Samstag, 8. Dezember 2018

Im Kino: November

So einen archaisch-surrealen wirkenden Film wie Rainer Sarnet's in schwarzweiss inszenierten estländischen Geister-/Liebesfilm „November“ nach einem Roman von Andrus Kivirähk bekommt man selten zu sehen. 

Er spielt im Umfeld eines Schlosses irgendwo in der „Pampa“ Estlands, vermutlich im 19. Jahrhundert und verarbeitet bäuerliche Volkssagen und Aberglauben. Hier spielen „Kratts“ eine wichtige Rolle, Wesen, die aus bäuerlichen Gegenständen und Knochen zusammengebaut sind, denen von Schamanen, Teufeln oder Hexen Leben eingehaucht wurde und die auch sprechen, laufen und herumfliegen können. 

Zum Schloss gehören Wirtschaftsgebäude und primitive Wohnstätten der ausgebeuteten Landbevölkerung, die kaum etwas zu essen hat, aber mit dem Personal des Schlosses regen Handel mit Schloss-Gegenständen treibt. 

An Allerseelen steigen die Toten aus den Gräbern des benachbarten Friedhofs, um in ihren Familien für einen Tag zu leben und zu schauen, ob die Familienschätze noch gut versteckt und vorhanden sind. 

Die Dreiecks-Liebesgeschichte selbst ist nicht so besonders, gothic-archaisch, Hexenzauber soll helfen. „Wer Märchen kennt, nicht die zuckersüßen aus dem Haus mit der Maus, sondern diejenigen grimmschen Formats, weiß, wie die Sache ausgeht“, meint kino-zeit

Leider verflacht der Film doch etwas in der zweiten Hälfte bei Mondschein und der somnambulen schlafwandelnden Geliebten und kann nicht mehr wirklich spannend über die Zeit tragen. Dennoch ist es ein besonderer Film – mit ebenso archaischen Sountrack. 

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