Mittwoch, 28. März 2018

Kinowelten: The Florida Project

Sean Baker's Film „The Florida Project“ erzählt von Kindern an einem sozialen Brennpunkt inmitten eines disneyweltartigen Touristenambientes mit Hotels und Shopping-Zentren in Florida. Der Brennpunkt ist eine Art heruntergekommenes Hotel, in dem sowohl Einheimische als auch Touristen für wahrscheinlich relativ wenig Geld wochenweise unterkommen können. In ihm wohnt auch eine junge flippige, gern kiffende Mutter mit ihrer etwa 10-jährigen Tochter.

Die Tochter hat noch ein paar FreundInnen und geniesst viel Freiraum, falls man überhaupt von einer Erziehung sprechen will. Lästig wie Ungeziefer, denke ich mitunter, wenn man den Kindern bei ihrem unbeaufsichtigtem, anarchistischem Tun zuschaut. 

Sie ziehen durch die Gegend und bauen meist Mist, sie drehen dem Hotelblock schon mal nachts den Strom ab oder zünden den Lost Place einige Hundert Meter weiter an. Wirklich kritisch wird es dann jedoch erst, als der Mutter das Geld für die Miete ausgeht, sie per Smartphone der gelegentlichen Prostitution nachgeht und beim Jugendamt von mehreren Personen angezeigt wird. 

Es ist ein sozialrealistischer, auch sentimentaler Film aus der kindlichen Perspektive, den man durchaus gut angucken kann. 

Als Zuschauer wird man im Strudel wechselnder Gefühle von niederschmetternder Verzweiflung und magischem Glück mitgerissen“, befindet epd-film und trifft damit die emotionalen Aspekte des Films ziemlich gut. 

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