Sonntag, 30. September 2018

Filmkonserve: Der Verdingbub

Markus Imboden's Film Der Verdingbub (2011) spielt Anfang der 1950er Jahre in den Schweizer Bergen. Ein Dorf, ein abgelegener Bauernhof, eine Kleinstadt in der Nähe. Ein Waisenhaus, ein Pfarrer kommt vorbei, holt einen Jungen ab, um ihn als „Verdingbub“ an den Bauernhof zu liefern. Dort muss er unter Verhältnissen, die fast mittelalterlich anmuten, quasi als „Sklave“ arbeiten. Ein Bauer, seine Frau, eine kranke Oma, ein ungeliebter Sohn leben auch noch dort. Kurz darauf wird auch noch ein Mädchen unter ähnlichen Umständen dorthin verschoben. 

Die rigiden sozialen Verhältnisse in den Alpen vor 50 oder 100 Jahren kennt man schon aus anderen Filmen. Ausgeprägte Hierarchien, Unterdrückung, Ausbeutung, sexuelle Übergriffe, Schläge, Filz zwischen Kirche, Politik, Polizei und herrschender Klasse, die sämtliche Probleme unter den Teppich kehren, um den schönen Schein und verlogene Moralvorstellungen zu pflegen, das ist auch Thema in diesem Film. 

Der Regisseur hat dies alles authentisch und angemessen finster wirkend inszeniert, Landwirtschaft mit primitiven Methoden und unter widrigen klimatischen Verhältnissen sowie das Schlachten eines Schweins inklusive. Die Schauspieler_innen überzeugen, u.a. Katja Riemann in der Rolle der Bauersfrau. 
Die vernebelte Berglandschaft schwankt zwischen mythischer Faszination und bleischwerer Angst ums nackte Überleben“, meint epd-film

Nicht nur Deutschland, auch die Schweiz war in den 1950er Jahren ein ziemlich finsteres Land.

Samstag, 29. September 2018

Heizlüfter – Der Winter kann kommen?

Im Grunde hatte ich schon im letzten oder gar vorletztem Jahr den Plan, einen Heizlüfter anzuschaffen. Es geht darum, gerüstet zu sein, falls meine Gasetagenheizung mal aufgrund eines Defektes ausfallen sollte. 

Heute habe ich mich wieder daran erinnert, auch übrigens daran erinnert, so ein Gerät nicht während einer Kältephase mal schnell kaufen zu wollen, wenn alle ausverkauft sind (so wie das während der Hitzephase mit den einfacheren Ventilatoren war). 

Ich habe mal schnell recherchiert, worauf es ankommen sollte bei so einem Gerät und spontan bei Karstadt ein Gerät für 30 € gekauft – einen Clatronic-Keramik-Heizlüfter, der mit 1.000 oder 1.500 Watt betrieben werden kann. Das sollte reichen, und einen Funktionstest habe ich auch schon gemacht.

Für eine Krise mit stadtweitem Stromausfall ist es natürlich nicht das richtige Gerät. 

Morgen früh ist übrigens die fachmännische Wartung meiner alten, klapprigen Gasetagenheizung angesagt. 

Soundwelten: Poems For Laila „Dark Timber“

Poems For Laila veröffentlichten ihr erstes Album bereits 1989 – ohne dass sie mir in den letzten Jahrzehnten besonders aufgefallen wären. Folgt man wikipedia, haben Dutzende Personen dort schon mal zeitweise mitgespielt. 

„Dark Timber“ (2018) ist ihr neuntes Studio-Album. Zurzeit sind sie im Grunde ein neues Duo, das erst seit 2016 mit einer (zehnten) neuen Lady am Micro existiert. 

Musikalisch hört man auf dem neuen Album östlich geprägten Folk, der mir mitunter ganz gut gefällt. Das war auch der Grund, mir das Album zuzulegen. 


>Poems For Laila live mit „Tiktak“ von ihrem gleichnamigen Album aus 2016, dankenswerterweise hochgeladen von Nordstern72<

Donnerstag, 27. September 2018

Filmkonserve: The Survivalist

Stephen Fingleton's britischer Endzeit-Film "The Survivalist" (2015) handelt von einem Einzelgänger, der in einer Hütte im Wald haust, dort auch etwas Gartenbau betreibt und seine Hütte - so gut es geht – gegen mögliche Eindringlinge und Feinde gesichert hat. 

Eines Tages stehen zwei Frauen vor der Hütte und begehren Einlass. Nach anfänglichem starkem Mißtrauen lässt er sie ein – alleine wegen dem Sex, den diese Aktion verspricht. 

Doch zu dritt wird das Überleben schwieriger, weil die Nahrung fehlt. Sie versuchen es, weiten den Anbau aus und wachsen zunächst etwas zusammen, da der „Survivalist“ bei einer Auseinandersetzung mit einem Eindringling angeschossen wird. 

Doch Wildschweine zerstören später den Garten und damit ihre wichtigste Nahrungsquelle. Nicht viel später werden sie von einer ganzen Horde angegriffen. 

Der Film „lebt von Realismus, dem guten Drehbuch und den Darstellern“, meint das horrormagazin. Das sehe ich auch so. 

