Donnerstag, 8. November 2018

Im Kino: Der Trafikant

Nikolaus Leytner's Film „Der Trafikant“ spielt im Salzkammergut und in Wien in den späteren 1930er Jahren. Eine Junge wird in die große Stadt geschickt, um bei einem „Trafikanten“ zu arbeiten. Hier würde man das heute „Tabakladen“ nennen. Ein Kunde dort ist der Psychoanalytiker Sigmund Freud, mit dem der Junge nähere Bekanntschaft schliesst. Ansonsten hat er Probleme mit einer jungen Frau, die er zwar schnell kennen lernt, die sich ihm aber zunächst zu entziehen sucht. Da der Trafikant und auch der Psychoanalytiker von jüdischer Abstammung sind, kommt es zunehmend zu Problemen mit dem in Österreich aufkommenden Nationalsozialismus und seinen fanatischen rassistischen Anhängern. 

Aus meiner Sicht handelt es sich bei dem Film um eine gefällige, eher biedere und mitunter etwas angekitschte Inszenierung mit einigen verfilmten Traumelementen, die dem Erzählfluss nicht unbedingt gut tun. Ein Roman von Robert Seethaler, den ich nicht kenne, bildet die Grundlage der Geschichte. Ein bißchen mehr Dramaturgie und Tiefgang in den Dialogen hätten dem Film nicht geschadet. 

Der Trafikant bleibt als Film hinter den Qualitäten des Romans weit zurück“, meint filmclicks. Das würde ich jetzt auch vermuten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen