Sonntag, 7. Oktober 2018

Bücherwelten: Nagib Machfus „Das junge Kairo“

Der Autor erhielt als bislang einziger arabischer Autor 1988 den Literatur-Nobelpreis. Sein Roman „Das junge Kairo“ (al-Qahira al-gadida, 1945) handelt von drei jungen Studenten, die mit Ende des Studiums in die Arbeitswelt eintreten. Der Hauptprotagonist stammt jedoch aus einem armen Elternhaus - und in Ägypten erhält man einen brauchbaren Job üblicherweise nur, wenn man Beziehungen hat oder gegen besondere Gefälligkeiten. So erlebt er zunächst Hungermonate, bevor sich ihm eine dubiose Chance bietet, die darin besteht, eine bestimmte, sehr schöne junge Frau heiraten zu müssen. 

Er kennt sie, die Frau seiner Träume, die Freundin seines Studienkameraden. Die Heirat wird arrangiert. Für diese Gefälligkeit bekommt einen Job in einer Regierungsbehörde und eine Wohnung, für deren Kosten er nicht aufkommen muss. Etwa einmal die Woche muss er die Wohnung jedoch verlassen, da die Frau über Nacht einen speziellen Gast empfängt. 

Gutes Buch. Die wienerzeitung konstatierte: „Man staunt über die Souveränität, mit der dieser Erzähler, bei Abfassung des Buches um die dreißig Jahre alt, die moralische Verfassung seines Landes schildert und die Koordinaten der kommenden Krisen vor dem Leser der Zukunft ausbreitet“.

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