- und modischen Einrichtungstrends folgen zu müssen.

Im Kino: Liebesfilm

Robert Bohrer & Emma Rosa Simon inszenierten diese in Berlin spielende Liebesgeschichte mit Charme, Natürlichkeit und Originalität. 

Die Krise kommt bald in dieser Beziehung, denn der mehr durch Berlin und das Leben treibende Typ ist viel zu unreif, um den Kinderwunsch seiner Freundin verarbeiten zu können. So verlässt sie ihn erst einmal, um dann wiederzukommen und das Kind zu „verursachen“. 

Die Handlung dieser Liebesgeschichte folgt keiner festgelegten Dramaturgie und hat keinen konventionellen Spannungsbogen, kein Ziel und keine Aufgabe. Deshalb wirkt der Film so authentisch“, meint kino-zeit

So wirklich viel hängen blieb bei mir von dem Film nicht, aber er kann auch mit noch einigen surrealen Stilmitteln aufwarten, zeigt er mitunter doch, was im Kopf der Protagonist_innen vor sich geht.

Dienstag, 7. Mai 2019

Meine Woche (KW 19)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert in der Umgebung von Neuwied.  

Gesehen: im Kino „Atlas“, DVD „Cold Skin“, im TV z.B. einen tollen Stadtvogel-Film („Quarks XL: Alle Vögel sind schon da - die verrückte Vogelwelt im Westen“) im WDR.  


>Die OFF-Broadway-Cat. Passt auf, dass die Zuschauer ihr Smartphone vor dem Film ausschalten. Es gibt einen animierten Clip mit mordender Katze im Kino vor dem Hauptfilm zu sehen.<
 
Gehört: Eloy, Emerson, Lake & Palmer, Garbage, Garden of Delight sowie einige Alben bei spotify (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: Albert Sánchez Pinol's Roman „Im Rausch der Stille“ beendet und in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“, im Greenpeace Magazin, im Kölner Stadtanzeiger und in der Virus.  

Gegessen: Spargel mit Kochschinken ist noch stark „in“.  

Getrunken: Kaffee, Grapefruit-Saft, Weizen-Bier.  

Gekauft: nichts > 20 €.  

Gefreut: über 4-Tage-Woche und eine auf Anhieb gefundene spezielle DVD bei Saturn.  

Gelernt: Photos vom Smartphone über USB-Kabel auf PC zu speichern.  

Gewünscht: deutlich besseres, insbesondere wärmeres Wetter.  

Gefühlt: ganz gut.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Gedacht: ich muss mich unbedingt mehr um Instagram kümmern und vor allem die korrekte Funktionsweise ermitteln. 

Fazit: eine passable Woche. 

Montag, 6. Mai 2019

Bücherwelten: Albert Sánchez Piñol „Im Rausch der Stille“

Es ist ein Roman (orig.: La Pell Freda, 2002) düsterer Imagination, eine Reise ins Herz der Finsternis in der literarischen Tradition lange verstorbener Autoren wie Joseph Conrad, den der spanische Anthropologe Albert Sánchez Piñol hier verfasste. Unheimliche Seegeschichten im Stile H. P. Lovecrafts oder W. H. Hodgsons – beide ebenfalls lange tot – dürfte der Autor wohl auch kennen. 

Der Roman war sehr erfolgreich, wurde in mindestens 28 Sprachen übersetzt. In Anbetracht des düsteren Sujets ist das schon bemerkenswert. Die Reise selbst spielt im Roman weiter keine Rolle, vielmehr handelt die Geschichte, die vielleicht um 1915 spielt, von einem irischen Freiheitskämpfer, der abgrundtief frustriert von seinen Zeitgenossen sich auf einen Posten als Wetterbeobachter auf einer kleinen abgelegenen südatlantischen Insel bewirbt und dort nach langer Schiffsreise dann ankommt. 

Auf der felsig-kargen Insel gibt es ein Häuschen für den Wetterbeobachter und einen düsteren Leuchtturm am anderen Ende der Insel. Ein paar Besatzungsmitglieder begleiten den Mann noch zum Leuchtturm, doch der dortige Bewohner, ein alter Österreicher, empfängt sie ziemlich unwirsch, halb im Suff, halb in Wahnsinn gefangen. Die merkwürdigen Befestigungen des Leuchtturms fallen dem neuen Wetterbeobachter schon auf. 