Im Grunde ist es wohl einer der besten Survival-Filme, die ich kenne. Viel Optimismus verbreiten die Macher des Films hier allerdings nicht, und man sieht ein paar eklige Szenen, beispielsweise über Wundbehandlung mittels Maden. 

Dienstag, 25. September 2018

Eine Wanderung in der Ville zwischen Walberberg und Waldorf

Am letzten Samstag sah ich auf dieser Tour Fachwerkhäuser, Schlösser, Ruinen, eine Fliehburg, Fischteiche, Schafe und fand einige Walnüsse.


>Kitzburg<

Mehr zur Tour könnt ihr bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh nachlesen.  
 

Sonntag, 23. September 2018

Meine Woche (KW 38)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, am Dienstag bei super warmem Wetter mit Freunden lange abends im Biergarten gewesen, gewandert in der Ville zwischen Walberberg und Waldorf (Bericht folgt).  

Gesehen: im Kino: „Leave No Trace“, DVD's „Bone Tomahawk“ und „Into The Forest“.  

Gehört: The Devil's Blood, Diane Cluck, Die Form, Poems For Laila, Serpentyne und in einige Platten bei spotify reingehört.  

Gelesen: Takashi Hiraide's Novelle „Der Gast im Garten“ (Link) sowie in Andreas Brandhorst's Roman „Das Arkonadia Rätsel“ und im Kölner Stadtanzeiger, in der Rock-Zeitschrift „Eclipsed“ und in der Zeitschrift „Android-Welt“.  

Gegessen: 6 große Garnelen mit Salat und Knoblauch-Baguette im Biergarten und selbst gekochte Linsensuppe mit Wurst-Stückchen gehörten zu den Besonderheiten.  

Getrunken: neben Kaffee auch viel Vanille-Tee sowie Grapefruit-Saft, Pina Colada-Cocktail, mehrere Weizen-Biere.  

Gefunden: frische Walnüsse zwischen den Ville-Dörfern.  

Verloren: ---  

Gekauft: nichts Besonderes.  

Gestaunt: über intrigante Regierungsposse um Verfassungsschutzpräsident.  

Gefreut, gelacht: ---  

Gewünscht: mehr Freizeit. 

Gefühlt: schon wieder Nackenverspannungen.  

Gedacht: die Tage vergehen immer schneller.  

Geärgert, gefrustet, genervt: ---  

Fazit: unspektakuläre Woche mit Biergarten-Highlight. 

Filmkonserve: Bone Tomahawk

Craig Zahler's Film „Bone Tomahawk“ (2015) spielt um 1800 im Wilden Westen der USA. Eine abgelegene Siedlung. Als eine Frau und zwei Männer entführt werden und das Gerücht geht, sie seien in die Hände von kannibalischen Höhlenbewohnern gefallen, machen sich vier Männer auf den tagelangen Weg in die wenig erforschte, trockene Gegend. Unterwegs werden sie nachts von Banditen überfallen, die ihre Pferde stehlen und müssen dann zu Fuß weiter. Schwierig, denn einer von ihnen, war schon vor der Reise am Bein verletzt und muss nun häufig pausieren und zurückbleiben. 

Nachts hören sie zunehmend seltsames Geheul. Es häufen sich die Zeichen territorialer Wegmarken, meist aus Knochen, denen sie nun öfter begegnen, und es kommt zu Auseinandersetzungen mit den aschegebleichten indianischen Ureinwohnern, die vereinzelt aus den Büschen stürmen. 

Einer der Männer stirbt bei den Auseinandersetzungen, zwei werden überwältigt und in eine Höhle verschleppt, wo auch die Frau in einem Holzgatter gefangen gehalten wird. Dort wird einer der Männer geschlachtet, während es nun an dem vierten, verletzten, aber noch nicht gefangenen Mann liegt, die Anderen zu befreien. 

Die trockene Inszenierung und die eher wenigen Überraschungen tragen nur bedingt den mehr als zweistündigen Film. Kurt Russell als Sheriff kann noch am ehesten als Darsteller punkten. 

Das horrormagazin meint zum Film: „Er kommt nie in Galopp, stattdessen wird zu viel geredet und auf Nebenschauplätzen herumgetrödelt.“ Diesem Eindruck kann ich mich durchaus anschließen. Es gab - auch in den letzten Jahren - schon bessere Western.

Samstag, 22. September 2018

Filmkonserve: Into The Forest

Patricia Rozema's kanadischer Endzeit-Film „Into The Forest“ (2015) nach einem Roman von Jean Hegland erzählt von zwei jungen Frauen, die zusammen mit ihrem Vater in einem abgelegenen Waldhaus wohnen, als der Strom ausfällt. 

Als der Vater bei einem Unfall im Wald ums Leben kommt, versuchen sie fortan alleine, sich mit den Vorräten im Haus einzurichten und die Krise durchzustehen. Doch der Strom kommt nicht wieder, dafür kommt ein unliebsamer Besucher, die Vorräte gehen zuneige, und schließlich müssen sie von den Pflanzen des Waldes und dessen Tieren leben. 

