Mittwoch, 13. Juni 2018

Kinowelten: Meine Tochter – Figlia Mia

Laura Bispuri's Film spielt auf Sardinien im Sommer. Ein 9 – 10-jähriges Mädchen steht im Mittelpunkt der Geschichte. Es langweilt sich, auch oder insbesondere, wenn die Mutter anwesend ist, von der sie wohl behütet wird, aber auch nicht allzu viel Selbstvertrauen mitbekommt. 

Das Mädchen lernt eine andere Frau kennen, die ganz anders als ihre Mutter ist und in einem bankrotten Bauernhof lebt. Sie bemerkt, dass ihre Mutter mit dieser Frau auch eine ihr unklare Beziehung unterhält und dass diese Frau ihr optisch viel mehr ähnelt als ihre Mutter. Schließlich vermutet sie korrekt, dass diese Frau ihre wirkliche Mutter ist. 

Das Mädchen fühlt sich zu dieser Frau immer mehr hingezogen, ist dann öfter heimlich auf deren Hof, den die Frau wegen hoher Schulden aufgeben muss. 

Sie merkt aber auch bald, dass es zwar abenteuerlicher ist, mit ihrer richtigen Mutter zusammen zu sein, aber auch gefährlicher für sie. Das merkt sie in der Kneipe, an der Steilküste, aber auch später in einer Höhlen-Nekropole, als die Mutter von ihr verlangt, in eine enges Felsenloch zu klettern, weil dort unten möglicherweise ein zu bergender Schatz sein könnte. 

Dieser Film ist sehr feinfühlig inszeniert, die DarstellerInnen überzeugen auf der ganzen Linie und das gezeigte Beziehungsgeflecht wirkt authentisch. Als kleiner Independent-Film ist er nicht so spektakulär, dass er zweifelsfrei auf meine Bestenliste des Jahres kommen wird. Ein schöner Film ist es dennoch, und das Ende des Films gefiel mir auch. 

 „Beide Mütter sind von Überlebenskampf und Selbstsucht verblendet, man kann sie (wie alle Mütter, sagt Angelica einmal) durchaus auch als Hexen ansehen“, meint epd-film

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