In der Nacht passiert das, was in den folgenden Wochen und Monaten noch häufig passieren soll – unheimliche, menschenähnliche Kreaturen mit schlangenähnlicher Haut und Schwimmhäuten steigen aus dem Meer auf, um die Insel anzugreifen. Der Wetterbeobachter überlebt die erste Nacht und in den nächsten Tagen kommt er mit dem Leuchtturmwärter, der Munition benötigt, zu einem Agreement, er darf mit in den Leuchtturm einziehen. Im Laufe der nächsten Tage beobachtet er, dass sich der Leuchtturmwärter in sado-masochistischer Beziehung eine „Fisch-Schlangen-Frau“ als Sklavin hält und nachts zermürben ihn die Lustschreie der beiden, wenn diese „Frau“ nicht gerade tagsüber intensiv gesungen hat und in dessen Folge dann nachts die Meereswesen den Leuchtturm angreifen. 

Später kommt der Wetterbeobachter dieser „Frau“, die keinerlei kulturell-sexuelle Tabus kennt, näher und sie haben ebenfalls hemmungslosen Sex irgendwo auf der Insel. Doch die Munition geht langsam aus, und die Annäherung an die Wesen aus dem Meer, die zeitweise zu gelingen scheint, scheitert am Starrsinn und dem Hass des Leuchtturmwärters. 

Das Buch ist schon sehr unheimlich in der ersten Hälfte, kann schlafgestörte Nächte verursachen, und es unterscheidet sich von den alten Klassikern vermutlich durch seine offen abgehandelte erotische und auch die anthropologische Komponente in der zweiten Hälfte, die mehr oder minder einen gescheiterten First Contact beschreibt. Insgesamt ist es ein echtes Meisterwerk der phantastischen Literatur, in gelungener Übersetzung von Angelika Maass. 

Unaufdringlich zitiert der Roman mit Fischmenschen und Meerjungfrauen populäre Mythologeme. Er lässt an Horrorfilme wie „The Fog – Nebel des Grauens“ denken. Das Buch kreist um die Ähnlichkeit mit dem Verhassten, mit der schon der erste Satz eröffnet. Aber das vergisst, wer atemlos und gebannt Seite um Seite umschlägt“, meinte seinerzeit deutschlandfunkkultur

Unter dem Titel „Cold Skin - Insel der Kreaturen" wurde der Roman in 2017 von dem französischen Regisseur Xavier Gens verfilmt. Dieses Werk – gestern angeschaut – kann in seiner existenzialistischen Art und in der Wahl seiner Schauplätze mit dem auch ansprechend ins Bild gesetzten deformierten Leuchtturm durchaus Pluspunkte sammeln, wirkt mitunter wie eine finstere Robinson-Crusoe-Variante. Die Intensität der Roman-Vorlage erreicht der nach diversen Quellen auf Lanzarote gedrehte Film in vielen Belangen (SchauspielerInnen, Atmosphäre) allerdings nicht. Was die Sex-Komponente angeht, wollte man wohl auch nicht auf dem Friedhof verschrobener verbotener Filmwerke landen. 

Sowohl für Monsterfilm-Fans als auch für Anhänger philosophisch-archaischer Geschichten wie „Moby Dick“ empfehlenswert“, meint filmstarts.
 

Sonntag, 5. Mai 2019

Der Balkon im April

Im April gab es nicht viel Neues. Viel Grünzeug ist zwar ordentlich gewachsen, Tomaten-, Pepperoni- und Paprikapflanzen wurden ausgepflanzt, viel ist aber auch verblüht (insbesondere die Obstbäume).  



Neu waren - auf dem Photo gezeigt - die Akelei-Blüten. Die Akelei ist eine mehrjährige Pflanze, die anscheinend bei mir gut über den Winter kam.
 

Im Kino: Atlas

David Nawrath inszenierte hier ein Sozialdrama über einen Möbelpacker im Frankfurter Umfeld. Gelungen sind insbesondere die Szenen aus dem Arbeitsumfeld, während die Story mit dem verlorenen Sohn, dessen Wohnung ausgerechnet von seiner kleinen Firma zwangsgeräumt werden soll, doch etwas konstruiert wirkt. Ebenso erscheint das versöhnliche Ende doch mehr einem Good-Feel-Movie geschuldet, wenn man bedenkt, dass der Möbelpacker hier einige krasse Entscheidungen trifft, um seinen Sohn vor den immobilienspekulativen Methoden eines kriminellen Clans zu schützen. 