Ganz ohne inszenierten nostalgischen Kitsch inklusive elegischen Soundtrack kommt dieser feministisch angehauchte Film nicht aus. Aber er zeigt auch tolle Waldbilder, und die Protagonistinnen agieren so natürlich und überzeugend, dass sie den Film tragen können. 

Ganz so merkwürdig unspektakulär wird die Endzeit aber vermutlich nicht beginnen. 

 „Eine ungewöhnlich ruhige Dystopie“, meint kino-zeit.

Donnerstag, 20. September 2018

Die Schicksale meiner Digital-Kameras

Ich habe mir gedacht, den ursprünglich mal in 2009 erstellten Beitrag, den ich immer mal fortgeschrieben habe, zu überarbeiten und neu zu veröffentlichen. Immerhin hatte ich damals auch nur 6 Kameras mal gehabt und bis heute sind es 11 Kameras geworden. 

Den Beitrag habe ich aber an der Originalstelle bei twoday.net wieder veröffentlicht. 

"Photographieren" betrachte ich dennoch nicht als echtes Hobby. Ich benutze die Photographie im Grunde nur als Mittel zur Dokumentation und am interessantesten finde ich Zeitreihen. In Blogs findet man dazu häufig mal Jahreszeiten-Zeitreihen, etwa wenn der Wandel der Natur an einem Ort im Laufe der Monate gezeigt wird. Das habe ich bisher noch nicht gemacht.

Mich interessieren mehr "geographische" Zeitreihen über einen Ort, etwa der Wandel der Geschäftsstruktur. Ab und zu gab es dazu schon mal was von mir. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, so einen Wandel überhaupt zu erfassen. Wenn irgendwo ein neues Geschäft einzieht, lässt sich schwer vorhersagen, wie lange es sich hält und ob ein Wandel überhaupt fassbar wird.
 

Mittwoch, 19. September 2018

Im Kino: Leave No Trace

Debra Granik's US-amerikanischer Film erzählt von einem kriegstraumatisierten Vater, der mit seiner Tochter in den Wald gezogen ist, um dort zu leben. Der Vater ist zwar auf Survival-Ideologie ausgelegt (sie jagen aber im Film nicht), sie gehen aber auch mal einkaufen in der nächstgelegenen Stadt. 

Der Film setzt an, als die Tochter etwa 15 Jahre alt ist. Jemand entdeckt die Tochter im Wald, Suchtrupps mit Hund und Sozialarbeiterin finden die beiden und verbringen sie in ein Übergangsheim, später auf eine Baumplantage, wo sie leben und arbeiten dürfen. 

Einfach im Wald leben, das geht nämlich gar nicht und schon gar nicht AUF ÖFFENTLICHEM GRUND (Deutschland lässt grüßen) - und dann noch mit einem Kind, das nie in der Schule war. Es stellt sich aber heraus, dass die Tochter in ihren schulischen Leistungen mindestens auf dem Niveau der Gleichaltrigen ist, denn der Vater hat sie anhand einer Brockhaus-Enzyklopädie im Wald unterrichtet. 

Der Vater, Soziopath, der es mit keinen anderen Personen länger aushält, flieht mit der Tochter in einen anderen nordischen Wald. Er verunglückt, die Tochter holt Hilfe, und sie gelangen in eine hippieske Wald-Wohnmobil-Gemeinschaft. Die Tochter erkennt, dass sie hier leben will und andere Ziele als ihr Vater hat, und der Vater muss nun allein weiterziehen. 

Die Regisseurin, die mir schon mit ihrem Spitzenfilm „Winter's Bone“ (2010) positiv auffiel, hat hier einen sehr ansprechenden neuen Film inszeniert und fand auch echten, urtümlichen Wald mit Felsen und riesigen, alten Bäumen. Ein guter Film mit überzeugenden Schauspieler_innen. 

Was Coming-of-Age und das Kriegstraumamotiv perfekt in der Waage hält, ist nicht etwa eine fein geschliffene dramaturgische Gewichtung, sondern vielmehr die vorbehaltlose Empathie, mit der Granik von der Flucht aus der Gesellschaft und der Hinwendung zu ihr erzählt,“ merkt critic treffend an. 

Montag, 17. September 2018

Bücherwelten: Adriaan Van Dis' Roman „Indische Dünen“

Diesen Roman, der unter dem Originaltitel „Indische Duinen“ 1994 in den Niederlanden erschien, erzählt ein Autor, dessen Eltern nach dem Zweiten Weltkrieg aus Niederländisch-Ostindien (heute: Indonesien) in die Niederlande auswanderten. Er trägt autobiographische Züge. Es geht um niederländisch-indonesische Mischehen, um entwurzelte Personen, um Traumata der Eltern, die im Zweiten Weltkrieg eingefangen wurden (japanische Gefangenschaft etc.), um Ausgrenzung der Kinder aus den Mischehen in den Niederlanden. 

Im Roman wird Familiengeschichte erzählt. Über Familien, die zerrissen und über die Welt verstreut wurden, auch weil sie es in den biederen, engstirnigen, zugebauten Niederlanden nicht aushielten und beispielsweise nach Kanada weiterzogen. 

