Sonntag, 10. Juni 2018

Sounds: Laibach

Ich kaufte vor vielen Wochen ihre im letzten Jahr erschienene Platte „Also sprach Zarathustra“. Deshalb will ich hier seit Wochen etwas schreiben über die Band, aber was?? 

Die 1980 gegründete, slowenische Band hatte von Anfang Probleme mit dem Staat, weshalb das erste Album auch erst 1985 erschien. 1986/87 kaufte ich zwei LP's von ihnen und verfolge ihr Schaffen seither sporadisch. Die Musik war damals brachialer Industrial, auch mit Hang zu „militant classicism“. Einige Stücke waren verfremdete Coverversionen bekannter Bands und wenn Laibach eine „faschistoide Aura“ unterstellt wurde, lag es zum Teil auch an diesen Stücken, beispielsweise am Cover von Queen's One Vision. Interessanterweise spielte Laibach diesen alten Song 2017 in Israel

Später wurde der Sound weniger brachial, jedoch empfinde ich ihn oft als sytheziser-geprägten Bombast-Kitsch. Was ich meine, lässt sich am besten über youtube verdeutlichen. Dort sind ganze Konzerte in hoher visueller und akustischer Qualität zu finden, meist von Auftritten in ost- und südost-europäischen Ländern, z.B. dieses in Ljubljana 2014 (so mainstreamig sind Laibach selten) oder dieses in Krakau 2015. Laibach verstand sich immer als Kunstprojekt. Auch dies sieht man – bombastische Shows mit viel Licht- und Video-Technik, die Konzerte zu visuellen Ereignissen machen. 

Laibach spielen relativ häufig auch mal in Köln. Wenn ich sie bis dato nicht live gesehen habe, so liegt das an meiner Angst um meine Ohren. Einen Gehörschaden brauche ich nämlich nicht. 

Und die CD, die ich gekauft habe? Nun, sie ist sicher nicht spektakulär, aber es gibt grazile Industrial-Sounds und verhältnismäßig wenig pompösen Bombast. Laibach's Sängerin, die auf den oben genannten Konzerten oft in Szene gesetzt ist, kommt hier nur in einem kitschigen Stück zum Einsatz. 

Wikipedia bietet einen ziemlich langen Laibach-Artikel, um sich kundig zu machen. 

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