Dennoch können die Darsteller – allen voran Rainer Bock als Möbelpacker - überzeugen, und der Film entfaltet für deutsche Verhältnisse eine beachtliche emotionale Wucht. 

Lebensechtes und konzentriert entwickeltes Drama über einen älteren Möbelpacker und die Zufallsbegegnung mit seinem Sohn, das die Tragik der Entfremdung psychologisch feinfühlig auslotet und auch in der Milieudarstellung überzeugt“, meint der filmdienst.

Samstag, 4. Mai 2019

Eine Wanderung bei Neuwied

Am 1. Mai war zwar mit ca. 18 Grad kein Osterwetter, aber es war deutlich wärmer als in den letzten Tagen. Ich fuhr mit der Bahn nach Leutesdorf, eine Station vor Neuwied. Diese Tour, die über Monrepos und Altwied nach Neuwied führte, war mit 24.4 km recht lang.


Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh könnt ihr den Wanderbericht, die Route und mehr Photos angucken.

Montag, 29. April 2019

Meine Woche (KW 18)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert in der Eifel bei Bad Münstereifel.  


>Öffentlicher Bücherschrank in Bad Münstereifel<

Gesehen: im Kino „Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit“, im TV z.B. „Markt“ und einen alten Tatort im WDR. 

Gehört: District 97, The Drones, Electric Moon, Eloy, Gandillion, Garbage, Garden of Delight sowie einige Alben bei spotify (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: in Albert Sánchez Pinol's Roman „Im Rausch der Stille“ und in Jean Hougron's Roman „Das Mädchen von Saigon“, im Greenpeace Magazin, im Kölner Stadtanzeiger und in der Virus.  

Gegessen: Spargel mit Kochschinken ist noch „in“.  

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Grapefruit-Saft und Wasser.  

Gekauft: nichts > 20 €.  

Gefunden: Tomaten-, Pepperoni- und Paprika-Pflanzen für meinen Balkon auf dem Kölner Pflanzenmarkt am Neumarkt.  

Geärgert, verloren: Brücken-Bauwerk.  

Gefreut: erstmals am Ostermontag in diesem Jahr wieder unsere Hof-Fledermaus gesehen.  

Gelernt: WhatsApp-Photo in der Cloud bei Google-Drive zu speichern.  

Genervt: am Arbeitsplatz.  

Gewünscht: besseres Wetter.  

Gefühlt: ganz gut, wenn auch mit Nacken-/Schulterverspannungen.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Gedacht: 4-Tage-Wochen sind toll. Ich fahre nicht mehr in Urlaub, die Verarbeitung der vielen Photos ist zu aufwändig und kompliziert.  

Fazit: tendenziell überdurchnittliche Woche. 

Die Photos auf dem Smartphone

Ich muss/sollte mich mal dringend mit dem Problem beschäftigen, wie ich die letzten Kanaren-Urlaubs-Photos vom Smartphone auf den PC bekomme.

Zunächst dachte ich, man nimmt die Micro-SD-Card aus dem Smartphone raus und steckt sie in den PC. Bei meinem Tablet funktioniert das. Mein PC erkennt die Smartphone-Card aber nicht. Keine Ahnung, woran das liegt.

Dann dachte ich, ich könne erfolgreich die beiden Geräte per USB-Kabel direkt miteinander verbinden. Auch das führte zunächst zu keinem Ergebnis, obwohl der PC durchaus schon das MI-Smartphone erkennt. Er zeigt aber keine Verzeichnisse an.

Die dritte Variante geht theoretisch. Ich schicke die Photos mit WLAN in die Cloud nach Google.Drive und lade sie von dort herunter auf meinen PC. Im nächsten Jahr bin ich fertig - wenn ihr versteht, was ich meine; denn das funktioniert nur für ungefähr 6 Photos in Originalgröße am Stück.

Nachtrag:

Ich musste die Photos tatsächlich zunächst vom internen Speicher des Smartphones auf die Micro-SD-Card verschieben. Variante 1, die Micro-SD-Card dann in den Rechner zu stecken, funktioniert dennoch nicht. Die Card wird nicht erkannt.