Finstere Erziehungsmethoden an den Kindern spielen im Roman ebenfalls eine auffällig große Rolle. 

Im Ergebnis: kann man lesen, muss man nicht, es ist nicht unsere Welt, über die hier erzählt wird. Aber das Buch passt gut zur allgemeinen Flüchtlingsdebatte, in der sämtliche Flüchtlinge nur noch zu zu verwaltenden und möglichst abzuschiebenden Problempersonen oder Fallnummern erklärt werden und jedes wirkliche Problem unter dem Teppich gekehrt wird. 

Der Roman war der kommerziell erfolgreichste Roman in den Niederlanden nach dem Zweiten Weltkrieg. Mehr zum Inhalt könnt ihr beispielsweise beim deutschlandfunk nachlesen. 

Wanderung Dernau – Kreuzberg (Ahrtal)

Gestern hatten wir hier tolles Wanderwetter, etwa 24 Grad Maximum im Schatten und viel Sonne. Ich fuhr mit der Bahn über Bonn und Remagen nach Dernau. 

Dort wanderte ich los nach Rech, meist durch Wald, in dem häufig die alten Mauern ehemaliger, aufgegebener Weinberg verliefen. 100 Höhenmeter hoch und wieder runter. 

Im Dorf Rech, das etwa auf 130 m NN liegt, nahm ich einen falschen Abzweig, der mich durch Wald ungewollt ziemlich hoch zum 530 m hohen Steinerberg führte. Das war etwas anstrengend. Oben gibt es ausgebleichte und verdorrte gelbe Wiesen und einen Gasthof, der von Kesseling aus auch mit dem Auto erreichbar ist (nur deshalb existiert der Gasthof dort, denn die Wanderer allein könnten die Wirtschaft nicht füllen). Man hat einen weiten Ausblick auf die Wälder der Eifel. 

Danach ging es durch Wald runter zum Hornberg. Auf diesen Klippen hat man eine tolle Sicht in Richtung der Burgruine Are (Altenahr). 

Ich nahm dann einen Weg runter nach Kreuzberg, der überraschend leichtgängig war. Ich hatte mit steileren, felsigen Partien und möglichen Schwierigkeiten gerechnet. Karger Wald (oft Eichen) wuchs auf den steilen, steinigen Hängen. Auch hier gab es Relikte alter Weinbergterrassen. In Kreuzberg, wo ich zuvor noch nie war, gibt es ein Schloss auf einer Felskuppe. 

Von Kreuzberg kann man in 2 km gemütlich im Ahrtal nach Altenahr wandern. Über dem Ort erhebt sich die relativ imposante Burgruine Are auf einem Felssporn. Kurz bevor die Sonne das Ahrtal in Schatten taucht war ich dort oben zwischen den Turmruinen. Auch mittelalterlich wirkende Kostümphotos macht man da oben anscheinend gerne, drei Mädels waren zu diesem Zweck dort. Man hat von der Burg Sicht auf das Teufelsloch. 

Runter von der Burg ging ich zum Bahnhof, löste eine Fahrkarte und verbrachte etwa 40 Minuten draußen im „Biergarten“ der griechischen Bahnhofstaverna. Merkwürdig, dass mir nicht auffiel, die Kamera am Automaten liegengelassen zu haben. Dies ist jedenfalls der Grund dafür, euch hier keine Photos zeigen zu können. 

Etwa 15,5 km war diese Tour lang. In Altenahr war ich zuvor auch noch nie. Der Grund ist, es ist weit weg, sozusagen nahe dem äußeren Rand dessen, was sinnigerweise noch mit einer Tagestour gemacht werden kann (Fahrtzeit Zug: 1 h 43 min.). Bei Gelegenheit fahre ich in den nächsten Wochen noch mal hin, denn eigentlich wollte ich sowieso zum Teufelsloch, habe das aber wegen des Steinerberg-Umweges nicht mehr geschafft.

Meine Woche (KW 37)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Vater im Krankenhaus besucht, gewandert in der Eifel zwischen Dernau und Kreuzberg (Ahrtal).  

Gesehen: im Kino: „Glücklich wie Lazarro“, im TV einen schönen Tier-Natur-Film über den Main mit Hirschkäfern, Luchsen, Wildkatzen, Uhus etc.  

Gehört: Poems For Laila, Savoy Grand, Seven Reizh und in einige Platten bei spotify reingehört. 

Gelesen: In Adrian Van Dis' Roman „Indische Dünen“.  

Gegessen: der Konsum von einem Stück Zitronenrolle plus Kaffee bei Merzenich kommt ein paar mal im Jahr vor, beispielsweise am Samstag.  

Getrunken: neben Kaffee auch viel Rooibos-Vanille-Tee und Chai-Gewürztee und ein Weizen-Bier in Altenahr.  

Gefreut: über EuGH-Urteil über Priesterehe und Arbeitsrecht.  

Gelacht: ---  

Geärgert: über meine verlorene Kamera in Altenahr. Wozu mache ich eigentlich den ganzen Tag Photos, wenn ich die Kamera dann am Bahnhof liegen lasse?  

Gefrustet: über die kommende Schließung des Jokers-Buchladens in der Breiten Straße. Dort konnte man oftmals preislich stark herabgesetzte Asia-Romane kaufen.  

Genervt: hinsichtlich nicht gelingender Entscheidungsfindung bezüglich Smartphon. Wieviel Zoll groß soll es sein?  

Gefunden: ---  

Gekauft: nichts Besonderes.  

Gestaunt: ---  

Gewünscht: mehr Freizeit.  

Gefühlt: entspannter.  

Gedacht: ziemlich mutig, den Hambacher Forst protestierend gegen Umweltzerstörung zu verteidigen. Anklage-Verfahren dürften wohl für viele der Protestler die Folge sein.  

Fazit: die Woche hatte Hoch- und Tiefpunkte. 

Sonntag, 16. September 2018

Der Balkon im September

Das ist jetzt Hoch-Zeit der Engelstrompete mit ihren vielen Blüten:


Außerdem gibt es noch Tomaten und Pepperoni bzw. schlanke pepperoniartige Paprika, die als rote Farbtupfer den Balkon schmücken:


Die Weinblätter verfärben sich gelb und rot-orange. Und die Birnen wurden alle geerntet.

Samstag, 15. September 2018

Sound-Welten (13/2018)

In dieser spotify-Prüfserie gefielen mir die Alben von Poems For Laila und Sumie am besten. 

Neko Case. Album: Hell-On (2018). Etwa siebtes Studio-Album einer US-amerikanischen Singer-/Sonwriterin, die mittlerweile etabliert ist und daher auf diesem Album auch zu mainstreamig-poppig für meinen Geschmack daher kommt. SHR: 160 - 671 T. WD: 12/day.  

The Osiris Club. Album: The Wine-Dark Sea (2018). Zweites Album einer britischen Band, die progrocklastig in diversen Stilen zu wildern scheint. Es gefiel mir nicht besonders. Powermetal spricht von einem „etwas undurchdringlichen Musikgebräu“. SHR: 1 - 2 T. WD: n.v.  

Poems For Laila. Alben: Tiktak (2016), Dark Timber (2018). Etwa achtes und neuntes Studio-Album einer deutschen Band, die 1989 das erste Mal mit einer Veröffentlichung in Erscheinung trat und zurzeit als Duo fungiert, nachdem über 30 Musiker_innen dort schon aktiv waren. Ich hatte sie gar nicht auf dem Schirm und habe bestimmt schon seit über 10 Jahren nichts von ihnen gehört. Stilistisch sind die Alben ähnlich und irgendwo zwischen Chanson, Singer-/Songwriter und Dark Folk angesiedelt - mit sentimalem Unterton und mitunter mit östlichem Touch. Man/Lady singen, manchmal alleine, manchmal abwechselnd, manchmal im Duett. Gute Platten, sie haben beide ein paar echte Highlights! Anspieltipp: „Lover“(vom neuen Album). Das neue Album habe ich schon gekauft. SHR: 1 - 2 T, 1 – 8 T. WD: 12/day. 

Rickie Lee Jones. Album: The Other Side of Desire (2015). Etwa 16. Studio-Album einer US-amerikanische Singer-Songwriterin, deren erstes Album 1979 erschien. Folkig-jazzig oder auch countrymäßig. Ihre Musik nervt mich nicht, ist mir aber oftmals zu softig, unauffällig oder zu radiotauglich konzipiert. SHR: 11 - 91 T. WD: 21/day.  

Sumie. Album: Lost In Light (2017). Zweites Album einer schwedischen Folk-/Singer-/Songwriterin. Manchmal mit dunklem Americana-Einfluss. „Raumerfüllender Folk, vorgetragen mit zarter Stimme und gekonntem Finger­picking an der Akustikgitarre“, meint der musikexpress. Gute Platte, kaufe ich vielleicht. Anspieltipp: „Divine Wind“. SHR: 10 – 1.493 T. WD: n.v.  

Tash Sultana. Album: Flow State (2018). Debut-Album einer jungen australischen Singer-/Songwriterin und Multi-Instrumentalistin. Sie ist schon seit 2016 ein berühmter youtube-Star mit ihren Musik-Videos. Hinsichtlich ihrer instrumentalen Fähigkeiten über jeden Zweifel erhaben, empfinde ich ihren mitunter heulenden Gesang als ziemlich aufdringlich. Stilisch uneindeutig, es kann auch schon mal rockig-psychedelisch oder electro-poppig werden. SHR: 538 – 3.960 T. WD: 353/day.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 
WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Eine Obstbaumwanderung bei Meckenheim

Am letzten Sonntag war schönes Wetter bei 23 – 24 Grad, und ich entschloss mich, durch die Obstbaumfelder bei Meckenheim zu wandern. Diese kleine Stadt mit etwa 25.000 Einwohnern war Start- und Endpunkt der Wanderung, die im Südwesten durch diverse Dörfer führte. 


>Apfelernte bei Meckenheim<

Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh findet ihr den vollständigen Bericht zur Wanderung.