Aber Variante 2 hat funktioniert - jedoch erst, nachdem ich zufällig herausgefunden habe, dass ich im Android-Smartphone unter "Einstellungen" ---> "Verbundene Geräte" ---> "USB" die "Datenübertragung" freischalten muss.


(aktualisiert, 29.04.2019)


Sonntag, 28. April 2019

Im Kino: Van Gogh - An der Schwelle zur Ewigkeit

Der US-Regisseur Julian Schnabel hat zwar schon tolle Filme gedreht wie etwa „Schmetterling und Taucherglocke“ (2007), aber sein Künstlerportrait des zunehmend psychisch gestörten Malers „Van Gogh“ kam mir nun doch schon reichlich sperrig vor. 

Der Film behandelt die vielleicht letzten 5 Jahre des Malers von 1885-1890, beginnt in Paris, hat aber den Schwerpunkt im südfranzösischen Arles, wo er lange Wanderungen durch die Natur macht, um das richtige Licht zu finden. 

Seine Beziehung zum Maler Gauguin wird hier auch etwas beleuchtet. Später schneidet er sich bekanntlich ein Ohr ab, benimmt sich mitunter sonderbar gegenüber den Einheimischen, hat Wahnvorstellungen oder Erleuchtungen, die er Freunden und Ärzten mitunter beichtet, wird zeitweise in ein Sanatorium eingewiesen. Das zeigt dieser Film und auch seinen Tod durch Schusswaffe, wobei hier die in 2011 nach Quellenstudien wieder aufgestellte These, es könnte Totschlag/Mord gewesen sein, verfilmt wird. 

Willem Dafoe als 63-jähriger Hauptdarsteller wirkt übrigens ziemlich alt gewählt, wenn man bedenkt, dass Van Gogh bei seinem Tode erst 37 Jahre alt war. 

Mit einigen guten Szenen, aber mehr noch Dialogen, kann der Film dennoch punkten. „Zu sehen, was und vor allem wie van Gogh sieht, ist die größte Errungenschaft“ des Film, meint filmstarts.

Samstag, 27. April 2019

Wanderung Arloff – Eschweiler – Bad Münstereifel

Am Ostermontag, ebenfalls – wie alle Ostertage – ein toller Tag, der in Köln 26 Grad erreichte, wanderte ich in der Eifel. Dort, in Höhenlagen von 240 – 415 m NN waren es ein paar Grad weniger. 



Highlights waren gelbblühende Blumenwiesen und ein Stück Marzipantorte.

Wanderroute und mehr Photos könnt ihr euch bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh ansehen.

Sound-Welten (06/2019)

In dieser spotify-Prüfserie mit überwiegend „alten Bekannten“ ist für mich jedoch das Newcomer-Album von "Fervent Mind" am interessantesten gewesen. Vielleicht lege ich es mir zu.  

Antimatter. Album: Black Market Enlightenment (2018). Siebtes Album einer britischen Rock-Band, wenn man hier nicht von einem Solo-Projekt mit Gastmusikern sprechen will. Früher, in den 2000er Jahren, fand ich Antimatter wirklich gut und habe die ersten 4 Alben gekauft. Doch dann gab es eine 5-jährige Schaffenspause, und die neueren Werke sagen mir nicht mehr so zu. Musikalisch sehe ich das neue Album als Progressive Rock mit dunklen Anleihen, manchmal recht schroff, manchmal auch atmosphärisch. SHR: 35 T – 100 T. WD: 14/day.  

Beak>. Album: >>> (2018). Drittes Album einer britischen Electronic- und Krautrock-Band im „Dunstkreis“ von Portishead, das nach 6 Jahren Schaffenspause entstand. Die ersten beiden Alben hatte ich gekauft, aber dieses Album hier ist mir vielleicht doch streckenweise zu „dissonant“ oder zu unspektakulär geraten. Einige interessante Songs gibt es allerdings doch, mitunter sogar mit Gesang. „Dramatisch, progressiv und multidimensional“, meint spex. SHR: 78 T – 518 T. WD: n.v.  

Clannad. Album: Turas 1980 (2018). Die irische Folk-Band mit toller Lady am Micro, aber auch viel Band-Gesang, debutierte 1973 mit ihrem ersten Studio-Album. Um 1980 waren sie häufig in Deutschland unterwegs. Ich sah sie da auch mal live bei einem tollen Konzert in der Aula der Kölner Uni. Es fiel viel Schnee nach dem Konzert. Damals waren sie noch authentisch-akustisch irisch, später kamen mystische, aber leider auch kitschige New Age- und Weltmusik-Einflüsse hinzu, weshalb ich die Alben – soweit ich es beurteilen kann – immer durchwachsen fand. Nach 1997 wurde es ruhig um die Band. Ich denke, dass das Live-Album „Turas 1980“ stilistisch nicht viel Neues gegenüber dem bereits 1979 erschienenen Album „Clannad in Concert“ bringt, aber es sind viel mehr Songs drauf, zu denen natürlich auch die etwa 10 min. lange Hymne „Níl Sé'N Lá“ gehört. SHR: 6 T – 39 T. WD: 75/day.  

Dead Can Dance. Album: Dionysus (2018). Von dieser australisch-britischen Band, deren Schaffen vorwiegend in den 1980er Jahren verortet ist, hört man nur noch selten etwas. Ich habe einige Alben von ihnen, allerdings überwiegend aus den 90er Jahren und nichts Neueres. Einstmals auch bedeutend in der Schwarzen Szene, wissen die zunehmend weltmusikalischen Einflüsse der späteren Jahre mich nicht unbedingt zu überzeugen. Echte Highlights einstmals düsterer Kraft lässt auch dieses neue Album vermissen. SHR: 257 T – 501 T. WD: 73/day.  

Exit Eden. Album: Rhapsodies in Black (2017). Einige in einschlägigen Kreisen nicht ganz unbekannte Ladies, etwa von Epica, haben sich auf diesem Metal-Debut-Album versammelt, um bekanntere Pop-Songs, etwa von Madonna, in Symphonic-Metal-Gewand zu präsentieren. Ich kann nicht behaupten, dass mich das Ergebnis wirklich überzeugte. In Deutschland schaffte es das Album aber auf Platz 15 der Charts. SHR: 285 T – 1.301 T. WD: 38/day.  

Fervent Mind. Album: Tranquilize (2019). Debut-Album einer sicherlich hierzulande wenig bekannten norwegischen Experimental-Rock-Band mit Lady am Micro, das auch deutliche Einflüsse aus dem Progressive-Rock, Trip Hop und Jazzrock aufweist. Stilistisch sehr abwechslungsreich, es kann balladesk, aber auch heftig rockend zugehen - und daher empfinde ich das Album auch als vergleichsweise spannend. Aus Sicht von musikreviews jedoch „eigentümlich abstrakt“. SHR: 1 T. WD: n.v.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 

Dienstag, 23. April 2019

Wanderung St. Severinsberg

Am Osterfreitag unternahm ich bei ca. 24 Grad eine bereits vorsommerliche Wanderung, die mich zwischen Unkel und Linz weitgehend am Rhein entlang führte. Es gab allerdings noch einen gewichtigen Abstecher zu einem im Wald gelegenen Lost Place:


Mehr erfahrt ihr in meinem Wanderbericht bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh

Montag, 22. April 2019

Meine Woche (KW 17)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, im Kino gewesen, Routineuntersuchung bei Ärztin gut überstanden, Vater im Seniorenheim besucht, relaxt open-air in Cafés und auf meinem Balkon, nächtlicher Braustellen-Besuch mit Freund, gewandert in Rhein-Nähe (Bericht folgt).  


Gesehen: im Kino „Border“, im TV fast nur Tagesschau.  

Gehört: Deine Lakaien, District 97, The Future Sound of London, Gae Bolg sowie in einige Alben bei spotify (und natürlich Umweltgeräusche).  

Gelesen: beendet Jeff VanderMeer's Roman „Akzeptanz“, begonnen Albert Sánchez Pinol's Roman „Im Rausch der Stille“, in der Geographischen Rundschau und in der Virus.  
Gegessen: Gyros mit Pommes, Tsaiziki und Krautsalat war ein Kantinen-Highlight. Aber Spargel mit Kochschinken ist noch „in“.  

Getrunken: Kaffee, Grapefruit-Saft, Kölsch und Weizen-Bier.  

Gekauft: nichts > 20 €. 

Gefunden: die Ruine einer Trafostation in einem Lost Place.  

Gefreut: über das fast schon sommerliche Wetter und draußen sitzen mit Bier im Café Extrablatt (Köln) und Café Wahnsinn (Linz am Rhein).  

Gewünscht: weiter tolles Wetter.  

Gefühlt: ganz gut, wenn auch mit Nacken-/Schulterverspannungen.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Gedacht: 4-Tage-Wochen sind toll! An einige Busfahrten insbesondere auf Gran Canaria im letzten Urlaub - in Anbetracht der Madeira-Bus-Katastrophe.

Gestaunt: ein Herz wurde gedruckt.  

Fazit: gute Woche. 

Sonntag, 21. April 2019

Jeff VanderMeer's Roman „Akzeptanz“

Mit diesem Roman (Acceptance, 2014) brachte der US-amerikanische Autor Jeff VanderMeer nach seinen Romanen „Auslöschung“ und „Autorität“ seine Southern-Reach-Trilogie zu Ende. Wovon handelt die Geschichte? Von einem kosmischen Monster, dem weder Raum, Zeit noch Gestalt Schranken setzen? Einer bösen Intelligenz, die eine Region am Meer mit zwei Leuchttürmen, einer an Land, der andere auf einer nahen Insel, unter einer unsichtbaren Barriere abschirmt und die Ökologie korrumpiert? Von Expeditionen, die über Jahrzehnte von einer geheimen Forschungseinrichtung durch ein seltsames Tor in das Gebiet geschickt werden, dort verschwinden oder deren Mitglieder als verwirrte Kopien zurückkommen? 

Fragen über Fragen. Die Erzählstruktur ist kompliziert. Mehrere Protagonist_innen erzählen oder über sie wird erzählt. Die Zeitebene ist oft unklar, was sie erleben, was sie sehen oder finden ist oft verstörend. Wirklichkeit, Visionen? 

Das Licht, das Leuchten, die Leuchttürme spielen eine besondere Rolle in diesem dritten Band, der wieder ganz in der Area X spielt und tolle Kapitel hat, etwa von der Frau, die Jahrzehnte lang alleine mit einem Uhu auf der Leuchtturm-Insel lebt und sich genetisch verändert. 

Man bekommt selten so atmosphärisch bizarr-unheimliche Geschichten zu lesen wie diese. Der Übersetzer, Michael Kellner, sollte hier wohl auch gelobt werden. 

Insgesamt hinterlässt die Reihe ein etwas diffuses Gefühl des Grauens bei gleichzeitiger Faszination“, sagt die buchhexe

Ich hätte die Bücher an einem Stück lesen sollen. Das ist besser für den Durchblick, wenn er sich denn überhaupt einstellt. 

Über die ersten beiden Romane schrieb ich dort: 

Auslöschung, Autorität.

Freitag, 19. April 2019

Im Kino: Border

Ali Abbasi's Film spielt in Schweden. Hier ist eine „Frau“ beim Zoll beschäftigt, um stichprobenhaft das Gepäck der Passagiere der ankommenden Fährschiffe zu kontrollieren. Sie ist dort sehr gut im Geschäft, denn sie kann Gefühle wahrnehmen und Objekte riechen. Nach dem Job fährt sie immer nach Hause, einem schlichten Haus im Wald unweit wilder Landschaft mit Wäldern, Felsen und Seen, wo sie zusammen mit einem friedlichen, aber nichtsnutzigen Typen und dessen Hunden wohnt. Zu den Wildtieren, etwa einem Fuchs oder Elch, kann sie eine engere Beziehung aufbauen. 

Bei ihren Kontrollen lernt sie einen verdächtigen vermeintlichen Mann kennen, der sich peinlicherweise als „Frau“ erweist und dem sie sich irgendwie nahe fühlt. Da er/sie öfter mit dem Schiff fährt und keine feste Bleibe hat, bietet sie ihr Gartenhäuschen zum Wohnen an. Im Wald kommen sie sich näher und haben animalischen Sex. 

Ihr wird vom neuen Partner klar gemacht, dass sie keine „echten“ Menschen und anders sind. Bei ihrem halbsenilen Vater stellt sie Nachforschungen zur eigenen Vergangenheit an. Die Geschichte gewinnt dann an Dramatik und wird düsterer, als sie ein Kind im Kühlschrank des Partners findet, das sich dort sehr wohl fühlt und zu erfahren sucht, was nun weiter mit dem Kind passieren soll. 

Im Film geht es um Anderssein, Außenseitertum und Identität – und außerdem ist es eine Wechselbalg-Geschichte aus der nordischen Mythologie in modernem Gewand. Die schauspielerische Leistung der Protagonist_innen ist durchweg überzeugend. 

In seiner Komplexität, seinen stetigen Überraschungen und Wendungen und dem Mut zu unkonventionellen Figuren ist BORDER ein großes filmisches Wagnis. Und ein eben solcher Triumph“, meint fbw-filmbewertung

Eine Ville-Dörfer-Wanderung

Von der etwas kühl-schattigen Tour am letzten Sonntag habe ich nun den Wanderbericht fertig gestellt.


>Schafbock bei Brenig<

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh könnt ihr euch die Route und weitere Photos angucken.

Montag, 15. April 2019

Meine Woche (KW 16)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, im Kino gewesen, Vater im Seniorenheim besucht, gewandert zwischen den Ville-Dörfern (Bericht folgt).  

Gesehen: im Kino „Friedhof der Kuscheltiere“, „Birds of Passage“, im TV z.B. „Kinabatangan - Der Amazonas des Ostens“, leider nur Teil 3 oder „Indiens Superreiche“ (beide Phoenix) oder Teile der Talkshow „Ihre Meinung“ zu „Schule schwänzen für das Klima“.  

Gehört: Clara Haberkamp Trio, Deine Lakaien, District 97, Frozen Sun, Frogg Café sowie in einige Alben bei spotify.  

Gelesen: in Jeff VanderMeer's Roman „Akzeptanz“ und im Kölner Stadtanzeiger. 

Gegessen: es gab diverse Highlights extern, zu Hause oder auch in der Kantine, in letzterer beispielsweise Spießbraten mit Bratkartoffeln und Krautsalat. Aber Spargel mit Kochschinken ist natürlich auch noch „in“.  

Getrunken: überwiegend Kaffee, auch Minze-Majoran-Zimt-Schwarztee, Grapefruit-Saft.  

Gefunden: in Brenig im öffentlichen Büchschrank Yasmina Khadra's Roman „Die Lämmer des Herrn“.  


Gewünscht: mehr Freizeit.  

Gefühlt: ganz gut, wenn auch mit leichten Schulterverspannungen.  

Gemessen, aufgezeichnet: das Smartphone misst oft die Anzahl der Schritte, Wanderroute.  

Gedacht: was ein Manipulationssumpf! 

Gestaunt: Schwarzes Loch photographiert, 55 Millionen Lichtjahre weit weg im Zentrum der Galaxie M87 im Sternbild Jungfrau.  

Fazit: passable Woche, aber klimatisch mir zu kalt. 

Kinotipp: Birds of Passage - Das grüne Gold der Wayuu

Ciro Guerra & Cristina Gallego's kolumbianischer Film zeigt – für dieses Land nicht ungewöhnlich – wie sich eine Spirale der Gewalt in Bewegung setzt. Und ebenfalls nicht untypisch handelt der Film von Drogen. Hier ist es allerdings Cannabis, mit dem der Drogenhandel begann. 

Etwa zwischen 1968 und 1980 spielt der Film an der Nordküste Kolumbiens und in den tieferen, tropischen Ausläufern der dort bis auf 5.775 m Höhe ansteigenden Sierra Nevada de Santa Marta. Vor allem dies macht den Film interessant. 

Die indigenen Völker in den Bergen bauen auch Cannabis an, und wirklich interessant wird dies, als sich in den 1960er Jahren die ersten Hippies an die atemberaubenden Strände der Küste verirren und diese getrockneten Pflanzen nachfragen. 

Der Film beginnt mit einem seltsam anmutenden Balzritual, in dem ein Mann um die Frau eines anderen Stammes/Clans wirbt. Doch die Mutter verlangt viel für ihren Tochter, zahlreiche Ziegen, Rinder, Steinschmuckketten. Um an das Geld hierfür zu kommen, rüstet der Mann eine Maultierkarawane aus, als er von den Touristen hört, die große Mengen Cannabis nachfragen. So beginnt der Handel, so kommt der Mann zu seiner Frau. 