Freitag, 14. September 2018

Im Kino: Glücklich wie Lazzaro

Alice Rohrwacher's Film spielt in Italien, aus meiner Sicht irgendwann zwischen 1990 und heute. Eine abgelegene Berglandschaft, ein Herrschaftshaus, in der eine „Gräfin“ residiert, drumherum Wirtschaftsgebäude, in denen ganze Familien von Landarbeitern hausen, die hemmungslos ausgebeutet werden und noch nie Geld gesehen haben. Einer davon ist Lazzaro, der auf der untersten Stufe steht, aber alle Aufträge, Ungerechtigkeiten und Schikanen wohlwollend und hilfsbereit hinnimmt und sich mit dem Sohn der Gräfin anfreundet. 

Später nimmt der Film surreal-phantastische Züge an. Lazarro stürzt eine Klippe herunter, erwacht aus der Bewußtlosigkeit, kehrt zurück zum Herrschaftshaus und findet eine lange verlassene Ruine vor. Er gelangt auf Umwegen in die nächste große Stadt, findet dort einen Teil seiner Landarbeiter-Truppe, die älter geworden ist und in einem aufgegebenen Gastank auf einem Bahngelände zwischen den Schienen haust und mit Kleingaunereien ihr Geld verdient. 

Fortschritte haben sie nicht gemacht, haben die unterste soziale Stufe auf dem Lande nur gegen die unterste soziale Stufe in der Stadt eingetauscht. 

So spiegelt der Film in komprimierter, parabelhafter Form auch den historischen Wandel, vom Feudalsystem und ländlicher Armut über die Landflucht zur Verelendung in den Städten“, fasst epd-film diesen Sachverhalt zusammen. 

Insgesamt ist das ein gelungener Film geworden. Traurig und schön und in der ersten Hälfte auch beispielsweise mit beeindruckend kargen Badlands-Landschaften. Die Schauspieler_innen überzeugen auch. 

Montag, 10. September 2018

Meine Woche (KW 36)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Vater im Krankenhaus besucht, auf Betriebsfest gewesen, eine Obstbaum-Wanderung bei Meckenheim gemacht (Bericht folgt). 

Gesehen: trockene Felder, viele Apfel- und Birnbäume und ganz wenig im TV. 

Gehört: Deine Lakaien, Delphium, Depeche Mode, Savoy Grand und in einige wenige Platten bei spotify reingehört. 

Gelesen: In Adrian Van Dis' Roman „Indische Dünen“; im Popkultur-Magazin Spex, in der Eclipsed. 

Gegessen: beispielsweise Linsensuppe mit Mettwurst in der Kantine. Beim „Backwerk“ kaufe ich in letzter Zeit häufig mal einen Blätterteig-Börek mit Käse – die schmecken mir dort wirklich gut. 

Getrunken: neben Kaffee auch Wasser, Tee, Grapefruit-Saft, Kölsch. Gefreut, gelacht: --- Geärgert: über die Bahn, die mal wieder tüchtig Verspätung einfuhr. 

Gefrustet: über die eigene mangelnde Entschlussfreudigkeit, deutsche Bürger mit fremdenfeindlichem Gedankengut, deutsche Politiker und den Syrien-Krieg. 

Genervt: hinsichtlich Migrationsfragen. 

Gefunden: --- 

Gekauft: nichts Besonderes. 

Gestaunt: --- 

Gewünscht: mehr Freizeit. 

Gefühlt: oft Lethargie. 

Gedacht: wenig Konstruktives. 

Fazit: eine eher mittelmäßige Woche. 

Sonntag, 9. September 2018

Sound-Welten (12/2018)

In dieser spotify-Prüfserie gefiel mir das Album von King Crimson am besten. 

Gazpacho. Album: Soyuz (2018). Zehntes Album einer norwegischen Art- und Progressive-Rock-Band. Von dieser Band habe ich schon drei Alben in diesem Jahrzehnt gekauft. Sie zählt damit zu meinen Top-Acts, aber ich finde nicht jedes Album unwiderstehlich, und dieses neue Album ist wohl so ein Fall, wo mich die Songs nicht wirklich packen konnten. SHR: 18 - 81 T. WD: 15/d. 

Hope. Album: Hope (2017). Debut-Album einer deutschen Postrock-/Indie-Band mit Lady am Micro. Kann man anhören, es gibt auch ein paar schöne, mehr düster-balladeske Songs. Anspieltipp: „Moths and Birds“. Die Band kann man mal im Hinterkopf behalten. SHR: 2 - 19 T. WD: 4/d. 

Jess And The Ancient Ones. Album: The Horse And Other Weird Tales (2017). Drittes Album einer finnischen Psychedelic- und Okkult-Rock-Band mit Lady am Micro. Das erste Album dieser Band hatte ich mir besorgt. So wirklich überzeugen wollen mich die neueren Werke nicht. Anspieltipp: „You And Eyes“. SHR: 18 - 52 T. WD: 3/d. 