Anfangs läuft es gut, doch die Handelsbeziehungen sind fragil, die Clans konkurrieren und verachten sich zum Teil gegenseitig, Alkohol, Reichtum, Gier und Verfall der Traditionen führen zu Gewalt. Am Ende löschen sich die Sippschaften, die anfangs miteinander handelten, gegenseitig aus. 

Gewalt steht nicht im Mittelpunkt des Films, meist sieht man nur die Toten - und ein sonderbares Totenritual mit dem Ausgraben von Schädel und Knochen und Zweitbestattung. Stark betont wird auch die Rolle der Frauen, hier als Traumdeuterin. 

Die poetische, unaufdringliche Eleganz, mit der in dieser Erzählung Archaisches, Modernes und zeitlos Menschliches ineinanderfließt, ist ein­zigartig“, meint epd-film

Ein sehenswerter, auch eigentümlicher Film!

Sonntag, 14. April 2019

Im Kino: Friedhof der Kuscheltiere

Ein berühmter, nach meinem damaligen Eindruck guter Roman (Pet Sematary, 1983) von Stephen King, eine durchwachsene Verfilmung von Mary Lambert (1989) – beides habe ich Ende der 1980er Jahre gelesen bzw. im Kino gesehen. Und nun die neue Verfilmung von Kevin Kölsch und Dennis Widmyer. Und ist der Film nun besser geworden? 

Die Geschichte lässt sich recht einfach zusammenfassen. Hier zieht ein Familie in ein neues Haus mit riesigem Grundstück, auf dem ein Tierfriedhof und nahebei hinter einem Sumpf ein Indianerfriedhof im großen Wald liegen. Manchmal pilgern verkleidete Anwohner in einer Prozession zum Tierfriedhof, um ein totes Haustier dort zu bestatten. 

Die neue Familie hat bald ihren ersten Verlust hinzunehmen, denn der Kater wird auf der Straße überfahren. Ein Nachbar möchte helfen, bevor die Tochter vom Tod des geliebten Tieres erfährt, und zusammen mit dem Vater bestatten sie das Tier auf dem Indianerfriedhof. Am nächsten Morgen ist der Kater wieder da, nur leider etwas böse. Der Nachbar erzählt dem Vater von den magischen Kräften des alten Friedhofs. 

Als dann auch noch die Tochter während eines Festes auf der Straße zu Tode kommt, sind Entsetzen und Trauer groß. Die Tochter wird zunächst normal bestattet auf dem richtigen Friedhof, doch der Vater (ein Arzt!) gräbt sie in einer nächtlichen Aktion aus und bringt sie zum Indianerfriedhof. 

Nun klar, auch die Tochter kommt zurück. Aber sie ist ebenfalls böse – und auf Mord aus. 

Ich erinnere mich nicht wirklich an die "alten Schinken", aber im Ergebnis ist diese Verfilmung vielleicht etwas besser als der erste Film, aber sehr wahrscheinlich immer noch deutlich schlechter als das Buch, erreicht mit Sicherheit nicht dessen psychologischen Tiefgang. Wirklich drastisch und visuell-emotionales Highlight des Film ist der Tod der Tochter. Wie man den Hunderten von Kommentaren der youtube-Kritik entnehmen kann, weicht der Film hier auch in einem wesentlichen Punkt von der alten Verfilmung ab. 

Ansonsten hätte der Film mehr mystische Atmosphäre und mehr psychologischen Tiefgang haben sollen. Am Ende des Films ist es liebloser Haudrauf-Horror (wie in der älteren Verfilmung) und über das Agieren des Arztes und dessen Plausibilität hätte man sich deutlich mehr Gedanken machen sollen. Vermutlich war es sowieso äußerst unklug, hier eine Arzt-Rolle zu besetzen und den Film in der Gegenwart spielen zu lassen.

Freitag, 12. April 2019

Eine Wanderung bei Bad Breisig (Rhein)

Endlich habe ich den Tour-Bericht meriner Wanderung am letzten Sonntag fertig gestellt. 


>Fachwerkhäuser und Kirche von Oberbreisig<

Mehr Photos, Route und Höhenprofil könnt ihr bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh ansehen.