King Crimson. Album: Live In Vienna (2018). Jeder, der sich für Progressiv Rock interessiert, kennt King Crimson, veröffentlichten sie doch mit „In the Court of the Crimson King“ (1969) eines der stilbildenden Meisterwerke, dass ich zwar nicht 1969, aber sicherlich vor Mitte der 1970er Jahre bereits kannte. Auf der Tripple-CD „Live in Vienna“, deren Konzert in 2016 stattfand, werden die 3 bekannten der 5 Stücke des Albums auch performed, im Übrigen ist die Tripple-CD ein Querschnitt durch das Schaffen der Band. 1973 war allerdings von der Originalbesetzung nur noch Robert Fripp dabei, die treibende Kraft bis heute. Überhaupt wurden die Alben tendenziell experimenteller, percussionlastiger und jazz-rockiger und weniger episch als die ersten beiden Werke und die Band konnte chartmäßig nie wieder an den Erfolg ihrer Anfangszeit anknüpfen. King Crimson sind live zwar sehr aktiv, aber ein neues Studio-Album gibt es seit 15 Jahren nicht. Stattdessen interpretieren und improvisieren sie ihr Werk immer neu in unterschiedlichen Besetzungen. Es gibt Dutzende von Live-Alben, die auch ich nicht kenne. Es kann lohnen, dieses neue Live-Album allein wegen der drei bekannten Stücke aus ihrem Debut-Album zu kaufen. SHR: 8 - 36 T. WD: 260/d. 

Liebe Frau Gesangsverein. Album: Nackt (2018). Debut-Album einer Kölner Band mit Lady am Micro. Die Band „vermählt teils sehr kraftvolle Riffs mit einer schwer zu beschreibenden Indie-Attitüde und stylischem Post Punk“, meint musikreviews. Und singt natürlich auf Deutsch. Diese punkige Musikrichtung ist nicht mein Ding, aber toller Bandname. SHR: 1 - 3 T. WD: n.v. 

Messa. Album: Feast For Water (2018). Zweites Album einer italienischen Band mit Lady am Micro. „Das ist ein recht progressiver und jazziger Doom mit Ambient und Drone Einschlägen“, meint time-for-metal. Das Debut-Album hatte ich noch gekauft, aber bei diesem Album bin ich nicht so sicher; es ist wahrscheinlich insgesamt im Sound „brutaler“, hat aber auch ruhige Passagen und punktet vor allem mit einigen interessanten Saxophon-Parts. SHR: 7 - 20 T. WD: n.v.  

SHR = Spotify-Hörer-Relevanz in 1.000 Zugriffen (T) je Song. 

WD = Anzahl der de.wikipedia-Seitenaufrufe zur Band/Künstlerin pro Tag (als 90-Tage-Mittel), n.v. = keine deutschsprachige wikipedia-Seite vorhanden. 

Die Zahlenangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt meines Zugriffs. 
 

Samstag, 8. September 2018

Wanderung in der Börde: Odendorf – Müttinghoven – Meckenheim

Am letzten Sonntag herrschte noch Trockenzeit und wirklich viel hat es mutmaßlich in den letzten Monaten nicht geregnet. Es war ein relativ warmer Tag, aber es gab wenig Sonne und daher konnte man gut über die Felder wandern. 

Am Orbach in Odendorf zeigte sich jedenfalls das gleiche Bild wie eine Woche zuvor. Kein Bach vorhanden: 


Bei Unterwegs.Nahweh.Fernweh gibt es den vollständigen Bericht mit noch mehr Photos.

Dienstag, 4. September 2018

Eine Fete im Sauerland

Am letzten Samstag war ich in der „tiefsten Pampa“. So kommt es mir jedenfalls immer vor, wenn ich mit Freunden - im Auto mitgenommen - alle Jubeljahre dorthin ins Sauerland für eine Geburtstagsfete fahre. Auf diesen ungefähr 75 km Autobahn nach Osten in Richtung der „kleinen Mittelstadt“ Olpe sieht man wenig mehr als Autobahn, Brücken und Bäume, wieder Bäume und noch mehr Bäume. 

Ziel war ein Weiler namens Scheiderwald. Dort stehen 3 – 4 Höfe. Der Forsthof hat nebenan ein Fetenhäuschen mit Sitzplätzen, Küche, Theke, Grillplatz im Freien. 


>Die Feten-Lokalität sieht man angedeutet rechts neben dem Fachwerkhaus<

Für Essen und Trinken war selbstverständlich gesorgt. Draußen war es allerdings abends dann etwas kühl, um länger dort zu verweilen, die Temperatur fiel unter 15 Grad. 

Das Geburtstagskind spielt in der Freizeit gelegentlich Schlagzeug in einer Band, und diese Band gab ein Konzert im Häuschen:


Das funktionierte soweit ganz gut, der Sound war gut. Sie konnten sogar „Pink Floyd“, aber meist ging es wohl mehr in Richtung Blues & Rock'n Roll. 

Bald nach Mitternacht fuhren wir dann wieder zurück. 

Montag, 3. September 2018

Meine Woche (KW 35)

Getan: Gearbeitet, eingekauft, Basketball gespielt, auf Fete im Sauerland gewesen (einige Eindrücke folgen), gewandert über die trockenen Felder zwischen Odendorf und Meckenheim (Bericht folgt).  

Gesehen: im Kino „Gundermann“, im TV einen Film über Delphine.  

Gehört: Deep Purple, Deine Lakaien, Rose Windows, Rue Royale und bei spotify King Crimson. 

Gelesen: In Adrian Van Dis' Roman „Indische Dünen“; im Popkultur-Magazin Spex, in der Choices und im Greenpeace Magazin.  

Gegessen: Spaghetti mit Corned Beef, gebratenen Tomaten, Pilzen und Zwiebeln. Selbst gemacht. Das kommt sehr selten vor, dass ich Spaghetti mache, vielleicht 3 mal im Jahr. Und eine Forelle habe ich auch im Wok gehabt.
 

Getrunken: neben Kaffee auch Wasser, Tee, Grapefruit-Saft, Kölsch und Krombacher.  

Gefreut, gelacht: ---  

Geärgert: über ewig trumbe Rassisten, diesmal in Chemnitz. Aber immerhin gibt es auch eine Gegenbewegung.  

Gefrustet, genervt: ---  

Gefunden: im öffentlichen Bücherschrank Bücher von Marie-Pierre de Cossé-Brissac „Die Tempel von Madurai“ bzw. Gerhard Konzelmann „Der Diwan des Harun Al Rashid“.  

Gekauft: nichts Besonderes.  

Gestaunt: über tanzende "alte Leute".  

Gewünscht: mehr Freizeit.  

Gefühlt: Nackenverspannungen.  

Gedacht: warum haben über 300 Jahre Aufklärung so wenig bewirkt in Teilen der Gesellschaft?  

Fazit: eine angenehme Woche. 

Sonntag, 2. September 2018

Birnenernte

Die allererste Balkon-Birne in meinem jungen Leben habe ich geerntet und verzehrt. Gelblich außen, innen weiss, süss und lecker!


>Ich hätte wohl doch Obst-Bauer werden sollen.<


Ich habe dann später doch noch mehr geerntet:




Der Grund ist vor allem, dass die Früchte und Tomaten absturzgefährdet sind, wenn sie in den freien Luftraum jenseits der Balkonkästen hinausragen.

Samstag, 1. September 2018

Im Kino: Gundermann

Andreas Dresen hat endlich mal wieder einen ziemlich guten Film in Szene gesetzt. „Gundermann“ - ein unangepasster Liedermacher und Bergarbeiter aus dem Osten. Der Mann wurde nicht alt und ist schon 20 Jahre tot. 

Der Film spielt um 1992-95 und setzt in Rückblicken bis in die 1970er Jahre bedeutende Ereignisse seines Lebens in Szene. Er handelt von seiner Musikband, seinen Freundinnen, von seiner Arbeit in einem Braunkohletagebau, vom Anecken bei der Partei als überzeugter Kommunist, von Spitzeltätigkeit und Verrat und der völligen Unfähigkeit der damaligen Führungsriege der DDR, die noch nicht einmal in der Lage war, vor ihrem Untergang die Vernichtung der kompromittierenden Akten ihrer eigenen Spitzel zu veranlassen. 

Als Westler sagte mir der Name Gundermann gar nichts, es ist ja auch sowieso nicht meine Musikrichtung. Aber dieser Alexander Scheer schafft es mit seiner schauspielerischen Leistung tatsächlich, Interesse zu wecken für den Künstler, seine Musik und seine Ansichten. Überhaupt agieren alle Schauspieler_innen recht natürlich und überzeugend. 

Außerdem gibt es tolle Braunkohletagebau-Bilder im Film zu sehen. 

Der Film „ist ein kluger, einfühlsamer, vielschichtiger und vor allem auch sehr berührender Beitrag zur deutschdeutschen Geschichte, zu einem differenzierteren, menschlicheren Umgang damit“, meint epd-film.

Bücherwelten: Jeff VanderMeer's Roman „Autorität“

Der US-amerikanische Autor setzte mit diesem zweiten Band (orig.: Authority, 2014) seine Southern-Reach-Trilogie fort. Über den ersten Band „Auslöschung“ berichtete ich dort

Dieser zweite Band ist schon anders – und er läuft erst im letzten Drittel wirklich zu Form auf. Auf den ersten zwei Dritteln spielt der Roman in der Forschungseinrichtung am Rande von Area X, die die Expeditionen in die „Zone“ schickt. Ein neuer Mann wird Chef dieser Einrichtung. Er soll erforschen, was seine verschwundene Vorgängerin dort gemacht hat, und er soll herausfinden, was die aus der „Zone“ zurückgekehrte Biologie dort erlebt hat. 

Erkenntnisgewinn ist schwierig, das Personal dort mauert, lockt ihn auf falsche Fährten oder weiß nichts Genaues. 

Die latent sonderbar-unheimliche Atmosphäre des ersten Romans weiß auch dieser Roman teilweise aufrecht zu erhalten, denn die Grenze zwischen Wahn und Wirklichkeit ist verwaschen. Lt. buecherrezensionvermag auch “Autorität” einen dem ersten Band in nichts nachstehenden, schauerlichen Sog zu entwickeln, der die vielleicht jedem Menschen innewohnende Angst vor dem Unfassbaren und dem Unverstehbaren zum Leben erweckt“.